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Zum Fassadenbrand in London (und den folgenden)

Ich rufe dazu auf, dass wir zusammenrücken und uns geschlossen dem Thema zuwenden und keine Wärmedämmung unter Generalverdacht stellen. Es handelt sich um einen tragischen Einzelfall, dessen Ursachen zunächst erforscht werden müssen. Wir dürfen uns nicht einschüchtern oder verängstigen lassen, denn dann haben die Fassadenbrände das erreicht, was sie schon immer erreichen wollten: Angst und Schrecken unter der Wärme gedämmten Bevölkerung schüren.

Vermutlich werden in Kürze die üblichen Verdächtigen auftreten und uns beruhigen:

der Fassadenbrand in London hat nicht direkt mit Fassadendämmung zu tun, deutsche Dämmfassaden sind sicher (wie die Rente u.a.), hierzulande sorgen Tests nach DIN Norm und nutzlose theoretisch hochwirksame Brandriegel für sichere WDVS Fassaden, die Wahrscheinlichkeit, durch einen Fassadenbrand umzukommen, ist  unvergleichlich geringer als das Risiko im Straßenverkehr. Wir dürfen jetzt irgendwelchen Populisten keinen Raum geben, die Sache gegen die segensreichen Fassadendämmungen auszuschlachten, und wir müssen zur Tagesordnung übergehen.
Im Übrigen gibt es nun mal keine 100%-ige Sicherheit und mit einer Armlänge Abstand zu Dämmstoffen kann man doch ganz gut leben. Also Leute: zeigt Euch euch wenig betroffen, heuchelt etwas Mitgefühl, lasst euch in Sicherheit wiegen und (wie sonst auch) einlullen, denkt nicht weiter nach (das machen schon andere für euch) – und leistet gefälligst euren Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels!

Was so berichtet wurde, wobei nur sehr wenige anfangs darauf eingingen, dass es sich um rasant abfackelnde Fassadendämmung handelte:

Feuerwehr erklärt: Die Dämmung des Grenfell Tower wirkte wie Benzin
http://focus.de/7244621

Hochhausbrand in London: Das Feuer ist aus, doch Wut flammt auf
https://web.de/magazine/panorama/hochhausbrand-london-feuer-wut-flammt-32380038

Das Blog DÄMMWAHN berichtet über den Artikel von Hr. Maxeiner:
https://herrmanns.wordpress.com/2017/06/15/daemmwahn/

Hr. Maxeiner hat bei Achgut einen recht guten Artikel mit vielen Links veröffentlicht: Ist London das Ende des Dämmwahns?

Zitat: „Die Achse des Guten berichtete gestern als erstes Medium überhaupt * darüber, dass die jüngst an dem Hochhaus angebrachten Wärmedämm-Platten möglicherweise als Brandbeschleuniger wirkten und für die rasend schnelle Ausbreitung des Feuers verantwortlich sein könnten. Inzwischen ist das keine Vermutung mehr. Der Verdacht hat sich leider bestätigt. Dies war eine Katastrophe mit Ansage.“

Und: „Wenn es nicht um das ideologische Steckenpferd und Klimaschutz ginge, den unsere Kanzlerin zum heiligen Gral erklärt hat, hätten die Behörden diesem Spuk mit Sicherheit längst ein Ende gesetzt. Die Feuerwehren wissen bescheid, hängten es bisher aber nicht an die große Glocke – die üblich politisch korrekte Beißhemmung. Auch viele Medien weisen in der Berichterstattung über solche Vorfälle deutliche Lücken auf. In einem Land, in dem Bauvorschriften selbst die Neigung der Dachziegel festlegen, ist diese offensichtliche Ignoranz gegenüber einem lebensbedrohenden Risiko kaum zu glauben.“

Zurück zur Frage, hier die Antwort: Nein, das ist nicht das Ende des Dämmwahns. Warum? Weil der Wahnsinn Methode hat, es geht um Mrd. EUR, da hört der Spaß auf.

TT vom Pankower Mieterprotest hat auch einiges zusammengetragen:

„… der Hochhausbrand am Grenfell Tower in London zeigt einmal mehr, wie Häuser mit
Fassadendämmung zu regelrechten Fackeln werden, die ihren Bewohnern den sicheren
Tod bringen. Da sich diese Fälle häufen (Frankreich, Dubai, London), ist unwahrscheinlich, dass hier ein „Ausführungsfehler“ vorliegt. Gebrannt hat hier jeweils das an die Fassade gebrachte Material, was sowohl Brandlast als auch Brandbeschleuniger ist.

Hier eine kleine Mediensammlung zu diesem Fall und zum Thema Brandgefahr von
Dämmfassaden:

heute-journal vom 14. Juni 2017 – mit umfangreichem Bericht gleich zu Beginn:
https://www.zdf.de/nachrichten/heute-journal/heute-journal-vom-14-juni-2017-100.html

Dort kommt auch der bekannte Feuerwehrdirektor von Frankfurt/Main, Prof.
Reinhard Ries im Interview zu Wort.

Und hier ein Fall aus Deutschland, wo eine im Bau befindliche Fassade abbrannte.
Auch hier kommt Prof. Reinhard Ries zu Wort, der hier aber noch deutlicher war
als im heute Journal-Interview: er forderte den sofortigen Stopp des Verbauens
dieser Dämmstoffe und eine sofortige Überprüfung und die Beteiligung der
Feuerwehr. Siehe hier (die auch sonst sehr sehenswerte Sendung) gleich zu Beginn:

45 Min: Wärmedämmung-Der Wahnsinn geht weiter (NDR v 26.11.12)

Und hier ein komprimierter TV-Beitrag zur Brandgefahr von Fassadendämmung: hier
kommt der Fassadenbrand in Pankow 2009 (ein Toter) vor, zu dem der damalige Chef
der Berliner Feuerwehr im Beitrag sagte: „Wenn die Bewohner das wüssten (hohes
Brandrisiko) würden sie deswegen auf die Straße gehen“.
(immerhin könnte man dieses gedämmte Haus bei einem erneuten Brand nun
wahrscheinlich löschen – der Eigentümer hat für die Außenfassade eine
Sprinkleranlage installiert):

Brandgefahr bei Wärmedämmung, NDR MARKT 11.2011

Hier noch ein sehr knappes, aber beängstigendes Video vom Brand auf dem Gelände eines Dämmstoffwerks 2016 in Wittenberge:

Na und Hochhausbrände gab es bereits, hier in Frankreich (an diesem Video kann man gut die Ausbreitung des Brandes sehen, der auf einem Balkon anfängt):

Hochhausbrand in Frankreich 2013

ganz ähnlich Dubai 2015:

Leider wird der Hochhausbrand in London nicht der letzte Brand eines Hauses mit Dämmfassade gewesen sein, die so verheerend und todbringend sind, weil sie sich sehr schnell ausbreiten und weil ein paar Atemzüge des entstehenden hoch giftigen Rauchs ausreichen, um der Feuerhölle zu erliegen. Die Gefahr ist lange bekannt, wie auch die hier verlinkten TV-Berichte zeigen.

Wieviele Tote wird es noch geben müssen, bevor Verbote erfolgen, Häuser (in
denen wir Menschen wohnen) in Brandbeschleuniger einzupacken?

Wer oder was hat die Toten dieser absehbaren Katastrophen zu verantworten?

Und bei Kollegen Konrad Fischer:
http://www.konrad-fischer-info.de/21315bau.htm – Dämmfackeln …

Ende der Fremdbeiträge.
Bis dahin nichts Neues.
Wieso nichts Neues?
BAUFÜSICK berichtet seit Jahren auch zu diesem heißen Thema.

WDVS 

Brennende WDVS

Fassadenbrand 

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  1. E. Müller
    17.06.2017 um 08:30

    Schlimm ist, dass man als Mieter keine Chance hat zu erkennen ob man sich in einem potentiellen Krematorium einmietet.
    Der Eigentümer seines Hauses kann immerhin noch selbst entscheiden, ob er sein Haus mit zu Kunststoffen erstarrtem Erdöl überziehen lässt – so ihm die Behörden diese Entscheidung nicht aus der Hand nehmen …

    Gefällt mir

  2. 16.06.2017 um 20:59

    Eine Kerze hat im Zentrum schon 800°C also wenn ein Haus die Kerze schon keine 90 minuten aushält kann man es auch schon gleich abreißen.Was hier passiert ist nur korrupt.
    Leute geht auf die Straßen !!!

    Gefällt mir

  3. 16.06.2017 um 13:52

    Zum FOCUS Artikel
    Hochhausbrand in LondonFeuerwehr erklärt: Die Dämmung des Grenfell Tower wirkte wie Benzin
    http://www.focus.de/immobilien/bauen/menschen-hatten-keine-chance-feuerwehr-erklaert-darum-konnten-sich-die-flammen-im-hochhaus-so-schnell-ausbreiten_id_7244621.html

    „Hochhäuser müssen Vollbrand 90 Minuten standhalten“
    FOCUS Online: Müssen wir damit rechnen, dass das Gebäude heute einstürzt?
    Hachemer: Bei deutschen Hochhäusern gilt: Sie müssen einem Vollbrand mit einer Hitze von 800 Grad 90 Minuten standhalten. Meistens halten die Gebäude das auch länger aus.
    Zitat Ende

    1.
    Da haben wir die Lösung des Problems: Hochhäuser bauen in Dummerland, dann alle umziehen lassen in die sicheren deutschen Hochhäuser.

    2.
    Benzin wird aus Erdöl hergestellt. EPS-Dämmung wird aus Erdöl hergestellt. Das ist die eine Gemeinsamkeit. Beide brennen gut, das ist auch eine Gemeinsamkeit.

    Polystyrol hat dem Benzin eins voraus: es ist Sondermüll:
    https://baufuesick.wordpress.com/?s=sonderm%C3%BCll

    Gefällt mir

  4. 16.06.2017 um 13:22

    BaunetzWissen
    Newsletter Dämmstoffe – Juni 17

    Die Themen:
    Fachwissen
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    Wie sich Altbauten so sanieren lassen, dass sie nicht nur den Anforderungen der aktuell geltenden Energieeinsparverordnung
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