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Klima: Wunschdenken scheitert an Wirklichkeit

froschOppenheimer Werkstatt für Wetterkunde – Dr. Wolfgang Thüne:
Klimawunschdenken scheitert an der Wetterwirklichkeit!
Der Klimagipfel im sommerlichen Lima wirft seine Schatten voraus
Es ist wieder soweit. Vom 1. bis 12. Dezember 2014 findet die Pilgerfahrt zum alljährlichen „Weltklimagipfel“ der Vereinten Nationen statt. Austragungsort ist diesmal Lima, die Hauptstadt Perus. In Lima mit seinem tropischen Wüstenklima herrscht derzeit Sommer, was psychologisch sicher den Glauben an die Erde als „Treibhaus“ befördert. Doch da es sich inzwischen um den 20. Klimagipfel handelt und die Angst vor dem Klimawandel im Schwinden begriffen ist, musste schweres Geschütz aufgefahren werden, auch um die Weichen für „Paris 2015“ zu stellen.
Die UN-Klimagipfel-Konferenzen werden nach ganz bestimmten Ritualen zelebriert und folgen einer wohl durchdachten Aufmerksamkeits-Dramaturgie. Um die Menschheit insgesamt emotional auf die Tragödie „Klimakatastrophe“ einzustimmen, müssen die Klimaregisseure als Produzenten des „Zeitgeistes“ ein Untergangsszenario entwickeln, das alle Menschen gleichermaßen anspricht, aufrüttelt und betroffen macht. Klima-Opfer und Klima-Täter müssen eins werden, sich schuldig fühlen und zur Sühne bereit sein. Die Welt wird eigens dazu in ein globales Theater verwandelt, auf dessen Bühne das Stück „Klima-Apokalypse“ aufgeführt wird. Da es sich um keine Uraufführung handelt, müssen die „Klimaexperten“ wie die Filmproduzenten sich stets neue Reize ausdenken, um das Publikum in einen Zustand permanenter Angststarre zu überführen. Die Angst muss so überwältigend „wirklichkeitsnah“ sein, damit eigenes Denken ausgeschaltet wird und man sich bedingungslos seinen „Klimarettern“ ausliefert.
Die Vorbereitung gleicht einem Trommelwirbel, der das Publikum fasziniert von den Sesseln reißt. Bereits im Vorfeld muss für eine entsprechende Stimmung, für ein „Gänsehaut-Feeling“, gesorgt werden, wie es in der modischen Wettersprache heißt. Daher versammelte sich der Weltklimarat IPCC höchstpersönlich am 2. November 2014 in Kopenhagen, damit dem Lima-Gipfel das Scheitern des Kopenhagen-Gipfels 2009 erspart bliebe. Doch was inszenierte IPCC? Die Angst vor der Zukunft und die Sucht nach dem Augenblick, dem Erhalt des Ist-Zustandes nach dem Motto: Wenn wir wollen, das alles bleibt, wie es ist, dann ist es nötig, dass alles sich ändert! Sind wir zur Änderung nicht bereit, dann drohen schwerwiegende, unumkehrbare Folgen. „Alles, was wir brauchen, ist der Wille zur Veränderung“, so der IPCC-Vorsitzende Rajendra Pachauri, denn „wir haben die Mittel, um den Klimawandel zu begrenzen“.
Wie immer wurden die Medien als Nachrichtentransportvehikel eingespannt. Die Medien erfuhren nichts Neues, sondern nur die Synthese aus drei vorausgegangenen Klimaberichten. Unkritisch verbreiteten sie alles, was ihnen erzählt wurde. Selbst die Neue Zürcher Zeitung schrieb am 2. November 2014 zu den bereits beobachtbaren Auswirkungen: „Treibhausgase legten sich wie eine Glasglocke über die Atmosphäre und verhinderten, dass die Erde Wärme ins All abgibt“. Danach dürfte es jetzt, wo wegen der Vegetationsruhe und der Heizperiode der CO2-Gehalt der Luft steigt, bei nächtlichem Aufklaren keinen Bodenfrost mehr geben. Es dürfte auch keine berührungslosen Temperaturmessungen der Erdoberfläche mittels Wärmebildkameras von Satelliten mehr geben. Doch nichts dergleichen wurde und wird beobachtet! Müssen Journalisten nicht morgens nach klarer Herbstnacht das Eis von ihren Autos abkratzen? Macht sie das nicht stutzig oder haben sie beheizte Tiefgaragen? Wenn nicht sollten sie die Mahnung des SPIEGEL-Chefredakteurs und WELT-Herausgebers Stefan Aust beherzigen, der bei der Verleihung des „Georg-August-Zinn-Preis“ durch die hessische SPD sagte: „Journalismus muss offizielle Versionen hinterfragen, ohne sich dabei in Verschwörungstheorie zu verlieren. Dabei ist Hartnäckigkeit gefragt.“
Doch davon ist in der medialen Wirklichkeit nichts zu spüren. Wenn es um die „Klimapolitik“ geht, sind die Journalisten kritikunfähig. Alles, was an Klimamärchen und Klimadrohungen von den Vereinten Nationen, der Weltbank oder Forschungsinstituten in die Welt hinausposaunt wird, wird wie „Wahrheiten“ behandelt und unkritisch verbreitet. Investigativ-Journalismus scheint es nur zu geben, wenn zur „Jagd auf Personen“ geblasen wird und es um das Aufdecken und Aufspüren von deren Fehlverhalten geht.
Auch die Weltbank mischt sich aktiv in die Klimapolitik ein!
Kaum hatte sich der durch den Weltklimarat erzeugte Sturm im Medienwald gelegt, da meldete sich die Weltbank zu Wort. Doch diese dachte nicht selbst, sondern ließ denken. Die Denkfabrik war das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Es schreib in einer Pressemitteilung „Der neuen Normalität ins Auge sehen“ am 23. November 2014: „Wetterextreme wie Hitzewellen, die bislang ungewöhnliche Ereignisse waren, könnten bald die neue Normalität sein.“
Das PIK war so auf das sommerliche Lima konzentriert, dass es vergaß, dass wir auf der nördlichen Hemisphäre dem Winter entgegen gehen. Wenn „Wetterextreme wie Hitzewellen“ bald die neue Normalität seien, dann gelte dies auch für „Wetterextreme wie Kältewellen“. Dieser Umkehrschluss ist wohl erlaubt. So wird ja auch die Zunahme von Hochwassern wie Dürren stets in einem Atemzug genannt. Und prompt zeigte das Wetter, dass es autonom ist und sich einen Dreck um das Klimagerede kümmert. Doch was hatte das PIK der Weltbank zu bieten? Es war eine Summe von Uralt-Klamotten, im neuen Sprachgewand. Eine gewisse dialektische Kunstfertigkeit kann man dem PIK nicht abstreiten. Da lesen wir: „Die Folgen für die verschiedenen Regionen sind extrem unterschiedlich, … kaum eine Region ist von den Folgen des Klimawandels ausgenommen und das Risiko für die Menschen ist dort am größten, wo mehrere Klimafolgen zusammenwirken.“ Sind Sie nun schlauer?
Doch das PIK zieht noch einen Erkenntnis-Joker aus dem Ärmel: „Risiko-Analyse: Klimafolgen treffen vor allem die Armen der Welt“. Wieder eine nichtssagende Floskel ohne jedweden konkreten Hinweis, wo überall die „Armen der Welt“ wohnen. Diese gibt es nämlich überall, auch in den Industriestaaten. Doch da gibt es keine Armen mehr, nur noch das Prekariat! Und so ruft auch der Direktor des PIK, Hans Joachim Schellnhuber aus: „Dem Klimawandel zu begegnen ist eine Frage der Vernunft, aber auch eine Frage der Gerechtigkeit.“ Welcher Vernunft? Hätten unsere Vorfahren auf den Klimawandel gewartet, um ihm zu begegnen, sie wären längst ausgestorben. Nein, sie passten sich dem Wetterwandel an, soweit es ging. Sie handelten in der Reihenfolge „Sinne – Verstand – Vernunft“. Sie waren lebenstaugliche Pragmatiker, keine idealistischen Theoretiker, und haben sich den natürlichen Randbedingungen, die durch das Wetter bestimmt wurden, geschickt angepasst, wo auch immer sie auf der Welt lebten. Das Wetter kennt keine „Gerechtigkeit“, keine „Gleichheit“, sondern eine in stetem Wandel begriffene Vielfalt! Es gehorcht der „Natur“ und diese wiederum gehorcht nicht dem „Menschen“!
Das Wetter fragte auch nicht den „mächtigsten Mann“ der Welt, den amerikanischen Präsidenten Barack Obama, ob es so früh rund um die Großen Seen einen Wintereinbruch inszenieren und Teile der USA unter meterhohen Schneemassen begraben dürfe. Machen wir ein kleines Rechenspiel und nehmen wir an, dass rund um den Bundesstaat Michigan eine Fläche von 500 000 km2 mit einer Schneedecke von nur 50 cm bedeckt worden sei. Wie viel Energie müsste aufgebracht werden, diesen Schnee zu schmelzen und was würde das kosten?
Nun zur Berechnung: 50 cm Schnee auf einer Fläche von 500 000 km2ergeben 250 Milliarden m3 Schnee. Bei einem mittleren Gewicht von 0,2 kg für Frischschnee ergibt sich ein Gesamtgewicht von 50 Billionen Kilogramm. Zum Schmelzen von 1 kg Schnee sind 80 Kalorien notwendig. Für das Schmelzen des gesamten Schnees sind 4000 Billionen Kalorien nötig. Dem entspricht eine Energie von 4,8 Billionen Kilowattstunden. Nehmen wir nun an, der Preis für eine Kilowattstunde Strom betrage 25 Cent, also 1 € für 4 Kilowattstunden. Man müsste also insgesamt 1,2 Billionen EURO aufbringen, nur um den Schnee „weg zu heizen“. Zum Vergleich: Der Bundeshaushalt 2014 beträgt knapp 300 Milliarden €. Doch das macht das Wetter ganz kostenfrei. Doch dieser Wohltat sind wir uns nicht bewusst! Die Leistungen des Wetters sind nicht bezahlbar und deswegen ist es auch nicht machbar.
Und nun gehen wir noch einen Schritt weiter. Der Schnee fällt ja vom Himmel. Er muss aber zuerst dorthin hochgehoben werden. Das geht nur über die Verdunstung. Und zur Verdunstung von 1 kg Wasser benötigt man 600 Kalorien. Die Verdunstung benötigt das 7,5-fache an Energie, welche das Schmelzen erfordert. Und nun rechnen Sie mal aus, was die Verdunstung kostet! Das aber wäre eine Aufgabe für die Weltbank, um deren Großmannssucht zu dämpfen. Könnte die Menschheit die Energie aufbringen, um pro Quadratmeter der 510 Millionen km2 Erdoberfläche pro Jahr 1000 Liter zu verdunsten? Und könnte sie diese astronomischen Summen auch bezahlen?
„Grüner Klimafonds“ – Geld zum Kampf gegen den Klimawandel?
Angesichts der soeben vorgestellten Zahlen grenzt es schon an bodenlose Einfalt und Torheit, stolz seitens der Politik zu verkünden, dass 10 Milliarden US-Dollar (knapp 8 Milliarden €) bei einer Geberkonferenz in Berlin für den Grünen Klimafonds (GCF) zusammengekommen sind, um ab 1. Januar 2015 dem Klimawandel Einhalt zu gebieten. Mit diesem Geld soll der „GCF“ Projekte finanzieren, mit denen der Klimawandel verlangsamt werden soll. Sollen damit Beruhigungspillen gekauft werden, um über eine Verlangsamung des Klimawandels das Wetter einzuschläfern und so Wetterextreme zu verringern? Deutschland hat für diesen Klimafonds Zuschüsse in Höhe von 750 Millionen Euro zugesagt, wie die Allgemeine Zeitung Mainz am 21. November 2014 („Geld im Kampf gegen den Klimawandel“) berichtet.
Aus allen Ecken klingen die Klima-Gebetsmühlen. So klagt der Chef des in Bonn ansässigen UN-Umweltprogramms UNEP, Achim Steiner: „Andauernde Emissionen von Treibhausgasen werden zu einem noch wärmeren Klima führen und dem verheerenden Effekt des Klimawandels verschlimmern.“ An Klimarettern mangelt es nicht. Hier glaubt jeder, sich mit Nichts qualifizieren zu können, wenn er nur laut medienwirksam ruft: „Ich will mehr!“ Genauso machten es die sieben Ministerinnen und Minister für Umwelt und Energie der Länder Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bremen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen. Sie glaubten „Klimaschutz-Lücken“ im Aktionsprogramm Klimaschutz 2020 und im Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz entdeckt zu haben und fordern die Bundesregierung auf, beide Entwürfe, die am 3. Dezember 2014 im Bundeskabinett verabschiedet werden sollen, mit noch „wirkungsvolleren Maßnahmen“ auszustatten.
Bei Licht betrachtet sind alles nur hohle Phrasen und leere Worte, die nichts am Wetter und seinem Wandel ändern werden. Es ist ein politischer Schaukampf, bei dem Jeder Jeden mit wohl klingenden Phrasen übertrumpfen will, um als besserer Klimaschützer da zu stehen. Den Gipfel an klimapopulistischem Verhalten erklomm Bundesumweltministerin Barbara Hendricks mit ihrer Kampagne „Zusammen ist es Klimaschutz“, die sie ausgerechnet am 11. November 2014 vorstellte und mit einem Etat von 1,5 Millionen Euro ausstattete. Ihre zentrale Botschaft an die „junge, internetaffine Jugend“ ist: „Klimaschutz braucht alle. Jeder kann seinen Beitrag leisten. Schon ganz einfache Dinge können helfen. Getreu der Devise: Zusammen ist es Klimaschutz.“
Barbara Hendricks Verhalten entspricht dem, was Herrmann Lübbe bereits 1987 in seinem Buch „Politischer Moralismus – Der Triumph der Gesinnung über die Urteilskraft“ beschrieb. Er konstatierte, dass die Neigung zum „Öko-Terror“ wächst. War diese Neigung damals noch auf die „Grünen“ beschränkt, so hat sie heute alle Parteien infiziert, so dass diese zwar konkurrierend aber doch gemeinsam an der Zunahme des „Öko-Terrors“ arbeiten, zu Lasten aller Bürger, denn diese sind schicksalshaft in das Parteiensystem eingebunden. Noch triumphiert die Gesinnung, der Wille zum Klimaschutz, über die Urteilskraft, die sich dem Verstand gehorchend der Übermacht des Wetters beugt und in dem wirksamen Schutz vor dem Wetter und seinen Unbilden den wirksamsten Lebensschutz sieht.
Richten wir in Zukunft unsere Klimawünsche an das Wetter. Vielleicht erbarmt es sich unser!
Empfehlung von Professor Dr. Hans Joachim Schellnhuber an COP20!
Zum am 1. Dezember beginnenden UN-Weltklimagipfel in Lima gab das PIK am 28. November 2014 folgende Empfehlung ihres Chefs heraus: „Zwei große Herausforderungen bestimmen das 21. Jahrhundert – die Gefahr katastrophalen Klimawandels und die unerträgliche Kluft zwischen den Reichen und den Armen der Welt. Diese größten Herausforderungen für den Frieden sind eng miteinander verbunden. Klimafolgen wie zunehmend verheerende Wetterextreme, regionale Wasserknappheit oder Missernten treffen jene am härtesten, die am wenigsten Mittel haben, dies alles zu bewältigen. Ohne ein Mehr an globaler Gerechtigkeit kann der Klimawandel nicht eingedämmt werden; und umgekehrt kann ohne die Reduktion der Treibhausgase keine Gerechtigkeit geschaffen werden. Die Stabilisierung des Klimas und die Bekämpfung der Armut sind im Wesentlichen ein und dasselbe.“
O heilige Einfalt! Glaubt der Chef des PIK, dass ohne CO2-Emissionen die Wüsten und Halbwüsten dieser Erde verschwinden und bei Temperaturen von überall 15 Grad überall 1000 mm Regen niedergehen? Da zitiere ich lieber die Genesis, 8:22: „So lange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“ Unsere Vorfahren waren klug, sich an diesen Randbedingungen zu orientieren!

Oppenheim, den 28. November 2014
Diplom-Meteorologe Dr. phil. Wolfgang Thüne

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