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Können Planer alles? – Störfaktor Mensch – Performance Gap

Das ambivalente Verhältnis von Mensch und Gebäudetechnik
verdeutlicht eine aktuelle Studie zum Hunziker-
Areal in Zürich.8,9 Das 2000-Watt-Leuchtturmprojekt
«mehr als wohnen» umfasst 13 Häuser, die mit unterschiedlichen
Lüftungssystemen ausgestattet wurden –
neun mit Abluftanlagen und vier mit Komfortlüftungsanlagen
mit Zu- und Abluft, davon zwei mit zentralem
und je eins mit dezentralem beziehungsweise mit Verbundlüftungssystem.
Beim Monitoring nach Fertigstellung
des Areals zeigte sich im ersten Betriebsjahr,
dass jene Häuser, die mit einer Komfortlüftungsanlage
(Zu- und Abluftsystem mit Wärmerückgewinnung)
ausgestattet sind, signifikant – um mindestens das
Doppelte – mehr Heizwärme verbrauchen, als zuvor berechnet
worden war (Abb. S.29). Zudem ist der Stromverbrauch
für die Lüftung bei diesen Gebäuden höher
als bei den übrigen Häusern. Die anderen neun Gebäude
auf dem Areal, bei denen nur Abluftanlagen inklusive
Aussenluftdurchlässen eingebaut wurden, weichen
weniger vom Planungswert ab.

Auf ihr Komfortempfinden angesprochen, erklärten
20 % der befragten Bewohner der Gebäude mit
zentralen Zu- und Abluftanlagen, die Luftqualität in
ihrer Wohnung sei schlecht bis sehr schlecht. Rund 10 %
klagten über Zugluft, während bei den Gebäuden mit
Abluft und Aussenluftdurchlässen fast 40 % der Befragten
häufig oder immer Zugluft spürten.

Quelle:
Gebäudetechnik-Kongress: Können Planer alles?
INTELLIGENT BAUEN
Störfaktor Mensch
Mit viel Technik die Welt retten: Dieser Glaube ist im Schweizer
Bauwesen stark ausgeprägt. In der Praxis zeigt sich aber ein ambivalentes
Verhältnis zwischen Nutzerinteressen und Gebäudetechnik. Differenzen
sind vorprogrammiert, wenn Planer die Bedürfnisse des Gebäudenutzers
den Energie- und Klimazielen der Gesellschaft unterordnen.
Text: Viola John
TEC21 51–52/2017
Seite 26 ff.


Grafiktext: Komfortlüftung und Nutzerverhalten lassen sich schlecht miteinander vereinbaren: Bereits wenige Fenster auf Kippstellung führen bei Gebäuden auf dem Hunziker-Areal in Zürich zu einem mindestens doppelt so hohen Heizwärmeverbrauch wie berechnet. Die Grafik zeigt den Heizwärmebedarf und -verbrauch ohne Klimakorrektur, von Juni 2015 bis Mai 2016 (Komfortlüftung bei A, B, F, I).

Artikel zugesandt von Paul Bossert.
Und dazu eine Grafik, Quelle: lemon Consult.
Thema: Performance Gap.

Tipp: es lohnt sich zu googeln. Erstaunlich, was man alles findet.
Aber, was solls, das ist in der Schweiz.
Im Vorreiterland sparen wir uns kaputt.

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