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Oh! Immobilienprofis erwarten Ende des Booms

Erstmalige Veröffentlichung des Immobilien-Konjunktur-Indexes von Immowelt / Erhebung seit 2011: differenziertes Bild des aktuellen Immobilienbooms / Stimmungsabkühlung seit 2017: Makler sehen Zyklusende nahen / Preisrallye: In deutschen Großstädten steigen die Immobilienpreise in den ersten 3 Quartalen 2018 noch einmal stark an

Nürnberg, 25. Oktober 2018. Mit dem Immobilien-Konjunktur-Index (IKI) präsentiert die Immowelt AG die Ergebnisse eines lang angelegten Forschungsprojekts. Bereits seit 2011 werden die Stimmung und Erwartungen unter deutschen Immobilienprofis erhoben und ausgewertet. Damit ergibt sich ein breites Bild des aktuellen Wohnimmobilienbooms – der aus Sicht der Befragten in absehbarer Zukunft wahrscheinlich auslaufen wird: Mit 100,1 Punkten (Stand 3. Quartal 2018, Basisjahr 2016: 100 Punkte) notiert der Index zwar solide. Dieser Stand erklärt sich aber vor allem durch die aktuelle Situation, die mit 102,3 Punkten bewertet wird. Die Erwartungen der Immobilienprofis für die kommenden Monate liegen hingegen bei 98,0 Punkten. Zum Vergleich: Den bisherigen Höchststand erreichten die Geschäftserwartungen im IKI Anfang 2012 mit 111,5 Punkten.

Mangelndes Angebot treibt den Boom
Bemerkenswert ist, dass die seit Jahren anhaltende Hochphase im Immobilienbereich aus Sicht der Befragten vor allem vom mangelnden Angebot bestimmt wird. Am Angebotsklima kann über die Jahre das Abschmelzen des Wohnimmobilienbestandes und der schleppende Neubau nachverfolgt werden: Anfang 2012 notierte der Angebotsindex im IKI bei 118,3 Punkten. Der bisherige Tiefststand wurde Ende 2015 mit 96,4 Punkten erreicht. Die steigenden Baugenehmigungs- und Baufertigstellungszahlen seitdem haben das Angebotsklima wieder auf solide 102,4 Punkte steigen lassen. Die Immobilienprofis erkennen also eine Verbesserung aufseiten des Angebots, während die Nachfrage bei 97,3 Punkten und somit leicht unter dem sehr guten Wert von 2016 verharrt. Da der Immobilienmarkt naturgemäß nur träge reagiert, scheint sich nach den Jahren ohne nennenswerte Zuwächse auf der Angebotsseite das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage langsam zu stabilisieren.

Preisrallye zum Zyklusende?
Seit Mitte 2015 sind Fragen zur Preisentwicklung Teil des Index-Fragebogens, die entsprechenden Werte bewegen sich dabei seitwärts, mit einer Spitze im Jahresverlauf 2016. Seit 2017 ist ein leichter Rückgang der Indexwerte zu beobachten, was sich mit der Einschätzung vieler Marktakteure deckt, dass die Zeit der großen Preissprünge dem Ende zugeht. Sowohl bei Kauf- als auch bei Mietimmobilien zeigt der Immobilien-Konjunktur-Index eine nahende Plateauphase. Dabei kann es sich um Unglauben unter den Befragten handeln, dass Wohnimmobilien in Deutschland tatsächlich noch teurer werden könnten – eine Preisrallye zum Ende des Booms erwarten die Makler demnach eher nicht. Aktuelle Marktzahlen zeigen jedoch, dass viele Anbieter derzeit mit sehr hohen Angebotspreisen auf den Markt drängen: Im Jahresvergleich der ersten drei Quartale 2017 und 2018 zeigen sich in den meisten deutschen Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern Steigerungsraten von 9 Prozent oder darüber.

Regelmäßige Berichte jedes Quartal
Nach der erstmaligen Veröffentlichung wird der Immobilien-Konjunktur-Index zukünftig quartalsweise als Bericht auf immowelt-research.de kostenlos veröffentlicht. Bei ungewöhnlichen Entwicklungen werden die reinen Ergebnisdarstellungen durch analytische Einordnungen begleitet. Ein Jahresbericht steht mit Beginn des jeweiligen Kalenderjahres zur Verfügung.

Methodische Hinweise
Der Immobilien-Konjunktur-Index von Immowelt ist ein Indikator für die Stimmungslage in der Immobilienwirtschaft und bildet, wie andere Konjunktur-Indizes auch, das Verhältnis zwischen Lageeinschätzung (letzte drei Monate bis Befragungszeitpunkt) und Zukunftserwartungen für die folgenden sechs Monate ab. Zusätzlich werden Teilindizes für das Angebot und die Nachfrage bei Wohnimmobilien gebildet. Nicht Teil des Gesamtindexes sind Lageeinschätzung und Erwartung zur Preisentwicklung bei Miet- und Kaufimmobilien. Die Befragung findet im Immobilien-Professional-Panel statt, das von der Immowelt AG betrieben wird.

Ausführliche Ergebnisgrafiken und Tabellen stehen hier zum Download zur Verfügung.

Den ausführlicheren Bericht zum Immobilien-Konjunktur-Index können Sie hier herunterladen.

Quelle:
Immowelt-Pressemitteilung, 25. Oktober 2018
Immowelt präsentiert den Immobilien-Konjunktur-Index: Immobilienprofis erwarten Ende des Booms

  1. 06.02.2019 um 19:14

    Immowelt-Prognose für 2030: Immobilien-Aufschwung geht weiter – Preissteigerungen von bis zu 62 Prozent

    Die Immowelt-Prognose zeigt, wie sich die Kaufpreise von Eigentumswohnungen bis 2030 entwickeln: Sowohl in Berlin als auch in München (jeweils +60 Prozent) steigen die Preise bis 2030 weiter stark an / Das größte Plus gibt es in Hannover (+62 Prozent) – Anstiege von über 55 Prozent in Nürnberg, Bremen und Stuttgart / Leipzig und Dresden sind weiter im Aufschwung, Essen und Dortmund bleiben günstig

    Nürnberg, 29. Januar 2019. Die Preissprünge bei Eigentumswohnungen gehen weiter, wenngleich sie etwas geringer ausfallen als in der Vergangenheit. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Immowelt-Kaufpreis-Prognose. Demnach verteuern sich Immobilien in Berlin bis 2030 um 60 Prozent. Eine Eigentumswohnung in der Hauptstadt kostet dann im Median 6.190 Euro pro Quadratmeter, aktuell sind es 3.870 Euro. Die große Attraktivität sorgte bereits in den vergangenen Jahren dafür, dass die Preise für Wohnen explodiert sind. Auch im kommenden Jahrzehnt wird sich diese Entwicklung fortsetzen – insbesondere da Berlin verglichen mit anderen Metropolen preislich von einem weitaus niedrigeren Niveau kommt.

    Auch in der teuersten deutschen Großstadt München geht es weiter bergauf. Dort erhöhen sich die Kaufpreise bis 2030 um 60 Prozent. Dabei knackt die bayerische Landeshauptstadt laut der Immowelt-Prognose die 11.000-Euro-Marke bei den Quadratmeter-Preisen. Wie weit die Preise in München denen anderer Städte enteilen, zeigt der Vergleich mit Frankfurt. In der zweitteuersten Stadt zahlen Immobilienkäufer Im Jahr 2030 Quadratmeterpreise von 7.080 Euro und damit mehr als 4.000 Euro weniger als in München. Oder anders ausgedrückt: München ist schon jetzt so teuer, wie Frankfurt es in 11 Jahren sein wird. Gleiches gilt für Hamburg (6.520 Euro) und Stuttgart (6.320 Euro).

    Für die Prognose wurden die Preise von Eigentumswohnungen bis 2030 vorausberechnet. Berücksichtigt wurde dabei die Entwicklung von Bevölkerung, Verbraucherpreisindex und Baupreisindex. Zudem wurde ein Zinssatz von 3 Prozent für Wohnbaukredite angenommen.

    Geringere Preissprünge als in der Vergangenheit
    Dass sich die Preisspirale aber langsamer dreht, zeigt der Vergleich zu 2008. In den vergangenen 10 Jahren haben sich in einigen Großstädten die Preise mehr als verdoppelt: München weist ein Plus von 141 Prozent auf, Berlin 140 Prozent. Die kommenden Veränderungen fallen deutlich geringer aus, da in vielen Märkten ein Sättigungseffekt eintritt. Ein weiterer Grund für die abflachenden Preiskurven ist, dass die Zinsen in den nächsten Jahren wahrscheinlich wieder steigen werden. Folglich rücken verstärkt andere Anlagemöglichkeiten in den Fokus von Investoren und für Privatpersonen werden Finanzierungen von Immobilien schwerer zu realisieren sein.

    Stärkster Anstieg in Hannover
    Der größte Preissprung aller untersuchten Städte wurde für Hannover berechnet. Wohneigentum kostet dort dann laut der Prognose von Immowelt 62 Prozent mehr als heute. Ursache für den Aufstieg ist die wirtschaftlich gute Lage und das damit verbundene große Arbeitsplatzangebot. Allein von Ende 2012 bis Ende 2017 stieg die Einwohnerzahl um 4 Prozent. Bis 2030 geht die niedersächsische Landeshauptstadt von 20.000 Neu-Hannoveranern aus. Der höhere Nachfragedruck nach Wohnraum wirkt sich folglich auf die Preise aus. Neben Hannover verzeichnen auch Nürnberg (+58 Prozent) und Bremen (+57 Prozent) bis 2030 starke Anstiege.

    Der Osten im Kommen, kaum Veränderung im Ruhrgebiet
    Nicht ganz so groß ist das Plus in den ostdeutschen Großstädten. Dennoch ist die Entwicklung von Leipzig und Dresden positiv. Beide ostdeutschen Großstädte befanden sich 2008 noch auf einem sehr niedrigen Preisniveau. Seitdem erfreuen sich beide Städte steigender Attraktivität. Die Folge: Wohneigentum wird teurer. Bis 2030 sind daher Preise von 2.920 Euro in Dresden und 2.510 Euro in Leipzig realistisch. Das sind 38 beziehungsweise 40 Prozent mehr als jetzt.

    Während der Immobilienboom in zahlreichen deutschen Großstädten die Preise nach oben getrieben hat, ist er an Dortmund und Essen größtenteils vorbeigezogen. In beiden Ruhrpott-Metropolen haben sich die Kaufpreise seit 2008 kaum verändert. Auch in Zukunft sind dort keine großen Sprünge zu erwarten. Aktuell kosten Eigentumswohnungen in beiden Städten rund 1.400 Euro pro Quadratmeter, 2030 sind es gut 1.700 Euro. Das gleicht gerade einmal die Inflation im selben Zeitraum aus, wenn man von einer Steigerung von 2 Prozent pro Jahr ausgeht. Im Gegensatz zu München oder Berlin, die aufgrund ihrer großen Attraktivität immer mehr Menschen anziehen, hatten die beiden Städte lange mit den Folgen des Strukturwandels zu kämpfen. Nach jahrelanger Abwanderung steigen inzwischen die Einwohnerzahlen konstant an.

    Ausführliche Ergebnisgrafiken und Tabellen zur Immowelt-Kaufpreis-Prognose können hier heruntergeladen werden.

    Eine druckfähige Grafik steht hier zum Download bereit.

    Methodik:
    Für die Prognose der Kaufpreise 2030 in den 14 größten deutschen Städten wurde die Entwicklung folgender Parameter auf Grundlage des Basisjahres 2015 berücksichtigt:
    • Bevölkerungsentwicklung, woraus die Nachfrage abgeleitet wurde
    • durchschnittlicher Zinssatz pro Quartal
    • Verbraucherpreisindex
    • Baupreisindex

    Weiterführende Informationen zur Methodik der Immowelt-Kaufpreis-Prognose stehen hier bereit.

    Berechnungsgrundlage:
    Datenbasis für die Berechnung der Immowelt-Kaufpreis-Prognose in den 14 größten deutschen Städten waren alle auf immowelt.de inserierte Angebote. Die Preise sind jeweils Angebots-, keine Abschlusspreise. Die Preise geben jeweils den Median der zwischen 2008 und 2018 angebotenen Wohnungen wieder. Der Median ist der mittlere Wert der Angebotspreise.

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