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Und der Strompreis steigt und steigt und steigt

BDEW zur heutigen Bekanntgabe der EEG-Umlage 2019:
Trotz gesunkener EEG-Umlage keine Entlastung bei Strompreisen zu erwarten
Strom-Beschaffungskosten steigen deutlich / Verbraucher bei Steuern und Abgaben entlasten

„Es ist erfreulich, dass die EEG-Umlage im kommenden Jahr sinkt. Dennoch ist leider nicht mit einer Entlastung der Stromkunden zu rechnen. Nicht die EEG-Umlage ist in diesem Jahr der Preistreiber, sondern deutlich gestiegene Kosten für die Beschaffung von Strom. Auch bleibt die Steuer- und Abgabenlast insgesamt auf einem historisch hohen Niveau. Durchschnittlich 54 Prozent der Strompreise bestehen aus Steuern, Abgaben und Umlagen“, sagte Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung heute in Berlin. Zahlten die Unternehmen für das Lieferjahr 2017 an der Energiebörse noch durchschnittlich 30 Euro für eine Megawattstunde Strom, mussten sie in diesem Jahr mehr als 50 Euro bezahlen. Auch die Preise für die CO2-Zertifikate haben sich in den vergangenen 12 Monaten mehr als verdreifacht.

Während die EEG-Umlage 2019 um 0,387 Cent pro Kilowattstunde sinken wird, steigt im Steuer- und Abgabenblock die sogenannte Offshore-Netzumlage um 0,379 Cent. Unter der Bezeichnung Offshore-Haftungsumlage betrug sie zuletzt 0,037 Cent (2019: 0,416 Cent/kWh). Das bedeutet eine Verzehnfachung. „Wir haben es jedoch hier nicht mit einer Verzehnfachung der Kosten für den Ausbau der Windenergie in Nord- und Ostsee zu tun“, so Kapferer. Die Offshore-Haftungsumlage bepreiste lediglich Spezialfälle, wie beispielsweise Verspätungen beim Anschluss eines Windparks. Die übrigen Kosten wurden über die Übertragungsentgelte abgewickelt. Die künftige Offshore-Netzumlage enthält nun zusätzlich auch die Kosten für die Netzanbindung von Offshore-Windparks.

„Betrachtet man die Strompreisentwicklung der letzten zehn Jahre, ist eines auffällig: Profiteur ist der Bundesfinanzminister“, so Kapferer. Über 54 Prozent des Strompreises für Haushaltskunden sind staatliche Steuern, Abgaben und Umlagen. Den Unternehmen bleibt kaum Spielraum: Nur noch gut 20 Prozent des Endkundenstrompreises sind von den Lieferanten direkt beeinflussbar. Um die Verbraucher zu entlasten fordert der Verband, die Stromsteuer auf das europarechtlich zulässige Minimum zu senken sowie die besondere Ausgleichsregelung für die Industrie bei der EEG-Umlage über Steuern zu finanzieren.

Quelle: BDEW, 15.10.2018

Aktuelle Diskussion über steigende Großhandelspreise für Strom:
Kapferer: Für mehr Klimaschutz müssen Steuern und Abgaben auf Strom massiv gesenkt werden

Finanzminister kassiert 13,5 Milliarden Euro über Energiebesteuerung / Steuer- und Abgabenlast hat sich für Verbraucher seit 1998 vervierfacht
Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) fordert das Bundesfinanzministerium auf, konkrete Schritte zur Senkung der massiven Steuer- und Abgabenlast auf Strom in Angriff zu nehmen. „Der bisherige Profiteur der Kostensteigerungen für Strom ist häufig der Bundesfinanzminister. Während der Stromverbrauch zwischen 2000 und 2018 nur um fünf Prozent gestiegen ist, haben sich in derselben Zeit die Einnahmen aus der Strom- und Umsatzsteuer auf inzwischen über 13,5 Milliarden Euro mehr als verdoppelt“, sagte Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung, heute in Berlin.

„Das Produkt Strom muss wettbewerbsfähig gegenüber fossilen Brennstoffen werden. Das ist die Voraussetzung, damit die Sektorkopplung – also die Nutzung von Strom auch im Wärmemarkt und im Automobilsektor – zügig realisiert werden kann. Das wiederum ist eine Grundvoraussetzung dafür, um auch in diesen Bereichen mehr CO2 einzusparen“.

Kurzfristig noch wichtiger sei allerdings ein anderer Grund: „In den kommenden Monaten soll die Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ einen Vorschlag zur Reduktion der Kohleverstromung vorlegen. Hier ist vieles zu beachten: Die wirtschaftliche Lage in den betroffenen Regionen und die Versorgungssicherheit sind nur zwei Beispiele. Aber machen wir uns nichts vor: Jeder Vorschlag wird nur Akzeptanz finden, wenn er nicht zu einer drastischen Verteuerung von Strom für die Verbraucher und Unternehmen führt.“

Jeder Eingriff in den derzeitigen Strommarkt wird dazu führen, dass kostengünstige Erzeugungskapazitäten teilweise durch teure Neuinvestitionen ersetzt werden müssen. Zudem sind an der Strombörse bereits heute die Auswirkungen steigender CO2-Preise zu erkennen. Eine Entwicklung, die im kommenden Jahr bei den Verbrauchern ankommen wird.

„Dem zu erwartenden Anstieg der Strompreise muss mit einer Entlastung bei den staatlichen Abgaben entgegengewirkt werden. Zumal sich der Anteil der Steuern, Abgaben und Umlagen seit 1998 nahezu vervierfacht hat, während der Preis für das eigentliche Produkt Strom gerade einmal um 3 Prozent gestiegen ist. Kein Wunder, dass Privathaushalte in Deutschland die höchsten Strompreise in der Europäischen Union tragen müssen, wenn der Staat so ungeniert zugreift.“

Ein ähnliches Bild biete sich für Industriebetriebe, die aus der Mittelspannung versorgt werden. Auch hier sei eine rückläufige Preisentwicklung nach der Liberalisierung durch den Anstieg der staatlichen Belastungen konterkariert worden. Habe der Anteil der staatlich veranlassten Preisbestandteile 1998 bei zwei Prozent gelegen, so seien es heute 48 Prozent.

„Daher ist völlig klar: Mehr Klimaschutz durch eine weitere Reduktion der Kohleverstromung muss einher gehen mit einer Senkung der Stromsteuer und/oder einer Finanzierung der Besonderen Ausgleichsregelung im EEG aus Steuermitteln. Durch beide Maßnahmen könnte die Steuer- und Abgabenlast auf Strom immerhin um bis zu 3,65 Cent je Kilowattstunde sinken“, so Kapferer.

Hinweis:
Der Text basiert auf einem Gastartikel, der zuerst bei Handelsblatt- Online erschienen ist.
Quelle: BDEW, 26.09.2018

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Kategorien:Abzocke Schlagwörter: ,
  1. 29.10.2018 um 14:19
    1. Okt. 2018
      Zahl der Woche:
      Zahl der Woche / Strompreise: Um 110 Prozent…
      …sind die Steuern, Abgaben und Umlagen seit 2006 gestiegen
      In den vergangenen Jahren haben Steuern, Abgaben und Umlagen auf den Strompreis deutlich zugenommen. Seit 2006 stieg die Abgaben-, Umlagen- und Steuerbelastung für alle Stromkunden um 110 Prozent. Mehr als 35 Milliarden Euro zahlen Verbraucher hierfür im Jahr 2018. Der Anteil der staatlichen Abgaben am Haushaltskunden-Strompreis beträgt inzwischen 54,2 Prozent. Die Netzentgelte haben einen Anteil von durchschnittlich 24,7 Prozent, Strombeschaffung und Vertrieb schlagen mit 21,1 Prozent zu Buche.

    Während der Stromverbrauch zwischen 2000 und 2018 nur um fünf Prozent gestiegen ist, haben sich in derselben Zeit die Einnahmen aus der Strom- und Umsatzsteuer auf inzwischen über 13,5 Milliarden Euro mehr als verdoppelt. Der bisherige Profiteur der Kostensteigerungen für Strom ist somit häufig der Bundesfinanzminister.

    Dem zu erwartenden Anstieg der Strompreise muss aus Sicht des BDEW mit einer Senkung der staatlichen Abgaben entgegengewirkt werden. Um die Verbraucher zu entlasten fordert der Verband, die Stromsteuer auf das europarechtlich zulässige Minimum zu senken und die besondere Ausgleichsregelung für die Industrie bei der EEG-Umlage über Steuern zu finanzieren.

    Zur Grafik: Entwicklung der Strompreise: Steuern, Abgaben und Umlagen
    https://www.bdew.de/presse/weitere-pressegrafiken/entwicklung-der-strompreise-steuern-abgaben-und-umlagen/

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  2. 23.10.2018 um 12:12

    PRESSEMITTEILUNG 7/2018

    Politischer Kohlenausstieg kostet 100 Milliarden Euro und gefährdet nachhaltige Strukturentwicklung
    Klimaschutz muss soziale und regionale Verantwortung berücksichtigen – Schneller Kohlenausstieg kostet mindestens 100 Milliarden Euro
    Berlin (23.10.2018) – Ein durch den Klimaschutzplan 2050 politisch forcierter Ausstieg aus der Braunkohle mit einem vorzeitigen Abschalten von Kraftwerken schon in den kommenden Jahren vernichtet bis 2025 mindestens 36.000 hochqualifizierte Arbeitsplätze, bis 2030 werden rund 50.000 Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren. Ein übereilter Ausstieg aus der Braunkohle gefährdet damit nach Ansicht von Dr. Helmar Rendez, dem Vorstandsvorsitzenden des Deutschen Braunkohlen-Industrie-Vereins (DEBRIV), einen erfolgreichen und langfristig angelegten Strukturwandel in den Braunkohlenregionen. Seine Kritik gründet Rendez auf eine jetzt vorgelegte Untersuchung des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln.
    Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) hat im Auftrag des DEBRIV die Folgen des Ende 2016 von der Bundesregierung verabschiedeten Klimaschutzplans 2050 und eines vorzeitigen Kohlenausstiegs untersucht und dabei insbesondere die Konsequenzen für den Strukturwandel in den Braunkohlenregionen in den Blick genommen.
    Die Studie zeigt, dass schon aufgrund der heute geltenden Klimaschutzvorgaben die betroffenen Regionen vor erheblichen Herausforderungen stehen.
    „Wer jetzt noch national draufsatteln und das Aus für die Kohle schneller will, nimmt verheerende Strukturbrüche billigend in Kauf“, sagte der DEBRIV-Vorstandsvorsitzende anlässlich der Vorstellung der Studie.
    Im Vergleich mit der bereits durch den europäischen Emissionshandel vorgegebenen Reduzierung der Stromerzeugung aus Braunkohle würde ein durch nationale Maßnahmen beschleunigter Rückgang der Kohlenverstromung erhebliche Zusatzkosten verursachen, errechnete das IW in seiner Untersuchung. Im Zeitraum von 2020 bis 2040 verursacht ein schneller Kohlenausstieg Mehrkosten in Höhe von fast 100 Milliarden Euro, so das IW. Diese Abschätzung berücksichtigt aber weder regionale Strukturbrüche, noch Versorgungsengpässe mit Stromausfällen oder Kosten durch verkürzte Laufzeiten von Kraftwerken und anzupassende Genehmigungen für die Tagebaue. Die Konsequenzen für die Arbeitsplätze in der Industrie, die unter steigenden Strompreisen leiden wird, kämen noch hinzu, wurden in dieser Studie aber nicht betrachtet.

    Die Analyse der Strukturwandelvoraussetzungen in den einzelnen Revieren zeigt, dass es kurzfristig keine Strukturen gibt, die einen schnellen Kohlenausstieg auffangen können. „Daran ändern auch die in Aussicht gestellten finanziellen Zuschüsse des Bundes wenig. Geld allein kauft keine Zukunft. Die bestehenden Strukturen werden weder im Hinblick auf die Beschäftigung noch hinsichtlich der Wertschöpfung innerhalb der nächsten zehn Jahre einen Beitrag leisten können, der die heutigen Beiträge der Braunkohlenwirtschaft in den Regionen ersetzen kann“, erklärte der DEBRIV-Vorstandsvorsitzende und stellte fest, dass sich auch mit zusätzlichen Finanzmitteln der Strukturwandel nicht beliebig beschleunigen lässt. Mit der aktuellen Studie hat der DEBRIV einen wichtigen Beitrag zur Versachlichung der Diskussion geliefert.

    Weitere detaillierte Ergebnisse, die dringend notwendig sind für die weitere politische Diskussion sowie die komplette Studie finden sich unter
    https://www.iwkoeln.de/studien/gutachten/beitrag/roman-bertenrath-cornelius-baehr-thilo-schaefer-strukturwandel-in-den-braunkohleregionen.html.

    DEBRIV – Bundesverband Braunkohle
    Auenheimer Str. 27
    50129 Bergheim
    T +49 (0)2271 99577 (0)
    F +49 (0)2271 99577 18

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  3. 21.10.2018 um 07:41

    Logisch. Strom ist der universellste Energieträger und damit quasi unverzichtbar.
    Die einseitige Monopolstellung der Anbieter unterstützt die jeweilige Regierung mit zusätzlichen Steuern und Abgaben.
    Besser lässt sich Geld von Wehrlosen/Ahnungslosen nicht holen/ schöpfen 😉

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