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Dämmstoffe: die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit

Beim HaustechnikDialog scheint die Dämmstofflobby, die sich seit 2016 etwas zurückgehalten hat (man kennt das: Merkeln = aussitzen, bis Gras über die Sache wächst: Fassadenbrände, Sondermüll, mehr Kosten als Nutzen, Biozide in Putz und Farbe) ein Hohelied über die segensreichen Dämmstoffe bestellt zu haben. „Dämmung – Fluch oder Segen “ wird der Spaß genannt. Schade nur, dass man nicht darüber lachen kann. Z.B. kann man sich bei den gruseligen Ausführungen zum berühmt-berüchtigten U-Wert aussuchen, ob man mitleidig oder wütend sein soll. Wütend, weil man sich für dumm verkauft vorkommt:

„U-Wert wichtig
Eine 25 cm dicke Betonwand schafft 3,3 W/(m²·K). Eine gute, alte Mauerziegelwand von gleicher Stärke kommt schon auf 1,5 W/(m²·K). Das zeigt uns, dass die gute alte Bauweise schon mal sehr, sehr viel dämmender oder wärmeenergieeffizienter war als unser heutiges Setzen auf Stahlbeton und Co. Dämme ich nun die Betonwand mit 8 cm Hartschaumstoff, fällt der U-Wert auf 0,44 W/(m²·K). Bei der Mauerziegelwand fiele er auf 0,41 W/(m²·K).“

Eins stimmt: in der U-Wert-Theorie ist der U-Wert wichtig. In der Praxis ist er nur ein Wert von mehreren und schon gar nicht die alles bestimmende Kenngröße. Dazu kommt, dass der ganze U-Wert-Berechnungs-Hokuspokus auf willkürlichen, unwissenschaftlichen und wissentlich falschen Berechnungsmethoden beruht. Dass der ganze Un- und Irrsinn in DIN Normen gefasst wurde, macht es nicht besser. DIN Normen sind ein Instrument der Industrie, Normen zum Wärmeschutz sind ein Umsatzgenerator für die Dämmstoffindustrie. Den Rest besorgen die Lakaien in Parlament und Ministerien.

Zurück zu den Rechenbeispielen, die sich ein pfiffiger Redakteur bei Haustechnik Dialog für Otto Doof ausgedacht hat. Alle mal die Hand heben, die in einem Haus mit 25 dicken ungedämmten Betonwänden wohnen. Und nun alle, die in einem Haus mit 25 dicken ungedämmten Ziegelwänden wohnen. Danke, das war’s. Das kommt bei Rechenbeispielen immer gut, wenn man sie aus dem LaLa-Land herholt. Dass der Bestand durch 36,5 cm Ziegelwände geprägt ist, drauf gepfiffen. Zahlenspielereien sind gefragt. Wie wäre es mit 3 cm dicken Wänden aus Stahl?

Klar, bei 77,5 cm dicken Wänden, wie in vielen Erdgeschossen, fällt die Zahlenspielerei nicht so grandios aus. Aber wenn man Otto Doof denselben Blödsinn immer wieder um die Ohren haut, glaubt er irgendwann daran. Er glaubt sogar, dass er etwas davon versteht. Das nennt man Gehirnwäsche und das hat Methode in Dummerland, wo die Otto Doofs millionenfach drauf hereinfallen. Da interessiert die Praxis wenig. Selbst ein immer mal wieder empirisch belegtes Kosten-Nutzen-Verhältnis von 10:1 (10 EUR Ausgaben für 1 EUR Einsparung) ist nicht dazu angetan, die Lügerei und Euphorie zu zügeln.

Vorschau: vermutlich werden wir demnächst mit folgenden Themen beglückt:
– keine Brandgefahr (zumindest im Norm Test)
– kein Sondermüll (zumindest per Definition)
– keine Umweltbelastung (Stichwort: fungizid und algizid eingestellt)
– wahnsinnig hohe Energieeinsparungen (es ist wahr, der Experte hat es vorgerechnet, ein diesbezüglicher Artikel folgt in Kürze, am 08.09.)

Fazit und Prognose: der Irrsinn geht ungebremst weiter,
denn Otto Doof will verscheißert und über den Tisch gezogen werden.

Mögliche Einsparpotenziale bei verschiedenen Dämmmaßnahmen.
Bild: www.co2online.de

Man beachte: co2online ist alles andere als ein Dämmstoffkritiker.
Die Grafik mit den Einsparpotenzialen ist aus 2014.
Halbwegs reale Einsparpotenziale wurden hier bereits aufgeführt.
Der Fassade werden mittels Fassadendämmung gerade mal 19% zugewiesen.

Und kurz noch ein Schwank aus dem wahren Leben (06.09.2017):

„… wenn Sie diese „überzeugenden Ausführungen“ des Sachverständigen tatsächlich einmal (live und in Farbe) genießen möchten, könnte ich Sie zu unserem nächsten Gerichtstermin einladen: selber Richter, selber Gutachter, (fast) selbes Thema, (zu befürchtendes) selbes Ergebnis.
Es wird bei diesem Verhandlungstermin (am 27.9., Amtsgericht Mitte) um das Wärmedämmgutachten für unsere Wohnung gehen, für die der Gutachter eine Energieeinsparung von knapp 30% errechnet hat. **
Beim Lesen des zitierten Urteils kam es mir jedenfalls vor wie ein Deja vu – allerdings ein sehr ungutes, denn das Urteil ist ja höchst unerfreulich. Und leider glaube ich nicht, dass wir als Laien uns gegen diesen „Fachmann“ behaupten können. Das könnte wohl nur ein anderer Fachmann…
Leider kann ich Ihnen außer diesem „Erlebnis“ nichts anbieten, schon gar nicht die gut 4.000€, die der Gutachter alleine für die Vorbereitung und die Teilnahme am Gerichtstermin in Rechnung stellen möchte.“

** BAUFÜSICK: man beachte das Verhältnis von Rauminhalt zu Außenwandfläche im Vergleich von Einfamilienhaus (Potenzial: 19%, siehe Grafik) zur Wohnung im Mehrfamilienhaus (trotzdem 30% vom Gutachter, siehe Zitat).

„Ick kann jar nich soville fressen, wie ick kotzen möchte.“
Max Liebermann (1847-1935)

http://www.haustechnikdialog.de/News/19562/Was-kann-eine-Daemmung

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