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Wann verliert der Bauboom an Fahrt?

Düsseldorf, 03.08.2017: Die Boomphase im deutschen Wohnungsbau reißt nicht ab – doch dürften sich die Wachstumsraten ab 2018 wieder etwas mehr normalisieren. Das zeigt sich besonders deutlich im Geschosswohnungsbau: Hier ist 2017 ein neuer Fertigstellungsrekord im Neubau zu erwarten. Doch 2018 dürfte der Markt nach neun Jahren erstmals wieder schrumpfen – abgesehen vom ostdeutschen Geschosswohnbau, der 2018 erst richtig in Fahrt kommt. Ernsthaft ist das Wachstum im Mehrfamilienhausbau dadurch jedoch nicht gefährdet. Das sind die Kernergebnisse der aktuellen Prognose von BauInfoConsult im Rahmen der Jahresanalyse 2017/2018.

Im Drei- und Mehrfamilienhausbau ist die Ausgangslage derzeit günstig: Die Verknappung auf zahlreichen lokalen Mietmärkten und die nach wie vor günstige Zinssituation macht den Bau neuer Wohnobjekte für Investoren weiter attraktiv – und für diese investitionsstarken Unternehmen ist zwar das derzeit knappe Angebot beim Bauland ein Problem, jedoch weniger die eventuell dafür anfallenden Mehrkosten. Insgesamt ist 2017 mit rund 15.450 neuen Gebäuden in diesem Segment zu rechnen: Das entspräche einem Anstieg der Fertigstellungen um ein Viertel.

Allerdings ist die Genehmigungsentwicklung auch im Mehrfamilienhausbau zuletzt etwas abgeflacht. Gerade die Märkte, die in den vergangenen Jahren besonders auf den Mehrfamilienhausbau fokussiert waren, zeigen Sätti-gungserscheinungen. So ist 2018 erstmals seit 2009 wieder mit einem Fertigstellungsrückgang von 4,5 Prozent bei den Drei- und Mehrfamilienhäusern zu rechnen.

„Für die Branche jedoch kein Grund zur Beunruhigung, eher ein Zeichen für einen gesunden Markt ohne Überhit-zungserscheinungen“, erläutert BauInfoConsult-Geschäftsführer Jan-Paul Schop. „Man darf nicht vergessen, dass das Drei- und Mehrfamilienhaussegment sich laut unserem Prognoseszenario 2018 (direkt hinter dem Vorjahr 2017) auf dem zweithöchsten Fertigstellungsniveau in diesem Jahrhundert bewegen würde.“ Langfristig, so Schop weiter, seien die Aussichten im Geschosswohnbau ohnehin günstig: „Dafür sprechen die weiter hohe Wohnraumnachfra-ge, das langsam einsetzende Engagement der öffentlichen Hand im Hochbau und die zunehmende Bevölkerungs-verdichtung im urbanen Raum -also im klassischen Geschosswohnbaugebiet.“

2018 wird das Geschossneubauniveau vor allem in Norddeutschland (speziell Schleswig-Holstein) beträchtlich sin-ken. Nur leicht abgebremst wird der Markt dagegen im Süden und Westen der Republik. Im Osten der Republik ist 2018 weiterhin mit mehr Dynamik im Mehrfamilienhaussegment zu rechnen. Laut Erwartung der dort tätigen Bran-chenakteure ist im ostdeutschen Wohnungsbau die Tendenz bis 2020 überwiegend positiv. Wichtige Regionen mit potenziell starkem Wachstum sind u.a. die Landkreise Oder-Spree, Nordwestmecklenburg und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.

Bauprognose 2018: legt der Geschosswohnbau eine Pause ein?
BauInfoConsult GmbH


PRESSEMITTEILUNG des Statistischen Bundesamtes (DESTATIS) Nr. 283 vom 17.08.2017
Genehmigte Wohnungen im 1. Halbjahr 2017: – 7,3 % gegenüber Vorjahreszeitraum

WIESBADEN – Im ersten Halbjahr 2017 wurden in Deutschland 7,3 % oder rund 13
400 weniger Baugenehmigungen von Wohnungen erteilt als in den ersten sechs Monaten 2016. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, wurde von Januar bis Juni 2017 der Bau von insgesamt 169 500 Wohnungen genehmigt.


PRESSEMITTEILUNG des Statistischen Bundesamtes (DESTATIS) Nr. 269 vom 09.08.2017
Umsatz im Bauhauptgewerbe im Mai 2017: + 12,8 % zum Vorjahresmonat

WIESBADEN – Im Mai 2017 waren die Umsätze im Bauhauptgewerbe um 12,8 % höher als im Mai 2016. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen weiter mitteilt, waren zugleich im Mai 2017 im Bauhauptgewerbe 3,1 % mehr Beschäftige tätig als im Vorjahresmonat.


Einbruch bei Baugenehmigungen in Deutschland

War die deutsche Bauwirtschaft 2016 noch im Höhenflug, verliert sie nun an Fahrt. Zwischen Januar und Mai 2017 erteilten deutsche Bauämter 7,6 Prozent weniger Baugenehmigungen für Wohnungen als im Vorjahreszeitraum, teilt das Statistische Bundesamt mit. Das entspricht gut 11.300 Wohneinheiten weniger als 2016.
Besonders die Genehmigungen für Wohnheime, die im vergangenen Jahr massenhaft zur Bewältigung der Flüchtlingszahlen erteilt wurden, brachen im Winter und Frühjahr 2017 um ein Drittel ein (minus 32,4 Prozent, bzw. minus 3.300 Wohnungen).
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  1. 27.08.2017 um 18:37

    Baugenehmigungen im Sinkflug
    „Politik muss rasch gegensteuern“

    Für das erste Halbjahr 2017 hat das Statistische Bundesamt im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang bei den Wohnungsbaugenehmigungen in Höhe von 7,3 Prozent bekannt gegeben. Die Immobilienverbände laufen Sturm.
    Für das erste Halbjahr 2017 hat das Statistische Bundesamt im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang bei den Wohnungsbaugenehmigungen in Höhe von 7,3 Prozent bekannt gegeben. Damit liegt die Zahl der neu genehmigten Wohnungsgebäude bei 169.454. „Diese Zahlen sind ernüchternd“, sagt Andreas Mattner, Präsident des ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss. „Hier wird einmal mehr deutlich: Die Branche ist überreguliert, die Erstellungskosten sind nicht zuletzt durch staatliches Handeln zu hoch und die aktuellen Baugenehmigungsprozesse sind zu langwierig“, so Mattner. „Viele Ansatzpunkte zum Bessermachen fänden sich in den Ergebnissen des Bündnisses für bezahlbares Wohnen und Bauen.“
    „Wohnungsneubau ist das einzig wirksame Mittel gegen die angespannte Lage auf den Wohnungsmärkten in einigen Großstädten. Doch statt Aufschwung stehen die Zeichen bei den Baugenehmigungen auf Sinkflug“, so Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW, zu den veröffentlichten Baugenehmigungszahlen des Statistischen Bundesamtes. „Die abflauende Dynamik bei den Wohnungsbaugenehmigungen setzt das bezahlbare Wohnen in Deutschland weiter aufs Spiel. Spätestens mit Beginn der nächsten Legislaturperiode muss das Motto der neuen Bundesregierung lauten: Volle Kraft voraus für den Wohnungsbau.“ Angesichts eines aufgestauten Mangels von einer Million Wohnungen gelte es, keine Zeit mehr zu verlieren.

    http://www.dieimmobilie.de/baugenehmigungen-im-sinkflug-politik-muss-rasch-gegensteuern-1503419226/

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