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Bedarf oder Verbrauch – egal, Hauptsache es wird gespart

Pressemitteilung: 60 Jahre altes Haus erstrahlt in neuem Glanz
Überschrift: Erfolgreiche Modernisierung: 80 Prozent weniger Energieverbrauch
Aussender: IWO, Institut für Wärme und Oeltechnik, 08.05.2017, Link
Zitat: „Viele Erben älterer Immobilien stehen vor der Frage: modernisieren oder verkaufen? Dass sich der Aufwand einer Sanierung lohnen kann, zeigt das Beispiel einer jungen Familie aus Rheinland-Pfalz: Mit durchdachten und gut geplanten Maßnahmen wurde das Einfamilienhaus umfangreich saniert. So konnte der Energiebedarf um mehr als 80 Prozent gesenkt werden.
Als Anke Georgiadis das Haus ihrer Großeltern im rheinland-pfälzischen Baumholder erbte, war schnell klar, dass sie dort wohnen möchte und das Haus im Familienbesitz bleibt. In Sachen Energieverbrauch musste allerdings dringend etwas passieren. Fachkundige Unterstützung erhielt die Lehrerin von ihrem Bruder, der als Schornsteinfeger und Energieberater ein Sanierungskonzept erstellte. Das Ergebnis: Mit einer Investition von rund 98.000 Euro konnte der Primärenergiebedarf um mehr als 80 Prozent gesenkt und das 60 Jahre alte Einfamilienhaus fit für die Zukunft gemacht werden.“


Was man nicht erklären muss, ist der Begriff „Verbrauch“. Der ist selbsterklärend und beschreibt (Achtung!), was tatsächlich verbraucht wird. Das tatsächlich trifft aber nur zu, wenn man den Endenergiebedarf heranzieht, also das, was man auf der Abrechnung vom Energieversorger (Strom und Gas oder Öl oder Fernwärme) ablesen kann. Es gibt noch eine – eher fiktive und durch energiepolitische Faktoren belegte – Kenngröße: den Primärenergieverbrauch. Hiermit lassen sich sogar Verbräuche schönrechnen, insbesondere im Vergleich.
Der Begriff „Bedarf“ sollte nicht mit dem Verbrauch verwechselt werden, ein Abgleich ist allemal interessant. Den Energiebedarf eines Gebäudes kann man mittels EnEV-Rechenprogramm schönrechnen, enorme Energieeinsparungen werden prognostiziert.
Preisfrage: Ist die junge Familie aus Rheinland-Pfalz jung genug, den Amortisationszeitpunkt zu erleben? 98 T€ wollen erst mal eingespart werden. Selbst wenn man fest an die prognostizierten (= herbeigerechneten) 80% Einsparung glaubt, könnte dies zum Problem werden. Ein Trost bleibt: auf dem Papier stimmt die Rechnung. Da muss man dem Bruder, der als Schornsteinfeger und Energieberater das Sanierungskonzept erstellt hat, nicht nachtragend gegenüber stehen.

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  1. 16.05.2017 um 06:32

    Ein typisches Beispiel dafür, was „Energieberater“ mitunter anstellen.
    Zu jedem Sanierungskonzept gehört zunächst eine solide Grundlagenermittlung.
    Den tatsächlichen Energiebedarf für Heizung und WW-Bereitung unter praktischen Bedingungen kann man zuvor ermitteln, allerdings nicht nach EnEV, und mittels WMZ zweifelsfrei feststellen (Transparenz).
    Hier wurde vermutlich, wie nicht selten, ein Groschgrab verwirklicht.

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