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Der GEG-Gag: wir experimentieren mit Vornormen

ich_koche_eine_din_normDas betrifft den Artikel Kein Gag: es kommt das GEG. „Kein Gag: es kommt das GEG“. Hierzu kommentierte Kollege Creifelds: „abgesehen von der kurzen Frist, die zur Beurteilung gegeben wurde, sind inhaltliche Mängel festzustellen. Ab 2018 dürfen Nachweise für Wohngebäude nur noch nach DIN 18599 geführt werden. Derzeitig gibt es wohl keinen Energieberater, der die Berechnungsergebnisse händisch nachvollziehen kann, um eine Validierung der Ergebnisse vorzunehmen. Hier scheint eine Verwandschaft mit dem VW Skandal zu bestehen.“

Es geht nicht um Nachvollziehbarkeit, sondern um geschönte Ergebnisse. Das Problem ist uralt und es wird seit der DIN 4108 gnadenlos durchgezogen, um die Industrie zu bedienen und Otto Normalo zu drangsalieren und auszunehmen. Damit der ganze Spuk noch mehr „wissenschaftlich“ verbrämt wird, hat man die 18599 erfunden.

Es sei darauf hingewiesen, dass es keine Norm ist – sondern eine VORNORM.

Auf Wikiblödia erfährt man:
„Vornorm (früher „Blaudruck“): Eine Vornorm ist das Ergebnis einer Normungsarbeit, das wegen bestimmter Vorbehalte zum Inhalt oder wegen des gegenüber einer Norm abweichenden Aufstellungsverfahrens vom DIN noch nicht als Norm herausgegeben wird. (DIN V …, DIN V ENV …). Durch die Anwendung einer Vornorm sollen auch die notwendigen Erfahrungen gesammelt werden, die dann die Grundlage zur Erstellung einer regulären Norm bilden können.“

Der DIN gibt hierzu an:
„Eine DIN SPEC nach dem Verfahren einer Vornorm ist das Ergebnis der Normungsarbeit, das wegen bestimmter Vorbehalte zum Inhalt, wegen des gegenüber einer Norm abweichenden Aufstellungsverfahrens oder mit Rücksicht auf die europäischen Rahmenbedingungen vom DIN nicht als Norm herausgegeben wird. Technische Spezifikationen von CEN/CENELEC werden in der Regel national unverändert als Spezifikation nach dem Vornorm-Verfahren übernommen.“

Mit der Vornorm 18599 wird seit 2011 herumexperimentiert. Die letzte Fassung lautet: VORNORM DIN V 18599-1:2016-10 Titel (deutsch): Energetische Bewertung von Gebäuden – Berechnung des Nutz-, End- und Primärenergiebedarfs für Heizung, Kühlung, Lüftung, Trinkwarmwasser und Beleuchtung – Teil 1: Allgemeine Bilanzierungsverfahren, Begriffe, Zonierung und Bewertung der Energieträger.

Die DIN 4108 Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden ist mit ihrem Teil 6: Berechnung des Jahresheizwärme- und des Jahresheizenergiebedarfs – eine VORNORM. Und das seit 2003. Teil 4 Wärme- und feuchteschutztechnische Bemessungswerte gibt es seit 07.2016 als Entwurf.

Dass die Basis von DIN V 4108 oder 18599 ein Mumpitz bzw. Riesenbeschiss ist, wird hier im U-Wert Video sehr gut erklärt. Falls Sie sich für mehr Hintergrundwissen zur Abzocke mit dem U-Wert interessieren, werden Sie hier im Blog fündig.

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