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Polystyrol: Verzehnfachung der Entsorgungskosten

giftInforadio Mi 12.10.2016 | 08:35 | Wirtschaft aktuell
Die Bauwirtschaft hat ein Styropor-Problem
Die Bauwirtschaft hat mit einem neuen Problem zu kämpfen, das den Wohnungsbau verteuern könnte: Seit Anfang Oktober zählen Styropor-Dämmplatten als Sondermüll. Sie sind in vielen Häusern für den Wärmeschutz und die Isolation eingebaut worden. Der Grund liegt in einer neu gefassten Abfall-Verordnung. Welche Folgen diese Verordnung hat, berichtet Margit Geßner. „Baufirmen rechnen mit der Verzehnfachung der Entsorgungskosten und die werden natürlich auf die Bewohner umgelegt.“

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Kategorien:Abzocke, Wärmedämmung, WDVS Schlagwörter: , ,
  1. 14.02.2017 um 19:06

    Ich zitiere TT:

    sehenswerter Beitrag des BR:

    Der Riesenärger mit alten Dämmplatten (09.02.17) http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/gefaehrlicher-sondermuell-der-riesenaerger-mit-alten-daemmplatten-14870524.html

    Schon jetzt ist klar: der (heute verbaute) Dämmmüll von morgen verteuert die Mieten von morgen. Wir hinterlassen unseren Kindern also eine Asbest-mäßige Zeitbombe – weil gewisse Branchen mit ihrer Lobbyarbeit der Politik Gesetze diktiert haben, die diesen Irrsinn möglich macht. Danke, „Demokratie“!


    Sonderthema „Sondermüll“ bei BAUFÜSICK:
    https://baufuesick.wordpress.com/?s=sonderm%C3%BCll

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  2. Manfred
    06.01.2017 um 17:06

    SPIEGEL
    Ausgabe 50/2016
    Bürokratie-Posse Wie eine Öko-Verordnung die Sanierung von Häusern lahmlegte
    Die Sanierung von Fassaden ist in Deutschland vielerorts zum Erliegen gekommen. Schuld daran ist eine Vorschrift für altes Dämmmaterial aus Styropor.

    Das Flachdach sieht aus wie ein Flickenteppich, schon seit Jahren ist es nur noch notdürftig repariert worden, weil sich die Eigentümergemeinschaft nicht einigen konnte. Doch jetzt soll das große Dach des Mietshauses in Meckenheim endlich instandgesetzt werden. Die Handwerker aus der Region sollen ein Angebot abgeben.
    „Eigentlich ein lukrativer Auftrag“, sagt Martin Weihsweiler, Dachdeckermeister aus Meckenheim. Doch er traut sich nicht ran. „Auch meine Mitbewerber nicht“, erklärt der Handwerker. Denn unter der Dachpappe lauert ein Stoff, den derzeit niemand haben möchte: Styropor.
    Über Monate haben sich die Entsorgungsbetriebe im Rhein-Sieg-Kreis gänzlich geweigert, das Dämmmaterial aus Polystyrol anzunehmen. „Jetzt akzeptieren sie ihn wieder, doch die Müllverbrennungsanlage will 3000 Euro pro Tonne.“ Der Dachdeckermeister hat ausgerechnet, was das kosten würde: 90.000 Euro – bei einem Auftragswert von 130.000 Euro ist diese Summe „einfach absurd“, findet er.
    In ganz Deutschland stockt gerade wegen des Styroporproblems die Renovierung von Gebäuden. Auslöser ist eine Verordnung des Landesumweltminister.

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  3. 04.12.2016 um 18:33

    Häuser können auch mit Wasser gedämmt werden

    Noch mühen sich Hausbesitzer, ihre Häuser mit Styropor vor Energieverlusten zu schützen. Demnächst könnte es Wasser sein, mit dem Gebäude im Sommer gekühlt und im Winter gedämmt werden. Daran arbeiten zurzeit Materialwissenschaftler. Die ersten Module werden jetzt bei Wind und Wetter erprobt.

    http://www.ingenieur.de/layout/set/fancy/Themen/Werkstoffe/Haeuser-koennen-Wasser-gedaemmt

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  4. Horst
    08.11.2016 um 17:57

    DUH sieht weiterhin großen Entsorgungsnotstand bei HBCD-haltigen Polystyrolplatten

    Der Streit um die Entsorgung von Polystyrol-Dämmplatten, die das Flammschutzmittel Hexabromocyclododecan (HBCD) enthalten, reißt nicht ab. So ergaben schriftliche Anfragen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) bei den jeweils zuständigen Ministerien der Länder, dass es massiv an Verbrennungsanlagen mangelt, die den Sonderabfall behandeln können. Als Folge warnt die DUH vor potentiellen illegalen Deponien.

    http://www.xpertio.net/cms/duh-sieht-weiterhin-grossen-entsorgungsnotstand-bei-hbcd-haltigen-polystyrolplatten/

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  5. Horst
    02.11.2016 um 19:52

    http://www.inforadio.de/programm/schema/sendungen/nahaufnahme/201611/72152.html

    Wenn aus Bauabfall giftiger Sondermüll wird | Inforadio

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  6. Heinz68
    24.10.2016 um 07:17

    Das Dachdeckerhandwerk Markt News ZVDH warnt vor Engpässen bei Dämmstoff-Entsorgung
    ZVDH warnt vor Engpässen bei Dämmstoff-Entsorgung
    Anfang März 2016 ist die Novellierung der Abfallverzeichnisverordnung (AVV) in Kraft getreten, die vor allem Polystyrol-Dämmstoffe betrifft, die das Flammschutzmittel HBCD (Hexabromcyclododecan) enthalten. Nach der sogenannten POP-Verordnung müssen Abfälle, die persistente organische Schadstoffe (POPs) enthalten, so verwertet werden, „dass die darin enthaltenen persistenten organischen Schadstoffe zerstört oder unumkehrbar umgewandelt werden“.

    Von ungefährlich auf gefährlich gestuft
    Müllheizkraftwerke blocken ab

    Am 14. September 2016 hat die Länderarbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA) getagt und sich nochmals mit der Thematik befasst. Die Vertreter der Länder sehen keine Gefahr eines Entsorgungsengpasses. Hinsichtlich der Aktualisierung bestehender Genehmigungen von Abfallverbrennungsanlagen wird eine Anzeige nach § 15 Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) als das geeignete Vorgehen benannt. Laut neuester Umfrage des Industrieverbands Hartschaum IVH sind rund 90 Prozent von 80 befragten Müllheizkraftwerken (MHKW) derzeit nicht bereit oder in der Lage, HBCD-haltige Polystyrole thermisch zu verwerten.

    http://www.ddh.de/zvdh-warnt-vor-engpaessen-bei-daemmstoff-entsorgung/150/44279/

    Das Dachdeckerhandwerk Markt Entsorgungsnotstand Styropor
    Entsorgungsnotstand Styropor
    In gemeinsamen Schreiben an den Berliner Bau- und Umweltsenator Andreas Geisel und die Brandenburger Minister für Umwelt und Infrastruktur, Jörg Vogelsänger und Kathrin Schneider haben sechs Verbände der Bau-, Entsorgungs- und Transportwirtschaft vor einem ab 01.10.2016 drohenden Entsorgungsnotstand bei der Entsorgung schadstoffhaltiger Styroporabfälle gewarnt.

    Als Entsorgungsweg steht zurzeit technisch nur die Verbrennung in entsprechend genehmigten Verbrennungsanlagen zur Verfügung. Diese müssten nun aber auch für die Annahme von gefährlichem Abfall AVV 17 06 03* genehmigt sein, der zudem nicht mehr vermischt mit anderen nicht gefährlichen Abfällen angeliefert werden darf.

    Wie die Verbände des gemeinsamen Schreibens bei Eigenrecherchen feststellen mussten und von der Sonderabfallgesellschaft Brandenburg/Berlin bestätigt wurde, steht zurzeit in der Region keine einzige Anlage zur Verfügung, die die in Rede stehenden Abfallfraktionen zur Entsorgung übernimmt.

    Somit sei absehbar, heißt es in dem Schreiben, dass die Bau- und Entsorgungswirtschaft der Region Berlin-Brandenburg bereits ab September auf einen Entsorgungsnotstand zusteuert.

    http://www.ddh.de/entsorgungsnotstand-styropor/150/43469/

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  7. Horst
    23.10.2016 um 17:08

    Ich fasse zusammen: Erst wurden Häuslebauer per Energiesparverordnung genötigt, teure Wärmeverbundsysteme an die Wand zu kleben. Plastiktüten im Supermarkt wurden zwar verboten, statt dessen soll der Deutsche jetzt seine Wohnung darin einschweißen. Nachdem das Zeug aber nix gebracht hat und von den schimmelnden Wänden herunterfällt, wird es erst richtig teuer, weil es sich, wie gesagt, um Sondermüll handelt. Und hier tritt erneut unser Staat in Gestalt der neuen Abfallverzeichnisverordnung (AVV) auf den Plan, die den Bürger noch einmal abkassiert. So etwas nennt man Kreislaufwirtschaft.

    Es ist sogar ein doppelter Kreislauf: Polystyrol ist ein Erdölprodukt, das von unserem Staat zunächst auf eine Umlaufbahn an unsere Hauswände geschickt wird, um anschließend in einer Sondermüll-Verbrennungsanlage verfeuert zu werden. Das hätte man mit dem Erdöl auf dem kleinen Dienstweg auch sofort tun können. Hätte ne Menge Energie und Kohle gespart. Ging es da nicht ursprünglich drum?

    Dirk Maxeiner / 22.10.2016
    Kreislauf des Irrsinns: Wärmedämmung jetzt Sondermüll
    http://www.achgut.com/artikel/kreislauf_des_irrsinns_waermedaemmung_jetzt_sondermuell

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  8. Horst
    15.10.2016 um 15:36

    „Das Abfallaufkommen an EPS ist momentan gering, wird aber in den nächsten Dekaden ansteigen. In der Übergangsphase, bis sich andere Verwertungsverfahren etabliert und den Nachweis für ein sicheres Ausschleusen von HBCD erbracht haben, sollte auf drei der energetischen Verwertung zur Ausschleusung von HBCD haltigen EPS z. B. in einer kommunalen Müllverbrennungsanlage zurückgegriffen werden. Durch die große Anzahl der kommunalen Müllverbrennungsanlagen, zurzeit ca. 80 Anlagen, die über die gesamte Bundesrepublik verteilt sind, kann die Zerstörung von HBCD sicher und ohne großen Transport-aufwand bewerkstelligt werden. Aufgrund der hohen Kapazität der Anlagen (> 20 Mio. Tonnen pro Jahr) können auch die in der Zukunft zu erwartenden Mengen an EPS-Abfall verwertet werden.“

    IBP-Bericht BBHB 019/2014/281
    Rückbau, Recycling und Verwertung von WDVS „Möglichkeiten der Wiederverwertung von Bestandteilen des WDVS nach dessen Rückbau durch Zuführung in den Produktionskreislauf der Dämmstoffe bzw. Downcycling in die Produktion minderwertiger Güter bis hin zur energetischen Verwertung“
    Durchgeführt im Auftrag Fachverband Wärmedämm-Verbundsysteme e. V. Fremersbergstraße 33 76530 Baden-Baden

    Der Forschungsbericht wurde mit Mitteln der Forschungsinitiative Zukunft Bau des Bundesinstitutes für Bau-, Stadt- und Raumforschung gefördert.
    (Aktenzeichen: II 3-F20-11-1-094 / SWD-10.08.18.7-12.24)

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  1. 03.11.2016 um 06:00

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