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Wärmedämmung lohnt sich doch

wdvs_eine_zierdemeint zumindest die Verbraucherzentrale, d.h. eigentlich meinen das alle Verbraucherzentralen in den Bundesländern. Sie beraten objektiv, unabhängig und neutral, denn sie meinen es nur gut mit den Verbrauchern. Auch beim heiklen Thema „Wärmedämmung“, insbesondere bei WDVS als Fassadendämmung. Dazu gab der VZBV am 22.09. eine Pressemeldung heraus, woraus hier zitiert wird. Die wertvollen Hinweise sind von einem Martin Brandis, „Experte der Energieberatung der Verbraucherzentrale“.

„Durch kritische Medienberichte über Wärmedämmungen sind viele Verbraucher unsicher geworden. Die häufigsten Kritikpunkte: Wärmedämmungen sind zu teuer und bergen Risiken für das Gebäude.“
„In einem gedämmten Haus sind die Innenseiten der Außenwände wärmer. Das führt zu einem besseren Raumklima und macht das Wohnen komfortabler.“
„Richtig ausgeführt verbessern Wärmedämmungen wirksam den Wärmeschutz des Gebäudes, ohne dass Mängel entstehen.“

Was Herr Brandis bzw. die lieben Verbraucherzentralen vergessen haben zu erwähnen:

Über die Jahre sind Millionen qm Sondermüll in Form von WDVS mit Polystyrol (am bekanntesten: Styropor der BASF) an die Außenwände geklebt worden. Das Brandschutzmittel HBCD, das in praxi nichts verhindert hat, wie auch die so genannten Brandriegel nichts verhindern, ist inzwischen verboten. Polystyrolabfälle werden schon nicht mehr abgenommen, inzwischen haben bereits einige TV-Sender (wie gestern der mdr vom 1. dt. Staatsfernsehen) berichtet, dass Sanierungsprojekte zum Stillstand gekommen sind. Dennoch darf der Sondermüll noch bis in 2017 an die Wände gebracht werden, vielleicht reduziert die Sondergenehmigung der EU (die das verbot ausgesprochen hat) die Gefährlichkeit der Giftstoffe.
Zum Glück gibt es nun neue Dämmstoffe, d.h. mit neuem Brandschutzmittel. Bleibt nur zu hoffen, dass nicht in ein paar Jahren auch dieses Wundermittel als gefährlich eingestuft wird. Wieso wurde HBCD erst in 2016 von der EU verboten? Das ist dasselbe giftige Zeug wie vor 10 oder 15 Jahren auch. Die Menschheit schickt Raketen und Satelliten ins All, erforscht die Tiefsee – und hier: totales Versagen, alternativ wurde die Misere stillschweigend in Kauf genommen.
Das Brandrisiko von Polystyrolfassaden wurde jahrelang weggeredet, verschwiegen, geleugnet. Stattdessen wurde gelogen, dass sich die Fassaden bogen. Gelogen wird auch bei den Einsparpotenzialen. Das ist so gewollt und gesetzlich vorgeschrieben, bestehende Gebäude werden schlecht gerechnet, gedämmte Gebäude werden schön gerechnet. Das hat Methode, festgeschrieben in EnEV und DIN.

Aber, egal, pfeifen Sie auf all diese Nachteile, denn: „Mit Coupon ist die Beratung zur nachträglichen Wärmedämmung bei allen teilnehmenden Verbraucherzentralen kostenlos.“ Diese Wohltäter. Da könnte man glatt auf die Idee kommen zu fragen, was diese selbstlosen lieben netten Leute dazu bewegt, kostenlos zu beraten. Wovon lebt jemand, der „kostenlos“ berät? Oder hat das mit der „Förderung“ durch das Wirtschaftsministerium zu tun? Wird da wieder Steuergeld verbraten, um den Leuten die Taschen vollzuhauen?

„Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.“
(altes deutsches Sprichwort, heute noch gültig)

Kategorien:Abzocke, DIN, EnEV, Wärmedämmung, WDVS Schlagwörter: ,
  1. TT
    05.11.2016 um 20:18

    Lesenswerter Artikel von Norbert Deul – Vorstand der Schutzgemeinschaft für Wohnungseigentümer und Mieter e.V. in der WirtschaftsWoche:

    Die Energieeinsparverordnung ist ungerecht http://www.wiwo.de/finanzen/immobilien/immobilien-die-energieeinsparverordnung-ist-ungerecht/14670378.html

    +++++

    schaut Euch das an, unsere Bundesregierung produziert jetzt Werbeclips für die Baulobby – natürlich auf Kosten von uns, den Steuerzahlern:

    Geiles Haus!

    Und die dena – die halb staatliche und halb private „Deutsche Energie-Agentur GmbH“ – lädt zum „dena-Kongress 2016“ zur „Energiewende“ am 22./23. November ins bcc am Alexanderplatz:
    https://www.youtube.com/user/denaberlin

    Letztes Jahr mussten sich Journalisten zu diesem Kongress vorher anmelden und überprüfen lassen, um überhaupt reinzukommen.

    Aber man hat ja so viele Möglichkeiten, dabei zu sein und die Wahl zwischen:

    Premium-Partner
    Kongress-Partner
    SponsorPlus
    Sponsor
    Medienpartner
    Kooperationspartner
    Partner werden

    Wie wäre es mit „SponsorPlus“:
    http://www.dena-kongress.de/partner/sponsorplus/

    Das Paket SponsorPlus bietet Ihrem Unternehmen eine sehr gute
    Sichtbarkeit auf dem dena-Kongress. Nutzen Sie Ihre prominent
    platzierte Ausstellungsfläche und die weiteren Leistungen dieses
    Pakets, um Ihre bestehenden Kontakte zu pflegen und neue Kontakte zu gewinnen.

    Werden Sie jetzt SponsorPlus des dena-Kongresses 2016!

    Wie gesagt, die „Deutsche Energie-Agentur GmbH“ (dena) ist halb staatlich und halb privatwirtschaftlich – was für eine schöne Mischung!
    https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Energie-Agentur

    +++++

    … und wer noch so richtig Spaß haben will schaut bei „DEUTSCHLAND MACHT’S EFFIZIENT“ rein – der neuen Kampagnen-Website unseres Wirtschaftsministeriums zum Thema: „Kosten runter, Komfort rauf: Das bringt energetisches Sanieren“

    http://www.deutschland-machts-effizient.de/KAENEF/Redaktion/DE/Standardartikel/Dossier/B-energetisch-sanieren.html;jsessionid=3A29AE3E35FE85AE10821C9CB44B3A76

    Was Regierungspropaganda angeht, ist das schlimmer als im Osten, oder?

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  2. 05.10.2016 um 11:57

    Sehr schlimm finde ich vor allem diese Aussagen des Diplom-Maschinenbauers Martin Brandis, langjährig als „Energieberater“ aus Bielefeld, jetzt als „Berliner Verbraucherzentralen-Referent Checkpoint Energie“, aber nicht als Maschinenbauer unterwegs:

    „Negativ in die Schlagzeilen gekommen sind Wärmedämmungen durch Schäden in Folge von Planungs- oder Ausführungsfehlern. „Richtig ausgeführt“, weiß der Experte, „verbessern Wärmedämmungen wirksam den Wärmeschutz des Gebäudes, ohne dass Mängel entstehen.““

    Das ist wohl einmalig fiese und ehrenrührige Hetze eines mißratenen Maschinenbau-Experten gegen das ehrbare Bauhandwerk und den verkammerten Architekten- und Ingenieurstand. Brandis tut so, als seien die bekanntermaßen pfuschanfälligen Dämmschwarten mit ihrem Extremaufwand für Dauerinstandhaltung und ihre konstuktions- und baustoffabhängige Neigung zur Tauwassereinlagerung inkl. Zerfrostung, Veralgung und Beschimmelung die perfekte Sache, die nur durch Handwerks- und Planerdeppen in Mißkredit gebracht wurden.

    Und ob diese „kostenlose“ Unterlaufung der HOAI im Bauberatungs- und Vorplanungsbereich koscher/halal ist, wage ich zu bezweifeln.

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    • 05.10.2016 um 15:13

      Ach, Konrad, das hat doch Tradition in Dummerland, dass ausgerechnet Maschinenbauingenieure zu Bauphysikern mutieren. Schauen wir uns die Geschichte der EnEV sowie deren Vorgängerin WSchVO an: es waren Maschinenbauingenieure, die mal eben so plötzlich über Nacht die höheren Weihen empfingen und morgens als „Bauphysiker“ aufstanden, um dann die DIN 4108 so hinzubiegen, dass der ganze Schmonzius passte. Man fragt sich nur, in wessen Auftrag sie das getan haben.

      Hier ein kurz die Fakten:

      Karl Gertis, geb. 1938, 1957-1963 Studium des Maschinenbaues an der TH München. 1969 Promotion zum Dr.-Ing., 1972 Habilitation und Privatdozent für BAUPHYSIK.

      Gerd Hauser, geb. 1948, gest. 2015, 1954 bis 1958 Volksschule, anschließend Realgymnasium in Bad Kissingen, 1967 Abitur. 1967 bis 1972 TU München, Abschluss als Dipl.-Maschinenbauingenieur. 1972 bis 1977 Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fraunhofer-Institut für BAUPHYSIK.

      Als wiss. Leistungen werden u.a. zugesprochen: Beratung der Bundesregierung bei der Erstellung und jeweiligen Novellierungen der Wärmeschutz- sowie der Energieeinsparverordnungen, die Funktion als Obmann des entsprechenden DIN-Normungsausschusses für Wärmeschutz im Hochbau.

      Was ist eigentlich „Bauphysik“? Ich finde, Koll. Bolle hat das gut formuliert:

      Die BAU-PHYSIK ist kein Sonderbereich des Bauens, sondern als „BAUPHYSIK“ von Interessengruppen zum lukrativen Absatzinstrument für Dämmstoffe und Schlimmeres bis zur „denkenden Dampfbremse“ instrumentalisiert worden. … Die in Forschungseinrichtungen zu findenden Söldner der Dämmstoffindustrie , zunehmend auch der Lüftungs- und Farbenindustrie, sitzen in einschlägigen Gremien und sorgen für absatzförderndes schadensicheres Bauen im Wortsinn mit Hilfe von Normen und Verordnungsinhalten!“

      Eins nur verstehe ich nicht so ganz: warum halten die Architekten- und Bau- / Ingenieurkammern auf Bundes- und Landesebene das Maul und machen den ganzen Beschiss mit? Seit Jahren bzw. Jahrzehnten.

      Ray Galvin hat das 2015 in seiner Studie recht gut auf den Punkt gebracht, dass es ein raffinierter, dennoch plumper Schwindel ist:

      „Da der Verbrauch vor Sanierung viel niedriger ist, als die EnEV in ihren Berechnungsmethoden anerkennt, ergeben sich viel niedrigere Einsparungsquoten als in den Berechnungen der EnEV vorgesehen. Die Einsparungen liegen im Schnitt 40% bis 50% niedriger als errechnet, wobei die weiter unten ausgeführten Probleme noch gar nicht eingerechnet sind.
      Diese Lücke hat nichts mit technischem Versagen bei der energetischen Sanierung zu tun, es ist schlichtweg eine mathematische Funktionsstörung.“
      https://baufuesick.wordpress.com/2015/10/05/galvin-studie-entlarvt-enev-wahnsinn/

      „Mathematische Funktionsstörung“ bedeutet im Klartext: um für interessierte Kreise zum gewünschten Ergebnis zu gelangen, liefert jemand die gefälschten und zusammengeschusterten Formeln, die mit pseudowissenschaftlichem Brimborium verkleistert werden, damit der gemeine Architekt respektive Ingenieur den Beschiss nicht mitbekommt.

      Ich glaube, Paul Bossert könnte von der ganzen Betrugs- und Ignoriernummer viel erzählen, war er doch an den Petitionen gegen die Wärmeschutzverordnung beteiligt. Vermutlich waren Bundestag und Bauministerium schon damals so korrupt wie heute.
      http://www.paul-bossert.ch/Energie/template-paul%202.html

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    • GESBB
      25.11.2016 um 09:32

      Herr Brandis hat völlig Recht, sofern auch die Belange der Anlagentechnik bei z.B. nachträglicher Wärmedämmung entsprechend berücksichtigt werden.

      Dass Wärmedämmung den Heizenergiebedarf senkt, daran besteht überhaupt kein Zweifel, schließlich ziehen sich die „Ziegelphysiker“ Fischer, Bossert, etc. sowie „dimagb“ bei Minustemperaturen ja auch einen dicken Wintermantel an😉
      Merkwürdig – oder ?😉

      Dass zwischen der thermischen Qualität des Baukörpers, der Anlagentechnik, dem Nutzerverhalte, Klimastandort ….untrennbare Wechselwirkungen (Mehrdimensionalitäten) bestehen, sollte selbst den Einfältigsten bekannt sein.

      Ziegelphysiker sind hierzu, wegen ihrer eindimensionalen Einschränkung, scheinbar absolut nicht fähig.

      v.G.

      NB:
      Wärmedämmung muß nicht unbedingt Polystyrol sein, hierfür gibt es vielfältige Alternativen.

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