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BDE: dramatische Engpässe bei der Dämmstoff-Entsorgung

giftBerlin — Ab dem 30.9.2016 gilt die neue Verordnung (EU) 2016/460 zur Neuregelung von persistent organic pollutants (POPs). Daher warnt der BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e. V. vor dramatischen Auswirkungen auf die Entsorgung von Dämmstoffen.

In der POP-Verordnung wird der Stoff Hexabromcyclododecan (HBCD) mit einer Konzentrationsgrenze von 1.000 mg/kg gelistet und gilt damit als gefährlicher Abfall im Sinne der Abfallverzeichnisverordnung. HBCD wird in der Dämmstoffindustrie als Brandschutzmittel verwendet und findet sich in nahezu allen verbauten Dämmmaterialien.

BDE-Präsident Peter Kurth warnt: „Die Folge ist, dass HBCD ab dem 30.9.2016 nicht mehr wie bisher in herkömmlichen Müllverbrennungsanlagen mitverbrannt werden darf. Diese Entwicklung ist deshalb dramatisch, weil so der Entsorgungsweg für mehrere hunderttausend Tonnen Dämmstoffabfall pro Jahr verschlossen wird.“

Schon jetzt weigerten sich einige Entsorgungsunternehmen, HBCD-haltige Dämmstoffe anzunehmen, so Kurth weiter. Der BDE fordere deshalb eine kurzfristige in der Praxis funktionierende Lösung, um die bislang reibungslose Entsorgung auch weiterhin rechtssicher zu gewährleisten.

Über die bevorstehenden Entsorgungsengpässe hatte der Verband die Umwelt- und Wirtschaftsminister der Länder in einem Schreiben Anfang September hingewiesen.

Quelle: BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e. V.: HBCD: BDE warnt vor dramatischen Engpässen bei der Dämmstoff-Entsorgung
12. September 2016

  1. TT
    12.10.2016 um 10:04

    http://www.inforadio.de/programm/schema/sendungen/wirtschaft_aktuell/201610/65837.html

    „Baufirmen rechnen mit der Verzehnfachung der Entsorgungskosten und die werden natürlich auf die Bewohner umgelegt“

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  2. 30.09.2016 um 12:48

    Kommentar von E. Müller
    zu Rückblick: Ignorierte Gefahr: Gift in Wärmedämmung (NDR, 2014)
    https://baufuesick.wordpress.com/2016/09/19/rueckblick-ignorierte-gefahr-gift-in-waermedaemmung-ndr-2014/
    (der passt hier gut dazu):

    Wenn Entsorger keine Dämmstoffe mehr entsorgen wird es teuer für den Dämmer

    http://www.nw.de/nachrichten/wirtschaft/20932743_Neues-Gesetz-Warum-giftige-Styropor-Platten-zum-Problem-werden.html

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  3. TT
    29.09.2016 um 18:05

    Gedämmter Elan auf den Baustellen
    http://www.mittelbayerische.de/region/kelheim/gemeinden/kelheim/gedaemmter-elan-auf-den-baustellen-22796-art1434360.html

    Zitat:

    In jedem Fall aber wird die Entsorgung für den künftig „gefährlichen“
    Abfall teurer als für den jetzt „normalen“, bestätigt Meisner. „Wir
    brauchen zusätzliche Eingangskontrollen für den Entsorgungsnachweis,
    zusätzliche Überwachung“. Auch Entsorger rechnen mit höheren Kosten:
    Elektronischer Begleitschein via LfU, Übernahmeschein, die ganze
    Dokumentation – all das verteuere die Entsorgung,

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  4. 14.09.2016 um 19:16

    UBA: Schädliches Flammschutzmittel HBCD darf weiter verwendet werden
    02.02.2016

    Seit November 2014 gilt weltweit ein Herstellungs- und Verwendungsverbot.
    Eine Ausnahme davon nimmt die EU in Anspruch. In der EU regelt die REACH-Verordnung HBCD als zulassungspflichtigen Stoff, der seit dem 21. August 2015 nur noch in zugelassenen Verwendungen eingesetzt werden darf. Zuständig für die Entscheidung ist die europäische Kommission. Für die Verwendung als Flammschutzmittel in Dämmstoffen gibt es einen Ersatzstoff für HBCD, der nach wissenschaftlichen Erkenntnissen günstigere Umwelteigenschaften hat. Damit die Hersteller von Dämmstoffen ausreichend Zeit haben, HBCD zu ersetzen, hat die europäische Kommission die Verwendung von HBCD in Dämmmaterialien bis 21.08.2017 zugelassen. Eine enttäuschende Entscheidung für die Hersteller des Alternativstoffs, die ihre Produktionskapazitäten so ausgebaut haben, dass ein sofortiger Umstieg möglich wäre.

    http://www.umweltbundesamt.de/themen/schaedliches-flammschutzmittel-hbcd-darf-weiter

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  5. 12.09.2016 um 16:50

    „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.“ Man kann es aber auch anders ausdrücken: Mit der geeigneten Definition lässt sich so manches Problem wegdefinieren. Zum Verständnis ein Rückblick, Thema „Künstliche Mineralfasern“. Der Halbsatz unter Forschungs- und Untersuchungsergebnisse sagt alles:

    KMF – gesundheitsschädlich oder unbedenklich?
    Eine Betrachtung nach Recherche

    Vorwort

    „Setzt Mineralwolle nach dem Einbau Faserstaub frei?

    Nein. Untersuchungen im Auftrag des Umweltbundesamtes belegen, dass in Wohnräumen und öffentlichen Einrichtungen, die mit Mineralwolle gedämmt sind, keine signifikante Faserstaubfreisetzung erfolgt.

    Sind besondere Schutzmassnahmen beim Aus- und Umbau zu ergreifen?

    Mineralwolle mit dem RAL-Gütezeichen „Erzeugnisse aus Mineralwolle“ ist gesundheitlich unbedenklich zu verarbeiten und setzt keine Schadstoffe frei.

    Was ist die sogenannte Verbotsverordnung und was hat sie mit dem RAL-Gütezeichen zu tun?

    Die Verbotsverordnung …, am 01.06.2000 in Kraft getreten, … beinhaltet das Verbot des Inverkehrbringens, der Herstellung und der Verwendung von biopersistenten künstlichen Mineralfäsern für die Wärme- und Schalldämmung im Hochbau und für die technische Isolierung. Gleichzeitig enthält sie eine Ausnahmeregelung für nicht biopersistente, also biolösliche Fasern, die, wenn sie eines der drei Freizeichnungskriterien erfüllen, vom Verbot ausgenommen, also erlaubt sind.

    Die drei Freizeichnungskriterien sind eindeutig definiert, stammen aus der deutschen Gefahrstoffverordnung und sind zugleich die Kriterien, die auch von Mineralwolle-Erzeugnissen mit dem RAL-Gütezeichen erfüllt werden müssen. Mit dem RAL-Gütezeichen ausgezeichnete Mineralwolle-Produkte sind von den Verboten der Verbotsverordnung nicht betroffen.“

    Wer diese Passagen aus / 1 / vorbehaltlos glaubt, kann die Lektüre an dieser Stelle beenden und befreit aufatmen. Weiterlesen hat nur einen Sinn, wenn man es etwas genauer wissen will und ggf. zu kritischen Fragestellungen bereit ist.

    Wie viele Menschen mussten leiden und sterben, bevor man zur Kenntnis nahm, dass Asbest gesundheitsschädigend wirkt? Und wie lange dauerte es, bis es zum Verbot für dieses bis dahin massenhaft eingesetzte Material kam? Nicht zu vergessen: es gibt Ost-Asbest (Palast der Republik) und West-Asbest (ICC, Schulen).

    Was bedeutet Schutz der Volksgesundheit? Reagieren, nachdem massenhaft Erkrankungen und Todesfälle auftreten oder vorbeugen und verhüten? Steht die Problematik KMF im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses? Wird dazu (ausreichend und verständlich) publiziert?

    Was haben wir aus verschiedenen Skandalen gelernt, von denen einige noch akut sind und trotzdem keiner mehr darüber redet? Wird der Verbraucherschutz mit der erforderlichen Vorsorglichkeit betrieben? Oder sind gar Tendenzen erkennbar, dass sich der Staat wirtschaftlichem Diktat beugt?

    Diese Betrachtung soll sich mit vg. Fragestellungen befassen und dazu recherchierte Quellen zitieren. Es mag sein, dass nicht auf alle Fragen erschöpfende und zufriedenstellende Antworten gefunden werden – als Leitfaden für weitere Untersuchungen und Fragestellungen sollte sie dennoch taugen.

    Inhaltsverzeichnis

    Vorwort

    Herstellung

    Verarbeitung

    Einsatzgebiete

    Gefährlich u./o. gesundheitsschädlich

    Krebserzeugende Wirkung

    Technische Regeln für Gefahrstoffe

    Forschungs- und Untersuchungsergebnisse

    • „… denn es ist nicht auszuschließen, dass Fasern einen Tumor verursachen, bevor sie aus der Lunge eliminiert werden.“

    Das bedeutet, dass KMF zwar nicht biopersistent sind, also nicht im Lungengewebe verbleiben – aber dennoch Tumore verursachen können!

    Ämter u. Behörden: Aufgaben und Arbeitsweisen

    RAL-Gütezeichen und „Freizeichnung“

    Literatur

    Zu recherchieren

    In der Literatur erwähnte Behörden, Ämter, Organisationen

    Resümee

    Resümee

    Als Nachwort wäre zunächst festzustellen, dass es sich um ein unerhört komplexes Thema handelt, dessen Literatur-Strukturen zuerst unübersichtlich wirken. Nach mühsamer Sichtung lassen sich Grundaussagen extrahieren, die sich allerorten wiederholt bzw. beziehend wiederfinden:

    • es gibt „alte“ und „neue“ KMF, somit welche, die schaden und welche, die nicht schaden
    • seit 1996 werden nur noch nichtschädliche in Verkehr gebracht
    • dafür sorgen die sogen. Freizeichnungskriterien
    • dies überwacht der RAL als Organisation seiner Mitglieder
    • eingebaute KMF wirken nicht signifikant auf die Raumluft
    • KMF werden nicht als Allergie- und Asthma-Auslöser genannt
    • es besteht kein Substitutionsanlass für KMF
    • „neue“ KMF stehen nicht einmal im Verdacht, Krebs auszulösen
    • der Bund berücksichtigt alle Forschungsergebnisse
    • betrachtet werden die sogen. WHO-Fasern
    • in der Forschung gibt es einige ausschließende Definitionen
    • diese werden auch im Gefahrgutrecht angewendet

    Mithin: es besteht keinerlei Grund für Besorgnis. Und: bei sogen. KMF-Betroffenen kann es sich demnach nur um Hypochonder handeln – oder es geht um die Wirkung anderer Partikel in der Raumluft.

    Die hier im Kapitel „Forschungs- und Untersuchungsergebnisse“ zitierten Aussagen scheinen nicht zu den Forschungsergebnissen zu gehören, welche Beachtung finden und somit beeinflussen sie nicht die Entwicklung bei der Betrachtung des Themas KMF.

    Offenbar vereinfacht das Definitionsprinzip mit seinen ausschließenden Bedingungen die Negativ-Beurteilung. Dies mag Grund dafür sein, dass eine Expertengruppe in 2002 zu der Feststellung gelangte, dass Glaswolle, Steinwolle, Schlackenwolle hinsichtlich ihrer krebserzeugenden Wirkung für den Menschen als nicht einstufbar zu bewerten sind (Gruppe 3).

    Berlin im Februar 2003
    Dipl.-Ing. Matthias G. Bumann, Berlin
    Tel. +49 – (0)30 – 67 48 97 27, info@dimagb.de, http://www.dimagb.de

    28 Seiten DIN A4, 1.330 Zeilen
    8.857 Wörter
    58.403 Zeichen
    66.938 Buchstaben mit Leerz.

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  6. 12.09.2016 um 16:46

    Es gibt keinen Aufschrei. Immerhin geht es um die Bekämpfung des „vom Menschen verursachten Klimawandels“, da können ein bisschen Gift, ein paar Kranke oder gar Tote nicht stören. Das Geaffe geht ja nun schon ein paar Jahre, d.h. jahrelang wurde gelogen und beschwichtigt. Es gab einen Grundsatz: „Wärmedämmung ist KEIN Sondermüll“. In diesen Lügenkanon haben eingestimmt: Verbände, Institute, Ämter, Ministerien. Eingelenkt wurde auch hier erst, als es nicht mehr zu verheimlichen ging.

    Das Sondermüll-Thema lässt sich allein hier bis 2012 zurückverfolgen:
    https://baufuesick.wordpress.com/?s=Sonderm%C3%BCll

    Und nun – simsalabim – gibt es nur noch „gutes“ Polystyrol, oh Wunder. Ähnlichkeiten zu den Problemthemen „Asbest“ und „Künstliche Mineralfasern“ sind nicht zu übersehen. Interessant ist aber wieder einmal die Frage: Wer bezahlt? Die Dämmstoffindustrie? Nie.

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  7. Schleier-Eule
    12.09.2016 um 14:35

    Abgesehen davon, daß HBCD als niedermolekulare Substanz nicht fest in den Dämm-Materialien gebunden ist sondern ausgewaschen werden kann, deshalb die folgenden Gegebenheiten und Fragen:
    Bekannt ist, daß sich bei der (üblichen, i.d.R. unsachgemäßen) Verbrennung von Organischen Chlorverbindungen die sogenannten Dioxine (genauer die Chlor-Dioxine) bilden, von denen einige hochtoxisch sind! So gut wie nie – zumindst nicht im öffentlichen Bewußsein- wird hingegen thematisiert, ob nicht auch andere Halogen-organische Verbindungen (Anm.:die Halogene sind: Fluor, Chlor, Brom und Jod) dann nicht auch die entsprechenden Halogen-Dioxine bilden können. Also bei der „üblichen“ Verbrennung von Hexabromcyclododecan (HBCD) dann die entsprechenden Brom-Dioxine?
    Und falls ja, wie ist denn wohl deren Toxizität?
    Und wo ist der Grüne Aufschrei?

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  1. 03.11.2016 um 06:00
  2. 13.10.2016 um 06:00
  3. 15.09.2016 um 07:48

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