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Brandriegel: prüfen, bis es passt

Der abgeblasene WDVS Brandtest in W. - zu praktisch, zu echt.

Der abgeblasene WDVS Brandtest in W. – zu praktisch, zu echt.

Mineralwolle-Platten können ab sofort auch als Brandriegel bei Wärmedämm-Verbundsystemen mit EPS-Dämmstoffen für das Szenario „Brand von außen“ eingesetzt werden. Das hat das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) bekannt gegeben. Zuletzt hatten die bauaufsichtlichen Zulassungen nur noch Mineralwolle-Lamellen mit deutlich schlechteren Dämmeigenschaften zugelassen. Möglich wurde die Nachbesserung durch Prüfungen, die im Auftrag des IWM durchgeführt wurden.

Tragverhalten in Brandversuchen nachgewiesen

In zwei Großbrandversuchen an der MFPA Leipzig ließ der IWM das Tragverhalten von Brandriegeln aus Mineralwolle-Platten in Verbindung mit der Putzscheibe untersuchen. Beide Versuchsergebnisse wurden seitens des DIBt und des zuständigen Sachverständigenausschusses positiv beurteilt. Daher gelten Brandriegel aus Mineralwolle-Platten ab sofort als unwesentliche Abweichung von den jeweiligen bauaufsichtlichen Zulassungen der WDVS. Ausgeschlossen sind EPS-WDVS auf Untergründen des Holztafelbaus.

Bessere Gesamteffizienz dank Mineralwolle-Platten

Seit Januar 2016 müssen bei schwerentflammbaren WDVS auf EPS-Basis zusätzliche Brandriegel eingebaut werden. Als Material wurden seinerzeit lediglich Mineralwolle-Lamellen statt der bis dato üblichen Mineralwolle-Platten zugelassen. Die Änderung stellte Planer und Fachhandwerker vor ein Problem: Mineralwolle-Lamellen erreichen nur eine Wärmeleitfähigkeitsstufe (WLS) von 041 – deutlich schlechter als übliche EPS-Fassadendämmstoffe. Daraus resultierten negative Auswirkungen auf die Gesamteffizienz des Wärmedämm-Verbundsystems sowie Wärmebrücken. Abzeichnungen der Brandriegel in der Fassade durch Feuchte, Algen oder Verschmutzungen konnten die Folge sein. Dieses Mängelpotenzial kann nun dank Mineralwolle-Platten bis WLS 035 vermieden werden.

Lamelle oder Platte – Wo liegt der Unterschied?

Die unterschiedlichen Dämmeigenschaften von Mineralwolle-Lamellen und -Platten ergeben sich aus Ausrichtung der Fasern im Herstellungsprozess. Überwiegend senkrecht zum Untergrund liegende Fasern der Lamellen sorgen für eine hohe Querzugfestigkeit, limitieren jedoch die Dämmleistung. Die Fasern von festgepressten Mineralwolle-Platten verlaufen hingegen energetisch günstiger überwiegend parallel zum Untergrund. Für den Einsatz als Brandriegel darf ihre Querzugfestigkeit 5 kPa als Mittelwert nicht unterschreiten. Beide Mineralwoll-Dämmstoffe gewährleisten höchsten Brandschutz der Baustoffklasse A und tragen so gleichermaßen zur Sicherheit von EPS-basierten Wärmedämm-Verbundsystemen bei.

PM des WMI
Mineralwolle-Platten 035 als Brandriegel zugelassen

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