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Die Wohnimmobilienkreditrichtlinie

geld-verbrennenLesetipp: „Sie haben früher gut verdient, besitzen jetzt ein Vermögen, sind aber schon 55? Pech, dann sind Sie leider nicht mehr kreditwürdig. Am Ende werden Sie nämlich womöglich nicht lange genug leben, um einen Immobilienkredit zurückzuzahlen. So mutmaßt zumindest die Wohnimmobilienkreditrichtlinie.
Sie sind viel jünger und verdienen gut? Auch Pech gehabt. Am Ende bekommen Sie Nachwuchs, ein Gehalt fällt aus und wer weiß schon, wie hoch Ihre Rente mal sein wird. Urteil: Ebenfalls nicht kreditwürdig. Das Geschäft mit privaten Baukrediten wird für Viele zur „Frozen Zone“…“ ImmobilienZeitung

  1. Der Maurer
    27.09.2016 um 19:01

    19.09.16 / Kategorie: Presse, Wohnungsbaupolitik
    Wohnimmobilien-Kreditrichtlinie: 26 Wohnungsbau-Akteure fordern Korrektur

    Zugedrehter Kredithahn beschert neue „Wohnungsbau-Bremse“ in Deutschland

    Positionspapier erreicht heute Kanzleramt und Ministerbüros | Bis 20 Prozent weniger Kredite

    Statt den Wohnungsbau deutlich zu fördern, dreht der Bund ihm jetzt auch noch den Geldhahn zu. Genauer gesagt den Kredithahn. Das kritisieren heute 26 Organisationen und Verbände der Bau- und Immobilienbranche, der Architekten, Bauplaner und Ingenieure – darunter auch die Industriegewerkschaft BAU. In einem Positionspapier, das sie gemeinsam als Aktion „Impulse für den Wohnungsbau“ an führende Bundespolitiker geschickt haben, fordern sie eine schnelle Korrektur.

    Gemeint ist die mit „enormer Schärfe“ in deutsches Recht umgesetzte Wohnimmobilien-Kreditrichtlinie. Diese verpflichte Banken und Sparkassen zu einer äußerst restriktiven Vergabepraxis bei Darlehen. So dürften Kreditinstitute seit März Wohnimmobilien oder Grundstücke nicht mehr wie früher als Sicherheit akzeptieren. Dies führe dazu, dass immer mehr Verbraucher, die ein Haus bauen oder eine Eigentumswohnung kaufen wollen, mit ihren Plänen scheitern, weil ihnen ein Kredit verwehrt werde. Auch beim Umbau von Wohnungen und Häusern seien Darlehensabsagen an der Tagesordnung. „Selbst die altersgerechte und energetische Gebäudesanierung bekommt durch die neue ‚Kredit-Bremse‘ einen empfindlichen Dämpfer“, sagt der Koordinator der Aktion „Impulse für den Wohnungsbau“, Dr. Ronald Rast.

    Die Folgen seien schon jetzt erkennbar: „Sogar in Baden-Württemberg ist ein Großteil der Kredite für Wohnimmobilien weggebrochen. Im ‚Ländle der Häuslebauer‘ liegt der Rückgang bei den Immobilien-Darlehen im zweiten Quartal gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres bei 20 Prozent. In den neuen Bundesländern ist es ein Minus von 14 Prozent. Und diese ‚Schrumpfbilanz‘ der Kredite für den Wohnungsbau könnte sich ohne schnelle Korrekturen weiter fortsetzen“, prophezeit Rast.

    Die Aktion „Impulse für den Wohnungsbau“ fordert deshalb den Bund auf, „die Vorschriften zur Kreditwürdigkeitsprüfung so schnell wie möglich zu korrigieren“. So dürfe es beispielsweise für Kredite zur Renovierung der eigenen Wohnung oder des eigenen Hauses „nicht länger eine so strenge, überzogene Vergabepraxis geben“, schreiben die Verbände und Organisationen in dem gemeinsam verfassten Positionspapier, das ans Kanzleramt geschickt wurde. Ebenso erhalten Vize-Kanzler und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel, Bundesbauministerin Barbara Hendricks, alle Fraktionschefs sowie ein Großteil der Abgeordneten des Bundestages heute Post von den führenden Akteuren des Wohnungsbaus in Deutschland.

    Die Aktion „Impulse für den Wohnungsbau“ kritisiert, dass Banken derzeit gezwungen seien, „an der Lebensrealität vorbei zu handeln“: „Gerade Menschen mit einer schmalen Rente, die ihr Haus altersgerecht umbauen wollen, werden durch das Verweigern von Krediten bitter enttäuscht. Wenn sie durch einen seniorengerechten Umbau eine Wertsteigerung ihres Hauses oder ihrer Wohnung schaffen und dadurch länger in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben können, dann ist das zunächst einmal etwas Gutes und vor allem auch eine gute Investition. Auch junge Familien, die bauen wollen, sind von den verschärften Regelungen zur Kreditvergabe betroffen. Denn sie haben oft kein großes Eigenkapital und als Jobstarter eher Einkommen auf der unteren Lohnskala. Hier wirkt sich zusätzlich negativ aus, dass an Jobstarter häufig nur zeitlich befristete Arbeitsverträge gegeben werden. Da läuft etwas falsch …“, sagt Koordinator Ronald Rast.

    Der Wohnungsbau habe bereits viele Klötze am Bein – von einer längst nicht mehr sachgerechten Abschreibung (AfA) über eine überzogene EnEV bis zum viel zu dichten Dschungel im Bauordnungsrecht. „Da sollte er in einem ersten, raschen Schritt vom Klotz der ‚überscharfen Wohnimmobilien-Kreditrichtlinie‘ befreit werden“, fordert Rast.

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  2. 31.08.2016 um 21:18

    Alterdiskriminierung vermeiden, Darlehensvermittler neu definieren, Vermieter kein Verbraucher: In einem neunseitigen Positionspapier hat der Immobilienverband Deutschland IVD seine Lösungsvorschläge zur möglichen Änderung der EU-Wohnimmobilienkreditrichtlinie dargelegt. Das Papier wird heute an die Bundestagsfraktionen versendet. Das zuständige Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz hat es vor wenigen Tagen bereits erhalten. Was konkret drin steht.

    Überarbeitung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie
    IVD-Präsident Schick: Kreditklemme lässt sich lösen

    http://www.dieimmobilie.de/berarbeitung-der-wohnimmobilienkreditrichtlinie-ivd-praesident-schick-mit-unseren-vorschlaegen-laesst-sich-die-kreditklemme-loesen-1472475376/

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  3. Icke
    19.08.2016 um 16:47

    Die neue Immobilienkredit-Richtlinie hilft niemandem
    Im Gegenteil: Sie erschwert die Finanzierung eines Eigenheims für genau diejenigen, die es besonders nötig hätten. Gute Regulierung geht anders.

    In der Alpen-Prawda
    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/eu-regulierung-die-neue-immobilienkredit-richtlinie-hilft-niemandem-1.2996443

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  4. 07.08.2016 um 18:51

    Baugewerbe fordert Korrektur bei Wohnimmobilien-Kreditrichtline

    „Die Bundesregierung ist bei der Umsetzung der sog. Immobilien-Kreditrichtlinie über das Ziel hinaus geschossen. Die Richtlinie ist erst seit vier Monaten in Kraft, ihre negative Wirkung zeigt sich schon heute. Junge Familien und ältere Menschen werden vermehrt von Krediten ausgeschlossen; die einen haben damit keine Chance Wohneigentum zu bilden, die anderen können ihre Eigenheime nicht sanieren. Das war ein Schuss in den Ofen!“ Dieses Fazit zieht der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe, Felix Pakleppa, vier Monate nach Inkrafttreten der Immobilienkredit-Richtlinie.

    Die Überlegungen zu dieser Richtlinie sind vor dem Hintergrund der Finanzkrise und der Immobilienblase vor allem in Spanien zu sehen. Im Deutschland besteht diese Gefahr angesichts von mehr als 400.000 fehlender Wohnungen pro Jahr aber nicht.
    Ziel der Richtlinie ist es, dass die Finanzierer darauf achten, dass der Kunde den Kredit über die gesamte Laufzeit zurückzahlen können muss, wird insbesondere für junge Familien zum Problem, deren Lebensplanung noch nicht abgeschlossen ist. Sie haben damit geringere Chancen, Wohneigentum zu bilden, was angesichts der zu erwartenden niedrigen Renten unhaltbar ist. Gerade Wohneigentum beugt Altersarmut vor. Aber auch für ältere Menschen wird es schwerer, Kredite z.B. für Sanierungsmaßnahmen am eigenen Haus zu bekommen.

    Der zweite Aspekt der Richtlinie, dass Banken den Wert der Immobilie nicht berücksichtigen dürfen, führt zu erheblichen Restriktionen bei den Kreditvergaben.

    „Unsere Unternehmen berichten uns vermehrt von Fällen, in denen Baumaßnahmen geplatzt sind, weil Banken die Kredite nicht gewährten. Das passt überhaupt nicht zu den Zielen der Energiewende, denn es muss ja mehr saniert werden und nicht weniger. Und wir brauchen mehr Wohnungsneubau und nicht weniger.“ So Pakleppa.

    Die ursprüngliche EU-Richtlinie hatte daher auch vorgesehen, dass die verschärften Regelungen nicht bei Kreditverträgen gelten sollen, die zum Bau oder zur Renovierung der Wohnimmobilie dienen. „Diesen Halbsatz hat die Bundesregierung bei der Umsetzung der EU-Richtlinie in nationales Recht unterschlagen und die jetzige Situation ausgelöst. Unsere Nachbarn in Österreich waren schlauer. Sie haben genau diesen Satz übernommen.“ Kritisiert Pakleppa die Bundesregierung.

    Pakleppa weiter: „Wir fordern daher die Bundesregierung auf, die Immobilienkreditrichtlinie genau so zu ändern. Das kann kein großer Aufwand sein. In Zeiten, in denen die EZB immer mehr Geld in den Markt pumpt und Negativzinsen die Banken zu verstärkter Kreditvergabe animieren sollen, passiert genau das Gegenteil: Steigende Eigenkapitalforderungen, mehr Dokumentation und Sicherheiten in Folge von Basel III und nun auch noch Haftungsrisiken bei fehlerhafter Beratung – alles Faktoren, die die Kreditvergabe einschränken.“

    27.07.2016, ZVDB

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