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Konversation zur Wärmeschutz-Lüge

muenchhausen„… in Deutschland rechnen wir verordnet schon grandios falsch, aber Österreich hat uns da überholt. Eine Fehlerquote von 40-50% nach EnEV ist normal und gewünscht. Bestandsgebäude werden schlecht- und gedämmte werden schöngerechnet. Wie dem auch sei (für U = 1,55 brauche ich einen grottenschlechten Lambda-Wert, den ich mit Vollziegeln von Ende 19. Jh. nie erreiche), ich habe 2 Bsp. gerechnet, 1x mit Materialeigenschaft für rho = 1.600 und 1x verordnet mit U=1,55. Noch dabei ist ein Bsp. für die Softwareapplikation.

Die Berechnungen mit fTS sind seit 2006 etabliert, zudem empirisch validiert. Trotzdem weise ich darauf hin, dass es kein Verfahren ist, das man in einer Wärmeschutznorm findet. Dafür sorgen die interessierten Kreise, auch wenn Jahr für Jahr neue Steine aus dem Lügengebäude herausbröckeln.

Insofern muss jeder Energieberater/Sachverständige/Architekt/Ing. selbst für sich entscheiden, was er sich zutraut. Immerhin läuft man Gefahr, dass die Berechnung im öffentlich-rechtlichen Nachweis nicht anerkannt wird. Wenn es um Wärmeschutz geht, interessiert nicht die Praxis, dann gelten die gefälschten und manipulierten Verfahren nach Norm.

Ich z.B. fühle mich verpflichtet, beim Energieausweis nach EnEV (sprich DIN 4108 usw.) darauf hinzuweisen, dass der Besteller massiv betrogen wird, weil ein korrupter Staat Wirtschaftsinteressen vertritt und durchsetzt. Einer Investitionsentscheidung resp. Wirtschaftlichkeitsbetrachtung kann man m.E. eine Fehlerquote von 40-50% nicht zumuten.
Das wäre der nächste Betrug, nicht darauf hinzuweisen.

In der Ray-Galvin-Studie aus 2014 ist das ganze Dilemma m.E. recht anschaulich, ausführlich und verständlich dargelegt. Auch die Bauakademie Salzburg hat dazu beigetragen, zu zeigen dass der Kaiser in Wirklichkeit ohne Kleider dasteht. Selbst das Fraunhofer IBP hat 1983 einen Schwindel aufgedeckt. Usw. usf. Studien und Berichte sind reichlich da.

Dennoch dürfen wir uns sicher sein, dass auch weiterhin alles unternommen wird, um Lug und Trug im Wärmeschutz zu fördern. Ich sehe meine Verpflichtung als deutscher Dipl.-Ing. darin, darauf hinzuweisen. Investitionen sollen naturwissenschaftlich-technisch und nicht religiös-politisch begründet werden. Eine Orientierung an der Praxis dürfte keinem schaden.“

  1. Energieausweis
    30.06.2016 um 16:58

    Was so alles in mir drin steht:

    Hinweise zur Verwendung des Energieausweises
    Der Energieausweis dient lediglich der Information. Die Angaben im Energieausweis beziehen sich auf das gesamte Wohngebäude oder den oben bezeichneten Gebäudeteil. Der Energieausweis ist lediglich dafür gedacht, einen überschlägigen Vergleich von Gebäuden zu ermöglichen.

    Vergleichswerte Endenergiebedarf
    Die modellhaft ermittelten Vergleichswerte beziehen sich auf Gebäude, in denen die Wärme für Heizung und Warmwasser durch Heizkessel im Gebäude bereitgestellt wird. Soll ein Energieverbrauchskennwert verglichen werden, der keinen Warmwasseranteil enthält, ist zu beachten, dass auf die Warmwasserbereitung je nach Gebäudegröße 20 – 40 kWh/(m2·a) entfallen können. Soll ein Energieverbrauchskennwert eines mit Fern- oder Nahwärme beheizten Gebäudes verglichen werden, ist zu beachten, dass hier normalerweise ein um 15 – 30% geringerer Energieverbrauch als bei vergleichbaren Gebäuden mit Kesselheizung zu erwarten ist.

    Erläuterungen zum Verfahren
    Das Verfahren zur Ermittlung von Energieverbrauchskennwerten ist durch die Energieeinsparverordnung vorgegeben. Die Werte sind spezifische Werte pro Quadratmeter Gebäudenutzfläche (AN) nach Energieeinsparverordnung. Der tatsächliche Verbrauch einer Wohnung oder eines Gebäudes weicht insbesondere wegen des Witterungseinflusses und sich ändernden Nutzerverhaltens vom angegebenen Energieverbrauchskennwert ab.

    Energiebedarf – Seite 2
    Der Energiebedarf wird in diesem Energieausweis durch den Jahres-Primärenergiebedarf und den Endenergiebedarf dargestellt. Diese Angaben werden rechnerisch ermittelt. Die angegebenen Werte werden auf der Grundlage der Bauunterlagen bzw. gebäudebezogener Daten und unter Annahme von standardisierten Randbedingungen (z. B. standardisierte Klimadaten, definiertes Nutzerverhalten, standardisierte Innentemperatur und innere Wärmegewinne usw.) berechnet. So lässt sich die energetische Qualität des Gebäudes unabhängig vom Nutzerverhalten und der Wetterlage beurteilen. Insbesondere wegen standardisierter Randbedingungen erlauben die angegebenen Werte keine Rückschlüsse auf den tatsächlichen Energieverbrauch.

    Letzte Seite:
    Modernisierungsempfehlungen zum Energieausweis
    gemäß § 20 Energieeinsparverordnung (EnEV)

    Preisfrage: Was wird den „Modernisierungsempfehlungen“ zugrunde gelegt?
    a) ein überschlägiger Vergleich?
    b) modellhaft ermittelte Vergleichswerte?
    c) Energieverbrauchskennwerte gem. Energieeinsparverordnung?
    d) die Annahme von standardisierten Randbedingungen?
    e) keine Rückschlüsse auf den tatsächlichen Energieverbrauch?

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  2. Simko
    30.06.2016 um 10:58

    Gut ausgebildete Ingenieure wissen, dass EnEV/ KfW Nachweise oder Ausweise absolut Nichts mit tatsächlichen Verbräuchen oder Bedarfen zu tun haben.
    Vielleicht hilft ein Blick bzgl. z.B. Geltungsbereich der jeweils dort zugrundegelegten Normen.
    Wenn man zudem den Gesamtzusammenhang zwischen Anlagentechnik, Gebäude, Klimastandort, Nutzerverhalten insgesamt nicht begriffen hat bzw. beherrscht, kommt natürlich nur Müll heraus.

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