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Solare Erträge opaker Bauteile – der EnEV-Lügenturm wackelt

enrgiemasterhausauswertung1Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich. Bislang gab es laut Verordnung (EnEV, DIN 4108) keine solaren Gewinne über opake Bauteile, nur durch die Fenster ins Haus gelangende Wärme hatte per ordre de mufti zur Energiebilanz beizutragen. Siehe auch im Artikel Die Leiden deutscher Ingenieure vom 27.06.2016:

„Seit vielen Jahren werden Wärmeschutznachweise mit einer Software erstellt, deren Rechenkern im Auftrag der Bundesregierung vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik erstellt wurde. In diesem Rechenmodell werden Sonnenstrahlen, welche auf Fenster treffen, rechnerisch als Energiegewinn berücksichtigt. Solche, welche auf Außenwände fallen, unlogischer Weise und inkonsequenter Weise nicht.“

Am 28.06.2016 berichtet der GEB Newsletter gar Wunderliches: „Beim energieeffizienten Bauen wird die solare Strahlung auf die Klinkerfassade eines Gebäudes bisher kaum gezielt genutzt. Nun haben drei Wissenschaftler der FH Münster ein System entwickelt, das den Klinker als temporäre Energiequelle zum Betrieb einer Wärmepumpe in den Wintermonaten und zur Trinkwassererwärmung im Sommer nutzen könnte. …

„Wir haben Mehrschichtverbundrohre in genutete Klinkersteine eingesetzt und in unseren Versuchen die Erwärmung des zirkulierenden Fluids gemessen“, erklärt Mähner das Forschungsvorhaben, das in Kooperation mit dem Klinkerwerk durchgeführt wurde. An sonnigen Wintertagen im Untersuchungszeitraum von Januar 2014 bis Dezember 2015 betrug das Energieentzugspotenzial zwischen 0,4 und 1,9 kWh/(m2d).“

Nach DIN wäre dies ein Ding der Unmöglichkeit, weil gem. der verordneten hirnrissigen Theorie in der Heizperiode eingestrahlte Wärme keinen Gewinn ermöglicht, weil sie angeblich sofort abgestrahlt wird, mithin ein Nullsummenspiel.

Was machen nun FH Münster und Klinkerwerk Hagemeister? Die behaupten tolldreist, dass die Klinker, in denen sie unterseitig die Rohre platzieren, Wärme aufnehmen und nach innen abgeben, wo sie vom Fluid aufgenommen wird. Ein Wunder!

Ein Wunder? Nein, nur die simple Ausnutzung von aus der Praxis und der Forschung Bekanntem,. Wobei man hier auf die Forschung getrost verzichten kann, weil die Lebenserfahrung eigentlich bereits genügt: scheint die Sonne auf die Wand, wird die Wand warm, auch wenn es draußen sehr kalt ist. Die Wand bleibt auch eine ganze Zeit warm – und solange wird weniger Heizenergie benötigt. So ist das – nur nicht in der aberwitzigen Welt von DIN und EnEV.

Dass die Fachleute einen alten Hut aufpolieren und anwenden, sei ihnen gegönnt. Mehr noch sei der FH Münster gedankt, dass endlich mal wieder eine deutsche Hochschule dazu beiträgt, das Lügengebilde von DIN und EnEV zum wackeln zu bringen. Dafür, dass er nicht gleich einstürzt, sorgen schon bestimmte interessierte Kreise. Immerhin: es gelingt nicht unendlich, zu lügen und Heerscharen von Ingenieuren, Architekten, Hausbesitzen für blöd zu verkaufen.

Solare Erträge opaker Bauteile

Die wissenschaftlichen Grundlagen aus 2009:
„Solare Erträge opaker Bauteile“ als offene PDF
Studie über den Einfluss der solaren Erträge über die Außenwände
auf den Energiehaushalt eines Wohngebäudes

Eine Praxisauswertung aus 2015:
Energiemasterhaus Auswertung: Solare Gewinne
Merke: nichts ist brutaler, ehrlicher, wahrer als die Praxis.

Weitere Grundlagen und Belege:

Das soll genügen, in der Studie ist eh alles genau beschrieben.

***

Die PM der FH Münster vom 24.06.2016:
Sonnenstrahlung auf Fassade zum Heizen nutzen
Wissenschaftler der FH Münster entwickeln Energieklinker und melden Patent an

Münster/Nottuln (24. Juni 2016). Ob Photovoltaikanlage, Wärmedämmung oder Lüftungsanlage – wer ein Haus plant, berücksichtigt die energieeffiziente Bauweise. Bislang außer Acht gelassen wurde dabei die solare Strahlung auf die Klinkerfassade eines Hauses. Dass auch sie für Heizzwecke oder zur Warmwassererwärmung genutzt werden kann, zeigen drei Wissenschaftler der FH Münster. Sie haben ein System entwickelt, das den Klinker als temporäre Energiequelle zum Betrieb einer Wärmepumpe in den Wintermonaten und zur Warmwassererwärmung in den Sommermonaten nutzen könnte. Ihre Erfindung haben Prof. Dr. Dietmar Mähner, Jacob Lengers und Carina Brand vom Fachbereich Bauingenieurwesen zusammen mit dem Klinkerwerk Hagemeister aus Nottuln zum Patent angemeldet.

„Wir haben Mehrschichtverbundrohre in genutete Klinkersteine eingesetzt“, erklärt Mähner das Forschungsvorhaben, das in Kooperation mit dem Klinkerwerk durchgeführt wurde. „In diesen Rohren zirkuliert ein von einem Kühlaggregat heruntergekühltes Fluid. In unseren Versuchen haben wir die Erwärmung dieses Fluids gemessen.“ Die Kombination von durchströmtem Verbundrohr und sonnenbeschienenem Klinker stelle einen einfachen Wärmetauscher dar, der die solare Strahlung zur Erzeugung von Heizwärme nutzbar mache. „Wir haben gezeigt, dass das mithilfe unseres Energieklinkers tatsächlich möglich ist.“ An sonnigen Wintertagen betrug das tägliche Energieentzugspotenzial pro Quadratmeter Versuchsfläche zwischen 0,4 und 1,9 Kilowattstunden im Untersuchungszeitraum von Januar 2014 bis Dezember 2015.

In die genuteten Klinkersteine wurden Mehrschichtverbundrohre eingesetzt. Darin zirkuliert ein von einem Kühlaggregat heruntergekühltes Fluid. Das Verbundrohr in Kombination mit dem sonnenbeschienen Klinker stellt einen einfachen Wärmetauscher dar. (Foto: FH Münster/Pressestelle)

In die genuteten Klinkersteine wurden Mehrschichtverbundrohre eingesetzt. Darin zirkuliert ein von einem Kühlaggregat heruntergekühltes Fluid. Das Verbundrohr in Kombination mit dem sonnenbeschienen Klinker stellt einen einfachen Wärmetauscher dar. (Foto: FH Münster/Pressestelle)

Das Verfahren funktioniert folgendermaßen: Die Sonnenstrahlung trifft zunächst auf die Klinkeroberfläche und wird hier in thermische Energie umgewandelt. Das geschieht in Abhängigkeit vom solaren Absorptionsgrad – dem Maß für die Fähigkeit der Klinkeroberfläche, aus solarer Strahlung Wärme zu bilden. Ein Teil dieser Energie wird jedoch wieder an die Umgebung abgegeben.

Die im Mauerwerk verbleibende Energie führt zur Erwärmung des Klinkers und diese kann dementsprechend genutzt werden. In Abhängigkeit von der Wärmeleit- und Wärmespeicherfähigkeit des Klinkers erfolgt die Durchwärmung des Mauerwerks mehr oder weniger schnell. Die eingebrachte Energie wird dann mithilfe von den in die Klinkerfassade integrierten Verbundrohren entzogen und kann anschließend einer Wärmepumpe zugefügt werden. „Um die Systemintegration des Energieklinkers in Wärmepumpenanlagen tatsächlich beurteilen und erfolgreich durchführen zu können, muss nun in weiteren Forschungen die Brücke zu den Herstellern von Wärmepumpen oder Fachplanern geschlagen werden“, sagt Mähner. Sobald dieser Schritt und die Patentanmeldung abgeschlossen sind, will das Klinkerwerk Hagemeister seinen Kunden den Energieklinker anbieten.

  1. 28.06.2016 um 12:04

    Die dena meldet heute:
    Energy Efficiency Award 2016: Bewerbungsfrist verlängert bis 30. Juli
    Gesucht sind Energieeffizienzprojekte von Unternehmen aus allen Branchen
    Das wäre doch ein guter Anlass?

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  1. 12.07.2016 um 12:59
  2. 30.06.2016 um 06:00

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