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Überraschung: Nachfrage nach Wohnungen hält an

schMakler von LBS und Sparkassen vermitteln im Jahr 2015 34.300 Objekte mit Rekordvolumen von 6,4 Milliarden Euro – Preise überwiegend noch „im Rahmen“
BERLIN – Preissteigerungen ja, Preisübertreibungen nein – auf diese Formel lässt sich das Jahresergebnis der LBS-Immobiliengesellschaften und der Sparkassen-Immobilien-Vermittlungs-GmbH (Bayern) bringen, das heute in Berlin vorgestellt wurde. Mit 34.300 vermittelten Objekten (plus 1,9 Prozent) im Wert von 6,4 Milliarden Euro (plus 7,5 Prozent) haben die Makler von LBS und Sparkassen erneut einen Rekordumsatz erzielt. Die Geschäftszahlen der größten Maklergruppe in Deutschland sind ein wichtiger Indikator für das Wohnungsmarktgeschehen in der Bundesrepublik.

„Das Vermittlungsgeschäft wird aktuell geprägt von der unverändert hohen Nachfrage nach Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen sowie einem knapper werdenden Angebot an Gebrauchtobjekten“, erklärte LBS-Verbandsdirektor Axel Guthmann bei der Vorlage der Zahlen. Der inzwischen „angesprungene“ Neubau verspreche perspektivisch Entlastung, „denn wer in eine neue Wohnung einzieht, macht in der Regel eine alte Wohnung frei“. Diese Entwicklung brauche aber Zeit, so dass es eine natürliche Entwicklung sei, wenn bei anhaltender Knappheit die Preise für Bestandsobjekte weiter anziehen. Von einzelnen „Hotspots“ abgesehen seien die Immobilienpreise in Deutschland aber immer noch moderat. So kostete eine Eigentumswohnung aus dem Bestand bei LBS und Sparkassen im vergangenen Jahr durchschnittlich 127.000 Euro (plus 7,8 Prozent), ein Einfamilienhaus 181.000 Euro (plus 5,4 Prozent). „Obwohl die Käufer von Bestandsobjekten in der Regel noch zusätzlich Aufwendungen für Instandsetzung und Sanierung einkalkulieren müs-sen, machen diese Zahlen deutlich, dass Wohneigentum nach wie vor für große Teile der Bevölkerung erschwinglich ist“, erläuterte Guthmann. Dass die Preise im Bestand nicht „davonliefen“, sondern sich noch im Rahmen bewegten, zeige auch der längerfristige Vergleich: innerhalb der letzten zehn Jahre stiegen die Preise der von den LBS- und Sparkassenmaklern vermittelten gebrauchten Eigentumswohnungen durchschnittlich um ein Drittel, die Preise für gebrauchte Einfamilienhäuser um 22 Prozent (während die Verbraucherpreise im selben Zeitraum um 17 Prozent stiegen). Dabei sei die größte Preisdynamik auf dem Immobilienmarkt in der zweiten Hälfte dieser Dekade zu registrieren, was unverkennbar zurückzuführen sei auf die seither massiv gesunkenen Kapitalmarktzinsen.

Neubauobjekte kosten nach den vorliegenden Vermittlungsergebnissen sowohl bei den Eigentumswohnungen als auch bei Einfamilienhäusern doppelt so viel wie Bestandsimmobilien. So mussten Erwerber im vergangenen Jahr durchschnittlich 255.000 Euro für eine neue Wohnung und 358.000 Euro für ein Haus bezahlen. Die ausgeprägte Preisdifferenz zwischen Neubauten und Objekten im Bestand dürfte nach den Worten Guthmanns insbesondere darauf zurückzuführen sein, dass die neuen Objekte vor allem in den Schwerpunkten der Wohnungsnachfrage entstehen, mit den dort tendenziell höheren Grundstückspreisen. Aber auch die hohen Anforderungen an die energetische Qualität eines Neubaus machten sich bemerkbar.

Aufgrund der historisch niedrigen Zinsen, der guten Beschäftigungslage und des weiter wachsenden Wohnraumbedarfs – auch aufgrund der deutlichen Zuwanderung – rechnet LBS-Verbandsdirektor Guthmann mit einer Fortsetzung der hohen Nachfrage nach Immobilieneigentum. Ob es gelingt, die Preise weiter im Zaum zu halten, hänge letztlich davon ab, wie schnell die Neubautätigkeit auf die inzwischen nicht nur in Ballungsgebieten und Universitätsstädten sichtbaren Knappheiten reagiert. Ent-scheidender Engpassfaktor sei dabei nicht die Investitionsbereitschaft, sondern vielmehr die Bereitstellung von Bauland, wie auch die Vermittlungszahlen von LBS und Sparkassen zeigten: Im zweiten Jahr in Folge stiegen die Grundstückspreise um über 10 Prozent, im Zehn-Jahres-Vergleich um über 50 Prozent. Insbesondere die Kommunen seien deshalb aufgerufen, bestehende Flächenreserven zu mobilisieren.

21.03.2016 – Bundesgeschäftsstelle Landesbausparkassen – Referat Presse – Presseinformation: Hohe Nachfrage nach Häusern und Wohnungen hält an

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  1. 22.06.2017 um 19:17

    Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft
    Häuserschwemme auf dem Land: 2.764 Prozent zu viel gebaut

    In vielen Landkreisen wird derzeit deutlich mehr gebaut, als angesichts schrumpfender Einwohnerzahlen und bestehender Leerstände sinnvoll wäre. Das hat eine Untersuchung des Instituts der Deutschen Wirtschaft ergeben. Im Extremfall übersteigt die Zahl der Neubauten den Bedarf an Eigenheimen um enorme 2.764 Prozent.

    http://www.dieimmobilie.de/studie-des-instituts-der-deutschen-wirtschaft-haeuserschwemme-auf-dem-land-2764-prozent-zu-viel-gebaut-1497876844/

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  2. 24.05.2017 um 07:11

    PRESSEMITTEILUNG des Statistischen Bundesamtes (DESTATIS) Nr. 171 vom 24.05.2017

    Auftragseingang im Bauhauptgewerbe im März 2017: – 0,5 % saisonbereinigt zum Vormonat

    WIESBADEN – Der saison-, arbeitstäglich- und preisbereinigte Auftragseingang im Bauhauptgewerbe war nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im März 2017 um 0,5 % niedriger als im Februar 2017. Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich stieg das Volumen der saison-,
    arbeitstäglich- und preisbereinigten Auftragseingänge von Januar bis März 2017 gegenüber Oktober bis Dezember 2016 um 0,9 %.

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  3. icke
    06.01.2017 um 17:40

    Großstädte werden auch in den kommenden 20 Jahren noch boomen. Das zeigen die Bevölkerungsprognosen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln am Beispiel von Berlin, Frankfurt und München. Bis 2035 wird dort ein Wachstum zwischen 11% und 15% vorausgesagt.

    http://www.immobilien-zeitung.de/1000039679/run-auf-grossstaedte-haelt-bis-mindestens-2035-an/

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  4. 23.06.2016 um 15:15

    PRESSEMITTEILUNG des Statistischen Bundesamtes (DESTATIS) Nr. 206 vom 17.06.2016

    Genehmigte Wohnungen von Januar bis April 2016: + 31,2 % gegenüber Vorjahreszeitraum

    WIESBADEN – Im Zeitraum Januar bis April 2016 wurden in Deutschland 31,2 % oder knapp 27 800 mehr Baugenehmigungen von Wohnungen erteilt als in den ersten vier Monaten 2015. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, wurde von Januar bis April 2016 der Bau von insgesamt 117 000 Wohnungen genehmigt. Eine höhere Zahl hatte es in den ersten vier Monaten eines Jahres zuletzt im Jahr 2000 gegeben (122 400).

    +++

    Die vollständige Pressemitteilung (inklusive PDF-Version) ist im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes unter http://www.destatis.de/presseaktuell zu finden.

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  5. 08.04.2016 um 16:39

    3,5 Millionen neue Wohnungen könnten bundesweit durch den Abriss und Wiederaufbau von 1,8 Millionen alten Häusern geschaffen werden. Zu diesem Ergebnis kommt jetzt eine Studie der Bauforschungseinrichtung Arge Kiel und des Pestel-Instituts Hannover.

    „Wenn sich nach einer Bewertung der jeweiligen Gebäude eine Modernisierung nicht mehr lohnt, sind der Abriss und der anschließende Neubau die beste Lösung und eine effektive Antwort auf den Wohnungsmangel“, meint Arge-Studienleiter Dietmar Walberg. Sollten die Gebäude nicht bereits komplett von ihren Nutzern verlassen worden sein, sei ein sozial ausgewogenes Mietermanagement Bestandteil des Konzepts.

    Mit der Abrissbirne gegen die Wohnungsnot
    http://www.immobilien-zeitung.de/1000032093/mit-abrissbirne-gegen-wohnungsnot

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  6. 01.04.2016 um 17:30

    Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) Referatsleiter für den Wohnungs- und Immobilienmarkt. Nach seinen Schätzungen stehen derzeit bundesweit rund 2 Mio. Wohnungen leer, gegenüber 1,8 Mio. im Jahr 2011. Die durchschnittliche Leerstandsquote dürfte sich von 4,5% auf etwa 5% erhöht haben.

    Und gleichzeitig, ebenda:

    Flüchtlinge als Boom-Faktor für Wohninvestments
    Die Flüchtlinge der Jahre 2015 und 2016, die auf Dauer in Deutschland bleiben, brauchen rund 370.000 Wohnungen. Der bestehende Leerstand wird diesen Bedarf nur zu einem geringen Teil decken. Das schafft neues Investitionspotenzial insbesondere für einfache Lagen und Wohnformen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung von Quantum Research.
    http://www.immobilien-zeitung.de/1000031948/fluechtlinge-als-boom-faktor-fuer-wohninvestments

    Das verstehe einer.
    2 Mio. : 370 TWE = 5,67 Jahre kein Problem mit den lieben Gästen.
    „Wohninvestment“ klingt toll. Wer bezahlt ab? Wer gibt das Geld für die Mieten?
    Keine Angst, Steuerzahler, das Geld kommt „vom Staat“.

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  7. Horst
    01.04.2016 um 17:28

    IZ NL vom 01.04. (trotzdem kein Scherz):
    die Tagesmedien balgen sich um die dramatischste Schlagzeile zur angeblichen Wohnungsnot wie ausgehungerte Hunde um den mageren Knochen. Die Politiker stimmen ins Geheule mit ein und fletschen gegenüber der Immobilienbranche mit immer neuen Gesetzen die Zähne. Doch in weiten Teilen Deutschlands sind, wie unsere Titelgeschichte zeigt, nicht Menschen ohne Wohnung, sondern „Häuser ohne Menschen“.
    http://www.immobilien-zeitung.de/135773/haeuser-ohne-menschen

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  8. 30.03.2016 um 18:08

    Entwarnung!

    „Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln
    Wohnen in den Großstädten wird günstiger“

    http://www.dieimmobilie.de/studie-des-instituts-der-deutschen-wirtschaft-koeln–1459255131/

    Der Wermutstropfen:
    „In der Großstadt wohnen wird seit Jahren günstiger – aber nicht in allen und nicht für jeden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW).“

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