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Weg mit den regulatorischen Fesseln

energie-sparen-03_GDI_Einsparpotenzial„Ein Plädoyer für Einfachheit. Der Wohnungsbau in Deutschland wird durch eine Reihe regulatorischer Fesseln sehr stark eingeschränkt: … EnEV aussetzen
Neben den Stellplatzvorgaben sollte auch dringend die Energieeinsparverordnung (EnEV) auf den Prüfstand, denn diese nimmt eine Sonderrolle bei den Kostentreibern im Wohnungsbau ein. Die EnEV wurde in den vergangenen Jahren mehrfach erweitert. Die jüngste Neuauflage ist am 1. Januar 2016 in Kraft getreten. Allein diese Aktualisierung erhöht die Baukosten noch einmal um 7,3 Prozent. Neben den hohen Kosten ist auch der Nutzen der Maßnahmen eher fraglich: Neubauobjekte sind mittlerweile so dicht isoliert, dass die Lüftung zu einem echten Problem wird. Neu errichtete Wohnungen sind mit einer Thermoskanne vergleichbar. Das führt zu paradoxen Maßnahmen: Man bohrt quasi die Außenhülle wieder auf und schafft Lüftungsöffnungen. In der Realität heißt das: In die so akribisch abgedichteten Fenster werden kleine Öffnungen eingebaut, um überhaupt eine vernünftige Durchlüftung des Wohnraums gewährleisten zu können….“
Die Immobilie, 04.01.2016, von Kruno Crepulja, Geschäftsführer des Projektentwicklers Formart

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  1. 06.01.2016 um 20:00

    Die EnEV hat keine wissenschaftlich haltbare Grundlage. Würde das gerichtlich überprüft werden- von der Bundesregierung ist da leider keine Initiative zu erwarten, Begründung:
    Die EnEV ist ein Politikum.- müsste die EnEV durch Gerichtsurteil aufgehoben werden. In Berlin gibt es eine analoge Rechtsprechung zum Mietpreisspiegel, dem in einem Urteil die wissenschaftliche Grundlage aberkannt worden ist.

    Die Fachleute in der Bundesregierung stehen ebenfalls der EnEV skeptisch bis ablehnend gegenüber und hoffen nun, dass aus der Öffentlichkeit Druck ausgeübt wird.

    Die EnEV verstöst gegen anerkannte Wissenschaft, weil

    1) sie auf dem U-Wert aufbaut, der nur die Wärmeleitung im Laborzustand beschreibt. Bauwerke stehen aber nicht im Labor.

    2) sie leugnet den instationären Zustand der Randbedingungen.

    3) sie leugnet die äquivalente Wirkung bezüglich der Wärmeleitung hinsichtlich von grossen Speichermassen, wie sie dem üblichen Mauerwerk zu eigen sind.

    4) sie leugnet die äquivalente Wirkung bezüglich der Wärmeleitung hinsichtlich der Wärmekapazität von üblicherweise schwerem Mauerwerk.

    5) sie leugnet den Einfluss von Wärmestrahlungsprozessen, obwohl diese überschlägig mit 80% das energetische Geschehen an Bauwerken beeinflussen. In der EnEV wird Wärmestrahlung nicht behandelt.

    Daher ist die EnEV ein unter dem Einfluss der Dämmstofflobby zustandegekommenes unsäglich falsches und dummes Machwerk.

    Viele Architekten – wohl die meisten – stehen auf dem Standpunkt, dass ihnen das Wurscht ist und halten sich – oft gegen besseres Wissen an die EnEV.

    Sie sollten aber eines Bedenken:
    Die Wissenschaftsgeschichte zeigt, dass früher oder später wissenschaftliche Fehlleistungen aufgedeckt worden sind und alle Welt dann weiss, dass sie hinters Licht geführt worden ist. Bei der heutigen Kommunikationsdichte kann das sehr schnell passieren. Und dann stehen diese Kollegen voll in der Haftung für die Schäden, die sie gesetzes-und verordnungstreu angerichtet haben.

    Zur Zeit rege ich bei „Modernisierungsbetroffenen“ an, bei Gericht zu beantragen, dass professionelle Physiker die EnEV bewerten und keineswegs Bausachverständige, die ja niemals Physik studiert haben und von den energetischen Vorgängen z.B. in Umfassungswänden nichts verstehen, auch wenn sie sich das einbilden.

    Es wird höchste Zeit, dass der Irrsinn, der durch die EnEV verkörpert wird, beendet wird.
    Hoffen wir auf einsichtige und verständige Richter und tüchtige Rechtsanwälte.

    Beste Grüsse

    Christoph Schwan
    Architekt AKB
    Berlin

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  2. 06.01.2016 um 16:25

    Zu den angesprochenen „paradoxen Maßnahmen“ fällt mir ein: da war doch was.
    Ach, ja, hier:
    Das Fenster
    – vom Licht- und Luftdurchlass
    zum hermetischen Hightech-Element
    Unsinnigkeiten in der technischen Entwicklung
    PDF 9 S.
    Download kostenfrei
    http://download.dimagb.de/docs/bumann/Das_Fenster.pdf

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  3. 06.01.2016 um 14:19

    Ich verstehe in diesem Zusammenhang überhaupt nicht, warum die Bauherren sich nicht der vollständigen Befreiungsmöglichkeiten vom Klimastuß bedienen. § 25 EnEV und § 9 EWärmeG garantieren in sachgerechter Umsetzung des Eigentumschutzes gem. Art. 14 GG die Befreiung vom Dämmen und Kesseltauschen und sonstigem Ökozwang, da sich dieser ja weder bei Alt- noch Neubau ausreichend amortisiert. Ist es Dummheit oder Vorsatz, diese simplen Befreiungsmöglichkeiten vollständig ungenutzt beiseitezulassen? Wobei der Unwirtschaftlichkeitsnachweis mit jeder verschärfenden Novelle noch besser gelingt. Aber nörgeln und jammern, was das Zeugs hält. Sehr, sehr witzig!

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