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BBU zum Wohnimmobilienmarkt Berlin-Brandenburg

haus2Berlin und Potsdam – Unter den 16 deutschen Landeshauptstädten und Stadtstaaten ist der Wohnungsbestand in Potsdam am jüngsten: Rund elf Prozent aller Wohnungen sind hier im Jahr 2000 oder später errichtet worden. Ganz anders ist das Bild im benachbarten Berlin. Die Bundeshauptstadt bildet mit einem Anteil von nur 2,7 Prozent Neubauwohnungen das Schlusslicht – und liegt sogar noch weit unter dem Neubauwohnungs-Durchschnitt von 5,6 Prozent. 

Das geht aus Mikrozensus-Daten des Statistischen Bundesamtes hervor. „Diese Zahlen zeigen: Potsdam baut relativ viel, Berlin relativ wenig. Auch wenn der Mikrozensus im Jahr 2011 durchgeführt wurde, dürften diese Werte auch heute noch sehr repräsentativ sein. Der Wohnungsmarkt ändert sich nur relativ langsam“, so Maren Kern, Vorstand beim BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. Nach Potsdam kommt München mit einem Neubauwohnungsanteil von 8,7 Prozent auf den zweiten Platz, gefolgt von Mainz (8,4 %), Erfurt (6,4 %) und Hamburg (5,6 %).

In Berlin ist dafür der Anteil von Altbauwohnungen so hoch wie in keiner anderen Landeshauptstadt

bzw. Stadtstaat: Gut 27 Prozent aller Wohnungen wurde hier vor 1919 erbaut. Der Durchschnitt aller 16 miteinander verglichenen Städte liegt bei 15,6 Prozent.

Weitere Details zu den Wohnungsmärkten in Berlin, Potsdam, fünf weiteren deutschen Metropolen sowie rund 50 brandenburgischen Städten werden morgen zusammen mit dem neuen BBU-Marktmonitor vorgestellt.

Gute Entwicklung, große Potenziale, aber auch enorme Herausforderungen: So resümierte BBU-Vorstand Maren Kern die wesentlichen Ergebnisse des BBU-Marktmonitors 2015. „Wachstum ist das große Thema unserer Region. Es sozial zu gestalten und seine Begleiterscheinungen zu bewältigen, muss das oberste Ziel der Wohnungs- und Stadtentwicklungspolitik sein. Die Wohnungswirtschaft in Berlin-Brandenburg steuert ihren Part dazu bei, kann das aber auch nur mit den richtigen Rahmenbedingungen.“

Als drängendste Aufgaben nannte Kern zum einen die rasche Ausweitung des Wohnungsangebots durch Neubau in Berlin-Potsdam sowie eine bessere Vernetzung mit dem übrigen Land Brandenburg. Zum anderen müssten lebenswerte und stabile Nachbarschaften und Städte gesichert werden. Neben mehr öffentlichen Investitionen in Infrastruktur, Wohnungsbau und Verwaltung seien vor allem die Absenkung von Baustandards, die ausreichende Bereitstellung von Bauland und die Entschlackung von Planungs- und Vergabeverfahren vordringlich. Kern: „Nur mit Flexibilität, Pragmatismus und Mut werden wir verhindern können, dass sich die Wohnungsmarktlage in Teilen unserer Region zu einer Wohnungsnot zuspitzt.“

BBU-Mieten Berlin: Deutlich unter Marktniveau

Bei den BBU-Mitgliedsunternehmen in Berlin lagen die Bestands-Nettokaltmieten 2014 mit durchschnittlich 5,43 pro Monat und Quadratmeter Wohnfläche (+2,5 %) deutlich unter dem Mietspiegeldurchschnitt (5,84 €/m2). Noch ausgeprägter war der Unterschied bei Neuvertragsmieten: Mit durchschnittlich 6,31 Euro pro Monat und Quadratmeter Wohnfläche lagen die BBU-Mitgliedsunternehmen um rund 30 Prozent unter den Marktmieten (9,01 €/m2). Kern: „Wir bleiben der starke Stabilitätsanker für das wachsende Berlin.“

BBU-Mieten Land Brandenburg: 80 Prozent der Orte unter fünf Euro

Die Bestandsmieten bei den BBU-Mitgliedsunternehmen im Land Brandenburg lagen 2014 durchschnittlich bei 4,79 Euro pro Monat und Quadratmeter Wohnfläche (+2,1 %). Lediglich neun der insgesamt 46 erfassten Orte im Land Brandenburg hatte eine Nettokaltmiete von mehr als fünf Euro pro Quadratmeter. In den Städten des weiteren Metropolenraums lag die durchschnittliche Bestandsmiete sogar nur bei 4,60 Euro pro Quadratmeter. Kern: „Die Wohnpotenziale von Brandenburgs Städten könnten einen Beitrag zur Entlastung der Wohnungsmärkte in Berlin und Potsdam leisten. Hierzu muss aber die regionale Vernetzung weiter vertieft werden. Das Wachstum muss besser verteilt werden.“

Willkommenskultur für Wachstum

Berlin, Potsdam und das Berliner Umland wachsen immer schneller – Berlin nach derzeitigem Stand wahrscheinlich sogar bis 2030 von derzeit knapp 3,5 Millionen auf vier Millionen Einwohner. Um dieses Wachstum zu bewältigen, müssten allein in Berlin bis 2030 rund 300.000 neue Wohnungen gebaut werden, etwa 100.000 davon bis 2020. Das heißt: „Wir bräuchten eigentlich eine Verdopplung der heutigen Fertigstellungszahlen. Hinzu komme die notwendige Stadtinfrastruktur. Ohne eine Willkommenskultur und Agenda für Wachstum werden sich diese Herausforderungen nicht bewältigen lassen“, so Kern.

Der BBU-Marktmonitor

Rund 900.000 ausgewertete Daten aus Bestands- und Neumietverträgen, eine umfangreiche Zusatzstudie und zehnjährige Zeitreihen: Der BBU-Marktmonitor 2015 stellt die Wohnungsmärkte Berlin-Brandenburgs in ihrer ganzen Differenziertheit dar. Mit einzigartiger Detailtiefe liefert er so Ansatzpunkte für die Gestaltung der weiteren Entwicklung der Hauptstadtregion. 

DIE THEMEN                                

  • Mieten Berlin: BBU-Mitgliedsunternehmen dämpfen den Markt
  • Mieten Land Brandenburg: Vielfach sehr schwach
  • Brandenburgische Städte: Entlastung für Berlin und Potsdam?
  • Zukunftskonzept Wachstum

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