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EnEV Abzocke – und es kommt noch schlimmer

enevdinhokuspokus

Die Schönrechnerei nach EnEV / DIN fördert manchmal absurde Ergebnisse hervor, getreu dem Motto „Mehr einsparen als verbrauchen“, oft bis meist sind es unwirtschaftliche Ergebnisse. Ohne die Schönfärberei sehen die Ergebnisse oft viel bescheidener aus, sodass sich der normal denkende Hausbesitzer sagt: danke schön, aber das kann keine sinnvolle Investition sein.

Schlechter dran ist der Mieter, der vom Vermieter auf Gesetzesgrundlage bestens ausgenommen werden kann. Zahlen bis in alle Ewigkeit, so will es der Gesetzgeber (der wessen Interessen vertritt?). Einsparung? 1% genügt, sagt der BGH, denn der Gesetzgeber will es ja so. Amortisation? Kein Kriterium, Hauptsache man spart „nachhaltig“ etwas Energie ein.

Hier ein Beispiel aus der Praxis. Ein Mietshaus in B., 2015,
Zahlenspielereien in der Modernisierungsankündigung:

Bedarf vor der Sanierung: 283 kWh/m²a (schlechtgerechnet)
Bedarf nach der Sanierung: 92 kWh/m²a (schöngerechnet)
Verbrauch vor der Sanierung: 109 kWh/m²a (abgerechnet)

Hier die ganze Sache als PDF zum  Download.

Es folgen weitere haarsträubende Beispiele
und lehrreiche Artikel der letzten 5 Jahre:

Wer zeigt sich überrascht? Und warum. Eigentlich ist alles bekannt, das meiste dokumentiert und nachgewiesen:

galvinstudie„Da der Verbrauch vor Sanierung viel niedriger ist, als die EnEV in ihren Berechnungsmethoden anerkennt, ergeben sich viel niedrigere Einsparungsquoten als in den Berechnungen der EnEV vorgesehen. Die Einsparungen liegen im Schnitt 40% bis 50% niedriger als errechnet, wobei die weiter unten ausgeführten Probleme noch gar nicht eingerechnet sind.
Diese Lücke hat nichts mit technischem Versagen bei der energetischen Sanierung zu tun, es ist schlichtweg eine mathematische Funktionsstörung.“

Warum deutsche Hauseigentümer ungern energetisch sanieren, Ray Galvin, School of Business and Economics / E.ON Energy Research Center, Institute for Future Energy Consumer Needs and Behavior, RWTH-Aachen University, Mathieustr. 10, Aachen D-52074

Warum Hauseigentümer ungern energetisch sanieren

Wem das nicht genügt: es gibt noch mehr Studien
Man muss sich nur mal damit befassen und die Sachverhalte verinnerlichen.

Und was bedeutet „es kommt noch schlimmer“?

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  1. 16.05.2017 um 12:26

    Trojanisches Pferd
    „Die Zeche zahlen wir“, sagt Trinks, seit einigen Jahren einer der Aktiven im „Pankower Mieterprotest“. Das Problem seien die gesetzlichen Vorschriften einer „Energieeinsparverordnung“ (EnEV), nach der die Vermieter unter anderem auch elf Prozent der Modernisierungkosten jährlich auf die Miete umlegen dürfen. Spätestens nach neun Jahren hat er alle Ausgaben wieder rein – doch der Mieter zahlt weiter die seinerzeit infolge der Sanierung erhöhte Miete. Wenn er das nicht kann, muss er raus. „Das öffnet teurer, nicht notwendiger Modernisierung Tür und Tor. Ein trojanisches Pferd, mit dem ganz legal Menschen aus ihren Wohnungen verdrängt werden“, klagt Trinks. „Und ein doppeltes Schnäppchen für viele Hausbesitzer, die hohe Renditen einstreichen.“

    aus: Keine Lust auf „Verdämmung“
    http://www.abendblatt-berlin.de/2017/04/28/keine-lust-auf-verdaemmung/

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  2. 15.05.2017 um 10:44

    Zitat:

    „Energetische Modernisierung hebelt in Berlin/Schmargendorf Denkmalschutz aus!

    In dem 30er Jahre Wohnviertel rund um die Salzbrunner Straße werden die Mieten um € 1,50 pro qm durch das Dax-Unternehmen Venovia erhöht. Die Mieter der 194 Wohnungen sind vor allem Rentner, Künstler und gering Verdiener. Die Bewohner hielten nach der Modernisierungsankündigung zusammen und gründeten den „Schmargendorfer Mieterprotest“ und versuchten den Umfang der Planung durch Venovia mit juristischen Schritten, Vermittlungsversuchen zu verringern.

    Der Denkmalschutz wurde beantragt und im August 2016 wurde der Denkmalwert bestätigt. Das Eintragungsverfahren wurde eingeleitet, was vertiefende Recherchen erforderlich machte.
    Doch die Venovia setzte trotzdem ihre Dämmarbeiten fort und hebelte somit die Möglichkeit aus, den genauen Denkmalwert feststellen zu können. Einige Mieter erwirkten einstweilige Verfügungen und an diesen Fassaden darf noch nicht gedämmt werden oder die schon angebrachte Dämmung musste wieder entfernt werden.

    Absurd ist, dass beim Endergebnis des Denkmalamtes der Schutz für die Häuser nicht mehr gegeben werden konnte, da durch die weiter geführte Dämmung die Möglichkeit fehlte den Denkmalschutz anzuerkennen.“

    13.05.2017, S.+N.

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  1. 20.03.2016 um 06:01
  2. 25.12.2015 um 10:45

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