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WDVS: Rückbau, Recycling, Verwertung

rueckbauwdvsfassade„Den Forderungen der EnEV 2014 entsprechend werden Neubauten und Sanierungen immer stärker gedämmt. Dabei kommen häufig Wärmedämmverbundsysteme zum Einsatz, die auf expandiertem Polystyrol-Hartschaum (EPS) basieren. Im Falle des Rückbaus eines Gebäudes werden die verbauten Produkte meist zu Abfall. Was geschieht mit dem Dämmstoff nach der Nutzungsphase? Wie lässt er sich einer weitergehenden Verwertung zuführen? Mit diesen Fragen befassten sich Wolfgang Albrecht und Christoph Schwitalla im Rahmen der Forschungsarbeit Rückbau, Recycling und Verwertung von WDVS – Möglichkeiten der Wiederverwertung von Bestandteilen des WDVS nach dessen Rückbau durch Zuführung in den Produktionskreislauf der Dämmstoffe bzw. Downcycling in die Produktion minderwertiger Güter bis hin zur energetischen Verwertung. Nun liegt der Abschlussbericht der mit Mitteln der Forschungsinitiative Zukunft Bau des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung geförderten und im Auftrag des Fachverbands Wärmedämmverbundsysteme erstellten Studie vor. [BAUFÜSICK: das heißt, wieder einmal Steuergeld für die Dämmstoffindustrie]

In der Zusammenfassung weisen die Autoren darauf hin, dass das Aufkommen von EPS als Abfall derzeit gering sei, in den nächsten Dekaden jedoch steigen werde. Aufgrund mangelnder Zahlen basieren ihre Untersuchungen daher auf Schätzungen. [BAUFÜSICK: also doch keine Untersuchung] Ausgehend von einer prognostizierten Lebensdauer von 40 bis 50 Jahren für ein Wärmedämmverbundsystem stellen sie fest, dass eine Ausschleusung des teilweise im EPS enthaltenen Flammschutzmittels HBCD in kommunalen Müllverbrennungsanlagen in Deutschland durchaus möglich sei – anschließend könne das EPS erneut verwertet werden. [BAUFÜSICK: Nach dem Verbrennen?] Auch eine weitere technische Möglichkeit zur Rezyklierung des Dämmstoffes ist aufgeführt. Zur Abfallvermeidung wird, wo möglich, eine Aufdopplung bestehender WDVS empfohlen. [BAUFÜSICK: damit die Dübel das WDVS schön an der Wand festhalten, damit es nicht herunter fällt. EPS auf Mauerwerk ist diffusionsdichter als die Ziegelwand, aufdoppeln bedeutet: noch dichter] Die Autoren betonen die grundsätzliche Notwendigkeit, ökonomische und effiziente Entschichtungsverfahren zu entwickeln, um die einzelnen WDVS-Komponenten bereits auf der Baustelle trennen zu können.“

Quelle: Fraunhofer Gesellschaft
neu aufgewärmt vom Baunetz Wissen
am 08.09.2015

Die für die Dämmstoffindustrie mit Steuergeld geförderte Studie als PDF zum Download:
Wolfgang Albrecht, Christoph Schwitalla
Rückbau, Recycling und Verwertung von WDVS. Möglichkeiten der Wiederverwertung von Bestandteilen des WDVS nach dessen Rückbau durch Zuführung in den Produktionskreislauf der Dämmstoffe bzw. Downcycling in die Produktion minderwertiger Güter bis hin zur energetischen Verwertung
Forschungsinitiative Zukunft Bau F 2932
2015, 91 S., 40 Abb. u. 10 Tab., Kartoniert
Fraunhofer IRB Verlag
Link

***

Ein Recyclingsystem für EPS-Abfälle aus Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) ist auch weiterhin nicht in Sicht. Das geht aus einer Studie hervor, die Mitte Januar zur BAU in München vorgestellt wurde. Dennoch mahnen die Forscher weitere Verbesserungen bei der Rückbaufreundlichkeit und Produktkennzeichnung der Systeme an.“

„Nach (fast) übereinstimmenden Angaben des WDVS-Fachverbandes und von Abfallentsorgern fallen deutschlandweit derzeit nur rund 75 bis 100 Tonnen EPS-Abfälle pro Jahr aus Wärmedämmverbundsystemen an. Zum Vergleich: Neu verbaut wird in Deutschland jährlich fast die tausendfache Menge des Dämmstoffs.“

„Die Autoren der Studie empfehlen daher, auch weiterhin soweit möglich auf die Abfallvermeidung durch WDVS-Aufdopplung zu setzen. Wird doch einmal ein Rückbau fällig, schätzen sie die Verbrennung von EPS-Abfällen auch in der nahen Zukunft (bis maximal 20 Jahre) als sicherste und bezahlbarste Entsorgungsvariante ein. Danach werden die EPS-Abfallmengen jedoch so stark ansteigen, dass man sich über ein Produktrecycling Gedanken machen sollte.“

„Hörte man sich jedoch am Rande der Pressekonferenz, bei der die Studie der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, bei den Verbandsvertretern um, war eher wenig echtes Problembewusstsein zu spüren. Man hoffe, so hieß es, mit dem Forschungsvorhaben zur »Versachlichung der Diskussion« beigetragen zu haben – und außerdem sei das Verheizen von WDVS ja ökologisch vorbildlich, weil damit immerhin Energie gewonnen werde. [BAUFÜSICK: dafür war das Steuergeld gut angelegt.] Fazit: Auch wenn Dämmstoffe über den Gebäudelebenszyklus gesehen ganz sicher mehr nutzen als schaden, und auch wenn die Sondermüllberge aus EPS nur eine Mär der Dämmstoffkritiker sind – wer ernsthaft um das recyclingfähige Bauen bemüht ist, wird wohl auch weiterhin einen Bogen um Wärmedämmverbundsysteme machen müssen.“

WDVS-Recycling – Fehlanzeige?
geschrieben von Jakob Schoof
veröffentlicht am 03.02.2015
Zeitschrift DETAIL

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Informationen zum Recycling von WDVS im Blog BAUFÜSICK.

Zum Thema:
WDVS Recycling: sensationelle Forschungsergebnisse
Nach über 50 Jahren Dahinwursteln hat sich die Dämmstoffindustrie dazu hinreißen lassen, sich Gedanken zu den Themen „Recycling“ und „Sondermüll“ zu machen. Vermutlich lag es daran, dass der Druck von den Medien das ignorierbare Maß überschritten hatte und sich auch „die Politik“ genötigt sah. Ihren Senf dazu zu geben. Damit die Not leidende Dämmstoffindustrie, bekannt für Milliardenumsätze und satte Gewinne, nicht zu tief in die Tasche langen musste, Weiterlesen…

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„Ausblick auf die zukünftige Verwertungspraxis
Da für das EPS-Recycling zurzeit aber noch keine CreaSolv Anlage im Industriemaßstab verfügbar ist, kann das Konzept noch nicht in der industriellen Praxis genutzt werden. Die Realisierung einer Erstanlage ist damit der notwendige Schritt, um die aussichtsreiche Technologie am Markt zu etablieren. Gelingt die Umsetzung in rentablen Kleinanlagen, könnte in naher Zukunft ein Netzwerk geeigneter Aufbereitungsanlagen dazu beitragen, das in den kommenden Jahren stark steigende WDVS-Abfallaufkommen werkstofflich optimal zu nutzen.“

Recyclingfähigkeit von Wärmedämmverbundsystemen mit Styropor
Andreas Mäurer und Martin Schlummer
06.2014, als PDF zum Download
Link

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