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Der neue Berliner Mietspiegel

Bauordnung Berlin außer Kraft?Berlin – Heute legte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt den neuen Berliner Mietspiegel vor. Demnach liegt die Durchschnittsmiete bei 5,84 Euro pro Quadratmeter. Gegenüber dem Mietspiegel 2013 (5,54 €/m2) entspricht das einer Zunahme um rund 2,7 Prozent pro Jahr. Hierzu Maren Kern, Vorstand beim BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V.: „Die Mietenentwicklung in Berlin bewegt sich auch weiterhin im langjährigen Durchschnitt. Damit ist auch dieser Mietspiegel wieder ein Ausweis des Maßhaltens.“

Gegenüber dem letzten Mietspiegel habe sich die Mietenentwicklung in Berlin sogar leicht um 0,5 Prozentpunkte verlangsamt. Der Mietspiegel 2011 hatte gegenüber dem Mietspiegel 2009 noch eine durchschnittliche jährliche Steigerung um 3,2 Prozent ausgewiesen. Kern: „Dass sich die Mieten in Berlin trotz der anhaltend hohen Nachfrage nach Wohnungen auch weiterhin so moderat entwickeln, steht für die große soziale Verantwortung insbesondere der Wohnungsunternehmen. Sie dämpfen den Markt und sichern bezahlbares Wohnen.“

Kein Zweifel an Qualifizierung
Zur Diskussion um die Qualifizierung des Mietspiegels unterstrich Kern: „Der Berliner Mietspiegel hat sich als Instrument des fairen Interessenausgleichs beim Wohnen bewährt. Deshalb stehen wir zu diesem Instrument.“ Darüber hinaus habe es beim Mietspiegel 2015 auch Verbesserungen bei der wissenschaftlichen Untermauerungen gegeben: Beispielsweise bei Wohnlagendefinition und Extremwertbereinigung sowie bei der repräsentativen Feldbesetzung. Sowohl die im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) hierzu vorgesehenen Eckwerte als auch die vom zuständigen Bundesbauministerium erlassenen Hinweise wurden auch im neuen Berliner Mietspiegel wieder eingehalten. Die Erhebungs- und Erstellungspraxis habe sich dabei als praktikabel und vom Aufwand her als angemessen bestätigt.

Weiterentwicklung angemahnt
Gerade auch mit Blick auf die zum 1. Juni 2015 in Berlin in Kraft tretende „Mietpreisbremse“ komme einem qualifizierten Mietspiegel zukünftig eine noch zentralere Bedeutung zu, um Streitfälle zu vermeiden und so den Rechtsfrieden zwischen Mietern und Vermietern zu stärken. Deshalb müsse an seiner möglichst breiten Akzeptanz gearbeitet werden. Kern: „Um die Glaubwürdigkeit des Berliner Mietspiegels auch langfristig nachhaltig zu stärken, sollten jetzt alle relevanten wohnungspolitischen Akteure bei seiner Weiterentwicklung mitarbeiten.“

BBU zum Berliner Mietspiegel: Ausweis des Maßhaltens
BBU, 18.05.2015

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Kategorien:Wohnkosten Schlagwörter: , ,
  1. 29.09.2016 um 18:09

    Scheinargumente bei Mietspiegeldebatte

    Was definiert „moderne Mietspiegel“?
    Studie
    Autoren: Reiner Braun , Lorenz Thomschke , Göran Kauermann
    Reihe: empirica paper
    Anbieter: empirica

    Die Kritik an Mietspiegeln ist beständig. Im neuesten Gesetzesentwurf wird „nur“ noch von „sachgerechten Methoden“ anstatt von „anerkannten wissenschaftlichen Grundsätzen“ gesprochen. Ob diese Schwächung der Wissenschaftlichkeit weiterhilft, bleibt zu bezweifeln.
    Die Stichprobengröße ist nicht das Problem
    Kritiker beziehen sich häufig auf einen mutmaßlich „zu kleinen“ Stichprobenumfang und fordern, den Mietspiegel auf eine „breitere Basis“ zu stellen, indem mehr und insbesondere auch ältere Mieten berücksichtigt werden. Doch das Bauchgefühl des statistischen Laien trügt hier.
    Mehr Wissenschaftlichkeit statt mehr oder andere Daten
    Zuweilen werden auch Forderungen nach einer kompletten Neuordnung der Datenbasis für Mietspiegel laut – von der Verwendung inserierter Mietpreise bis zur Einführung einer Meldepflicht seitens der Vermieter. Das neue empirica paper liefert Argumente gegen eine Neuorientierung und plädiert stattdessen für mehr Wissenschaftlichkeit bei der Berechnung.

    http://www.iz-shop.de/buch-49343/scheinargumente-bei-mietspiegeldebatte

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