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Risiken beim Einsatz von Pestiziden

giftBfN und UBA informieren über Risiken beim Versprühen von Pestiziden über Schutzgebieten. Gemeinsame Pressemitteilung von Umweltbundesamt und Bundesamt für Naturschutz

Mit einem neuen Papier informieren Bundesamt für Naturschutz (BfN) und Umweltbundesamt (UBA) über Risiken beim Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln über Natur- und anderen Schutzgebieten. Wegen der hohen Umweltrisiken war es in Naturschutzgebieten bislang verboten, Insektizide gegen Forstschädlinge mit Hubschraubern zu versprühen. Ausnahmen konnten nur auf Antrag beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) als Notfallzulassung gestattet werden. Seit dem 25. Februar 2015 hat sich dies geändert: Aufgrund neuer Anwendungsbestimmungen für zwei Pflanzenschutzmittel entscheiden nun die Bundesländer allein über die Genehmigung solcher Anwendungen.
„Auf die Behörden in den Bundesländern kommt damit eine große Verantwortung zu, denn das Versprühen von Pflanzenschutzmitteln aus der Luft über Schutzgebieten kann bedrohte Tierarten in ihrem Bestand gefährden“, sagt Maria Krautzberger, Präsidentin des Umweltbundesamtes. Insektizide seien auch für viele Tierarten gefährlich, die nicht bekämpft werden sollen. Auf Schmetterlingsarten etwa wirkten die Mittel direkt giftig. Vogel- und Fledermausarten seien betroffen, weil ihnen mit den Insekten die Nahrungsgrundlage entzogen werde. „Die Anwendung in Schutzgebieten darf deshalb nur nach gründlicher naturschutzfachlicher Prüfung genehmigt werden. Sie muss die seltene Ausnahme bleiben“, ergänzte Prof. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz.

Presseinformation UBA
Nr. 9/2015 vom 10.03.2015
Pflanzenschutz aus der Luft

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Dazu ein paar Gedanken. Schön, dass sich UBA und BfN Sorgen um Naturschutzgebiete machen. Oder um Amphibien, die von Pestiziden bedroht werden. Dass man da auf die Landwirtschaft schaut, liegt nahe. Als Kenner der Szene fragt man sich dann aber: ja, und schaut da auch mal jemand auf die WDVS, die Wärmedämmung an der Fassade? Lt. Sachverständigem Dr. Erfurth sind es jedes Jahr 5.000.000 kg Pestizide, die von den sagenumwobenen Dämmfassaden in die Umwelt gespült werden. Wer macht sich darüber Gedanken? Also mal eben schnell gesuchmaschint: +UBA +WDVS +Pestizide, alternativ in der Kombination mit BfN und Wärmedämmung. Das Ergebnis ist, um es vorsichtig auszudrücken, sehr dünn. Oder der Baufüsicker hat nicht lange genug geblättert; vielleicht kommt ja ab Seite 142 etwas dazu. Also vorsorglich: entschuldigt die schludrige Recherche. Wer macht sich Sorgen um die Gifte an den WDVS? Wer macht sich Sorgen um die Menschen, deren unmittelbarer Lebensraum betroffen ist. Schönredner könnten jetzt einwenden: ja, aber der Mensch ist ja kein Regenwurm, zum Beispiel. Ja, aber wie ist das mit kleinen Kindern, die am Haus auf der Wiese krabbeln, usw. usf.? Dass die Amphibien unter dem Dreck leiden, wird besorgt zur Kenntnis gegeben – im Zusammenhang mit der bösen Landwirtschaft. Wer erforscht die Auswirkungen auf Mensch und Tier – im Zusammenhang mit den guten WDVS? Zur Unterstützung Ihrer Denkporozesse noch ein wenig Infomaterial.

„Die frische Hausfassade von Geske Houtrouw enthält giftige Biozide.
Drei Jahre nach der Wärmedämmung sah ihr Traumhaus aus wie eine Schmuddelbude. Algen und Pilze wuchsen auf der Fassade. Schon wieder war ein neuer Anstrich fällig … „Es war wohl ein Fehler, das Haus zu dämmen“, sagt sie. In ihre Einsicht mischt sich Sorge. Seit kurzem weiß Geske Houtrouw, dass ihre Fassade gefährliche Biozide enthält. Chemikalien, die die Umwelt vergiften.
Die Maler sind gerade erst weg, das Baugerüst steht noch. Und in einer Ecke der letzte Eimer Farbe: Silicon Therm Fassadenfarbe ***. Diese Farbe enthält die Biozide Terbutryn und Isoproturon. Die chemischen Keulen machen Algen auf Hauswänden den Garaus. Aber nicht nur denen.“

Biozid-Alarm: Das Gift, das aus gedämmten Hauswänden kommt
31. Januar 2013 von Klaus Brandt, in Der Westen

*** „Silicon Therm Fassadenfarbe, Südwest
Hochwertige, wasserabweisende Siliconharzfarbe für alle tragfähigen Untergründe im Außenbereich. Besonders geeignet an Fassaden mit erhöhtem Risiko eines Algen- und Pilzbefalls wie z.B. Fassaden mit Wärmedämmung. Lebensmittel während der Verarbeitung und der Trockenzeit aus den betreffenden Räumen entfernen. Weitere Informationen enthält das EG-Sicherheitsdatenblatt auf der Homepage des Herstellers. „Biozide-Produkte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformation lesen“.“
Hinweis: BAUFÜSICK: das ist keine Besonderheit dieses Produktes, Biozide und Algizide finden Sie in vielen Fassadenfarben und WDVS-Egalisierungsanstrichen. Es wird nur nicht von Pestiziden gesprochen, sondern der Putz/die Farbe ist „algizid und fungizid eingestellt“.

In diesem Zusammenhang sei auf eine so genannte Metastudie Wärmedämmstoffe verwiesen. Zitat FIW: „Eine auszugsweise Veröffentlichung ist nur mit schriftlicher Genehmigung des Forschungsinstituts für Wärmeschutz e.V. München erlaubt.“ Das ist zwar Mumpitz, (Der Forschungsbericht wurde mit Mitteln der Forschungsinitiative Zukunft Bau des Bundesinstitutes für Bau-, Stadt- und Raumforschung gefördert. Aktenzeichen: II 3-F20-12-1-074 / SWD-10.08.18.7-12.39) aber man muss es nicht herausfordern. Deshalb: Lesen Sie selbst, was die Oberexperten zum Thema „Pestizide“ zu vermelden haben.

Wohlgemerkt: es ist Stand Dezember 2013 (Veröffentlichung des Papiers als PDF). Und was hat sich seitdem getan?

Eine schöne Beschreibung des Problems finden Sie hier:

„Der zweite Wirkmechanismus ist kein Polysterol-Spezifikum, sondern beruht auf der Ausstattung der Oberputze und Farben von Wärmedämmverbundsystemen mit Pestiziden und Algiziden. Diese werden von den Systemherstellern eingesetzt, um das optische Erscheinungsbild der Systeme länger zu erhalten. Da diese Bereiche, anders als die in 1. beschriebenen Flammschutzmittel, aber unmittelbar der Witterung ausgesetzt sind, findet hier ein Auswaschungsprozess statt. Die verwendeten Stoffe werden über die Oberflächenabflüsse in die Kanalisation und die Oberböden eingetragen. Die hierbei verwendeten Inhaltsstoffe variieren je nach Systemanbieter, werden dabei aber unabhängig von dem verwendeten Dämmstoff eingesetzt. Insofern kann die Verwendung der Pestizide und Algizide nicht am Polysterol festgemacht werden, da Sie alle am Markt befindlichen Dämmstoffe betrifft.“

23.07.2013
Antwort zur großen Anfrage der Wählergemeinschaft für Wuppertal (WfW) zur Gebäudesanierung mit Polysterol-Dämmstoffen

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Bereits hier im Blog behandelt:

Biozide in WDVS: von der Hauswand in die Umwelt (11.2014)

Pestizide können Amphibien gefährden (02.2013)

Saint-Gobain Weber prangert Umweltschäden durch WDVS an (02.2013)

Das Gift aus der Hauswand (02.2013)

Bauphysikalisches Kasperletheater: Ultra-/Hydrophobie vs. Hydrophilie (07.2012)

Wahnsinn Wärmedämmung: Fassaden vergiften Flüsse (02.2012)

Dämmstoffpropaganda (de): Kritik unerwünscht (02.2012)

Wärmedämmung: Wahnsinn (02.2012)

Fungizide & Algizide = Pestizide = Biozide (02.2008)

Alternativen:

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