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Frohe Botschaft: hohe Trinkwasserqualität in D.

wasserBDEW zum UBA-Bericht Trinkwasserqualität:

Umweltbundesamt bestätigt hohe Trinkwasserqualität und Handlungsbedarf bei Nitrat

BDEW: Entwurf der Dünge-Verordnung unzureichend / Vorsorgeprinzip muss auch beim Thema Medikamenten-Rückstände gestärkt werden

Berlin, 12. Februar 2015 – Das Umweltbundesamt hat heute seinen neuen Bericht zur Trinkwasserqualität vorgelegt. Darin bewertet die Behörde das von den Wasserversorgern an die Kunden gelieferte Trinkwasser erneut mit der Note „sehr gut“. Grenzwertüberschreitungen sind dem Bericht zufolge „absolute Einzelfälle“. Zugleich macht das Umweltbundesamt auf die Problematik des in vielen Regionen steigenden Nitrat-Gehaltes in Grund- und Oberflächengewässern aufmerksam. Auch die Umweltbehörde sieht hier die Landwirtschaft in der Pflicht, die durch Düngung verursachten Nitrateinträge zu senken.

„Der Bericht bestätigt erneut die sehr hohe Qualität von Trinkwasser aus dem Hahn. Die Wasserwirtschaft begrüßt zudem die deutlichen Aussagen zum Thema Nitrat. Hier besteht dringender Handlungsbedarf. Der aktuelle Entwurf der Düngeverordnung wird dem jedoch nicht gerecht. In seiner derzeitigen Fassung kann der Verordnungsentwurf keinen wirksamen Beitrag dazu leisten, die regional stark angestiegene Nitratbelastung des Grundwassers und von Flüssen und Seen spürbar zu verringern. Es kann nicht sein, dass die Wasserwerke zu Reparaturstätten für nicht von ihnen verursachte Probleme werden und in der Folge die Verbraucher mehr für ihr Wasser bezahlen müssen, obwohl die kostengünstigste Lösung auf der Hand liegt: Die Reduzierung der Nitrateinträge“, sagte Martin Weyand, BDEW-Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser heute in Berlin.

Das Verursacher- und Vorsorgeprinzip muss aus Sicht der Wasserwirtschaft auch beim Thema Medikamentenrückstände deutlich gestärkt werden. „Die richtige Entsorgung von Medikamenten wird vor dem Hintergrund eines stetig zunehmenden Medikamentenkonsums immer wichtiger. Der BDEW fordert deshalb die Wiedereinführung der Rücknahmepflicht von Medikamenten durch Apotheken“, so Weyand.

Zusätzlich hat der BDEW die Initiative „Medikamente richtig entsorgen“ gestartet, die sich an Verbraucher und Multiplikatoren richtet:

https://bdew.de/internet.nsf/id/medikamenten-entsorgung-de

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  1. 19.06.2017 um 08:12

    Pressemitteilung UBA
    Nr. 23/2017 vom 09.06.2017

    Zu viel Dünger: Trinkwasser könnte teurer werden
    Preissteigerung bis zu 45 Prozent erwartet

    Trinkwasser könnte in etlichen Regionen Deutschlands in Zukunft spürbar teurer werden. Grund ist die hohe Belastung des Grundwassers mit Nitrat. Über 27 Prozent der Grundwasserkörper überschreiten derzeit den Grenzwert von 50 mg/l. Wenn die Nitrateinträge dort nicht bald sinken, müssen betroffene Wasserversorger zu teuren Aufbereitungsmethoden greifen, um das Rohwasser von Nitrat zu reinigen. Einer aktuellen Studie des Umweltbundesamtes (UBA) zufolge kann dies die Trinkwasserkosten um 55 bis 76 Cent pro Kubikmeter erhöhen. Das entspricht einer Preissteigerung von 32 bis 45 Prozent. Eine vierköpfige Familie müsste dann bis zu 134 € im Jahr mehr bezahlen.

    Maria Krautzberger, Präsidentin des UBA : „Mit den Neuregelungen in der Düngeverordnung wurden lange überfällige Schritte eingeleitet, die hoffentlich die Belastungen so weit senken, dass den Trinkwasserkunden die teure Aufbereitung erspart bleibt. Wichtig sind jetzt eine konsequente Umsetzung und verstärkte Kontrollen in den betroffenen Regionen. Falls sich diese Belastungen nicht verringern, müssten weitere und strengere Auflagen für die Landwirtschaft erfolgen.“

    Gerade in Gebieten mit landwirtschaftlich intensiv genutzten Flächen ist das Grundwasser häufig durch zu viel Stickstoff belastet. Grund sind die auf den Feldern aufgebrachten Gülle und Mist aus der intensiven Tierhaltung oder Mineraldünger für beispielsweise Obst- und Gemüseanbau. Wasserversorger versuchen bereits heute, das Wasser mit unterschiedlichen Maßnahmen zu schützen, indem sie die darüber liegenden Flächen selbst pachten, Brunnen verlagern oder belastetes mit unbelastetem Wasser mischen. Auch diese Kosten fließen bereits heute in den Trinkwasserpreis mit ein.

    Doch derartige Maßnahmen werden in Zukunft in hochbelasteten Regionen nicht ausreichen, um den Nitratwert im Trinkwasser niedrig zu halten. Die UBA-Studie hat dies mit Daten von und in Kooperation mit drei großen Wasserversorgern untersucht: OOWV (Oldenburgisch-Ostfriesischer Wasserverband), Rheinenergie und RWW (Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft). Ergebnis: In einigen Gebieten könnte bald der Fall eintreten, dass das Wasser zusätzlich gereinigt werden muss. Dazu gibt es unterschiedliche Verfahren: Elektrodialyse, Umkehrosmose, biologische Denitrifikation oder das CARIX-Verfahren. Welches Verfahren zur Anwendung kommen kann, wird durch lokale Faktoren wie der Wasserhärte oder der notwendigen Vor- oder Nachbehandlung des Wassers bestimmt. Die Gesamtkosten für die Reinigung hängen neben der Art des Verfahrens auch noch ab von der konkreten Belastungssituation vor Ort, dem zu erreichenden Nitratwert, bis zu dem die Verunreinigungen gemindert werden sollen (Zielwert) , und der Menge des aufzubereitenden Wassers. In jedem Falle bedeuten die Verfahren mögliche berechnete Mehrkosten von bis zu 76 Cent pro Kubikmeter für die Wasserkunden: diese müssen also für die Überdüngung in ihrer Region bezahlen.

    Die Studie rechnet zudem aus, wieviel die Reinigung von mit Nitrat belastetem Grundwasser in Deutschland insgesamt kosten kann: zwischen 580 und 767 Millionen Euro pro Jahr. Zum Vergleich: Maßnahmen der novellierten Düngeverordnung kosten laut Bundeslandwirtschaftsministerium die Landwirtschaft bis zu 111,7 Millionen Euro pro Jahr, also nur einen Bruchteil dessen, den die betroffenen Trinkwasserkunden zu bezahlen hätten. Dies zeigt erneut: Vorsorge ist billiger als Reparatur. Diese Maßnahmen helfen nicht nur, Nitrateinträge zu reduzieren und die Kosten für die Aufbereitung zu senken. Daneben haben sie sogar noch viele weitere positive Auswirkungen auf die Umwelt, wie den Erhalt der Artenvielfalt.

    Zur novellierten Düngegesetzgebung gehört neben dem Düngegesetz und die geplante Einführung einer Stoffstrombilanzverordnung auch die Düngeverordnung, die nach einem langjährigen Prozess umfangreich überarbeitet und im Frühjahr 2017 verabschiedet wurde.

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  2. 07.08.2016 um 18:41

    Presseinformation 28.07.2016:

    BDEW zur Veröffentlichung der Stiftung Warentest zur Trinkwasserqualität:
    Großer Wassertest zeigt: Trinkwasser aus dem Hahn genügt hohen Qualitätsansprüchen

    Bei Arznei- und Pflanzenschutzmitteln müssen Verursacher stärker in die Pflicht genommen werden

    Berlin, 28. Juli 2016 – „Trinkwasser aus dem Hahn zählt in Deutschland zu den am strengsten kontrollierten Lebensmitteln. Das belegt nun auch die Stiftung Warentest in ihrem „großen Wassercheck“. Die Testauswertung zeigt: Leitungswasser ist von hoher Qualität und günstig. Auch das Umweltbundesamt und das Bundesgesundheitsministerium vergeben in ihren offiziellen Berichten regelmäßig die Note gut bis sehr gut für Leitungswasser. Das zeigt: Verbraucher können das von den Wasserversorgern gelieferte kühle Nass jederzeit und lebenslang ohne Bedenken trinken. Die hohen Investitionen für Wasserversorgungsanlagen, Netze und für den Trinkwasser-Ressourcenschutz tragen zu diesem Erfolg maßgeblich bei“, sagte Martin Weyand, BDEW-Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser heute in Berlin.

    Die offiziellen Kontrollen belegen seit langem, dass bei den mikrobiologischen und chemischen Qualitätsparametern die strengen gesetzlichen Anforderungen zu über 99 Prozent eingehalten und die Grenzwerte nur in sehr wenigen Einzelfällen überschritten werden. Moderne Messmethoden und -geräte ermöglichen es heute, selbst kleinste Konzentrationen von Stoffen im Wasser festzustellen. „Das Umweltbundesamt, die Gesundheitsämter und wissenschaftlichen Institute beobachten gemeinsam mit den Wasserversorgern kontinuierlich die Entwicklungen im Bereich der Gewässerqualität sowie der Trinkwasserqualität“, so Weyand.

    Die von der Stiftung Warentest vereinzelt festgestellten Spurenstoffe zeigen jedoch, dass es für viele Wasserversorger immer aufwändiger wird, Trinkwasser in der gewohnt hohen Qualität bereitzustellen. „Die Zunahme des Arzneimittelverbrauchs auch infolge der demografischen Entwicklung und die zum Teil nicht sachgerechte Anwendung von Pflanzenschutzmitteln erfordern eine deutliche Stärkung des Verursacher- und Vorsorgeprinzips. Auch der Bundesrat hat gefordert, die Arzneimittel-Hersteller zur Veröffentlichung umfangreicher Informationen zur Abbaubarkeit und Umweltrelevanz von Arzneimittelwirkstoffen sowie über das Ausmaß möglicher Umweltbeeinträchtigungen zu verpflichten. Der Bundesrat fordert darüber hinaus, dass sich die Arzneimittelhersteller finanziell an der Beseitigung von durch den Einsatz von Arzneimitteln entstandene Umweltschäden beteiligen. Diese Forderungen unterstützen wir nachdrücklich“, so Weyand.

    Das Umweltbundesamt hat Arzneimittelspuren, die vereinzelt in deutschen Trinkwässern gefunden werden, nicht als Gesundheitsgefahr für den Menschen bewertet – auch wenn sie grundsätzlich unerwünscht sind. Spuren von Arzneimitteln und ihren Abbauprodukten gelangen durch die Ausscheidung unseres Körpers und durch unsachgemäß über die Toilette oder Spüle entsorgte Medikamente in den natürlichen Wasserkreislauf. Jeder Einzelne kann hier zur Vorbeugung beitragen, indem er insgesamt kritischer und maßvoller mit Arzneimitteln umgeht und unverbrauchte Tabletten und flüssige Arzneimittel umweltverträglich in der Apotheke oder bei Schadstoffsammelstellen (Recyclinghöfe) entsorgt.

    Um den hohen Standard auch in Zukunft zu erhalten, treiben Wasserwirtschaft und BDEW den Schutz unserer Gewässer in Zusammenarbeit mit dem Gesetzgeber aktiv voran – zum Teil weit über die gesetzlichen Regelungen hinaus. „Diese Belastungen gering zu halten, liegt in der Verantwortung jedes Einzelnen. Verbraucher und Industrie (Chemie- und Pharmaindustrie, Landwirtschaft, Ärzte) können und sollten durch ihr Verhalten die Qualität des Wassers positiv beeinflussen. Wenn die Messwerte in Ausnahmefällen einmal ansteigen, werden die Ursachen umgehend erforscht und Gegenmaßnahmen eingeleitet“, so Weyand abschließend.

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  3. M
    20.02.2016 um 17:18

    BDEW zur Entwicklung der Investitionen in der Wasserwirtschaft:
    Wasserwirtschaft investiert 7,3 Milliarden Euro

    Berlin, 12. Februar 2016 – Die Wasserwirtschaft in Deutschland hat nach vorläufigen Angaben des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) im Jahr 2014 insgesamt etwa 7,3 Milliarden Euro investiert. „Diese sehr hohen Investitionen machen die Wasserwirtschaft zu einem bedeutenden beschäftigungs- und umweltpolitischen Motor“, sagte Martin Weyand, BDEW-Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser heute in Berlin.

    Die Trinkwasserversorger investierten 2014 rund 2,5 Milliarden Euro in die kontinuierliche Instandhaltung ihrer Anlagen und in den Ausbau und die Erneuerung ihrer Infrastruktur. Auf diesem Niveau werden die Wasserversorger nach einer BDEW-Prognose auch in den kommenden Jahren investieren. „Die hohen Investitionen machen sich bezahlt: Deutschland hat mit knapp sieben Prozent die geringsten Wasser-Verluste in Europa“, so Weyand. Im Unterschied dazu lägen sie beispielsweise in England und Frankreich bei über 20 Prozent. Die Länge des Trinkwassernetzes in Deutschland beträgt nach BDEW-Angaben insgesamt etwa 530.000 Kilometer. Der durchschnittliche Wassergebrauch pro Einwohner und Tag liegt bei derzeit 121 Litern. Gegenüber dem Jahr 1990 bedeutet dies einen Rückgang um 17,7 Prozent.

    Die Abwasserwirtschaft in Deutschland hat 2014 insgesamt rund 4,8 Milliarden Euro für Instandhaltung und Erneuerung aufgewendet. Gegenüber 2013 bedeutet dies eine Steigerung der Investitionen um 200 Millionen Euro. „Auch die Investitionen in der Abwasserwirtschaft bewegen sich seit Jahren auf einem konstant hohen Niveau“, so Weyand.

    98 Prozent der kommunalen Abwässer in Deutschland werden mit dem höchsten EU-Standard behandelt, dies ist die biologische Behandlung mit Zusatzverfahren wie zum Beispiel der Nitrifikation (Quelle: Statistisches Bundesamt 2013). Die kommunalen Kläranlagen in Deutschland erreichten 2013 einen durchschnittlichen Abbaugrad von 81 Prozent für Stickstoff und von 91 Prozent für Phosphor (Quelle: 26. DWA-Leistungs-vergleich 2014). Das öffentliche deutsche Abwasserkanalnetz ist über 576.000 km lang, wobei Mischwasserkanäle überwiegen. Hinzu kommen rund 72.000 Regenentlastungsanlagen.
    12.02.2016

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  1. 25.03.2015 um 06:01

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