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Die Energiewende in ihrem Lauf …

rotefahne… halten weder Vernunft noch Tatsachen auf. Oder anders ausgedrückt: „Vorwärts immer, rückwärts nimmer“. Für die Freunde anspruchsvoller Energiespar-Literatur ist dieser Exzerpt aus dem Energie-Impulse Heftchen 01.14 (Link unten).

Mit Ankündigung der „Berliner Energietage“ hat Berlins Energie-Impulse-Geber Hr. Pöschk ein bedenkliches Problem angesprochen, das die Wirkungsarmut jahrelanger Dämmstoffpropaganda und Bauherrengehirnwäsche beschreibt.

„Aber hier [angeblich habe es zur energetischen Gebäudesanierung einen großen Grundkonsens gegeben] hat sich der Wind gedreht. Betrachtet man die öffentliche Berichterstattung allein zum Thema energetische Gebäudesanierung, dominieren dort Begriffe wie „energetische Modernisierung als Instrument der Immobilienspekulation“, „Land der Dichter und Dämmer“, „Dämmspechte“, „Brandschutzprobleme“ oder gar der „Niedergang der Baukultur“ die Debatte.
Da wird – mit Zitierung entsprechender Kronzeugen – von nichteingelösten Energiesparversprechen in einem Ausmaß berichtet, das der Förderung energetischer Gebäudesanierung wenig zuträglich sein dürfte. Kurzum, der Tenor der öffentlichen Berichterstattung ist inzwischen skeptisch bis feindselig.“

Das ist ja furchtbar. Sogar die „öffentliche Berichterstattung“ verhält sich politisch inkorrekt.

„Was tun? Auf jeden Fall scheint es sinnvoll, den fachlichen Diskurs und den Austausch über Meinungen und Standpunkte zu intensivieren! Denn die aufgeworfenen Fragen werden bleiben und die Debatte weiter bestimmen.“

Das stimmt und darauf können sich die Dämmstoffpropagandisten verlassen: die aufgeworfenen Fragen werden bleiben und die Debatte weiter bestimmen. Was sind die aufgeworfenen Fragen? Brandgefahr, Verschandelung, Unwirtschaftlichkeit.
In ein ähnliches Horn stößt in seinem neckischen Beitrag „Fassadenstreit 2.0 Baukultur in Zeiten der Energiewende“ Herr Borgwardt (Architekt und Energieberater):

„Unsachliche und alarmistische Medienbeiträge („Burka fürs Haus“, „brandgefährlich“ „Dämmwahn“ u.ä.) schüren einseitig Ängste und Vorurteile, statt über die Fakten aufzuklären, verträgliche Wege auszuloten und den gesellschaftlichen Diskurs über akzeptable Kompromisse im Spannungsfeld zwischen Kultur-und Klimaschutz zu führen.
Die Architektenkammer Berlin möchte … sowohl Ängste und Vorbehalte abbauen als auch die ästhetischen und kulturellen Implikationen und bestehenden Zielkonflikte thematisieren.“

Da stellt sich die Frage, was die Masse der Berliner Architekten dazu sagt, wenn sich deren Kammer dranmacht, „Ängste und Vorbehalte“ abzubauen – mithin, dem tumben Volke beibringt, was es als sachlich anzusehen hat. Was die Masse denkt und was sie sagt, sind mitunter zweierlei Dinge, zumal sich heute jeder zweimal überlegt, ob er sagt, was er denkt.

Weitaus pragmatischer beleuchtet Hr. RA Höfling vom BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen e.V. in seinem Beitrag „Leuchttürme versus Breitenwirkung“.

„Die gesetzlichen Rahmenbedingungen und ihre Auswirkungen auf Baukostensteigerungen geraten hierbei unweigerlich in den Fokus. So haben kostensteigernde Effekte im Wohnungsbau dazu geführt, dass die Wohnungsneubaukosten seit dem Jahr 2000 um 31 Prozent gestiegen sind, die Lebenshaltungskosten dagegen nur um 24 Prozent. Die Schere zwischen den Bau- und den Lebenshaltungskosten hat sich insbesondere seit der Novelle der Energieeinsparverordnung im Jahr 2009 geöffnet. Die EnEV 2014 wird diese Entwicklung weiter verstärken.“

Mit Sicherheit steht der BFW mit dieser Beobachtung nicht ganz einsam in der Baulandschaft. Die sehr diplomatisch ausgesprochene Prognose lautet: „Nur wenn die gesetzlichen Rahmenbedingungen stimmen und der Gesetzgeber zukünftig mit ruhiger Hand agiert, erhält die Energieeffizienz als zentraler Bestandteil der Energiewende tatsächlich mehr Gewicht.“

Es gibt auch andere Prognosen: mit Hilfe des Berliner „Energiewendegesetzes“ wird Berlin bis 2050 „klimaneutral“ – was auch immer das bedeuten mag. Darauf eine vierfache Maibowle mit Doppelschuss und: wir sehen uns zur Auswertung in 36 Jahren.

Das Heft als PDF zum Download.

Gut zu wissen: hier im Blog erfahren Sie u.a.,
Warum Hauseigentümer ungern energetisch sanieren.

  1. E. Müller
    03.05.2014 um 09:18

    Habe jetzt als baldiger Rentner meinen Job gekündigt, mein Haus an zukünftige Dämmerer verkauft und gegen ein nicht minder komfortables Wohnmobil getauscht. Liebe Grüße an alle noch Hoffenden von der französischen Atlantikküste
    E. Müller

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