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Passivhäuser: die Nutzer sind schuld

hausEine Nachricht vom 10.06.2013: Passivhäuser müssen gegenüber Berechnung mehr und länger geheizt werden. Schon bekannt? Link Herzlichst Konrad Fischer. Zitat aus dem schönen Artikel bei Rhomberg Bau:


„Ein Kernergebnis ist für die Studienautoren der signifikante Zusammenhang zwischen Technik und Nutzerverhalten, in dem großes Optimierungspotenzial steckt: „Der Entwicklungsstand der eingesetzten Gebäudetechnologien ist hoch. Gleich bedeutend ist aber das einzelne Verhalten der Bewohner, die diese Technik bedienen. Da können schon sehr kleine Änderungen an den Einstellungen zu einer merklichen Zu- oder Abnahme des Energieverbrauchs führen“, sagt Studienautor Dr. Guido Kempter von der Fachhochschule Vorarlberg. Wie stark sich solche Änderungen auswirken können und damit von den für den Energieausweis berechneten Werten abweichen, zeigt sich insbesondere beim Heizwärmeverbrauch der untersuchten Objekte: Während beim Niedrigenergiehaus ein Ist-Wert von 38,4 kWh pro Quadratmeter und Jahr (kWh/m2.a) gegenüber den errechneten 36,3 kWh/m2.a gemessen wurde, weichen die Ergebnisse beim Passivhaus mit 39,9 kWh/m2.a deutlich vom geplanten Soll von 9,03 kWh/m2.a ab. Die Ursachen für diese Abweichungen, die von Experten als nicht ungewöhnlich bezeichnet werden, liegen vor allem im individuellen Nutzerverhalten der Bewohner begründet. So wurden im Beobachtungszeitraum die Heizungen auch außerhalb der üblichen Heizzeiten von Anfang Oktober bis Ende April betrieben.

Ja, sind die denn wahnsinnig? Da betreiben die die Heizungen auch außerhalb der üblichen Heizzeiten von Anfang Oktober bis Ende April! Das kann doch wohl nicht wahr sein. Denn: der „Wohnkomfort wird als sehr gut empfunden“. das müssen die wohl nicht mitbekommen haben – oder warum betreiben die die Heizungen auch außerhalb der üblichen Heizzeiten von Anfang Oktober bis Ende April? Irgendwie kommt einem das bekannt vor: funktioniert das Energiesparwunder nicht, muss das Nutzerverhalten herhalten.

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Kategorien:Bauphysik, Praxis Schlagwörter: ,
  1. Valentin Saunders
    24.06.2013 um 02:46

    Die Tabelle zeigt anschaulich: Gebäudehüllflächen mit vernünftigen Bauteildicken sind nur möglich, wenn die wesentliche Dämmwirkung von einem guten Wärmedämmstoff herrührt. Dazu können alle Materialien „unter dem Doppelstrich“ verwendet werden (fett). Selbstverständlich sind kombinierte Aufbauten mit anderen Baustoffen möglich und in vielen Fällen notwendig: Z.B. die außen gedämmte Betonwand oder die monolithische Wand aus Porenbeton und Mineralschaum-Dämmplatten. Die Aufbauten werden umso dünner, je niedriger die Wärmeleitfähigkeit des verwendeten Dämmstoffes ist. Bereits mit einer Strohballenwand üblicher Dicke (50 cm und mehr) ist die Eignung für das Passivhaus gegeben. Mit typischen konventionellen Dämmstoffen (Mineralwolle, Polystyrol, Zellulose) liegt die Dicke um 30 cm. Mit marktüblichen Polyurethanschaumdämmstoffen kann die Dämmdicke sogar auf um 20 cm reduziert werden. Auch Vakuumdämmstoffe können in Deutschland bereits im Bauwesen eingesetzt werden. Mit ihnen ergeben sich richtig schlanke hochgedämmte Bauteile. Ein ebenfalls bereits erfolgreich umgesetzter etwas anderer Ansatz besteht in „semitransluzenten Hüllflächen“. Dabei wird die Globalstrahlung ein Stück weit gezielt in die gedämmte Konstruktion hineingeleitet, um so die Temperaturdifferenz zu verringen und einen niedrigen äquivalenten U-Wert zu erreichen.

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  2. 13.06.2013 um 17:36

    Na, Herr Kollege, nicht übertreiben. Gemeint sind wahrscheinlich nur der 30.09. und der 01.05. Sonst wird doch das Passivhaus viel zu aktiv.

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  3. 13.06.2013 um 12:34

    „außerhalb der üblichen Heizzeiten von Anfang Oktober bis Ende April“ – das heißt Mai, Juni, Juli, August und September. Logisch, daß da zunehmend geheizt werden muß. Sonst wird es nix mit der globalen Erwärmung!

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  1. 23.08.2016 um 06:00

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