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Höhere Energieverschwendung in wärmegedämmten Gebäuden

dummiProf. Felsmann von der TU Dresden glaubt herausgefunden zu haben, dass die Leute zu dämlich sind, in ihren wärmegedämmten Buden Energie einzusparen. Diese Verschwender.
Es kann aber auch sein, dass den bemitleidenswerten Bewohnern das angeklebte Polystyrol so sehr das Gehirn vernebelt, dass die im Winter die Thermostate bis Anschlag aufdrehen und vorher die Fenster aufreißen.

Wie dem auch sei, wirklich neu ist dieser gestartete Tarnkappenbomber mit Nebelkerzen nicht wirklich. Funktioniert ein brutal durchgedrückter Firlefanz nicht, wird der begriff des „Rebound-Effektes“ heraufbeschworen. Die Botschaft ist die immer gleiche: jede auch noch so gigantische Einsparung durch hervorragende und bewährte Technologien (WDVS, effiziente elektrische Geräte …) wird durch den saudummen Menschen mittels seines schlampigen Nutzerverhaltens kaputt gemacht.

Im Falle von Wärmedämmung läuft das so: die Bude wird gedämmt, und – glaubt man der Propaganda-Maschinerie von Industrie, KfW, dena, co2-online, „Verbraucher“-Zentralen und Bauministerium – nun müssten mal eben 50% Heizenergie eingespart werden. Jetzt verschwendet das Rindvieh von Mensch (aus Dummheit oder aus Bosheit?) 60% Heizenergie, mithin 10% mehr als vorher.

Damit schadet er nicht nur dem Ansehen dieser wunderbaren Energiespar-Wunderwaffe WDVS, sondern sich selbst, weil er mehr bezahlt: 1. die 11%-Umlage für die „energetische Modernisierung“ (oder halt die Investition, ggf. zzgl. Finanzierung) und 2. die Kosten für den Mehrverbrauch.

Jetzt wissen wir, was wir schon immer vermutet haben: nicht am WDVS liegt es. Nein, am dummen Bewohner. Herzlichen Dank nach Dresden.

***

13.03.2013 12:00
Energiewende wird im Wohnzimmer entschieden
Pressemitteilung zu HKA 1-2 2013
Energiewende wird im Wohnzimmer entschieden
Größte deutsche Studie zum Heizwärmeverbrauch in Gebäuden veröffentlicht

In wärmegedämmten Gebäuden wird mehr Energie verschwendet als in ungedämmten. Der absolute Energieverbrauch wird mit zunehmender energetischer Gebäudequalität immer kleiner, aber der Einfluss der Nutzer und ihre Neigung zum verschwenderischen Umgang nehmen deutlich zu. Zu diesem Ergebnis kommt die bundesweit größte Studie zur Energieeffizienz in Gebäuden des renommierten Prof. Dr. Clemens Felsmann. Sein Fazit: Je besser der energetische Zustand der Gebäudehülle ist, desto weniger kümmert die Bewohner ihr Umgang mit der Wärme. Deshalb plädiert der Wissenschaftler für verursachergerechtes Abrechnen der Heizkosten auch in sehr gut wärmegedämmten Gebäuden. Darüber hinaus belegt die Studie das hohe CO2-Minderungspotenzial der Heizkostenabrechnung.

Felsmann hat die bislang größte deutsche Studie zu den „Auswirkungen der verbrauchsabhängigen Abrechnung in Abhängigkeit von der energetischen Gebäudequalität“ vorgestellt. Der Professor für Gebäudeenergietechnik und Wärmeversorgung lehrt am Institut für Energietechnik der Technischen Universität Dresden. Das Institut genießt hohes Ansehen und ist häufig für die Bundesregierung tätig. Die Arbeitsgemeinschaft Heiz- und Wasserkostenverteilung hat Felsmann anonymisierte Messdaten von 3,3 Millionen Wohnungen zur Verfügung gestellt. Insgesamt gibt es in Deutschland 18 Millionen Wohnungen in Mehrfamilienhäusern.

Geringste CO2-Vermeidungskosten
Die Studie bestätigt das hohe CO2-Minderungspotenzial der Heizkostenabrechnung. Seit Einführung der Abrechnungspflicht im Jahr 1981 wurden rund 350 Millionen Tonnen CO2 eingespart. Die meisten Energieeffizienzmaßnahmen zur CO2-Vermeidung verursachen Kosten. Im Gegensatz dazu entstehen bei der verbrauchsabhängigen Abrechnung Einsparungen in Höhe von knapp 200 Euro je Tonne vermiedenes CO2. „Keine im Ansatz vergleichbare Maßnahme weist derart geringe Vermeidungskosten auf wie die verbrauchsabhängige Abrechnung“, sagt Felsmann. Seinen Berechnungen zufolge sind Heizkostenabrechnungen in ihrer Wirkung besser als Energiesparlampen und sogar vergleichbar mit der Sanierung aller unsanierten 1- bis 2-Familienhäuser.

Nutzer in Altbauten deutlich energiebewusster
Die Analyse belegt, dass in Mehrfamilienhäusern die gemessenen Raumtemperaturen in zwei Dritteln aller untersuchten Wohnräume deutlich unter dem theoretischen Sollwert von 20 °C liegen. Die Hälfte aller erfassten Werte lag sogar unter 19 °C. Demnach verhalten sich Nutzer in Altbauten deutlich energiebewusster als bisher angenommen, und ihr Verhalten hat einen größeren Einfluss auf den Gesamtverbrauch als vermutet. Der gemessene Energieverbrauch von Altbauten fällt im Durchschnitt deutlich niedriger aus als der berechnete Bedarf nach EnEV. Einsparpotenziale von energetischen Maßnahmen an Gebäudehülle und Anlagentechnik werden deshalb überschätzt.

Die Felsmann-Studie weist nach, dass die durchschnittlichen Raumtemperaturen mit der energetischen Qualität der Gebäude deutlich steigen. Wohnungen, die zwischen 1958 und 1967 erstellt wurden, sind durchschnittlich 18,1 °C warm. Solche aus den Jahren 1978 bis 1995 sind nur unwesentlich höher temperiert. Doch bereits die Baujahre von 1996 bis 2001 sind mit 19,4 °C deutlich wärmer. Wohnungen nach dem EnEV-2002-Standard legen weiter zu auf rund 20 °C. In Gebäuden nach aktueller EnEV sind die Raumtemperaturen im Mittel noch höher.

Energieverbrauch für Warmwasser wird unterschätzt
Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass der Gebäudezustand keinen Einfluss auf den Energiebedarf für die Trinkwassererwärmung hat. Allerdings steigt der relative Anteil am Gesamtwärmeverbrauch mit zunehmender energetischer Gebäudequalität. Für Neubauten beträgt der Anteil hierfür über 30 Prozent. Aus dem umfangreichen Datenmaterial ermittelte Felsmann einen durchschnittlichen Energieverbrauch von 26 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr (kWh/(m2 a)) für die Wassererwärmung. Dieser Verbrauchswert liegt mehr als das Doppelte über dem in DIN V 18599 Teil 10 angenommenen Nutzenergiebedarf von 12,5 Kilowattstunden pro Jahr und Quadratmeter. In einem Altbau, der vor 1977 erstellt wurde, fallen durchschnittlich 17 Prozent des Heizwärmeverbrauchs auf die Warmwasserbereitung. In Gebäuden, die nach der EnEV 2002 gebaut wurden, sind es bereits 28 Prozent. In Einzelfällen kann der Anteil der Wassererwärmung im Neubau auf bis zu 50 Prozent steigen. Deshalb empfiehlt Felsmann, die verursachergerechte Heiz- und Wasserkostenverteilung auch im Neubau und im energetisch optimierten Altbau einzusetzen, um die Nutzer zum Energiesparen zu bewegen.

Verbrauchsausweis deutlich überlegen
Weil die Berechnungsgrundlage (DIN V 18599) auf anderen Grundannahmen beruht, wird der berechnete Energieverbrauch im Neubau nicht erreicht. Einsparpotenziale im Altbau könnten jedoch nur dann seriös prognostiziert werden, wenn für jeden Einzelfall die tatsächliche Verbrauchssituation geprüft werde. Ebenso wie im Altbau würden die Auswirkungen der energetischen Vorschriften nach EnEV im Neubau überschätzt. Der Wissenschaftler macht auch hierfür im Wesentlichen das Nutzerverhalten verantwortlich. Vor allem in neuen Gebäuden mit niedrigem Energiebedarf verbrauchen die Nutzer durch ihr Heiz- und Lüftungsverhalten mehr Wärme als berechnet.

Fazit
Das Nutzerverhalten ist entscheidend. Nur wer weiß, wie viel Energie er verbraucht und was das kostet, wird sein Verhalten im Umgang mit Energie überdenken. Und nur wer sein Verhalten überdenkt, wird sein Verbrauchsverhalten anpassen. Das kann laut Felsmann dazu führen, dass Räume weniger stark oder nur teilweise beheizt werden und dass bedarfsgerechter gelüftet und weniger Warmwasser verbraucht wird.

Quelle: heiwako

***

Apropos „Studie“: hier finden Sie reichlich Studien,

insbesondere zum Brüller-Thema „WDVS

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  1. Is Da Jemand
    03.07.2013 um 19:01

    So liest sich das bei ista:
    „Studie der TU Dresden: Verbraucher können Energiewende mitgestalten
    Auch wenn der absolute Energieverbrauch in wärmegedämmten Häusern geringer ist als in ungedämmten: Je besser der energetische Zustand der Gebäudehülle ist, desto weniger achten die Bewohner auf ihren Verbrauch.“
    und weiter:
    „Die Felsmann-Studie weist nach, dass die durchschnittlichen Raumtemperaturen mit der energetischen Qualität der Gebäude steigen: So sind unsanierte Altbauwohnungen aus den Jahren 1958-1967 im Mittel 18,1°C warm. In Wohnungen, die die Kriterien der Energieeinsparverordnung (EnEV) von 2002 erfüllen, beträgt die durchschnittliche Raumtemperatur dagegen 20°C. Gebäude, die nach der aktuellen EnEV erbaut wurden, weisen sogar noch höhere Durchschnittswerte auf. Felsmann schließt daraus: Je besser der energetische Zustand der Gebäudehülle ist, desto unbedarfter gehen die Bewohner mit ihrer Heizwärme um.“

    Anders interpretiert: in den gedämmten Buden bedarf es höherer Temperaturen, um auf Behaglichkeit zu kommen. Anders ausgedrückt: in Altbauten kommt man bereits bei 18,1°C (wichtig: die 1 hinterm Komma!) zu Behaglichkeit. Weil, wenn es den Leuten bei 18,1 °C zu kalt wäre, würden sie die Heizung weiter aufdrehen. Es sei denn, sie sind verblödet.

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  2. 20.05.2013 um 15:55

    Die Hälfte aller erfassten Werte lag sogar unter 19 °C. Demnach verhalten sich Nutzer in Altbauten deutlich energiebewusster als bisher angenommen, und ihr Verhalten hat einen größeren Einfluss auf den Gesamtverbrauch als vermutet. Der gemessene Energieverbrauch von Altbauten fällt im Durchschnitt deutlich niedriger aus als der berechnete Bedarf nach EnEV. Einsparpotenziale von energetischen Maßnahmen an Gebäudehülle und Anlagentechnik werden deshalb überschätzt.

    möglicherweise empfinden die Bewohner in gedämmten Hausern den Wärmeabfluss als „Kältestrahlung“ die die Behaglichkeit einschränkt. Im Ingedämmten Altbau erwärmt sich die Wand durch die solaren Einstrahlungen und verringern den „Wärmeabfluss“.

    Man muss nur einfach einmal die Temperatur“kurven“ übereinanderlegen die Heizwärme und Solarwärme in der Wand vollziehen. Dann ergibt sich die Kurve sichtbar statt der fallenden Linie bei gedämmten Fassaden.

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  3. 02.05.2013 um 16:34

    Meine Anforderung eines Exemplars der Studie vom 24.04.2013 ist bislang unbeantwortet. Wahrscheinlich ist der Ansturm auf HeiWaKo zu stark. Schaun wer mal.

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  4. E. Müller
    29.04.2013 um 11:12

    Die Verzweiflung bei der Dämmindustrie muß wohl groß sein. Jetzt gibt es bereits Wärmebildkameras zur kostenlosen Selbstausleihe.
    Ist das der Durchbruch bei der Volksverdummung?

    Wärmebild in Bürgerhand
    http://www.heise.de/tp/blogs/2/154185

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  5. 24.04.2013 um 18:28

    ISTA z.B. meint:

    Studie zu Energieeffizienz: verbrauchsgerechte Ablesung spart Energie auch im modernen Wohnungsbau

    „Die Studienergebnisse belegen eindrucksvoll die Nachhaltigkeit unserer Dienstleistungen und unseres Geschäftsmodells: Durch die verbrauchsgerechte Abrechnung können die Nutzer ganz konkret an der Energiewende teilnehmen, Ressourcen schonen, CO2 vermeiden und Kosten sparen“, sagt Walter Schmidt, CEO ista International. „Je höher die Transparenz für die Verbraucher, desto größer ist das Einsparpotenzial für Energie.“

    http://newsroom.ista.com/2013/03/studie-zu-energieeffizienz-verbrauchsgerechte-ablesung-spart-energie-auch-im-modernen-wohnungsbau/

    Die Studie wurde vom HeiWaKo e.V. beauftragt.

    „Die Arbeitsgemeinschaft Heiz- und Wasserkostenverteilung e.V. zählt als bundesweit tätiger Fachverband bedeutende Dienstleistungsunternehmen für die verbrauchsabhängige Abrechnung von Heiz-, Warm- und Kaltwasserkosten zu ihren Mitgliedern. Wenn es um die verbrauchsabhängige Abrechnung geht, repräsentieren die in der Arbeitsgemeinschaft Heiz- und Wasserkostenverteilung e.V. zusammengeschlossenen Unternehmen einen herausragenden Anteil des deutschen Marktes.“

    „Die Unternehmen
    – BFW Werner Völk GmbH, Gräfelfing/München;
    – Brunata-Metrona Gruppe mit Sitz in Hamburg, Hürth und München;
    – EAD, Stephanskirchen;
    – Ista, Essen;
    – Kalorimeta AG & Co.KG, Hamburg;
    – Minol Messtechnik, Leinfelden-Echterdingen;
    – Techem, Eschborn “

    HeiWaKo über HeiWaKo

    Eine Nachricht ist bei EVVE platziert:
    http://newsroom.ista.com/wp-content/uploads/2013/04/ENERGIEINFO.pdf

    Auszug:

    „Das Nutzerverhalten ist entscheidend. Nur wer weiß, wie viel Energie er verbraucht und was das kostet, wird sein Verhalten im Umgang mit Energie überdenken. Und nur wer sein Verhalten überdenkt, wird sein Verbrauchsverhalten npassen. Das kann laut Felsmann dazu führen, dass Räume weniger stark oder nur teilweise beheizt werden und dass bedarfsgerechter gelüftet und weniger Warmwasser verbraucht wird.“

    MEIN FAZIT:
    Scheiß auf die Dämmerei. Energieeinsparung durch Ablesung ist die Devise. Effizienter geht’s nimmer. Und duschen muss auch nicht sein. Im TV hab ich es gesehen: Teller ablecken statt spülen ist öko. Merke: Die Energiewende in ihrem lauf halten weder Ochs noch Esel auf.

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  6. 24.04.2013 um 18:04

    Fakt 1: Der gute Professor hat nach eigenem Eingeständis von keinem Bau seiner „Analyse“ gewußt, ob er gedämmt oder ungedämmt war.
    Fakt 2: Der Artikel ist eine Auftragsarbeit der Wärmeableserunternehmen. Fast hätte ich Mafia geschrieben.

    Fazit: Forschung meets Drittmittel.

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  1. 12.06.2013 um 19:24

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