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Studenten werden bei Miete abgezockt

raeuberHappige Preise: Studenten zahlen Mieten von bis zu 16,30 Euro pro Quadratmeter

München und Frankfurt mit Abstand teuerste Wohnorte für Studierende / Happige Mieten von bis zu 16,30 Euro pro Quadratmeter in Deutschlands Uni-Städten / Wohnen in WG bis zu ein Drittel günstiger als in Single-Wohnung / Leipzig, Dortmund, Bochum, Bielefeld und Halle günstigste Wohnorte

Nürnberg, 14. März 2013. Auch wenn die Studiengebühren inzwischen fast überall der Vergangenheit angehören, ist Studieren teuer. Vor allem das Wohnen reißt ein tiefes Loch in den Studentensäckel: Wer sich etwa in Deutschlands teuerster Studentenstadt München einschreibt, muss für eine Single-Wohnung im Durchschnitt 16,30 Euro pro Quadratmeter zahlen. Auch in Frankfurt sind die Mieten happig. Hier werden 14,80 Euro pro Quadratmeter fällig.

Aber nicht nur in den Metropolen an Isar und Main lebt es sich teuer, auch in vielen kleineren Universitätsstädten sind speziell für kleine Wohnungen die Mieten hoch. In Freiburg und Heidelberg liegen sie bei 12,60 Euro pro Quadratmeter, in Erlangen bei 12,40 Euro – und somit deutlich über dem bundesdeutschen Durchschnittspreis von 10,90 Euro.

Wohnen in der WG bis 31 Prozent günstiger
Bei der Miete sparen können Studenten vor allem dann, wenn sie auf den Luxus einer eigenen Wohnung verzichten und in eine WG ziehen. In Gießen (-31 Prozent), Karlsruhe (-29 Prozent), Trier (-27 Prozent) und Erlangen (-26 Prozent) ist die Mietersparnis in der WG am größten. Einzig in Düsseldorf ist es hinsichtlich der Miethöhe nahezu egal, ob sich Studenten eine eigene Wohnung leisten oder in einer WG leben. In beiden Fällen zahlen sie rund 10 Euro pro Quadratmeter.

Leipzig günstigste Studentenstadt
Dortmund, Bielefeld, Halle und Bochum gehören zu den für Studenten erschwinglichsten Wohnorten. Die WG-Zimmer-Preise liegen in allen vier Städten unter 6 Euro, die Preise für Single-Wohnungen unter 7 Euro. Mit Abstand günstigster Wohnort ist jedoch Leipzig: In einer WG-Wohnung zahlen Studenten 5,30 Euro pro Quadratmeter, in der eigenen Wohnung liegt die Miete im Schnitt bei 6,20 Euro.

Für den Mietpreisvergleich wurden alle deutschen Universitätsstädte mit mehr als 20.000 Studierenden untersucht. Bei den Mietpreisen handelt es sich um Angebotspreise neu zu vermietender Wohnungen, die zwischen September 2012 und Februar 2013 auf immowelt.de veröffentlicht wurden. Verglichen wurden die Mieten von Single-Wohnungen mit bis zu 40 Quadratmetern Wohnfläche und WG-Wohnungen mit einer Fläche von 80 bis 120 Quadratmetern.

Die Preise in den untersuchten Studentenstädten im Überblick:

Stadt Singlewohnung
bis 40 m²
WG-Wohnung
80 bis 120 m²
Ersparnis
Aachen 9,80 € 7,50 € 23%
Augsburg 8,70 € 7,20 € 17%
Berlin 9,10 € 8,10 € 11%
Bielefeld 7,10 € 5,80 € 18%
Bochum 6,30 € 5,90 € 6%
Bonn 10,30 € 8,30 € 19%
Bremen 8,70 € 7,20 € 17%
Darmstadt 11,30 € 9,10 € 19%
Dortmund 6,80 € 5,70 € 16%
Dresden 7,90 € 7,10 € 10%
Düsseldorf 10,00 € 9,90 € 1%
Erlangen 12,40 € 9,20 € 26%
Frankfurt a.M. 14,80 € 12,20 € 18%
Freiburg 12,60 € 10,20 € 19%
Gießen 9,50 € 6,60 € 31%
Göttingen 10,20 € 8,00 € 22%
Halle 7,00 € 5,90 € 16%
Hamburg 12,30 € 10,80 € 12%
Hannover 8,00 € 7,00 € 13%
Heidelberg 12,60 € 10,70 € 15%
Jena 9,30 € 8,70 € 6%
Karlsruhe 12,20 € 8,70 € 29%
Kassel 8,00 € 6,50 € 19%
Kiel 7,30 € 6,40 € 12%
Köln 11,20 € 9,20 € 18%
Leipzig 6,20 € 5,30 € 15%
Mainz 10,90 € 9,70 € 11%
Marburg 9,70 € 7,40 € 24%
München 16,30 € 13,60 € 17%
Münster 9,80 € 8,40 € 14%
Nürnberg 9,80 € 7,80 € 20%
Osnabrück 7,80 € 6,50 € 17%
Potsdam 9,10 € 8,60 € 5%
Regensburg 10,60 € 8,60 € 19%
Saarbrücken 8,00 € 6,20 € 23%
Stuttgart 12,40 € 10,30 € 17%
Trier 10,40 € 7,60 € 27%
Tübingen 10,70 € 10,00 € 7%
Würzburg 9,30 € 7,90 € 15%
Durchschnitt Deutschland 10,90 € 7,50 € 31%

Immowelt.de
09.04.2013

***

Dabei waren ausgerechnet Studenten schon des längeren die Melkkuh Deutschlands hinsichtlich Mietpreise, denn das Thema ist nicht wirklich neu:
Deutschlands Studenten zahlen happige Mieten
27.07.2010

Zum Glück kann Immowelt aber auch mit Lösungsvorschlägen aufwarten. Hier eine Meldung vom 11.04.2013:
Günstige Wohnalternativen für flexible Mieter

Wohnalternativen, Wohnpartnerschaft, Hauswächter, Wächterhaus, kollektiver Immobilienbesitz

Die Mietpreise klettern in die Höhe – da kommen viele Studenten, Berufsanfänger und Geringverdiener finanziell nicht hinterher. Das Immobilienportal immowelt.de hat Wohnalternativen zusammengestellt, die man sich auch mit weniger Einkommen leisten kann. Einzige Voraussetzung: Flexibilität.
In vielen Großstädten ist die Nachfrage nach Wohnraum groß, das Angebot hingegen begrenzt – und die Mieten entsprechend hoch. Mit dem Mini-Job neben dem Studium oder einem geringen Einkommen muss für eine tolle Wohnung der Gürtel oft enger geschnallt werden. Immowelt.de gibt wertvolle Tipps, wie sich günstige Wohnalternativen finden lassen.
Wohnpartnerschaft mit älteren Menschen

In einer Wohnpartnerschaft entsteht eine Win-Win-Situation zwischen älteren Menschen und – zumeist – Studenten: Die Senioren stellen kostenlos oder gegen ein geringes Entgelt Wohnraum zur Verfügung und erhalten im Gegenzug Hilfe bei der Haus- oder Gartenarbeit. Als grobe Rechnung gilt laut immowelt.de: Monatlich wird eine Stunde Hilfe pro zur Verfügung gestelltem Quadratmeter Wohnfläche fällig.

Hauswächter in leerstehenden Gebäuden

Bei diesem Wohnmodell zieht der Mieter in ein leerstehendes Gebäude – beispielsweise in ein Schloss, ein ausgedientes Krankenhaus oder einen ungenutzten, denkmalgeschützten Altbau – und übernimmt die Verantwortung für dessen Erhalt. Das Prinzip dahinter: Der Hauswächter kann für eine geringe Miete in Objekten wohnen, die sonst leer stehen und verfallen würden. Gleichzeitig schützt er es durch seine Anwesenheit vor Vandalismus, indem er regelmäßige Kontrollgänge unternimmt und Arbeitseinsätze zum Erhalt des Gebäudes leistet. Einen Haken weist der Hauswächter-Job allerdings auf: Der Mieter muss sich an bestimmte Auflagen halten: So sind Rauchen und Haustierhaltung meist genauso untersagt wie die Veranstaltung von Partys. Daneben greift in diesem Mietverhältnis auch nicht der reguläre Mieterschutz – die gesetzlich vorgeschriebene Kündigungsfrist entfällt. Hauswächter müssen aus diesem Grund so flexibel sein, dass sie innerhalb von vier Wochen ausziehen können.

Die Vermittlung der Wächterhäuser läuft in den meisten Fällen über eine Agentur. Um in das Portfolio aufgenommen zu werden, müssen Strom und Heizung funktionieren sowie Sanitäranlagen vorhanden sein. Daneben dürfen die Gebäude keine Sicherheitsmängel aufweisen. Die Agentur teilt den Interessenten das Wächterhaus nach einem Auswahlverfahren zu. Um hier in die engere Wahl zu kommen, muss der Bewerber nicht nur volljährig und berufstätig sein, er darf auch keine Vorstrafen haben. Familien mit Kindern sind häufig von der Vergabe ausgeschlossen.

Kollektiver Immobilienbesitz

Beim Wohnmodell des kollektiven Immobilienbesitzes schließen sich mehrere Menschen zu einer Gemeinschaft zusammen. Die Mitglieder legen erspartes Geld zusammen oder nehmen Kleinkredite auf und kaufen günstige Altbau-Wohnblöcke, um sie durch eigene Arbeit zu sanieren. Ist der Gebäudekomplex wieder hergerichtet, beziehen die Eigentümer das Gebäude und zahlen eine moderate monatliche Miete an das Kollektiv. Nach einigen Jahren sind dann alle schuldenfrei. Auf diese Weise kommt die Käufergemeinschaft Investoren zuvor, sichert sich Eigentum zu günstigen Konditionen und bremst einen weiteren Anstieg der Mieten.

***

Zum Thema „Mietpreise“ bzw. „Mietkosten“ bzw. „Mieten“ bzw. „Mietensteigerung“ ein Rückblick:

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  1. Es gibt noch keine Kommentare.
  1. 20.03.2015 um 06:02

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