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KfW: energetische Sanierung ist unwirtschaftlich

zahlenakrobatik„KfW-Studie: Energie-Sanierung ist teurer als ihr Nutzen

Sie ist das staatliche Steuerungsinstrument für den Umbau von Wohngebäuden in Deutschland. Doch eine hauseigene Studie der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) kommt nun zum Schluss, dass die energetische Sanierung vor allem ein großes Konjunkturprogramm ist. …“
WiWo vom 19.03.2013
Zum Artikel

und von ebenda verlinkt:
„Wärmedämmung
Deutschland im Dämmwahn
Politik und Wirtschaft tun alles, damit die Deutschen mehr in die energetische Sanierung investieren. Aber beim Einsparpotenzial kalkulieren sie falsch. …“
Warum Wärmedämmung häufig unwirtschaftlich ist.

(Dank an Koll. Konrad Fischer.)

Hier im Blog:
Thema Unwirtschaftlichkeit

Und, nicht vergessen:
WDVS sind nicht umweltfreundlich

Die KfW gönnt sich einen anderen Blick auf die Dinge:

Dienstag, 19. März 2013
Deutschland profitiert von der Energiewende

SZENARIENRECHNUNGEN ZUR ENERGIEWENDE ZEIGEN:

  • Erhöhung der Energieeffizienz in Wohngebäuden könnte 0,4 % zum Bruttoinlandsprodukt pro Jahr beitragen
  • Bis 2050 könnten Investitionen über 838 Mrd. EUR 200.000 bis 300.000 Arbeitsplätze pro Jahr sichern
  • Energiekosteneinsparungen über 372 Mrd. EUR

Die Energiewende kostet Geld, aber Deutschland wird von der Umsetzung auch erheblich profitieren: durch mehr Arbeitsplätze, durch Wachstum und durch die Einsparungen von Energiekosten. Das ist ein zentrales Ergebnis einer aktuellen Studie, die die Prognos AG im Auftrag der KfW Bankengruppe erstellt hat. Darin wird berechnet, welche gesamtwirtschaftlichen Effekte von der KfW-Förderung des energieeffizienten Bauens und Sanierens bis 2050 zu erwarten sind. Diese KfW-Programme sind zentraler Bestandteil des energiepolitischen Konzepts der Bundesregierung zur Erhöhung der Energieeffizienz und zum Klimaschutz im Gebäudebestand. Für die Jahre 2013 und 2014 hat der Bund die Mittel für die Programme auf jährlich 1,8 Mrd. EUR aufgestockt.

Für die Untersuchung wurde in drei Szenarien simuliert, welche Folgen die Umsetzung der energiepolitischen Ziele der Bundesregierung zur Senkung des Energieverbrauchs im Gebäudebestand haben dürfte. Dabei werden die Entwicklungen zentraler Rahmenbedingungen (z. B. der Energiepreise und der Baukosten) in die Zukunft fortgeschrieben.

Die Ergebnisse im Überblick:

  • Bis 2050 müssen für das Erreichen des Energiesparziels wohnwirtschaftliche Investitionen von insgesamt etwa 838 Mrd. EUR über die KfW-Programme finanziell unterstützt werden.
  • Mit diesen Investitionen können Energiekosten von 370 Mrd. EUR eingespart werden. Dies entspricht etwa dem Dreizehnfachen der Energiekosten aller privaten Haushalte für Heizung und Warmwasser in Deutschland im Jahr 2011. Allerdings wird auch deutlich, dass sich aus heutiger Sicht die Investitionen nicht allein aus den eingesparten Energiekosten refinanzieren lassen. Zu den Energieeinsparungen hinzu treten jedoch Wertsteigerungen an den Gebäuden sowie Komfortverbesserungen für die Nutzer, die hier nicht Gegenstand der Untersuchung waren.
  • Durch die Umsetzung der geförderten Energiesparinvestitionen würden bis 2050 pro Jahr zwischen 200.000 und 300.000 Arbeitsplätze gesichert werden – vor allem in der mittelständischen Bauwirtschaft und im Handwerk. Sie führen zudem zu einer erhöhten Produktion in Industrie- und Dienstleistungsbereichen, die der Bauwirtschaft und dem Handwerk zuliefern. Pro Jahr erhöhten die mit den Investitionen angestoßenen gesamtwirtschaftlichen Effekte das deutsche Bruttoinlandsprodukt um durchschnittlich 0,4 %.
  • Von Wachstum und Beschäftigung profitierten auch die öffentlichen Haushalte. Per Saldo beliefen sich die Mehreinnahmen (Steuern und Sozialabgaben) bis 2050 auf 95 Mrd. EUR (4 % des BIP 2012). Die für Zinsverbilligung und Zuschüsse einzusetzenden Fördermittel lägen dagegen mit weniger als 70 Mrd. EUR deutlich darunter.

„Die Studie zeigt, dass die Energiewende nicht nur Kosten sondern auch Nutzen bringt, selbst wenn man das Innovationspotenzial unberücksichtigt lässt. Am Beispiel der energetischen Sanierung im Wohnungsbestand zeigt sich, dass Ausgaben im Wirtschaftskreislauf immer auch Einnahmen sind. Große Investitionen in den Klimaschutz tragen also maßgeblich zu Wachstum und Beschäftigung bei“, sagt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe.

Hinweis:
Die Prognos-Studie finden Sie unter http://www.kfw.de/evaluationen-eebs.
Die Presseerklärung im PDF-Format zum
Download.

Nachtrag:
Das Thema wurde am 30.03.2013 in der WELT
unter der Überschrift Die große Lüge von der Wärmedämmung aufgegriffen.
Und etliche andere berichteten:
Wärmedämmung rechnet sich nicht.

 

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  1. Dirk
    03.04.2013 um 12:12
  2. dena
    03.04.2013 um 12:03

    dena bekräftigt: Energetische Gebäudesanierung lohnt sich
    Berichterstattung über Finanzierung von Energieeffizienz führt in die Irre
    Die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) weist aufgrund der aktuellen Berichterstattung ausdrücklich darauf hin, dass sich die energetische Sanierung von Gebäuden wirtschaftlich rechnet. „Die Mehrkosten für die energetischen Maßnahmen lassen sich über die Energieeinsparung refinanzieren. Das zeigen hunderte Praxisbeispiele der dena“, betont Stephan Kohler, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung und Sprecher der Allianz für Gebäude-Energie-Effizienz (geea).
    Ein Artikel in der Tageszeitung Die Welt vom 30. März hat die Wirtschaftlichkeit der energetischen Gebäudesanierung infrage gestellt. Der Artikel bezieht sich auf eine im Auftrag der KfW Bankengruppe erstellte Studie der Prognos AG, die die volkswirtschaftlichen Effekte der KfW-Förderung für energieeffizientes Bauen und Sanieren untersucht. Im Beitrag wird jedoch nicht unterschieden zwischen den Kosten, die ohnehin für Neubau oder Sanierung anfallen, und den Mehrkosten, die energiesparende Maßnahmen verursachen. In der Bilanz dürfen nur die für Energieeffizienz relevanten Mehrkosten den Energieeinsparungen gegenübergestellt werden.
    „Gebäudeeigentümer sollten sich nicht durch irreführende Zahlenvergleiche beunruhigen lassen“, sagt Stephan Kohler. „Wenn ein neues Fenster eingebaut oder eine Fassade erneuert wird, fallen immer Kosten an, egal ob nun besonders energieeffizient oder nicht. Deswegen muss bei einer Sanierung genau untersucht werden, welche Maßnahmen sowieso für Instandhaltung oder Modernisierung nötig sind und welche explizit die Energieeffizienz verbessern. Vergleicht man die Kosten für Energieeffizienzmaßnahmen mit den Energieeinsparungen, wird klar: Die energetische Gebäudesanierung lohnt sich. Voraussetzung ist, dass die energetischen Maßnahmen mit ohnehin anstehenden Modernisierungs- und Instandhaltungsarbeiten gekoppelt werden.“
    Bauherren empfiehlt die dena, sich frühzeitig an einen qualifizierten Experten für die Planung und den Bau von Effizienzhäusern zu wenden. Bei der Suche hilft eine von der dena betreute Datenbank unter zukunft-haus.info/experten.
    Ausführliche Informationen zur Wirtschaftlichkeit der energetischen Gebäudesanierung bietet die dena unter: zukunft-haus.info/sanierungsstudie.

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  3. Leser
    01.04.2013 um 18:33

    26.03.2013
    Investitionen häufig unwirtschaftlichPolitik treibt Hausbesitzer in Energiesparwahn
    von Andreas Toller
    Die Energiewende im Eigenheim ist oft unwirtschaftlich. Das Mammutprojekt braucht bessere Planung und Förderung. Hauseigentümer sollten sich Ansprüche auf Schadenersatz offenhalten.

    „Aber was die Energiewende im Gebäudebestand für die Wirtschaft und öffentliche Haushalte bringt, bleibt sie dem Hauptfinanzier der Energiewende – also dem Verbraucher und Hauseigentümer – leider schuldig. Ein erschreckendes Ergebnis der Prognos-Studie: Notwendigen Investitionen von insgesamt 838 Milliarden Euro bis 2050 stehen eingesparte Energiekosten von 372 Milliarden Euro gegenüber. Nicht einmal die Hälfte der Kosten für energieeffizientes Bauen kommt über die Ersparnis wieder rein. Bauherren und Hausbesitzer, die für einen niedrigeren Energieverbrauch ihrer Gebäude viel Geld in die Hand nehmen, werden so erst recht zum Zahlmeister: Ihre Investitionen sind ökonomisch ein Verlustgeschäft. Eine ganze Industrie wird so vom Verbraucher subventioniert.“

    http://www.wiwo.de/finanzen/immobilien/investitionen-haeufig-unwirtschaftlich-politik-treibt-hausbesitzer-in-energiesparwahn/7980498.html

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  4. Cora Grönert
    28.03.2013 um 21:20

    Verdämmt und zugeklebt

    Um das Klima zu retten, werden Deutschlands Häuser in Styropor eingepackt ­- mit zweifelhaftem Nutzen. Politik, Industrie und Wissenschaft wollen es so. Den Schaden hat der Bürger.

    http://www.capital.de/politik/:Energiepolitik–Verdaemmt-und-zugeklebt/100050113.html

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  5. 24.03.2013 um 18:59

    Die KfW-Studie und die Wahrheit wird vielleicht manche verdämmten Planer in Schwulitäten bringen: Sie schulden eine wirtschaftliche Planung. Wenn das nicht klappt: Honorarverlust, Schadensersatz. BGH! Ei, ei, ei …

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  6. Jörg Schlömer
    23.03.2013 um 12:30

    „Effizienzhaus Plus“ – Die ernüchternde Bilanz

    Bundesbauminister Peter Ramsauer feiert das „Effizienzhaus Plus“ als zukunftsweisend. Doch das Modellprojekt erfüllt die Erwartungen nicht. Experten stellen bereits die Grundidee des Hauses infrage.

    http://www.welt.de/finanzen/immobilien/article114705167/Effizienzhaus-Plus-Die-ernuechternde-Bilanz.html

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  7. E. Müller
    21.03.2013 um 18:27

    Der Wert undichter Fenster

    Architekt Volker Weege saniert den Innenraum der St.-Joseph-Kirche in Liemke

    Zitat:
    Frisch bleiben wird es übrigens im Innenraum. Die Fenster sind undicht, hatten sich einige Gemeindemitglieder beschwert. „Das muss auch so sein“, erläutert Weege. „Wenn wir die Fenster vollkommen abdichten würden, dann würde sich innen Feuchtigkeit abschlagen.“ Auch wenn er von außen eine Schutzverglasung vor die Fenster setzen würde, müssten Lüftungsschlitze eingearbeitet werden. Um größtmögliche Durchlüftung zu gewährleisten verwendet Weege ausschließlich offenporige Farben mit hohem Kalkanteil.
    Zitat Ende aus Artikel:

    http://www.nw-news.de/owl/kreis_guetersloh/schloss_holte_stukenbrock/schloss_holte_stukenbrock/8144776_Der_Wert_undichter_Fenster.html

    Auf das unsere Häuser genauso frei von Schimmel und bösen Geistern bleiben mögen wie die St.-Joseph-Kirche in Liemke! Böse Geister und Schimmel fürchten frische Luft wie der Teufel das Weihwasser.

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  1. 13.10.2015 um 08:01
  2. 07.04.2015 um 06:01
  3. 31.08.2014 um 19:11
  4. 18.06.2014 um 21:04
  5. 05.06.2014 um 19:44
  6. 10.04.2013 um 19:35
  7. 29.03.2013 um 17:00

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