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Inflationäre Zertifikate

muenchhausenderluegenbaron„Die jüngste Arch-Vision-Untersuchung hat gezeigt, dass von euopäischen Architekten immer häufiger verlangt wird, nachhaltige Gebäude zu entwerfen und nachhaltige Materialien zu verwenden. Aus diesem Grund müssen sie stets über die Zertifikate und Bewertungssysteme auf dem Laufenden sein. Und obwohl die meisten von ihnen angaben, dass sie sich bemühen ihr Wissen auf dem neuesten Stand zu halten, kann es eine echte, zeitraubende Herausforderung sein, wenn man feststellen muss, welche Standards, Zertifikate und Bewertungssysteme bei einem bestimmten Projekt am geeignetsten und relevant sind.

Selbst wenn man die schiere Masse der “grünen” Produktzertifikate bedenkt, die es weltweit gibt (um die 600), überrascht es wenig, dass die Architekten in Europa es schwierig finden, die Nachhaltigkeit von Produkten zu beurteilen: Jeder Hersteller, so die Ansicht der Architekten, beansprucht für die eigenen Produkte nachhaltige Eigenschaften. Das hat zur Folge, dass die Architekten – überschwemmt mit Informationen zur Nachhaltigkeit der Produkte – sich dann nicht unbedingt immer für Marken mit einem Nachhaltigkeitszertifikat entscheiden, wenn sie Material auswählen.

Da die meisten Hersteller versuchen, mit den Marktbedürfnissen und der zunehmenden Nachfrage nach nachhaltigen Baumaterialien und-produkten Schritt zu halten, florieren “grüne” Produktzertifikate.“

arch-vision.eu 28.01.2013

Überschrift:
Nachhaltige Lösungen der Dämmstoffindustrie
von europäischen Architekten am meisten wertgeschätzt

Kommentar BAUFÜSICK:
Welche „Nachhaltigen Lösungen der Dämmstoffindustrie„?

Am Ende (oder: am Anfang?) steht die Frage: was bedeutet solch ein Zertifikat? Ein Hersteller gibt einer Organisation, die ein Label erfunden hat und sich zum Zertifizierer selbst ernennt oder sich von anderen Organisationen dazu ernennen lässt, Geld und bekommt dafür eine Urkunde.

Hier, bitte schön, ein paar Beispiele für die Sinnhaftigkeit von Zertifikaten:

Bauminister – Konferenz: Polystyrol ist zertifiziert und sicher

Neues Altes vom Zertifizierungswahn

Endlich naht das Energieberater-Zertifikat

Außerdem führt die Zertifizierung führt

Passivhaus-Posse (II)

Etikettenschwindel beim Ökostrom

Nachhaltigkeits-Gütesiegel behindert nachhaltiges Bauen

Und schon drängt sich die Frage auf: Wer zertifiziert die Zertifizierer?

Ähnlich geht es in Bereichen zu, wie im halbstaatlich regulierten Segment der bauaufsichtlichen Zulassungen. Beispiele der Vergangenheit zeigen: eine bauaufsichtliche Zulassung bekommt man noch für jeden Dreck – wenn man nur im richtigen Club ist und Geld auf den Tisch legt. Hier solch ein Beispiel:

Böse bröselnde Kalksandsteine mit Zulassung lassen Einsturzgefahr zu

Ein Beispiel aus der Gegenwart zeigt, wie geldgierige Zulassungsgeber Hersteller drangsalieren und dabei selbst auf gesetzliche Rahmen pfeifen:

VG Gelsenkirchen: Gerichtsurteil gegen das DIBt (Az. 9 K 906/10)

Und der Zirkus wird weiter gehen, dem Michel ist noch reichlich Geld aus der Tasche zu ziehen.

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