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Böse bröselnde Kalksandsteine mit Zulassung lassen Einsturzgefahr zu

bausteine„Der so genannte Kalksandstein, der bei Feuchtigkeitseinwirkung erhöhte Auflösungserscheinungen zeigt, bereitet derzeit vielen Hauseigentümern Probleme. Haniel hat in den 80er und 90er Jahren aus Kostengründen teuren Kalk durch ein schwefelhaltiges Abfallprodukt aus der Rauchgasentschwefelung ersetzt. Dieser Kalksteinersatz führt bei einigen Häusern sogar zur Einsturzgefahr. Laut des Berichts wurden nun einige Opfer mit Stillschweigevereinbarungen unter Druck gesetzt.“
Aktionsbündnis „Bröselstein-Skandal“

06.12.2011
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Rückblick

„Haniel drohen wegen Baumängeln Milliardenkosten
In Tausenden von Gebäuden ticken nach WAZ-Recherchen potenzielle Zeitbomben. Der Grund: Hunderte von Millionen fehlerhafte Kalksandsteine aus dem Hause Haniel. Unter Nässe zerbröseln die Steine. Haniel wurde früh davor gewarnt, produzierte aber weiter. Jetzt häufen sich die Steinfraßfälle – und die Schadensersatzklagen.“

WAZ, 28.11.2011
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„Kaputter Kalksandstein ruiniert Altersvorsorge vieler Hausbesitzer
Haniel hat in hunderten Häusern mangelhaften Kalksandstein verbaut. Die Folge: Die Häuser sind porös und einsturzgefährdet, sie müssen aufwändig renoviert werden. Von 1987 bis 1996 wurden die Steine verwendet. Viele betroffene Kunden fürchten um ihre Häuser – und damit um ihre Altersvorsorge.“

WAZ, 28.11.2011
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„Bröselstein-Skandal – Xella bezahlt Hausbesitzer für ihr Schweigen
In Tausenden Gebäuden an Rhein und Ruhr verbaute das Unternehmen Baustoffwerke Haniel, das jetzt Xella heißt, schadhaften Kalksandstein, der sich unter Feuchtigkeitseinwirkung auflöst. Das Unternehmen hat Betroffene unter Druck gesetzt: Einige wurden zum Schweigen verdonnert.“

WAZ, 30.11.2011
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„Bröselstein-Ansprüche sollen nicht verjähren
Gute Nachricht für alle, die von den Xella-Bröselsteinen betroffen sind: Eine Verjährung der Schadenersatzansprüche ist erst einmal vom Tisch. Das erklärten sowohl Bröselstein-Hersteller Haniel also auch Rechtsnachfolger Xella.“

WAZ, 07.12.2011
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„In Nordrhein-Westfalen könnten zwischen 1987 und 1996 etwa 40 000 Häuser mit schadhaften Kalksandsteinen der Firma Haniel gebaut worden sein, sagt Rechtsanwalt Stefan Kortenkamp, der das Duisburger Ehepaar K. vor Gericht vertritt. „Nach unseren Erkenntnissen könnten 300 Millionen solcher Steine in der Zeit verbaut worden sein, was zig Tausende Häuser in NRW betreffen würde“, sagt der Jurist.“
Quelle: Steinfraß bedroht Hunderte Häuser
von Christian Schwerdtfeger
zuletzt aktualisiert: 09.12.2011

RP-Online
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Und noch eine kleine Sammlung:
xella kalksandstein skandal

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Karschti: „2002 bis 2004 wurden 9 neue Schadensfälle bekannt, 2005 etwa 25. Erst 2006, bei rund 80 neuen Fällen, wurde die mögliche Dimension deutlich. Da haben wir auch das rechtliche Gutachten in Auftrag gegeben.“
Buck-Emden: „Im Mai 2007 hat sich erstmals die Presse interessiert und berichtet. Daraufhin haben auch wir eine Pressemitteilung veröffentlicht.“
Quelle: WAZ

Die Pressemitteilung.
Xella ließ damals verlautbaren:

„9. Juli 2008
Bericht des Magazins „Stern“ vom 10. Juli 2008

Stellungnahme von Xella und Haniel
Zu keinem Zeitpunkt bestand bei diesem viele Jahre zurückliegenden Produktfehler eine Beeinträchtigung der Statik des Baukörpers oder eine Gefährdung von Menschen durch Einsturzgefahr. Dies ist durch Gutachten belegt. Zudem haben wir zu keinem Zeitpunkt einem unserer Kunden durch die Verwendung von Recyclingstoffen bei der Produktion von Kalksandsteinen vorsätzlich Schaden zugefügt.

Eine Warnpflicht hat nicht bestanden, weil zu keiner Zeit Gefahr für Leib und Leben bestanden hat und auch jetzt nicht besteht. Der Sachverhalt ist seit langem im betroffenen Einzugsgebiet bekannt und die Medien haben bereits wiederholt und ausführlich darüber berichtet. Xella hat dazu im Mai 2007 eine Pressemitteilung veröffentlicht. Somit haben wir alles Notwendige getan, was rechtlich und faktisch geboten ist.

Nach Bekanntwerden der Reklamationen im Zusammenhang mit dem Einsatz von REA-Kalk haben wir betroffenen Kunden stets rasch und unbürokratisch geholfen. Dies wurde bislang durch alle betroffenen Hausbesitzer sehr honoriert.

Wir haben Grund zu der konkreten Annahme, dass derzeit Kräfte im Markt unterwegs sind, die offensichtlich das Interesse verfolgen, den in Rede stehenden Sachverhalt medial „zu vermarkten“.

Chronologischer Ablauf – Kurzfassung
1987 Start mit dem Einsatz von REA-Kalk bei der Herstellung der Kalksandsteinformate 2DF und 3DF in den Werken Issum, Ratingen und Kalscheuren
1991 Auftreten vereinzelter Reklamationen
1993/94 Häufung von Reklamationen und Erkennen des Zusammenhangs zum REA-Kalk
1995 Vorzeitige Kündigung der Lieferverträge für REA-Kalk Meldung der Schäden beim Versicherer Einschalten eines Sachverständigen
2001/02 Zunahme der Reklamationen durch Meldung von Hauseigentümern.Im Interesse der Integrität des Produktes Kalksandstein übernimmt Xella die Verantwortung, obwohl keine Haftung besteht.
2007 Berichterstattung in den Medien zu Rissbildungen bei Kalksandsteinen in Ein- und Zweifamilienhäusern
2008 Bis Juni 2008 sind 265 betroffene Häuser bekannt.

Chronologischer Ablauf – Langfassung
Ende der 1980er achtziger Jahre haben die Haniel Baustoffwerke – wie in allen Wirtschaftszweigen üblich – Optimierungsmöglichkeiten im Herstellungsprozess von Kalksandsteinen untersucht. Der Einsatz von Recyclingstoffen wie REA-Kalk war zum damaligen Zeitpunkt und ist auch heute noch in vielen Baustoffbereichen ein marktübliches Verfahren. Zum Beispiel ist der Einsatz von REA-Gips bei Gipskartonplatten oder Flugasche in der Betonproduktion in der Baustoffindustrie üblich und weit verbreitet. Die damaligen Prüfmethoden führten zu dem Ergebnis, dass ein Einsatz von REA-Kalk möglich sei. Diese Steine haben der Eigen- und Fremdüberwachung entsprochen.

Eine Umsetzung erfolgte nur zur Produktion der Formate 2 DF und 3 DF, zwei von über 18 verschiedenen Formaten, und nur in einem Zeitraum von Ende 1987 bis Anfang 1996 in den drei Werken Issum, Ratingen und Kalscheuren. Vereinbarte Abnahmemengen von REA-Kalk wurden daraufhin deutlich (teilweise um bis zu 90 Prozent) reduziert. Bei den in diesem Zeitraum verwendeten Steinen der beiden Formate gab es nach der Verbauung vereinzelt auftretende Rissbildung und Abplatzungen des Mauerwerks, die auf die damals verwendete Zumischung von REA-Kalk bei der Produktion dieser Steine zurückzuführen ist. Dieser Zusammenhang wurde aber erst 1993/94 deutlich, da die Schäden nur nach einem längeren Zeitraum und nur bei einer dauerhaften Durchnässung auftreten, beispielsweise bei unzureichend gegen Nässe isolierten Kellerwänden. Dies ist der Grund, warum Schäden bisher nahezu ausschließlich im Kellergeschoss aufgetreten sind und auch nur bei einem sehr geringen Anteil der verbauten Steine.

Kalksandsteine werden aus dem Bindemittel Kalk, Sand und Wasser in Autoklaven unter Dampfdruck gehärtet. Die Steine werden in unterschiedlichen Formaten und Härteklassen produziert. Bei den betroffenen Steinen wurde ein REA-Produkt als Bindemittel (REA-Kalk) verwendet, das in Rauchgas-Entschwefelungsanlagen von Kraftwerken entsteht. Nachdem wir erkannt hatten, dass die Reklamationen in Verbindung mit dem Einsatz des REA-Kalk standen, wurde der REA-Kalk nicht mehr eingesetzt. Geschlossene Lieferverträge wurden vorzeitig gekündigt.

Eine Quantifizierung der möglicherweise betroffenen Gebäude ist schwierig und jegliche Schätzung daher unseriös. Eine Angabe über den Verbleib des Produktes ist für einen Baustoffproduzenten bedingt durch die Vertriebswege grundsätzlich schwierig, zumal Kalksandsteine in der Regel sofort verbaut werden. Nach heutigem Kenntnisstand sind nur Häuser mit Baubeginn bis spätestens 1997 betroffen.

Darüber hinaus ist offen, wofür die Steine verwendet wurden (Keller, Garage, Neubau, Renovierung etc.). Das Gros der Absatzmenge wurde in der Regel in der Nähe der Werke, also am Niederrhein, im westlichen Ruhrgebiet und im angrenzenden Münsterland unter der Marke KS ausgeliefert.

Bislang wurden von den bekannten 265 betroffenen Gebäuden (Stand: Juni 2008), überwiegend Reihenhäuser und Doppel-Haushälften, 95 Häuser saniert, davon wurden 15 zurückgekauft. Bei den übrigen 170 Häusern (davon sind 13 im Xella-Besitz) erfolgt nach vorangegangener Schadensprüfung und individueller Regelung mit den Hauseigentümern entweder derzeit die Sanierung, wurde die Sanierung zugesagt oder aber festgestellt, dass kein Schaden vorliegt.

Seit Jahren haben wir die bekannten Schadensfälle unbürokratisch, schnell und kulant gehandhabt, obwohl keine Schadensersatzpflicht besteht. Es wurden keine Klagen oder Prozesse gegen uns geführt. Wir haben uns bisher im offenen, konstruktiven Dialog mit den Hausbesitzern auseinandergesetzt und alle Schäden wurden im Einvernehmen mit den Betroffenen individuell saniert. Da wir über einen Zeitraum sprechen, der schon lange zurückliegt, ist davon auszugehen, dass kaum noch neue Schäden auftreten können, die nicht heute bereits erkennbar sind.

Auch nach einer möglichen Veräußerung von Xella wird sich Haniel weiterhin für den Sachverhalt verantwortlich zeigen.

Duisburg, den 9. Juli 2008″

***

Dann gab es auch noch Entwarnung – von XELLA.

„Der Schadensmechanismus wurde untersucht und Betrachtungen zur Resttragfähigkeit sowie zum Versagensrisiko angestellt. Als Ursache wird die Reaktion des während der Autoklavierung in den Kalksandsteinen entstandenen Anhydrits zu Gips bei langzeitigem Kontakt mit Wasser gesehen. Eigene Untersuchungen zeigen, dass die vorhandenen Resttragfähigkeiten des Mauerwerks ausreichen, um die Lasten sicher abzutragen. Der Schadmechanismus läuft sehr langsam ab und ist anhand der Symptome (Feuchtigkeit, Risse, etc.) gut erkennbar.“

Quelle:
Schoch,Torsten; Scheffler,Gregor A.; Schmidt,Karin; Straube,Berit:
Statische Probleme sind nicht zu erwarten.
Der Einsatz von Kalksubstituten in der Kalksandstein-Produktion von 1987 bis 1996 -Hintergründe und Beurteilung aufgetretener Schädenin Fachzeitschrift:

Deutsches Ingenieurblatt 19 (2012) Nr.3, S.24-27
ISSN: 0946-2422

kostenfreier Download

[„Im nachfolgenden Beitrag gibt sie genaue Auskunft über den wahrscheinlichen Grund der heutigen Schäden und über die statischen Folgen auf das betroffene Mauerwerk.
Ihr Fazit: Zu statischen Befürchtungen besteht kein Anlass.„]

Kommentar BAUFÜSICK:
Hurra!
Da können wir ja dazu übergehen, mit Gips zu mauern.
D.h.: Steine mit Gips und Mörtel aus/mit Gips.

***

Und hier das Kontrastprogramm – nicht von Xella.

„Dass die Billigkalkmischung Feuchtigkeit nicht standhalten würde, war früh klar. Es wurde aber verschwiegen. Der Bundesverband der Kalksandsteinindustrie (BVKS) warnte schon 1987. Es handele sich nur „um gipsähnliche Stoffe bzw. Gips“, steht in einem Prüfbericht, der der WAZ vorliegt. Der Verband bemängelte „Minderung der Steinfestigkeiten“, „Neigung zu Ausblühungen“, „Treibreaktionen in angrenzenden Zementmörteln oder -putzen“ und riet dringend zu weiteren Prüfungen.“

aus:
Haniel und Xella tricksten und täuschten im Bröselstein-Skandal
27. November 2011 von Klaus Brandt
in Der Westen

***

Ja, und? Was soll das Ganze?
Ein Skandal von etlichen.
Ja, was wohl.
Kam doch ein Vögelein vorbeigeflogen,
ich glaub es war ein Spatz,
setzte sich nieder auf der Dachrinne
– und pfiff etwas höchst bemerkenswertes vom Dach.
Demnächst mehr zum Thema.

Vorgeschmack:
auch diese Kalksandsteine hatten
eine bauaufsichtliche Zulassung.

 

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  1. 19.10.2013 um 18:48

    Neues im Fall:

    „Jetzt sprachen die obersten Richter des Landes Klartext: Das OLG sieht Anzeichen für eine vorsätzliche sittenwidrige Schädigung von Hauseigentümern. Das könnte teuer werden für den Lieferanten der Bröselsteine. Was man als Käufer von Immobilien oder als Hauseigentümer jetzt unbedingt wissen muss.“

    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/wirtschaft-und-finanzen/michael-brueckner/hausbau-wenn-die-steine-zerbroeseln.html

    OLG Düsseldorf · Beschluss vom 29. April 2013 · Az. I-5 W 9/13
    http://openjur.de/u/623580.html

    Richterspruch zu Bröselsteinen kann für Haniel teuer werden
    http://www.derwesten.de/wirtschaft/richterspruch-zu-broeselsteinen-kann-fuer-haniel-teuer-werden-id8524055.html

    OLG Düsseldorf hält Haftung der Fa. Xella International GmbH aufgrund einer vorsätzlichen sittenwidrigen Schädigung für möglich – Ansprüche der Geschädigten wegen „Bröselsteine“ sind grundsätzlich bis heute nicht verjährt
    http://www.freier-goetz.de/aktuell.htm

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  2. 08.04.2013 um 15:13

    Man sollte hier aber auch betonen, dass das nur bei Haniel der fall war. Ansonsten ist Kalksandstein eigentlich ein sehr guter Baustoff und dämmt sehr gut. Das geht hier leider ein wenig unter.

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    • 08.04.2013 um 15:36

      Es geht nicht darum, Kalksandsteine schlecht zu machen.
      Dieses abschreckende Beispiel verdeutlicht den Wert einer Zulassung.

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  3. 19.01.2013 um 13:02

    Deutschland AG: Hauptsache sind die Quartalsumsätze. Der Kunde? Wer ist das?

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    • E. Müller
      19.01.2013 um 18:00

      lt. Reinhard Mey: Es gibt keine Maikäfer mehr …

      … es gibt keine Kunden mehr … es gibt viele Unmündige dafür … es gibt Zwangskonsumenten umso mehr … und Enteignete sind gemacht um schnell zu sterben. Wie der Maikäfer im Juni …

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  4. 19.01.2013 um 11:48

    Danke für den Hinweis. „DIBt“, „Brandschutz“ und „WDVS“ sind sehr gute Stichworte.

    Im Bundestag notiert: Brandverhalten von Baustoffen
    https://baufuesick.wordpress.com/2012/11/16/im-bundestag-notiert-brandverhalten-von-baustoffen/

    Dämmstoffpropaganda (de): Kritik unerwünscht
    https://baufuesick.wordpress.com/2012/02/04/dammstoffpropaganda-de-kritik-unerwunscht/

    Fassadendämmung: Prüfung auf Brandgefahr abgeschlossen?
    https://baufuesick.wordpress.com/2012/02/10/fassadendammung-prufung-auf-brandgefahr-abgeschlossen/

    Fassadendämmung: Prüfung auf Brandgefahr (tapfere SPD)
    https://baufuesick.wordpress.com/2012/02/10/fassadendammung-prufung-auf-brandgefahr/

    Dementi: Styropor ist nicht brandgefährlich – hurra!
    https://baufuesick.wordpress.com/2011/12/13/dementi-styropor-ist-nicht-brandgefahrlich/

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  5. Gerd Müller
    19.01.2013 um 11:37

    Die Denkweise des DIBt:
    „Der Umstand, dass die in Rede stehenden Bauprodukte Gegenstand einer europäischen Norm seien, schließe eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung nicht aus. Die Merkmale für die Brauchbarkeit der streitgegenständlichen Bauprodukte im Sinne der Bauproduktenrichtlinie seien in der europäischen Norm nicht vollständig harmonisiert. Das Glimmverhalten von Bauprodukten sei ein relevantes Risiko im Rahmen des Brandschutzes und deshalb im Hinblick auf die Einhaltung der wesentlichen Anforderungen an Bauwerke zu prüfen. Die Mitgliedstaaten seien nicht nur berechtigt, sondern sogar verpflichtet, das Inverkehrbringen und die Verwendung von solchen Bauprodukten von einer Prüfung des Glimmverhaltens abhängig zu machen. Das Zulassungserfordernis werde vorliegend nicht durch die Regelung zur Zulässigkeit des Inverkehrbringens von „harmonisierten Bauprodukten“ nach § 20 Abs. 1 Nr. 2 BauO NRW verdrängt. Die Übereinstimmung der Produkte der Klägerin mit der europäischen Norm und das Tragen der CE-Kennzeichnung genügten nicht für den Nachweis der Brauchbarkeit. Die Produkte erfüllten deshalb – vorbehaltlich des Nachweises des Glimmverhaltens – nicht die Voraussetzungen der Zulässigkeit des Inverkehrbringens nach § 20 Abs. 1 BauO NRW. Überdies sei nach dem Wortlaut des § 20 Abs. 2 BauO NRW nicht ausgeschlossen, dass auch für Bauprodukte nach Abs. 1 Nr. 2 ergänzende technische Regeln gelten könnten. Aus dem Vorliegen einer europäischen harmonisierten Norm folge nicht, dass § 21 BauO NRW unanwendbar sei, weil dieses Zulassungserfordernis nur für nicht geregelte Bauprodukte gelte. Die Frage, ob ein nach nationalem Recht geregeltes oder nicht geregeltes Bauprodukt vorliege, habe nichts mit der Frage zu tun, ob ein Bauprodukt nach dem Bauproduktengesetz bzw. der Bauproduktenrichtlinie in Verkehr gebracht werden dürfe und verwendbar sei. Es möge sein, dass die Unterscheidung im nationalen Recht zwischen „geregelten“ und „ungeregelten“ Bauprodukten bedeutungslos werde, wenn ein Produkt wegen seiner Übereinstimmung mit einer harmonisierten europäischen Norm in Verkehr gebracht und verwendet werden dürfe. In diesem Falle stelle sich die Frage, inwieweit die Mitgliedstaaten noch zusätzliche Anforderungen stellen könnten. “

    siehe Rd.-Nr. 35
    Ist das nicht herrlich, wie sich das DIBt Gedanken macht, um den Brandschutz bei Mineralwolle-Dämmstoff? Andererseits gibt es Zulassungen, die einen Brandriegel aus Mineralwolle-Dämmplatten vorsehen.

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  1. 05.06.2014 um 19:44
  2. 04.04.2014 um 20:01
  3. 02.02.2013 um 10:59

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