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Hausgeld-Vergleich zur EnEV 2012-2013-2014

Kritische Stellungnahme des Arbeitskreises “Richtig Bauen” von Hausgeld-Vergleich e.V. ging termingerecht den Bundesministerien, anderen Verbänden und Medien zu
Die Verbände und Vereine wurden aufgefordert, zur Novellierung des Energieeinsparungsgesetzes (EnEG) und zur Energieeinsparungsverordnung (EnEV) Stellung zu nehmen. Der Arbeitskreis “Richtig Bauen” von Hausgeld-Vergleich e.V. formulierte eine vernichtende Kritik zu den übersandten 334 Seiten, die innerhalb von nur 17 Arbeitstagen zu bearbeiten waren: “Überbürokratisch, grob fehlerhaft, überflüssig, das Wohnen unnötig verteuernd und deshalb abschaffen!” Die Stellungnahme ist auf unserer Internetseite eingestellt. [B.: siehe unten]

Nachbesserung kann nicht wegen unverhältnismäßig hoher Kosten verweigert werden

Häufig werden erforderliche Nachbesserungen wegen der damit verbundenen hohen Kosten verweigert.

Die Nachbesserung kann auch bei hohen Kosten nicht verweigert werden, wenn der Auftraggeber ein objektives Interesse an der Erfüllung der Vertragsbedingungen hat (OLG Zweibrücken, 7 U 252/11)

Das Gebäude des Bundesumweltamtes ist kein ökologisches Vorbild …

… stellten die Prüfer des Bundesrechnungshofes fest. Der Neubau in Dessau sollte als ökologisches Vorbild dienen. Die Betriebskosten lagen statt dessen um 50% über den Kosten üblicher Verwaltungsgebäude, demnach 400.000 € höher als geplant. Aus dem Wortlaut des Prüfberichts, der Hausgeld-Vergleich e.V. vorliegt: “ Statt der geplanten Betriebskosten von 42,- € betrugen diese in den ersten 5 Jahren 63,- € je qm im Jahr.” Das was rechtschaffene Fachleute voraussagen, traf ein: Die Wartungskosten für ökologisch-innovative Gebäude sind unverhältnismäßig hoch, somit nicht betriebswirtschaftlich und die theoretischen Vorausberechnungen nach EnEV wertlos. Der Bericht des Bundesrechnungshofes ist gegen 2,20 € in Briefmarken erhältlich bei Hausgeld-Vergleich e.V., Gehrestalstraße 8, 91224 Pommelsbrunn.

Proteste gegen erste Fassung der Trinkwasserverordnung hatten Erfolg –

Proteste gegen fragwürdige Dichtigkeitsprüfung der Abwasserohre sollten weitergehen!

Die massiven Proteste gegen die Vorschriften der Trinkwasserverordnung führten zu ersten Änderungen des Gesetzgebers. So wurde die Frist für die erste Probe bis 31.12.2013 und der bisherige jährliche Prüfintervall auf drei Jahre verlängert. Die laufenden Aufwandskosten werden damit auf 1/3 verringert. Hausgeld-Vergleich e.V. empfiehlt deshalb allen Eigentümern bei der derzeitigen gesetzlichen Verordnungsflut, grundsätzlich bis zum letzten Termin zu warten. Korrekturen sind häufig erforderlich.

Deshalb sollten auch die Proteste gegen die teilweise noch angeordneten generellen Dichtigkeitsprüfungen der Abwasserrohre weitergehen. Nach verschiedenen Bundesländern (siehe letztes Info) hat auch Berlin die Prüfung ausgesetzt. Es macht also Sinn, den Vorschlägen vieler Verwalter zur sofortigen Prüfung nicht zu folgen und erst die weitere Entwicklung bzw. die letzte Frist abzuwarten. Diese ist dort, wo es die Prüfvorschriften noch gibt, erst der 31.12.2015 – also bekanntlich erst in 3 Jahren!

Dicke Luft in Klassenzimmern (BR) und

Wärmedämmung – der Wahnsinn geht weiter: Dokumentation (NDR) …

so lauten neuen TV-Berichte über die Folgen der staatlichen Bauvorgaben in “Geld & Leben” am 19.11.2012, ab 21.15 Uhr im BR und in der Dokumentation des NDR am 26.11.2012 ab 22.00 Uhr.

Gesetzliche Vorgaben zum Bauen und die Energiewende machen Wohnen immer teurer

Hausgeld-Vergleich e.V. appelliert deshalb an den Gesetzgeber, bei der derzeitigen Diskussion des Mietrechtsänderungsgesetzes, auf eine unverhältnismäßige Kostenbenachteiligung der Mieter zu verzichten. Schon heute überfordern Mieten und Nebenkosten viele Mieter. Mieterhöhungen wegen energetischer Sanierungen dürfen sich nach Meinung von Hausgeld-Vergleich e.V. nur in dem Rahmen bewegen, wie nachweislich Energie eingespart wird.

Treffpunkt zu weiteren Informationen am 30.11. und 1.12. in München, Bayerischer Hof, jeweils ab 9.00 Uhr auf der V. Energie- und Klima-Konferenz! Hier ist Klartext von Fachleuten zu erwarten.

Aussender: Hausgeld-Vergleich.de
18.12.2012

***

Aus der Stellungnahme

1. Niedrigstenergiehäuser bis 31.12.2020

  • Die bedeutende Änderung zur Schaffung von Niedrigstenergiehäusern ab dem 31.12.2020 entmündigt den Bauherren bei seiner Entscheidung, wie viel verfügbare Mittel er für die Schaffung von Wohnraum zur Verfügung stellen und welcher Zielgruppe er die geschaffenen Wohnräume anbieten will.
  • Die Erstellung von Niedrigstenergiehäusern machen mit ihren unwirtschaftlichen 3fach-Fensterverglasungen, alternativen Energieerzeugungsanlagen, Lüftungsanlagen und Dämmsystemen das Wohnen insgesamt wesentlich teurer als in den Begründungen zu EnEG- und EnEV-Novelle behauptet wird und für einen zunehmenden Teil der Bevölkerung unbezahlbar.
  • Dem Niedrigstenergiehaus mangelt es somit an einem vertret-baren Mehrkostennutzenverhältnis.
  • 20% unserer Bevölkerung gelten heute schon als arm. Das Niedrigstenergiehaus geht demnach am tatsächlichen Wohnbedarf vorbei. In den Ballungsräumen werden Wohnungen von Menschen mit niedrigem Einkommen gesucht.
  • Niedrigstenergiehäuser eignen sich folglich nicht zur Deckung des realen Wohnungsbedarfs. Als Klimaschutzinstrument zur Begrenzung der Globaltemperatur sind sie eine Lachnummer.

2. Erweiterte Pflichten aus dem Energieausweis

  • Der Energieausweis wurde von Anfang an öffentlich kritisiert: Ihm fehlt Aussagekraft und Nutzen für die zu verkaufende oder zu vermietende Wohnung. Wir lehnen deshalb ab, dass einem für den Verbraucher untauglichen Mittel im EnEG mehr Bedeutung zugemessen werden soll.
  • Besondere Kritik trifft den sogenannten Bedarfsausweis, dessen Fehlerhaftigkeit weit über 100% hinausgehen kann.
  • Jede Heizkostenabrechnung der Energieablesefirmen ist somit korrekter zur Beurteilung des Verbrauchs einer bestimmten Wohnung und des gesamten Hauses als der Energieausweis.
  • Die Aufwertung des unbrauchbaren, überflüssigen und nicht bewährten Energieausweises lässt vermuten, dass eher wirtschaftliche Interessen der damit Begünstigten als das Wohl der Bevölkerung als Ganzes im Vordergrund steht.
  • Der Energieausweis ist in Anbetracht aussagefähiger und kostengünstig erhältlicher Kenndaten für die Wohnimmobilie aus der konkreten Heizkostenabrechnung, sei es für einzelne Wohnungen oder das gesamte Haus, reif für die Müllentsorgung.

Die vollständige Stellungnahme

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  1. E. Müller
    30.11.2012 um 20:54

    Die Abzocke geht weiter:
    Ohne Energiepass wird es künftig richtig teuer

    Bußgelder von bis zu 15.000 Euro drohen

    Bislang musste der Ausweis aber nur auf Verlangen des Käufers oder Mieters vorgezeigt werden. Das soll sich nun ändern. Von 2013 an muss der Energieausweis unaufgefordert und schon bei der Besichtigung des Objekts vorgezeigt werden.

    Die wichtigsten Angaben des Energieausweises sollen bereits in den Wohnungsanzeigen genannt werden. Wer sich nicht daran hält, muss mit Bußgeldern von bis zu 15.000 Euro rechnen.

    Das Ganze ist eine europarechtliche Entscheidung, die auf der EU-Gebäuderichtlinie von 2010 basiert und jetzt in nationales Recht umgewandelt wird. Der Gesetzgeber reagiert damit auf die bisher geringe Zahl der ausgestellten Ausweise.

    http://www.welt.de/finanzen/immobilien/article111371902/Ohne-Energiepass-wird-es-kuenftig-richtig-teuer.html

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  2. 24.11.2012 um 16:18

    Die neue Ännäff

    Der Effizienzstandard für Neubauten wird 2014 und 2016 jeweils um 12,5 % (Jahres-Primärenergiebedarf) bzw. 10 % (Wärmedämmung der Gebäudehülle) im Mittel angehoben. Der Jahres-Primärenergiebedarf des Referenzgebäudes wird dazu ab 2014 mit 0,875 und ab 2016 mit 0,75 multipliziert.
    Die Anforderungen an den Gebäudebestand (auch die Außerbetriebnahme-Regelungen für Nachtspeicherheizungen) bleiben weitgehend bestehen. Nur zwei unzeitgemäße Sonderfälle (Austausch von Schaufenstern und Außentüren) werden auf das Niveau der EnEV 2009 angehoben.
    In Immobilienanzeigen bei Verkauf und Vermietung müssen energetische Kennwerte angegeben werden, wobei sich diese bei Wohngebäuden auf die Wohnfläche beziehen müssen (bisher auf die Gebäudenutzfläche). Bei der Besichtigung des Kauf- bzw. Mietobjekts muss der Energieausweis bereits vorgelegt, an den späteren Käufer oder neuen Mieter dann übergeben werden.
    Die Aushangpflicht von Energieausweisen gilt künftig auch für kleinere Gebäude und in bestimmten Gebäuden mit starkem Publikumsverkehr, der nicht auf einer behördlichen Nutzung beruht (z.B. Kinos).
    Ein unabhängiges Stichprobenkontrollsystem für Energieausweise und zur Einhaltung der EnEV-Neubauanforderungen bzw. Berichte über die Inspektion von Klimaanlagen soll die Umsetzung der neuen Regelungen gewährleisten.
    Das Nachweisverfahren für neue Wohngebäude wird mit „EnEV easy“ bzw. dem Modellgebäudeverfahren vereinfacht.
    Der Primärenergiefaktor für Strom wird 2014 von 2,6 auf 2,0 bzw. Anfang 2016 auf 1,8 abgesenkt. Für aus KWK-Anlagen in das elektrische Verbundnetz eingespeisten Strom wird zunächst der Wert 2,5 als Primärenergiefaktor verwendet, ab dem 1. Januar 2016 der Wert 2,3. Die entsprechenden Primärenergiefaktoren in DIN V 18599 werden von den EnEV-Festlegungen für den öffentlichen Nachweis überschrieben.

    Mehr lesen bei Schlagmann Poroton:
    http://www.schlagmann.de/infomail-enev-entwurf

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  1. 10.04.2013 um 19:36
  2. 22.02.2013 um 17:35

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