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Animiert die dena zum Geldrausschmeißen?

Apropos „dena“: das Unternehmen wird finanziert über Steuergelder sowie über Zuwendungen der Privatwirtschaft, so von Banken und von der Dämmstoffindustrie. Z.B. indem Kampagnen unterstützt werden. Das ist eine moderne Form der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und getarnten Geldtransfers. Im dena-Sprech lautet das wie folgt:

„Die dena wurde im Herbst 2000 mit Sitz in Berlin gegründet. Die Gesellschafter der dena sind die Bundesrepublik Deutschland, die KfW Bankengruppe, die Allianz SE, die Deutsche Bank AG und die DZ BANK AG. Die dena ist eine leistungs- und gewinnorientierte Gesellschaft und wurde mit dem Auftrag gegründet, an der Schnittstelle zwischen Politik und Wirtschaft zu agieren. Dementsprechend finanziert sie ihre Projekte mit einer großen Anzahl an Partnern aus dem öffentlichen und dem privaten Sektor.“

Somit darf man davon ausgehen, dass die dena eine halbstaatliche Lobbyorgansiation ist. Die Interessen dahinter:
1. Energetische Sanierungen finanzieren.
2. Energetische Sanierungen beliefern.
3. Neue Pöstchen für verdiente Parteifreunde.
Disclaimer: das ist reine Vermutung.

Apropos Energieverbrauch der Einfamilienhäuser. Da die dena gerne dieses Beispiel strapaziert, sei auf den tatsächlichen Zustand verwiesen. Man kann es in der ImmobilienZeitung nachlesen: „Eigenheime sind doch keine Energieschleudern“ von Gerda Gericke, am 15.11.2012 veröffentlicht. Zitat:

„Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich: Eigenheime und Zweifamilienhäuser in Deutschland sind entgegen landläufiger Meinung keine Dreckschleudern, sondern vielmehr in einem „energetisch beeindruckend guten Zustand“. Zu diesem Ergebnis kommt das empirica Institut in einer Studie für den Verband der Privaten Bausparkassen. Die Schlussfolgerung der Experten: Die politisch gewollte Verdoppelung der jährlichen Sanierungsrate von 1% auf 2% sei unrealistisch, und unnötige zusätzliche öffentliche Mittel, um mehr energetische Maßnahmen anzustoßen, seien rausgeschmissenes Geld.

zum Artikel

Glaubt man hingegen der dena, befinden wir uns im Paralleluniversum, wo alles genau anders herum ist. In dieser Scheinwelt verbraten die Ein- und Zweifamilienhäuser dermaßen viel an Heizenergie, dass nur noch grandiose Sanierungsmaßnahmen ohne Sinn und Maß die Erde vorm drohenden Kollaps bewahren. Dabei zitiert sich die dena in ihrer Recherche gern selbst. Insbesondere wird auf geschönte Basis-Daten zurückgegriffen. In der Hoffnung, dass es viele nicht merken, werden Verbrauch und Bedarf durcheinander geworfen und vergleichen. Das liest sich dann so wie in dieser Pressemitteilung vom 07.11.2012:

„dena-Gebäudereport zur Energieeffizienz in Gebäuden.

Umfassendes Kompendium bietet alle Daten verständlich und auf einen Griff
Mit dem „Gebäudereport 2012“ hat die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) erstmals die wichtigsten Daten und Fakten über den Gebäudebestand in Deutschland und seine Energieeffizienz in einem Werk zusammengefasst, analysiert und anschaulich aufbereitet. Der Report bietet einen strukturierten Überblick: von den Energieverbräuchen der Gebäude über Angaben zu den Eigentümer- und Mieterstrukturen bis hin zu energiepolitischen Rahmendaten.

Bislang lagen viele dieser Informationen nur verstreut, unübersichtlich und unvollständig vor. Durch die umfassende Zusammenstellung ermöglicht der dena-Gebäudereport eine fundierte Marktanalyse und das Erkennen von Zusammenhängen im Bereich energetisches Bauen und Sanieren – dem Schlüsselsektor der Energiewende.
Für die Erstellung des Reports wurden neben zahlreichen öffentlich zugänglichen Quellen vor allem auch bislang unveröffentlichte Daten aus der dena-Energieausweisdatenbank und dem dena-Modellvorhaben „Effizienzhaus plus“ ausgewertet. Neben der aktuellen Lage des Gebäudebestands wird auch dessen Entwicklung im Laufe der letzten Jahre und Jahrzehnte dargestellt. In den kommenden Jahren soll der Report jährlich aktualisiert und schrittweise erweitert werden.

Der Gebäudereport unterstützt Entscheider aus Politik, Wirtschaft und Verbänden bei Analysen und strategischen Fragestellungen. Forschungsinstitute und Medienvertreter finden im Report Antworten auf zentrale Fragen zum Gebäudebereich. Die kompakte und leicht verständliche Darstellung wird unterstützt durch zahlreiche auch elektronisch zur Verfügung gestellte Grafiken. Dies erspart mühsame Recherchen und Aufbereitungen.
Der Gebäudereport kann unter http://www.zukunft-haus.info/gebaeudereport zu einem Preis von 950,- Euro bestellt werden. Dort steht auch eine kostenfreie Leseversion des Reports zur Verfügung.“

Die Wahrheit verbirgt sich in diesem Satz: „Für die Erstellung des Reports wurden neben zahlreichen öffentlich zugänglichen Quellen vor allem auch bislang unveröffentlichte Daten aus der dena-Energieausweisdatenbank und dem dena-Modellvorhaben „Effizienzhaus plus“ ausgewertet. “ Bei der sagenhaften „dena-Energieausweisdatenbank“ handelt es sich um eine grosse Sammlung von Schönrechnereien nach falschen Berechnungsmethoden nach EnEV bzw. DIN 4108. Ist es zulässig, fiktive Werte als Entscheidungsgrundlage heranzuziehen?

Das Rezept: man rechnet ältere Gebäude schlecht, so dass man auf 230 kWh/m²a und mehr kommt. Dann rechnet man diese Gebäude schön, dabei kommen Einsparungen „bis zu 80%“ heraus. Dass der Verbrauch im unsanierten Zustand bedeutend geringer ist (lt. empirica sind es 167 kWh/m²a; ein naher Wert zu dem vom Bremer Energie Institut), als der brutal hochgerechnete Verbrauch, darf dabei nicht stören. Zum Vergleich noch einmal kurz die Realität, wie von empirica festgestellt: „Eigenheime und Zweifamilienhäuser in Deutschland sind entgegen landläufiger Meinung keine Dreckschleudern, sondern vielmehr in einem „energetisch beeindruckend guten Zustand“.“

Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich: alles so nah beieinander – und doch liegen die Ergebnisse 180° auseinander. Wie kommt das? Und: wohin soll das führen?

Ergüsse aus der Propaganda-Küche:

dena: Zahlenakrobatik macht das Sparen leicht (17.11.2012)

Sanierungsirrtümer? Probleme! (04.09.2012)

Dämmstoff-Propaganda: hohe Einsparpotenziale durch Schönrechnen (29.03.2012)

Dämmstoffpropaganda (de): Kritik unerwünscht (04.02.2012)

Dämmstoff-Propaganda (de): dena phantasiert von 70% Einsparung (06.12.2011)

und das Kontrastprogramm:

Energetisches Sanieren: selten wirtschaftlich (04.06.2012)

Hausbesitzer sanieren immer weniger (oh weh!) (26.08.2011)

Haus und Grund: Klimaschutz als Kostenfalle für Hauseigentümer (15.04.2011)

***

Quelle:
Clausnitzer, K.-D. 2007.
Entwicklung des Energieverbrauchs für Heizung und Warmwasser bei Einfamilienhäusern,
Bremer Energie-Institut.
PDF (Bericht)

  1. Mark Pfennig
    18.11.2012 um 13:37

    Klasse Einschätzung. Wir stimmen absolut zu. Bitte, falls möglich, nachverfolgen unter @markpfennig in twitter. Weiter so, es ist der richtige Weg.

    Liken

  1. 21.10.2015 um 06:02
  2. 29.03.2013 um 16:53
  3. 21.11.2012 um 20:59

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