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Heizenergieverbrauch in Mehrfamilienhäusern

Das IWH hat den Heizenergieverbrauch von Mehrfamilienhäusern in den 97 deutschen Raumordnungsregionen untersucht. Die Ergebnisse zeigen: Die Aufwendungen für Neubau und Sanierung haben – über die dadurch verbesserte (energetische) Bauqualität – dominanten Einfluss auf den Energieverbrauch. Die Höhe dieser Aufwendungen wird von den Renditeerwartungen der Immobilieneigentümer bestimmt. Regionale Unterschiede im Energieverbrauch beruhen also im Wesentlichen darauf, dass Investoren die Veränderung der erwarteten Kaltmiete und das allgemeine Marktrisiko je nach Standort unterschiedlich beurteilen. Zwar kann die Kaltmiete infolge einer Investition erhöht werden, da anschließend die Betriebskosten niedriger sind. Dieser Spielraum ist jedoch bei gegebenem Energiepreisniveau relativ gering. Die Autoren der IWH-Studie folgern daraus: Die derzeitigen staatlichen Vorgaben bezüglich energetischer Sanierungsstandards laufen ins Leere, da sich die entsprechenden Investitionen für die Eigentümer nur bedingt lohnen.

Die Ergebnisse der Studie lassen sich mit folgendem Zahlenbeispiel illustrieren: Um die Investitionen für Neubau und Sanierung (die Kapitalintensität) in einer Region um 10%, d. h. um 66,9 Euro je Quadratmeter, zu steigern, müsste das Verhältnis von Baupreisen zu Jahresmieten – als Maß für das Vertrauen und die Renditeerwartung der Investoren – um knapp 40% von ungefähr zehn auf 14 erhöht werden. Oder, über die Stellschraube der erzielbaren Kaltmieten: Bei einerErhöhung der durchschnittlichen monatlichen Kaltmiete um einen Euro je Quadratmeter wäre mit einer um rund 30 Euro höheren Kapitalintensität zu rechnen.

Dies hätte einen um rund 4,5 Kilowattstunden je Quadratmeter geringeren Energieverbrauch zur Folge, was (zu den Gaspreisen der Beobachtungsperiode 2006) einer jährlichen Ersparnis von 38 Cent pro Quadratmeter entspräche – gegenüber einer rund zwölf Euro höheren Kaltmiete.

aus:
IWH-Pressemitteilung 35/2012
Halle (Saale), den 25. Oktober 2012
IWH-Pressemitteilung 35/2012 1
Heizenergieverbrauch in Mehrfamilienhäusern:
Auch „grüne“ Investitionen müssen sich lohnen!
Ergebnisse auf Grundlage des ista-IWH-Energieeffizienzindex

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  1. Der Heizer
    12.04.2013 um 18:38

    BDEW veröffentlicht neue Zahlen zum Strom- und Gasverbrauch:
    Kalter Jahresstart sorgt für steigenden Gasverbrauch

    Im ersten Quartal stieg Gasverbrauch um fünf Prozent / Stromverbrauch sank in Folge der schwächeren Konjunktur um ein Prozent

    Hannover, 8. April 2013 – Während der Gasverbrauch im ersten Quartal 2013 um fünf Prozent gestiegen ist, sank der Stromverbrauch leicht um ein Prozent. Das geht aus neuen vorläufigen Zahlen hervor, die der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zur Hannover Messe 2013 vorgelegt hat.

    Der Anstieg des Erdgasverbrauchs in den ersten drei Monaten dieses Jahres ist insbesondere auf die lang anhaltende, kalte Witterung bis Ende März zurückzuführen, teilte der BDEW mit. Dies habe die Effekte der schwächeren Konjunktur und des fehlenden Schalttags im Vergleich zum Vorjahr überkompensiert. Einen gegenläufigen Effekt hatten diese Entwicklungen auf den Stromverbrauch: die kalten Monate Januar und März konnten die Auswirkungen der etwas schwächeren Konjunktur und des fehlenden Schalttags nicht ausgleichen.

    Im Jahr 2012 lag der Erdgasverbrauch nach BDEW-Angaben mit 909,1 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) zwar um 1,5 Prozent über dem Wert von 2011 (895,9 Mrd. kWh). Allerdings konnte der Verbrauch aus dem Jahr 2010 mit 976,2 Mrd. kWh nicht wieder erreicht werden. Dies ist insbesondere auf den starken Einsatzrückgang von Erdgas bei der Stromerzeugung zurückzuführen, so der BDEW.

    Der Stromverbrauch ist 2012 im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Mit 526,6 Mrd. kWh sank der Verbrauch um 1,6 Prozent (2011: 535,2 Mrd. kWh). Dies sei vor allem eine Folge der konjunkturellen Entwicklungen im vergangenen Jahr.

    Die Industrie bleibt nach BDEW-Angaben der größte Verbraucher von Erdgas und Strom. Ihr Anteil am Netto-Stromverbrauch lag 2012 bei 46 Prozent. Rund 41 Prozent des gesamten Erdgases wurde im selben Jahr an die Industrie geliefert.

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