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EB-8/1985 – die geheimnisvolle Studie

Nachtrag zu „B HO 8/83 – II – die sagenhafte Studie

WirtschaftsWoche, 12.10.2012, Immobilien
Umstrittene Ersparnis Kostenfalle Wärmedämmung
von Andreas Toller
„Viele Hausbesitzer wollen Heizkosten sparen und investieren Unsummen in Fassadendämmungen. Aber anstelle einer Ersparnis steigen die Heizkosten sogar, sagen Kritiker. Was Immobilienbesitzer wissen sollten.

Es klingt wie eine Sensation und hat das Potenzial zum Skandal: Eine lange verschollene Studie sei wieder aufgetaucht, hieß es vor wenigen Tagen im Fachmagazin Immobilienwirtschaft. Das brisante daran: In der Studie des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik in Stuttgart aus dem Jahr 1985 findet sich dem bekannten Dämmkritiker und Architekten Konrad Fischer zufolge der wissenschaftliche Nachweis, dass durch eine wärmegedämmte Außenfassade die Heizkosten steigen. Eine gedämmte Fassade hätte demnach überhaupt keinen positiven Einspareffekt, sondern würde den Bedarf an Heizenergie sogar erhöhen. Die Studie liegt WirtschaftsWoche Online vor – ebenso wie die Richtigstellung durch das Fraunhofer Institut als Reaktion auf die Veröffentlichung im Fachmagazin Immobilienwirtschaft. “

zum WiWo Artikel

Unklar ist, warum auch hier der vollständige Name der Quelle nicht genannt wird und nur sehr vage zitiert wird. Das Problem: man findet nicht wirklich viel zum Thema, vergl. die paar Links in den Kommentaren unten.

EB-8/1985

Bemerkenswert ist zudem, dass man diese Studie beim Urheber., dem Fraunhofer Institut für Bauphysik (IBP) nicht einmal erwähnt findet. Sie glauben es nicht? Dann besuchen Sie die Internetseite der deutschen Hauptverwaltung der verordneten Bauphysik und geben Sie den Begriff „eb-8/1985“ in das Suchfeld rechts oben ein.

Und auch beim „Fraunhofer-Informationszentrum Raum und Bau IRB in Stuttgart“ wird diese Studie totgeschwiegen. Wer es nicht glaubt, gebe bitte „eb-8/1985 site:www.irb.fraunhofer.de“ im Adressfeld des Browsers ein und dann gleich noch „eb-8/1985“. Dann stelle man sich die Frage, warum die Fraunhofers ihre eigene Studie totschweigen, wo sie doch sonst zu jedem Bauphysik-Quatsch ihren Senf dazu geben. Merke: die Welt der Bauphysik ist eine Welt voller Merkwürdigkeiten. Hier läuft das Wasser den Berg rauf, wenn es denn so diversen interessierten Kreisen in den Kram passt. Die Experten müssen es ja wissen. Und das DIBt verweist auf die Experten. Und das Bauministerium verweist auf das DIBt. Und die Dämmstoffindustrie …

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  1. Anonymous
    21.04.2017 um 10:29
  2. 16.10.2012 um 18:12

    Ganz ohne Studie werfen die Tiere ihre „Dämmung“ im Frühjahr wieder ab- vermutlich, weil ihnen niemand einredet, sie bräuchten ganzjährig einen dicken Wollpullover.
    Auf einem Seminar hörte ich mal den schönen Satz: „Ein Gutachten heißt so, weil es nachweisen soll, daß etwas gut ist – ein Schlechtachten werden Sie nie zu sehen bekommen!“
    Hier haben wir jetzt den klassischen Fall vom „Schlechtachten“, und weil nicht sein kann, was nicht sein darf, verschwindet es elegant in der Schublade.

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  3. SP
    14.10.2012 um 19:07

    Ich habe eben auf WDR3 in der aktuellen Stunde (ab 19:10 Uhr; http://www1.wdr.de/fernsehen/aks/themen/waermedaemmung104.html )
    einen Betrag über die Probleme bei WDV-Systemen gesehen. Auch dort wurde wieder erwähnt, dass die Energieverbrauch in einigen Fällen durch WDV sogar steigt, dass man sich Schimmel in die Bude holt, die WDV Entsorgungsprobleme erzeugen und bei Bränden die Feuer sogar noch verstärken.
    Offenbar kommt da gerade ein Stein ins Rollen. Die Studie des Fraunhofer-Institut wurde als „neue Erkenntnisse“ bezeichnet. Stoßrichtung ist wohl auch in diesem Beitrag, die neue Wärmedämmverordnung überarbeiten zu lassen. Vielleicht sollte man sich doch mal aktiv in die Debatte einmischen. Was denkt ihr?
    Grüße, S.

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  4. 13.10.2012 um 19:26

    Angeblich hätte der Auftraggeber – die Ziegelindustrie! – die Studie nicht zur Veröffentlichung freigegeben:

    “ Die Berichte über die in industriellem Auftrag in den Jahren 1983 und 1984 durchgeführten Untersuchungen sind im Archiv des Instituts selbstverständlich vorhanden. Sie wurden und werden nur nicht an Dritte herausgegeben, weil das Veröffentlichungsrecht beim Auftraggeber liegt. Mit Zustimmung des Auftraggebers ist lediglich der erste Teil der Untersuchungen beim IRB-Verlag veröffentlicht worden.“ (aus der „Richtigstellung“ des IBP, gez. Prof. G. Hauser, Prof. K. Sedlbauer (Fraunhofer-Institut für Bauphysik))

    Interessanterweise hat sich nun ein Vertreter der Ziegelindustrie bei mir gemeldet, um selber an die Studie ranzukommen, die dort verschollen ist. Was haben wir gelacht!

    Ein mehr als dubioses Spiel wurde und wird hier getrieben. Und: Ich bleibe dran. Versprochen!

    Die „Richtigstellung“ der „Richtigstellung“ ist schon in Arbeit. Man darf gespannt sein …

    Konrad Fischer
    Aufrichtiger Richtigsteller

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  1. 23.09.2015 um 06:59

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