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Die kalte Sonne

Buchrezension:

„Die kalte Sonne – Warum die Klimakatastrophe nicht stattfindet“ von F. Vahrenholt und S. Lüning

Es wurde publiziert mit einem Donnerschlag. Dem Weltklimarat drohte ein Super-GAU. War die Klimapolitik der letzten 30 Jahre eine einzige Irreführung? So musste es der Leser empfinden. Deutschlands auflagenstärkste Tageszeitig titulierte: „Die CO2-Lüge – Die Klima-Katastrophe ist Panik-Mache der Politik“ und forderte „Stoppt den Wahnwitz mit Solar- und Windkraft!“

All diese Aussagen stimmen, doch die Politik schwieg bisher beharrlich zu dieser bisher nie so offen ausgesprochenen Anklage. Sie konnte diese Ruhe bewahren, denn sie wurde ja nicht zur Umkehr und zur Wahrhaftigkeit aufgefordert, sondern nur zur Gelassenheit. Sie könne für einige Jahrzehnte die Hände in den Schoß legen, denn „Die kalte Sonne“ würde ihre Arbeit machen. Exakt in dieser Begründung liegt die Schwäche des so stark angekündigten und mit Lorbeeren überhäuften Buches. Wie ein rot-grüner Faden zieht sich die Argumentation dieses Buches: Den CO2-Treibhauseffekt gibt es, aber nur halb so stark! Die Klima-Katastrophe kommt, aber nur halb so schnell.

Dabei ist der gedankliche Ansatz, nach dem Einfluss der Sonne in der Klimageschichte zu suchen, keineswegs abwegig. Wenn alles Leben auf der Erde von der Sonnenenergie abhängt und auch das Wetter von ihr seine Energien bezieht, dann muss der Sonne eine zentrale Rolle spielen. Doch beide Autoren, der Chemiker Fritz Vahrenholt und der Geologe Sebastian Lüning sind erstens fachfremd, was die Physik der Atmosphäre angeht, und zweitens interessengebunden. Sie stehen im Dienste des Stromkonzerns RWE, wobei Vahrenholt eigens für den Geschäftszweig „erneuerbare Energien“ zuständig ist. Es war speziell der Wind, der über Jahre nicht so stark wehte wie kalkuliert, der den Anstoß zu diesem Buch legte. Auch wurde Vahrenholt als Gutachter misstrauisch, als er näher mit der Arbeitsweise des Weltklimarats vertraut wurde.

Beide Autoren haben fleißig recherchiert und eine Unmenge an Material zusammengetragen, um ihre These zu belegen, dass die ebenso heiße wie launische Sonne einen mindestens 50-prozentigen Anteil an dem historisch belegbaren Auf und Ab der Temperaturen habe. Dies leugnet ja auch kein Klima-Experte, doch solle dies nur bis 1850, dem Beginn des Industriezeitalters, gelten. Ab 1850 führe das CO2 das alleinige Klima-Regiment. Nur mit dem Nachweis, dass die Erde kein „geschlossenes Treibhaus“, sondern ein offenes Ökosystem mit offenen Strahlungsfenstern ist, hätte der „Panik-Mache“ der Politik ein Ende gesetzt werden können, hätte der „Wahnwitz mit Solar- und Windkraft“ gestoppt werden können. Doch damit hätten die Autoren den RWE-Ast, auf dem sie sitzen, selbst abgesägt.

Der Ansatz, nach dem Einfluss der diversen Sonnenflecken-Zyklen auf das irdische Klimageschehen zu forschen, war richtig, aber der große Wurf blieb aus, denn wer gegen die „CO2-Lüge“ vorgehen will, darf nicht von ihr profitieren. So darf man nicht von der Konstanz der „Solarkonstante“ von 1368 W/m2 ausgehen. Seit Johannes Kepler (1571-1630) ist bekannt, dass die Umlaufbahn der Erde um die Sonne eine Ellipse und kein Kreis ist. Mit der Entfernung variiert auch die Sonneneinstrahlung zwischen 1416 und 1320 W/m2, wobei die stärkste Einstrahlung Anfang Januar mitten im Winter stattfindet. Diese und andere Kuriositäten in der Argumentation der Klima-Experten hätten die Autoren entlarven können. Dann hätte ihr Buch eine wahre Revolution auslösen und die gesamte Klimaschutz-Politik als reine Gesellschaftsveränderungs-Politik enttarnen können. Weil die Autoren diesen Mut nicht hatten oder aufbringen durften, müssen sie nun den Spott der Experten, die von dieser Halbherzigkeit wissen, ertragen nach dem Motto: „Sie sind als Tiger gestartet, doch als Bettvorleger gelandet“. Das Buch gibt etliche Denkanstöße, aber liefert keinerlei Rezepte, um den irrsinnigen globalen Klimaschutz-Wahn zu beenden. Jeder Klima-Wandel hängt ursächlich vom ebenso steten wie unberechenbaren Wandel des Wetters ab und den bestimmt mit Sicherheit nicht der Mensch. Der Bürger sollte von der Politik den Schutz des Wetters fordern, um sich nicht selbst vor dem Wetter schützen zu müssen.

Oppenheim, den 17. Februar 2012
Dr. Wolfgang Thüne, Dipl.-Met.

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