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Anspruchsvolle Forschungsvorhaben

Eine kleine Presseschau, sozusagen als Gedanken zum Sonntag.
„ImpulsE: Gelingt eigentlich der Transfer zwischen anspruchsvollen Forschungsvorhaben und der privaten Wohnungswirtschaft?
Hegner: Ja, wenn sich der Druck aufbaut, dass man Wohnungen nur noch loskriegt, wenn sie für altersgerechtes Wohnen vorgesehen sind. Oder, wenn bestimmte Materialien, die man nicht recyceln kann, schwerer unterzubringen sind am Bau. Außerdem: Banken und Versicherungen schauen genau, wohin sie ihr Geld geben. Geht es in nachhaltige Substanz? …“

Quelle: Das aktuelle Interview
Hans-Dieter Hegner, Leiter des Referats Bauingenieurwesen, Nachhaltiges Bauen,
Bauforschung im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
Energie-ImpulsE, Seite 2/Ausgabe 02.12

Oh, welch interessante Botschaft. Was verbirgt sich hinter der Antwort? Nehmen wir ein Beispiel: ein WDVS mit Styropor Dämmplatten. Bei dieser besonderen Erscheinungsform von Sondermüll handelt es sich zweifelsohne um „Materialien, die man nicht recyceln kann“. Dennoch lässt sich seit Jahren nicht feststellen, dass man gerade diese Materialien „schwerer unterzubringen sind am Bau“. Jahr für Jahr werden tausende Quadratmeter neuer Sondermüll an die Fassaden geklebt, um mit diesen Plastiktüten nach schön gerechneten Verfahren Energie einzusparen.

Aber jetzt kommt es! Eines dieser „anspruchsvollen Forschungsvorhaben“ befasst sich mit dem Recycling von WDVS. Ein Millionen schweres Geschenk von Steuergeldern, die der Dämmstoffindustrie in den Rachen geworfen werden. Es sind Leute wie Herr Hegner, die im Hintergrund die Strippen ziehen und für die Geldgeschenke an die Industrie sorgen, die sich – dank staatlicher Verordnungen wie der EnEV und staatlich unterstützter Propaganda – ohnehin schon dumm und dämlich verdient. Am Ende ist der deutsche Michel der Dumme, der mehrmals draufzahlen darf. So ist die Welt in der wir leben.

Im Zusammenhang mit der neuen politischen Fiktion „Plusenergiehäuser“ sprach Hegner von einer weiteren Zukunftsvision: „Deshalb betrachten  wir Gebäude und Modernisierungen eher unter Nachhaltigkeitskriterien: Material, Energie und Kosten werden auf den Lebenszyklus des Gebäudes hin optimiert. Zweitens spielt die Ressourceneffizienz eine Rolle.“ Wieso „Zukunftsvision“? Ist das nicht Realität? Haben wir nicht DIN und EN Normen für die Lebenszyklusbetrachtung? Ja, die haben wir. Nur – wenn es um WDVS geht, wird dies alles ausgeblendet. Weil sonst die Bilanzen verheerend ausfallen. Der Beschiss wird doch bereits daran deutlich, dass uns WDVS als wer weiß wie „ökologisch“ aufgeschwatzt werden, obwohl sich seit 50 Jahren keiner Gedanken zum Recycling gemacht hat.

Das war jetzt nur laut gedacht. Es steht Ihnen selbstverständlich frei, eine andere Sicht auf die Dinge zu haben.

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  1. 17.07.2017 um 08:36

    1.) Das „Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)“ will offenbar das Thema „Wirtschaftlichkeit energetischer Modernisierungen“ besetzen:

    http://www.berliner-impulse.de/aktuell/news-meldungen/meldung/meldung/bbsr-unterstuetzt-bei-wirtschaftlichkeitsberechnung-energetischer-modernisierungen-1849.html

    Zitat:

    Für Einzelmaßnahmen bei Wohngebäuden kann man ein einfaches
    Berechnungstool herunterladen, das unter anderem die zu erwartende
    Energieeinsparung gegenüber dem Ausgangszustand überschlägig berechnet.

    Info-Portal Energieeinsparung des BBSR
    http://www.bbsr-energieeinsparung.de/EnEVPortal/DE/Home/home_node.html

    Grundlagen für Wirtschaftlichkeitsberechnungen bei energetischen Modernisierungsmaßnahmen http://www.bbsr-energieeinsparung.de/EnEVPortal/DE/Wirtschaftlichkeit/Wirtschaftlichkeit-node.html

    2.) Der GdW hat neuerdings ein „groß angelegtes Forschungsprojekt zu
    Energieeffizienzmaßnahmen“ zu bieten:

    GdW: Forschungsprojekt zur Energieeffizienz in Gebäuden mit ersten Ergebnissen
    http://www.berliner-impulse.de/aktuell/news-meldungen/meldung/meldung/gdw-forschungsprojekt-zur-energieeffizienz-in-gebaeuden-mit-ersten-ergebnissen-1839.html

    http://web.gdw.de/pressecenter/pressemeldungen/3587-klimaschutz-mit-wenig-kohle-erste-ergebnisse-eines-der-umfangreichsten-forschungsprojekte-zur-energieeffizienz-in-gebaeuden-praesentiert

    Und hat auch gleich noch dieses Portal rausgehauen (seit 30. November 2016):
    http://www.energieeffizient-wohnen.de/
    http://www.energieeffizient-wohnen.de/unsere-allianz

    3.) Auf „Berliner Impulse“ (im Auftrag der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr
    und Klimaschutz Berlin, gemacht von „Energie- und Umwelt-Managementberatung
    Pöschk“ – der auch die „Berliner Energietage“ ausrichtet) finden sich weitere
    „interessante“ Meldungen:

    DUH-Umfrage zum Klimaschutz im Eigenheim
    http://www.berliner-impulse.de/aktuell/news-meldungen/meldung/meldung/duh-umfrage-zum-klimaschutz-im-eigenheim-1846.html

    Greenpeace-Studie: Subventionen fossiler Energien blockieren Klimaschutz
    http://www.berliner-impulse.de/aktuell/news-meldungen/meldung/meldung/greenpeace-studie-subventionen-fossiler-energien-blockieren-klimaschutz-1845.html

    Quelle: eine TT-Mailvom 13.07.

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  2. 09.07.2012 um 10:31

    Es bewahrheitet sich immer wieder aufs neue: Die Gier kennt keine Grenzen,
    die Dummheit und Leichtgläubigkeit übrigens auch nicht! Die „Rattenfänger“
    sind ständig unter uns!
    Nur das Wetter ist ständig um uns. Daher der Wetterschutz, d.h. der ständige
    Schutz vor dem Wetter!!!!

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  1. 18.11.2014 um 18:08
  2. 08.03.2013 um 13:04

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