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Lärmbelästigung: Wie laut dürfen Nachbarn sein?

Kindergeschrei, Staubsauger oder Trompete – geht es in Nachbars Wohnung lauter zu, kann diese Lärmbelästigung heftigen Streit auslösen. Was hingenommen werden muss und wann die Beeinträchtigung zu weit geht, erläutert das Immobilienportal immowelt.de.

Wenn der Lärm aus Nachbars Wohnung regelmäßig oder gar dauerhaft die eigene Ruhe stört, ist es mit dem friedlichen Nebeneinander schnell vorbei. Das Immobilienportal immowelt.de erklärt, was als unzumutbar gilt und wann Toleranz gefordert ist. Denn nicht jede Lärmbelästigung ist von Gesetzes wegen inakzeptabel.

Zimmerlautstärke während der Ruhezeiten
Ruhezeiten sind gesetzlich festgelegt: Lärm sollte laut Bundesgerichtshof zwischen 13 und 15 Uhr, zwischen 22.00 und 7.00 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen ganztägig vermieden werden. Im Mietvertrag oder der Hausordnung können auch andere bindende Zeiten festgelegt sein. In den geltenden Ruhezeiten ist maximal Zimmerlautstärke erlaubt. Auch Haushaltsgeräte, wie zum Beispiel die Spül- oder Waschmaschine und der Staubsauger, sollten dann eine Pause einlegen. Wobei die Waschmaschine bei einem berufstätigen Mieter, der sonst kaum Möglichkeiten zum Waschen hat, ab und an auch mal nach 22 Uhr laufen darf.

Während der Nachtruhe kann aber auch Zimmerlautstärke schon zu viel sein: Wer den Schlaf des Nachbarn stört, hat vor dem Gesetz schlechte Karten. Nachts sind nur Geräusche zumutbar, die sich wirklich nicht vermeiden lassen, wie das Rauschen der Wasserleitung oder der Toilettenspülung.

Streitende Nachbarn
Sind die Wortgefechte der Nachbarn durch die Wände zu hören, ist das erst einmal zu ertragen. Werden die Zankereien jedoch zum Regelfall und brüllen sich die Streithähne stundenlang an, ist das Maß voll. Beeinträchtigte Mieter sollten dann ein Lärmprotokoll führen und ihren Vermieter bitten, für Ruhe zu sorgen. Geschieht dies nicht, kann die Miete gemindert werden. Tritt keine Besserung ein, können die Streithähne durch ihren Vermieter abgemahnt und im Extremfall sogar fristlos gekündigt werden.

Blasmusik, Heavy Metal oder Techno – musikalische Vorlieben
Musik machen und hören ist generell erlaubt, allerdings nur solange davon nichts außerhalb der Wohnung zu hören ist. Für laute Instrumente, wie Schlagzeug, Tuba oder E-Gitarre gelten dabei aber die Ruhezeiten, ergänzt immowelt.de.

Dürfen Kinder Lärm machen?
Wo Kinder sind, geht es häufig turbulent zu. Diese Ansicht vertritt auch der Bundesgerichtshof, der entschied, dass Lärm „als Begleiterscheinung kindlichen und jugendlichen Freizeitverhaltens“ auch „in höherem Maß“ von den Nachbarn hingenommen werden muss. Allerdings sollte dieses Urteil nicht als Freibrief betrachtet werden, warnt immowelt.de. Eltern sind verpflichtet, vor allem vermeidbaren Radau, wie beispielsweise durch Fußballspielen im Treppenhaus oder Rollschuhlaufen im Hausflur, zu unterbinden. Wenn das Nachbarsbaby dagegen des Nachts schreit, müssen die anderen Hausbewohner die Beeinträchtigung hinnehmen.

Pressedienst immowelt.de
vom 14.06.2012

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  1. 17.07.2012 um 09:04

    Deutsche mögen es ruhig: Lärm ist K.o.-Kriterium Nummer 1 bei der Wohnungssuche
    Lautes Umfeld schreckt Wohnungssuchende ab / Weitere Ausschlusskriterien sind Geruchsbelästigung und Nachbarschaft mit hohem Migrantenanteil – das zeigt der Marktmonitor Immobilien 2012 von immowelt.de, eines der führenden Immobilienportale in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Stephan Kippes von der Hochschule Nürtingen-Geislingen
    Nürnberg, 17. Juli 2012. Egal wie verzweifelt die Deutschen ein neues Zuhause suchen: Laut darf es nicht sein. Das ist das Ergebnis der repräsentativen Studie Marktmonitor Immobilien 2012 von immowelt.de, eines der führenden Immobilienportale, und Prof. Dr. Stephan Kippes von der Hochschule Nürtingen-Geislingen. Dort gaben 92 Prozent der befragten Immobilienmakler an, dass Lärm das K.o.-Kriterium Nummer 1 bei der Immobilienvermarktung ist. Selbst die interessanteste Immobilie verliert bei Wohnungssuchenden schnell an Attraktivität, wenn in der Nachbarschaft Autobahn oder Einflugschneise für Dauerbeschallung sorgen.
    Auf Platz zwei der negativen Umgebungsfaktoren rangieren unangenehme Gerüche, die etwa in der Nachbarschaft von Kläranlagen oder Imbissbuden das Wohnidyll gefährden. 90 Prozent der Makler sind der Meinung, dass sich die Immobilienvermarktung als äußerst schwierig gestaltet, wenn es in der Umgebung mieft.
    Aber auch das soziale Umfeld einer Immobilie gehört zu den Kriterien, die bei der Wohnungssuche eine maßgebliche Rolle spielen. Und so haben 69 Prozent der Makler in der Vergangenheit die Erfahrung gemacht, dass eine Nachbarschaft, die vorwiegend durch Bewohner mit Migrationshintergrund geprägt ist, den Vermarktungserfolg erschwert.

    Über den Marktmonitor Immobilien 2012
    Der Marktmonitor Immobilien 2012 ist eine repräsentative Studie von immowelt.de in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Stephan Kippes von der Hochschule Nürtingen-Geislingen. Die Daten für die Studie wurden innerhalb des Immobilien-Professional-Panels (IPP) der Immowelt AG erhoben, dem ersten deutschen Profi-Panel für Marktforschung in der Immobilienbranche. Am IPP nehmen ausschließlich Fachleute aus der Immobilienwirtschaft teil. Für den Marktmonitor Immobilien 2012 wurden 539 zufällig ausgewählte Makler aus ganz Deutschland befragt.
    Die gesamte Studie Marktmonitor Immobilien 2012 kann hier heruntergeladen werden: http://www.marktmonitor-immobilien.de

    Immowelt.de
    17.07.2012

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