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Heizkostenvergleich EFH für 4 Systeme

Mit Scheitholzvergaserkesseln viel Geld sparen!

Scheitholzvergaserkessel können trotz höherer Anschaffungskosten über 20 Jahre Nutzungsdauer deutlich geringere Gesamtkosten als Öl- und Gasheizung aufweisen – auch Pelletkessel mit akzeptablen Heizkosten

Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) hat mit Ölheizung, Erdgastherme, Pelletheizung und Scheitholzvergaserkessel 4 Heizungssysteme für den sanierten Altbau verglichen. Im Ergebnis erweist sich der Scheitholzvergaserkessel als mit Abstand am günstigsten. Höhere Heizkosten sind bei Gasbrennwerttherme und Pelletheizung zu erwarten, die höchsten bei einer Ölheizung.

Wer über Platz für die Holzlagerung verfügt und etwas Arbeitsaufwand für Bedienung und Wartung nicht scheut, kann mit einem Scheitholzvergaserkessel Geld sparen und heizt noch dazu besonders klimaschonend.

Die FNR ist Projektträger des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV).

Der Heizkostenvergleich bezieht sich auf einen Altbau mit einem Jahreswärmebedarf von 24.000 kWh. Hierbei könnte es sich z. B. um ein älteres, saniertes Einfamilienhaus mit 160 m² Wohnfläche und einem spezifischen Wärmebedarf von 150 kWh/m²*a für Heizung und Warmwasser oder um ein energetisch gut saniertes Mehrfamilienhaus mit 240 m² bei 100 kWh/m²*a handeln. Die Berechnung beinhaltet die Kapitalkosten für die Anschaffung der Heizungsanlage sowie die betriebsgebundenen Kosten für Brennstoffe, Wartung und Anlagenüberwachung. Beim Scheitholzvergaserkessel wurde mit ofenfertig aufbereitetem Holz gerechnet, wie es heute bei vielen Brennstoffhändlern, auch im städtischen Raum, erhältlich ist. Wer die Möglichkeit hat, selbst Holz zu werben, kann noch günstiger heizen.

Selber Bäume fällen muss beim Holz werben übrigens niemand, das übernehmen die Forstämter. Der Förster zeigt dem Holzwerber das als Energieholz bestimmte Waldrestholz, das nach dem Abtransport der wertvollen Stämme für z.B. Sägewerke und die Parkettindustrie übrig bleibt. Dies kann der Selbstwerber dann mit der Motorsäge zerkleinern und nach Hause transportieren. Voraussetzung ist ein Motorsägen-Schein.

Scheitholz ist ein regionaler und – bei Nutzung im Scheitholzvergaserkessel – besonders klimafreundlicher Brennstoff!

Wer erneuerbar heizen, dabei aber nicht auf den gewohnten Komfort verzichten möchte, der liegt mit einer modernen Pelletheizung genau richtig. Für die Pelletlagerung, z. B. im Gewebesacksilo, reichen wenige Quadratmeter im Keller bzw. im Heizungsraum. Die Holzpresslinge werden bequem per Pellettankwagen angeliefert und automatisch in den Lagerraum oder Silobehälter eingeblasen. Der Energieaufwand zur Pelletierung ist mit ca. 3 bis 5 Prozent des Energiegehalts des Brennstoffs sehr gering. Holzpellets haben einen hohen Heizwert, ihre gute Dosierbarkeit ermöglicht den Betrieb von Öfen und Kesseln mit kleiner Leistung und hoher Effizienz. Die Klimabilanz und die regionale Wertschöpfung sind bei Pelletheizungen deutlich vorteilhafter als bei Öl- und Gasheizungen.

Erfahrungswerte bei den Preisen für Holzbrennstoffe zeigen, dass hier zudem geringe Preisschwankungen und -steigerungsraten zu erwarten sind. Holzpellets weisen aktuell einen Preisvorteil von über 40 Prozent gegenüber Heizöl auf.

Alle Rahmenannahmen zur Berechnung sowie weitere Informationen finden Sie auf http://www.bio-energie.de/heizkostenvergleich. Die Seite weist auch die Heizkosten für Neubauten mit hohen Energiestandards aus.

12.04.12
Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)

Heizkostenvergleich für Einfamilienhäuser im Altbau und Neubau

Heizkostenvergleich Altbau

Tabelle: Heizkostenvergleich Altbau – Beispielberechnung für ein Altbau-Einfamilienhaus mit einem Jahreswärmebedarf für Heizung und Warmwasser von 24 MWh.

Heizöl-
Nieder-
tempe-
ratur-
kessel
Erdgas-
Brenn-
wert-
kessel
Pellet-
hei-
zung
Scheit-
holz-
Vergaser-
kessel
Jahreswärmebedarf
(MWh)
24 24 24 24
Gesamtnutzungsgrad (%) 80 88 80 78
Energieeinsatz (MWh) 30 27 30 31
Energiegehalt kWh/l
bzw. kWh/kg
10 9,97 5 4,15
Brennstoffmenge 3.000 l 2735 m³ 6 Tonnen 16 Rm
Brennstoffpreis
(Febr. 2012)
89 Cent/l 7,16 Cent/kWh 245 €/Tonne 80 €/Rm
Spezifische Brennstoffkosten Cent/kWh 8,90 7,16 4,90 4,15
Brennstoffkosten/Jahr 2.670 € 1.953 € 1.470 € 1.278 €
Betriebsgebundene Kosten (u.a. Wartung/Reparatur, Schornsteinfeger,
Hilfsstrom)
230 € 254 € 506 € 345 €
Investition, incl. Kessel, Regelung, Brauchwasserspeicher
(bei Scheitholz auch Pufferspeicher), Brennstofflager und Austragung sowie
Installation
8.389 € 8.615 € 17.315 € 10.641 €
Förderung* 0 € 0 € 2.500 € 1.000 €
Kapitalkosten bei 20-jähriger Nutzungsdauer** €/a 731 € 751 € 1.292 € 841 €
Gesamtkosten/Jahr €, incl. Wartung, Reparatur etc. 3.631 € 2.958 € 3.268 € 2.464 €
Spezifische Kosten
(Cent/kWh)
15 12 14 10


Bemerkung: Quelle: TFZ-Bericht 21 (2010), Kleine Biomassefeuerungen, eigene Berechnung FNR
* Bafa, MAP-Förderung 2012: Scheitholzvergaser 1.000€, Pelletheizung 2.500 €
** Zins 6 % (Annuitätendarlehen, 20 Jahre)
Das Beispielhaus mit Jahreswärmebedarf von 24 MWh entspricht einem sanierten Altbau-Einfamilienhaus (160 m²) mit einem spezifischen Wärmebedarf für Heizung und Warmwasser in Höhe von 150 kWh/m²a.

Die beispielhafte Berechnung der Wärmegestehungskosten wurde für ein Bestandsgebäude mit einem Jahreswärmededarf von 24.000 kWh vorgenommen. Hierbei könnte es sich z.B. um ein altes, saniertes Einfamilienhaus mit einer beheizten Fläche von 160 m² und einem Bedarf von 150 kWh/m²a für Heizung und Warmwasser als auch um ein energetisch saniertes Mehrfamilienhaus mit 240 m² bei 100 kWh/m²a spezifischem Wärmebedarf handeln.
Als Berechnungsdaten wurden Anschaffungskosten und Betriebskosten in Anlehnung an den TFZ-Bericht 21 „Kleine Biomassefeuerungen“ (2010) genutzt. Für die Brennstoffpreise liegen aktuelle Marktpreise vom Februar 2012 zugrunde. Verglichen wurden Niedertemperatur-Ölheizkessel, Gasbrennwerttherme, Holzpelletheizung und Scheitholzvergaserkessel.
Im Ergebnis zeigt sich, dass ein Scheitholzvergaserkessel selbst bei Zukauf von „ofenfertigem“ Scheitholz zu Marktpreisen die geringsten Wärmegestehungskosten aufweist. Allerdings ist für die Kesselbedienung und Wartung deutlich mehr Zeit aufzuwenden und es bedarf geeigneter Lagermöglichkeiten. Diese Variante ist besonders für Waldeigentümer und Selbstwerber interessant, denen sich bei der Selbstwerbung von Holz – gegenüber dem hier kalkulierten Zukauf von ofenfertigem Holz – noch weitergehende Möglichkeiten zur Kosteneinsparung bieten.
Holzpelletheizungen erweisen sich trotz wesentlich höherer Investitionskosten gegenüber Ölheizungen als wirtschaftlich erfolgversprechend. Dies wird durch die wesentlich geringeren Brennstoffpreise erreicht: Bisherige Erfahrungswerte zeigen, dass Pelletpreise (aktuell mit 40 % Preisvorteil) unter den Ölpreisen liegen. Am Markt werden derzeit Pelletlieferverträge mit 5-jähriger Preis- und Liefergarantie angeboten.

Heizkostenvergleich Neubau

Tabelle: Heizkostenvergleich Neubau – Beispielberechnung für ein Neubau-Einfamilienhaus mit einem Jahreswärmebedarf für Heizung und Warmwasser von 10 MWh.

Heizöl-
Niedertemperatur
+Solar
Erdgas-
Brennwert
+Solarthermie
Pelletheizung Scheitholz-
Vergaser-
kessel
Jahreswärmebedarf (MWh) 10 10 10 10
Gesamtnutzungsgrad (%) 80 88 80 78
Energieeinsatz (MWh) 12,50 11,36 12,50 12,82
Energiegehalt kWh/l
bzw. kWh/kg
10 9,97 5 4,15
Brennstoffmenge 1.250 l 1.139 m³ 2,5 Tonnen 6,7 Rm
Brennstoffpreis
(Febr. 2012)
89 Cent/l 8,03 Cent/kWh 245 €/Tonne 80 €/Rm
Spezifische Brennstoff-
kosten Cent/kWh
8,90 8,03 4,90 4,15
Brennstoffkosten/Jahr 1.113 € 912 € 613 € 532 €
Betriebsgebundene Kosten (u.a. Wartung/Reparatur, Schornsteinfeger,
Hilfsstrom)
230 € 254 € 506 € 345 €
Investition, incl. Kessel, Regelung, Brauchwasserspeicher (bei Scheitholz auch Pufferspeicher), Brennstofflager und Austragung sowie
Installation
14.500 € 14.300 € 17.315 € 10.641 €
Förderung* 0 € 0 € 0 € 0 €
Kapitalkosten bei 20-jähriger Nutzungsdauer** €/a 933 € 920 € 1.114 € 685 €
Gesamtkosten/Jahr €, incl. Wartung, Reparatur etc. 2.276 € 2.086 € 2.233 € 1.562 €
Spezifische Kosten
(Cent/kWh)
23 21 22 16


Bemerkung: Quelle: TFZ-Bericht 21 (2010), Kleine Biomassefeuerungen, IER Uni Stuttgart Heikostenvergleich 9/0211, eigene Berechnung FNR
* keine Förderung für Biomasseanlagen in Neubauvorhaben (Bafa, MAP 2012)
** Zins 2,53 % (Annuitätendarlehen KfW-Programm 153, Energieeffizient bauen, Laufzeit 20 Jahre, Zinsbindung 10 Jahre) Das Beispielhaus mit Jahreswärmebedarf von 10 MWh entspricht einen Einfamilienhaus gemäß ENEV 2009 mit 150 m² Nutzfläche, 55 kWh/m²a Heizwärmebedarf und 12,5 kWh/m²a Warmwasser-Wärmebedarf. Zur Erfüllung der Anforderungen aus dem Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetz (EEWärmeG) werden Öl- bzw. Gasheizung in Kombination mit Solarthermie ausgeführt.

Die beispielhafte Berechnung der Wärmegestehungskosten eines neu errichteten Einfamilienhauses (entsprechend KfW-Energieeffizienzhaus 70) mit einem Jahreswärmebedarf von ca. 10 MWh berücksichtigt die Anforderungen der geltenden Energieeinsparverordnung (ENEV2009) und die aus dem Erneuerbare EnergienWärmeGesetz (EEWärmeG) resultierenden Nutzungspflichten. Als Berechnungsdaten wurden Anschaffungskosten und Betriebskosten in Anlehnung an den TFZ-Bericht 21 (2010) sowie aus dem Heizkostenvergleich des IER Unversität Stuttgart (September 2011) genutzt. Für die Brennstoffpreise liegen aktuelle Marktpreise vom Februar 2012 zugrunde. Verglichen wurden Niedertemperatur-Ölheizung in Kombination mit einer Solarthermieanlage, Erdgas-Brennwerttherme in Kombination mit einer Solarthermieanlage, Holzpelletheizung und Scheitholzvergaserkessel.
Scheitholzvergaserkessel erweisen sich auch im Neubau als die Option mit den geringsten Kosten der Wärmebereitstellung. Zu bedenken ist dabei aber der höhere Aufwand für die Bedienung der Heizung und der Lagerplatzbedarf für das Scheitholz.
Für die Holzpelletheizung ergeben sich, insbesondere aufgrund der höheren Betriebskosten (u. a. kalkulatorische Ausgaben für Wartung und Schornsteinfegergebühren) höhere Wärmegestehungskosten als bei der Gasbrennwert-Solarkombination. Bei aktuellen Brennstoffpreisen liegen Öl- und Pelletheizung etwa gleich auf. Ein wasserführender Pelletofen im Wohnbereich statt des Pelletheizkessels im Heizungsraum kann hier eine Option mit geringen Investitions- und Betriebskosten bieten, erfordert aber einen größeren Bedienaufwand durch regelmäßige Reinigung und Handling der Holzpellets.
Für die Gasheizung kommen alternativ zu Erdgas bzw. Flüssiggas ggf. auch Gaslieferverträge mit Biomethan bzw. Biomethananteil in Frage, die hier jedoch nicht berücksichtigt sind.

Für Heizungen im energieeffizienten Neubau nehmen die Anteile von Kapital- und Betriebskosten zunehmend größere Gewichtung ein und können die Verbrauchskosten für Brennstoffe überwiegen.

Für den Verbraucher wird es dabei zudem zunehmend schwieriger, für Gebäude mit Heizlasten von weniger als 6 kW Heizungssysteme mit passender Nennleistung zu finden. Im energieeffizienten Neubau kommen daher zunehmend Pelletöfen im Wohnbereich (als wasserführende Zentralheizung) anstelle von Pelletkesseln im Heizungsraum zum Einsatz, oft ergänzt bzw. unterstützt durch Solarthermieanlagen, die im Sommer auch die Brauchwasserbereitung übernehmen.
Bei Kaufentscheidungen für einen Kesseltausch oder die Heizung im Neubau sollte nicht unberücksichtigt bleiben, dass Holzheizungen einen guten und wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten. Mit Pelletlieferverträgen mit z. B. fünfjähriger Preis- und Liefergarantie bietet die Pelletbranche zudem eine mittelfristige Planungssicherheit für die Heizkosten.
Bei den Holzheizungen wird zudem ein Großteil der Wertschöpfung in der Region bzw. in Deutschland erzielt.

PM FNR
12.04.2012

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