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Berlin: Mieten steigen um 9%

Q1 2011 zu 2012

Marktbericht Berlin von immowelt.de, eines der führenden Immobilienportale:
Berliner Mieten steigen um 9 Prozent auf durchschnittlich 7,60 Euro pro Quadratmeter | Berlin-Mitte mit durchschnittlich 11,70 Euro teuerster Stadtteil, in dessen Top-Lagen die Mieten teilweise über 24 Euro pro Quadratmeter liegen | Mietunterschiede in Trendvierteln verschwimmen, Prenzlauer Berg wie Friedrichshain bei 9 Euro | Kaufpreise in Mitte und Charlottenburg um ein Fünftel gestiegen | Pankow, Treptow & Co.: Attraktive Stadtteile für Investoren

Nürnberg, 15. Mai 2012. Berlin steht für Aufbruch- und Umbruchstimmung, auch auf dem Wohnungsmarkt. Im letzten Jahr sind die Mietpreise in der Hauptstadt um 9 Prozent auf durchschnittlich 7,60 Euro gestiegen und entfernen sich damit erstmals deutlich vom Bundesdurchschnitt (6,30 Euro, +2 Prozent). Der vermehrte Zuzug aus dem In- und Ausland sorgt vor allem in den beliebten, zentral gelegenen Stadtteilen für steigende Mietpreise. In Berlin-Mitte zahlen Mieter inzwischen im Schnitt 11,70 Euro pro Quadratmeter, in Spitzenlagen werden sogar bis zu 24,30 Euro pro Quadratmeter fällig.

Die traditionell kostspieligsten Stadtteile sind, neben Berlin-Mitte, Wilmersdorf (9,40 Euro) und wegen seiner exklusiven Stadtrandlage Zehlendorf (9,20 Euro). Charlottenburg (8,80 Euro), das Herz des ehemaligen West-Berlins, gehört dank gründlicher Sanierung seiner Altbauten wieder zu den beliebtesten Wohnorten. Die günstigsten Mietwohnungen finden sich am Nordostrand der Stadt: Knapp unter 6 Euro pro Quadratmeter bezahlen Mieter in Hohenschönhausen und Marzahn. Schlusslicht ist Hellersdorf, hier sind die Mieten sogar auf 5,20 Euro gesunken. Auch wenn dort viel saniert und aufgewertet wurde, Zentrumsferne und Plattenbau-Image halten die Mietpreise niedrig.

Trendviertel: Hip, aber längst nicht mehr billig
Neu-Berliner suchen sich ihr Zuhause gerne in innenstadtnahen, angesagten Lagen wie dem Prenzlauer Berg (9,20 Euro, +1 Prozent) im ehemaligen Ostteil der Stadt. Früher von Hausbesetzern regiert, steht der Stadtteil heute für ein akademisch-neubürgerliches Milieu und teure Mieten. Frischer und lebendiger, aber längst nicht mehr viel billiger, geht es im benachbarten Friedrichshain (8,90 Euro, +10 Prozent) oder im multikulturellen Kreuzberg (8,40 Euro, +9 Prozent) zu. Zwei andere Aufsteiger, die von attraktiven Innenstadtlagen und buntem Straßenbild profitieren, sind Schöneberg (8,80 Euro, +11 Prozent) und der Stadtteil Tiergarten (8,60 Euro, +14 Prozent), dessen Südteil man vom Potsdamer Platz zu Fuß erreicht.

Junge Leute und Kreativschaffende, die sich von einer größeren sozialen Durchmischung angezogen fühlen und günstig, aber zentrumsnah wohnen möchten, bevorzugen das rauere Flair von Neukölln (7 Euro, +7 Prozent) und Wedding (6,60 Euro, +12 Euro).

Kaufen in der City: Beste Lagen in Mitte und Südwest
Auch für Käufer bietet die Hauptstadt ein breites Spektrum an interessanten Lagen, allerdings können die Preise innerhalb der heterogen beschaffenen Stadtbezirke stark variieren. Meistens gilt: je näher am Zentrum, desto teurer. Die durchschnittlichen Spitzenpreise werden im pulsierenden Berlin-Mitte (3.853 Euro, +18 Prozent) fällig, wo sich allmählich die letzten Brachflächen mit Großbaustellen für Luxuswohnanlagen füllen. Hier wird der Quadratmeter auch schon mal für knapp 9.000 Euro angeboten. Die Nachfrage kommt nicht nur aus dem Inland: Immer mehr ausländische Käufer suchen ein Domizil in Berlin-Mitte und zahlen bereitwillig die im europäischen Vergleich immer noch erschwinglichen Preise.

Wer das ruhigere Flair eines stadtnahen Wohnviertels mit charmanten Gründerzeitbauten und hervorragender Infrastruktur sucht, wird in Charlottenburg (2.548 Euro, +21 Prozent) oder Wilmersdorf (2.600, +11 Prozent) fündig. Da in beiden Stadtteilen Neubebauung nur begrenzt möglich ist, werden die vorhandenen Objekte immer begehrter.

Stadtteile mit Zukunft interessant für Investoren
Die Nachfrage nach Immobilien in Zentrumsnähe strahlt auch auf die angrenzenden Stadtteile aus. Gebaut wird deshalb nicht nur am Prenzlauer Berg (2.628 Euro, +0 Prozent), sondern ebenso im angrenzenden Pankow (1.861 Euro, +14 Prozent), das von der Stilllegung des Flughafens Tegel profitieren wird. Auch Weißensee, Treptow, Köpenick, Neukölln oder Hohenschönhausen bieten Lagen mit Entwicklungspotenzial, in denen der Quadratmeter im Schnitt noch unter 2.000 Euro zu haben ist und die deshalb auch für Investoren interessant sind. Die durchschnittlichen Kaufpreise in diesen Stadtteilen sind so im vergangenen Jahr allesamt im zweistelligen Prozentbereich gestiegen.

Besonders gefragt ist Treptow (1.646 Euro, +40 Prozent) mit seinen Grünflächen und attraktiven Lagen am Wasser. Steigende Preise verzeichnet selbst Mahrzahn (1.439 Euro, +30 Prozent), dessen Ortsteil Biesdorf mit seinen Ein- und Zweifamilienhäusern sowie laufenden Neubauprojekten für Käufer immer attraktiver wird.

Im Durchschnitt kosten Eigentumswohnungen in Berlin 2.156 Euro und liegen damit gut 400 Euro über dem Bundesdurchschnitt von 1.741 Euro.


Berlin in Zahlen

Stand: 31.12.2010
Kaufkraft 91 % des Bundesdurchschnitts
Mietpreise 121 % des Bundesdurchschnitts
Kaufpreise für Wohnungen 124 % des Bundesdurchschnitts
Einwohner: 3.460.700
Anteil Ein-Personen-Haushalte: 53,6 %
Anteil Haushalte mit Kindern: 21,1 %
Kaufkraft pro Einwohner: 18.220 €
Arbeitslosenquote: 13,2 %
Baugenehmigungen für Wohngebäude: 1.788
Fertiggestellte Wohngebäude: 1.462
dadurch geschaffene Wohnungen: 4.243

Günstig war gestern: Berliner Mieten steigen deutlich und erreichen in Top-Lagen 24 Euro
Immowelt PM 15.04.2012

***

Zum Vergleich:

BBU: Mietensteigerung unter Inflationsrate

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  1. Maren
    12.04.2013 um 18:40

    BBU-Mitgliedsunternehmen mit neuen Bauvorhaben

    Berlin und Brandenburg – Berlin verzeichnet einen deutlicheren Anstieg der Bautätigkeit, von den geplanten 9.941 Wohnungen wurden im letzten Jahr laut dem Amt für Statistik Berlin-Brandenburg 7.764 fertig gestellt, das sind 38,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Dennoch: Bezahlbarer Wohnraum wird in Berlin und auch im Berliner Umland zunehmend zur Mangelware.

    Für das Jahr 2011 verzeichneten die BBU-Mitgliedsunternehmen für Berlin nur noch eine Leerstandsquote von 2,6 Prozent, Tendenz weiterhin sinkend. Demgegenüber steht die stetig wachsende Zahl der Haushalte in der Hauptstadt. Bis 2030 rechnet der Berliner Senat mit einer Bevölkerungszunahme von rund 250.000 Personen. In Brandenburg ist die Bevölkerungsentwicklung zwar insgesamt rückläufig, in den Berliner Umlandgemeinden nähert sich die Leerstandsquote jedoch der Metropole an, 2011 lag sie im Durchschnitt bei nur 3 Prozent.

    „Die BBU-Mitgliedsunternehmen stellen sich ihrer Verantwortung, die Menschen in Berlin und dem Umland mit ausreichend bezahlbarem Wohnraum zu versorgen und planen zahlreiche Bauvorhaben in den nächsten Jahren. Einige Unternehmen haben sogar komplette Neubauprogramme vorgestellt“, betont BBU-Vorstandsmitglied Maren Kern. Die Berliner degewo plant beispielsweise mittelfristig den Neubau von rund 1.500 Wohnungen in verschiedenen Berliner Quartieren.
    Doch nicht nur die Städtischen Unternehmen bauen in Berlin, auch kleine Unternehmen wie zum Beispiel die Wohnungsbaugenossenschaft Wilhelmsruh eG (Bestand rund 2.500 Wohnungen) leisten ihren Beitrag. Nach über 25 Jahren legte die Genossenschaft letzten Monat den Grundstein für zehn Mietwohnungen. Maren Kern: „Aktuell sind beispielsweise auch noch die HOWOGE, die Wohnungsgenossenschaften WGLi in Lichtenberg, die Märkische Scholle, der Beamten-Wohnungs-Verein zu Köpenick eG, die Wohnungsbaugenossenschaft Friedrichshain und weitere in Sachen Neubau unterwegs. Unsere Mitgliedsunternehmen stellen sich damit aktiv den Herausforderungen im Mietwohnungsneubau.“

    Im Berliner Umland sind neue Impulse für den Wohnungsmarkt besonders in Potsdam gefragt. Mit einer Leerstandsquote von gerade einmal 1,9 Prozent (Stand 2011), liegt die Landeshauptstadt noch unter der Quote von Berlin. Die ProPotsdam hat daher ein Bauprogramm über insgesamt 1.000 neue Wohnungen ins Leben gerufen, die bis zum Jahr 2019 entstehen sollen. 238 Wohnungen werden allein in diesem Jahr errichtet, was einem Investitionsvolumen von rund 39 Millionen Euro entspricht.

    „Insgesamt geht es aber um sehr viel mehr als um die reine Steigerung der Wohnungsbauzahlen. Ebenso müssen wir uns der Sicherung der Wohnraumversorgung für einkommensschwache Haushalte, dem Erhalt stabiler und stabilisierender sozialer Mischungen in den Quartieren und der sich zunehmend abzeichnenden Konkurrenz um attraktive Bauflächen stellen. Da brauchen wir vor allem eines: ein positives Neubauklima. Dafür müssen wir gemeinsam mit der Politik einen klaren und von breiten Schichten der Bevölkerung getragenen Entwicklungskonsens herstellen, der für die nächsten beiden Jahrzehnte als Leitbild für eine prosperierende Hauptstadtregion trägt“, so Kern. Diese Zielsetzung wird der BBU am 22. April 2013 in seiner 5. Neubautagung „Bauzeit Berlin-Brandenburg“ vertiefen.

    02.04.2013

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  1. 13.04.2013 um 12:56

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