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BBU: Leerstandsreserve fast aufgebraucht

Bei den 142 Berliner BBU-Mitgliedsunternehmen ist der Leerstand bis Ende 2011 auf 2,6 Prozent gesunken. Das ist der niedrigste Stand seit fast 20 Jahren. In einigen Bezirken tendiert die Quote noch niedriger. „Die Leerstandsreserve unserer Mitgliedsunternehmen geht zunehmend gegen Null“, so BBU-Vorstand Maren Kern.

Gegenüber 2010 ist der Leerstand um 0,4 Prozentpunkte gesunken. Mit rund 17.000 Wohnungen stehen bei den BBU-Mitgliedsunternehmen in Berlin gut 3.000 Wohnungen weniger leer als im Vorjahr. Kern: „Dank der ungebrochenen Attraktivität Berlins schmilzt der Leerstand wie Schnee in der Frühlingssonne.“

Nur noch 0,7 Prozent „schwer vermietbar“

Von den rund 17.000 leeren Wohnungen bei BBU-Mitgliedsunternehmen in Berlin stehen nur noch knapp 4.400 bzw. 0,7 Prozent des Gesamtbestandes aufgrund von Vermietungsschwierigkeiten und damit längerfristig leer. Das waren rund 1.100 oder ein Fünftel weniger als im Vorjahr. Von den übrigen rund 12.500 Wohnungen steht das Gros wegen Modernisierung oder Mieterwechsels nur vorübergehend leer. Bei den rund 4.400 als schwer vermietbar eingestuften Wohnungen dürfte es sich zu einem beträchtlichen Teil um Sozialwohnungen handeln. Diese sind besonders oft von Vermietungsschwierigkeiten betroffen:

„Belegungsbindungen bei gleichzeitig überdurchschnittlichen Mieten und nur unzureichend angepassten Richtwerten für die Kosten der Unterkunft von ALG II-Haushalten haben zur Folge, dass viele der leer stehenden Sozialwohnungen dem Wohnungsmarkt praktisch auch nicht zur Verfügung stehen“, so Kern.

Marzahn-Hellersdorf im Aufschwung

Von 23 Altbezirken verzeichneten 20 im Jahr 2011 einen im Vergleich zum Vorjahr rückläufigen Leerstand. Nur in Pankow, Zehlendorf und Tempelhof kam es zu einer Steigerung. Hintergrund sind hier Modernisierungs- und Instandsetzungsprojekte.

Am stärksten sank der Leerstand 2011 in Marzahn-Hellersdorf. Der Rückgang lag hier bei 1,3 Prozentpunkten auf vier Prozent. Kern: „Die positive Entwicklung dieses Bezirks ist beeindruckend. Vor zehn Jahren hatten wir hier noch einen Leerstand von gut zwölf Prozent. Investitionen in Wohnungen und Wohnumfeld haben zusammen mit dem anhaltenden Zuzug nach Berlin einen wesentlichen Anteil an dieser Entwicklung.“ Allein in Hellersdorf nahm der Leerstand dabei innerhalb eines Jahres um fast zwei Prozentpunkte ab. Stark ausgeprägt war der Rückgang des Leerstands auch in Reinickendorf (-1,0 Prozentpunkte) und Neukölln (-0,7 Prozentpunkte). „Seit zwei Jahren sinkt der Leerstand verstärkt auch in bislang weniger nachgefragten Lagen“, so Kern.

Innenstadt: Nur noch wenige freie Wohnungen

In 13 von 23 Altbezirken lag die Leerstandsquote Ende 2011 bei unter zwei Prozent. Dies betrifft vor allem innerstädtische Lagen. Am niedrigsten ist die Leerstandsquote derzeit in Wilmersdorf (1,2 %, bzw. 134 Wohnungen), Charlottenburg und Hohenschönhausen (jeweils 1,3 % bzw. 250 und 480 Wohnungen) sowie in Tiergarten (1,4 % bzw. 52 Wohnungen) und Prenzlauer Berg (1,5 % bzw. 307 Wohnungen). Am höchsten sind die Leerstandsquoten in Zehlendorf (6,8 %), Pankow (4,5 %) sowie Reinickendorf und Marzahn (jeweils 4,1 %).

Zehnjahresvergleich: Hellersdorf holt den Pokal

Neun der zehn Altbezirke mit den stärksten Leerstandsrückgängen befinden sich im ehemaligen OstteilBerlins. Die Leerstandsquote sank hier von zuvor 8,7 Prozent um die Jahrtausendwende auf zuletzt 2,5 Prozent.

Besonders deutlich gesunken ist die Leerstandsquote in diesem Zeitraum bei den BBUMitgliedsunternehmen in Hellersdorf (- 8,7 Prozentpunkte), Marzahn (-7,5), Friedrichshain (-6,4 Prozentpunkte), Mitte (-6,1 Prozentpunkte) und Lichtenberg (-5,9 Prozentpunkte). In einigen westlichen Bezirken ist die Leerstandsquote hingegen heute etwas höher als vor zehn Jahren. Zugenommen hat der Leerstand u.a. in Zehlendorf (+6,0 Prozentpunkte) und Tempelhof (+1,8 Prozentpunkte), was in beiden Fällen allerdings insbesondere auf Modernisierungs- und Instandsetzungsprojekte zurückzuführen ist.

Berliner werden sesshaft

Der Anteil von Wohnungskündigungen durch Mieter ist auch 2011 weiter gesunken. Mit zuletzt 8,0 Prozent liegt er im Berliner Mittel um 1,5 Prozentpunkten unter dem Niveau von 2001 (9,5 %). „Das sind rund 10.000 Umzüge weniger im Jahr“, erläuterte Kern. Hintergründe seien hohe Wohnzufriedenheit, die Alterung der Gesellschaft – und die abnehmende Zahl freier Wohnungen.

Kern: „Die Umzugsneigung in Berlin ist im gesamtdeutschen Vergleich unterdurchschnittlich. Wer eine gute Wohnung hat, zieht hier so schnell nicht wieder aus.“ Nach aktuellen Zahlen des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen liegt die Umzugsrate im bundesdeutschen Vergleich bei zehn Prozent.

Ausgeprägt waren die Rückgänge bei den Umzügen in den vergangenen zehn Jahren vor allem in Altbezirken mit einem besonders deutlichen Leerstandsrückgang: Am höchsten ist der Rückgang der Fluktuationsrate in Friedrichshain (-4,6 Prozentpunkte auf 6,3 %), in Prenzlauer Berg (-3,2 Prozentpunkte auf 7,2 %) und Treptow (-2,3 Prozentpunkte auf 7,4 %). Am wenigsten umzugsfreudig zeigten sich die Bewohner von Mitte und Kreuzberg (jeweils 6,6 %) sowie Charlottenburg (6,9 %).

Quelle:
JAHRESPRESSEKONFERENZ BERLIN
des Verbandes Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e. V. (BBU)
am Donnerstag, den 10. Mai 2012

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