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Energieversorgung & Versorgungssicherheit

Energieträger

Der DEBRIV hat die jüngste Kritik von Medien und Umweltorganisationen an der Ausweitung der Braunkohlenstromerzeugung im abgelaufenen Jahr zurückgewiesen und unterstrichen, dass Braunkohle für die Sicherheit der Stromversorgung sorge, der Ausbau der erneuerbaren Energien nicht behindert wird und der CO2-Ausstoß den Vorgaben der nationalen und europäischen Leitlinien folgt. Ihre Unverzichtbarkeit für die deutsche Stromversorgung bewies die heimische Braunkohle erneut in der Kälteperiode Anfang Februar 2012, als alle Braunkohlenkraftwerke Volllast fuhren und große Teile der Grundlast sicher gewährleisteten. Bei extremen Minustemperaturen arbeitete der Verbund Tagebau-Kraftwerk störungsfrei. Infolge der Beschlüsse zum Ausstieg der Kernenergie verminderte sich die Produktion von Atomstrom in Deutschland im vergangenen Jahr um 32,5 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh). Bei nahezu konstantem Stromverbrauch steigerten die erneuerbaren Energien ihren Beitrag um rund 19 Mrd. kWh und übernahmen damit einen erheblichen Teil der ausstiegsbedingten Erzeugungslücke. Die Braunkohlenkraftwerke weiteten ihre Stromerzeugung um 7,1 Mrd. kWh aus und leisteten ebenfalls einen Beitrag zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit. Unverzichtbar wird die Braunkohle, wenn Strom aus Wind oder Sonne plötzlich nicht mehr zur Verfügung steht.

Ressourcen

Braunkohle war auch 2011 die wichtigste heimische Energieressource. Die Förderung von über 176 Millionen Tonnen deckte im vergangenen Jahr fast 12 Prozent des gesamten inländischen Energieverbrauchs und hatte einen Anteil von knapp 40 Prozent an der heimischen Energiegewinnung. Da rund 90 Prozent der Braunkohlengewinnung in Kraftwerken zur Stromerzeugung eingesetzt werden, kommen die Vorteile der versorgungssicheren, preisstabilen und subventionsfreien Braunkohle überwiegend der Stromversorgung zugute. Im vergangenen Jahr stammte nach Angaben des Deutschen Braunkohlen-Industrie-Vereins (DEBRIV) in Köln jede vierte Kilowattstunde Strom in Deutschland aus Braunkohle.

Deutschland konnte im abgelaufenen Jahr etwas mehr als 30 Prozent seines gesamten Energiebedarfs aus eigenen Quellen decken. Während die Beiträge der inländischen Öl und Gasförderung sowie die Förderung des deutschen Steinkohlenbergbaus weiter rückläufig waren, steigerten die Braunkohle und die erneuerbaren Energieträger ihre Beiträge. Insgesamt erhöhte sich die Nutzung heimischer Energieressourcen im vergangenen Jahr leicht auf 141,3 Millionen Tonnen Steinkohleneinheiten (Mio. t SKE).

Versorgungssicherheit

„Ohne die Braunkohle aus dem rheinischen Revier wären während der diesjährigen Kältewelle die Lichter ausgegangen,“ erklärte der Vorstandsvorsitzende der RWE Power AG, Johannes Lambertz, anlässlich einer Podiumsdiskussion der IGBCE im rheinischen Braunkohlenrevier. Die entscheidende Frage sei derzeit und zukünftig, wo die Energie herkomme, wenn keine Sonne scheint und kein Wind weht. Lambertz forderte „eine Energiereserve über 2050 hinaus.“ IGBCE-Chef Michael Vassiliadis ergänzte den Unternehmensvertreter mit einem Appell an die Energiepolitik: „Wir brauchen Braunkohle und Gas, um die Energiewende langfristig zu schaffen. Deshalb müssen wir den CO2-Ausstoß mit der Entwicklung von neuen Kraftwerken reduzieren“. Landesumweltminister Johannes Remmel wies darauf hin, dass er die Braunkohle als Brückentechnologie betrachte, „damit der Übergang zu den erneuerbaren Energien bis 2050 oder 2060“ gelingt.

Quelle: DEBRIV, 03.05.2012
Grafiken: DEBRIV (Quelle Bild 1 & 2: AGEB)

***

Soweit zu den Fakten, die u.a. dazu geeignet sind, mit dem Winter-Märchen des Energie-Export-Wunderlandes Deutschland aufzuräumen.  Wie war das doch gleich? Als die Cote d Azur zuschneite (infolge der Klimaerwärmung!), wurde Strom nach Frankreich exportiert. Hurra, was sind wir stolz auf uns. Da vorsichtshalber keiner drüber redet, woher der Strom kam, lässt sich wunderbar die Öko-Propaganda-Keule schwingen. Wenn es heißt: „Deutschland konnte im abgelaufenen Jahr etwas mehr als 30 Prozent seines gesamten Energiebedarfs aus eigenen Quellen decken.“, dann bedeutet das aber auch: Deutschland hat 70% importiert. Insofern ist etwas mehr Bescheidenheit durchaus angeraten. Der Blick durch die rosa grüne Öko-Brille ist durchaus dazu angetan, den Durchblick zu verlieren.

Es lebe die „Energiewende„. Koste es, was es wolle!
Und wenn der Strom immer teurer wird – was solls?

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  1. Horst
    22.05.2016 um 09:47

    In Deutschland lagern mehr als 70 Milliarden Tonnen (Mrd. t) Braunkohle. Etwa die Hälfte davon ist wirtschaftlich gewinnbar. In genehmigten und erschlossenen Tagebauen stehen derzeit 4,8 Mrd. t zum Abbau bereit. Der enge Verbund Tagebau-Kraftwerke sichert eine sichere Brennstoffversorgung und die hohe Verfügbarkeit der Anlagen eine versorgungssichere Stromerzeugung.

    Mit steigendem Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung wachsen die Anforderungen an die Flexibilität des konventionellen Kraftwerksparks. Braunkohlenkraftwerke leisten einen wichtigen Beitrag zur Deckung des Strombedarfs und zur Stabilität der Netze. Moderne Braunkohlenkraftwerke zeichnen sich durch einen wirtschaftlichen Teillastbetrieb und hohe Lastwechselgeschwindigkeiten aus.

    Quelle: Debriv, 20.05.2016

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  2. MR
    26.04.2016 um 12:29

    Im Zusammenhang mit Tschernobyl fallen mir so manche Dinge auf: Eine noch nicht sanierte Ruine (die Einhausung bezahlt die EU und G 7) und wie man hört sollen in der Ukraine zwei neue Meiler errichtet werden (Zuschüsse in reichlichem Maß durch die EU, wovon wie immer 28 % die Deutschen löhnen). Wo bringen eigentlich die Amerikaner, Franzosen, Engländer, Russen, Ukrainer, Japaner, Koreaner, u.a. ihren atomaren Restmüll hin? Die Deutschen deponieren diesen in Zwischenlagern. Wie berichtet, will England auch einen neuen Atomreaktor errichten und erhält dazu ebenfalls finanzielle Unterstützung der EU (28 % Deutschland).
    Sind die Irren jetzt in oder außerhalb der Anstalt?

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  3. 17.01.2014 um 18:41

    Presseinformation
    23.12.2014

    BDEW-Kundenfokus Haushalte 2013:
    Kunden schätzen zuverlässige Stromversorgung

    Verbraucher vertrauen ihrem Energieunternehmen / Hohe Zufriedenheit bei Stromkunden

    Berlin, 23. Dezember 2013 – Die Stromkunden in Deutschland sind mit ihrem Energieanbieter zufrieden. Sie schätzen insbesondere die Sicherheit und Zuverlässigkeit bei der Stromversorgung. Das ist das zentrale Ergebnis einer aktuellen, repräsentativen Verbraucherumfrage des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut prolytics market research.

    67 Prozent der Befragten sind laut BDEW-Kundenfokus 2013 mit ihrem Energieanbieter in höchstem Maße oder sehr zufrieden. Weitere 29 Prozent der Befragten sind zufrieden. 94 Prozent der Befragten sind mit der Sicherheit und Zuverlässigkeit der Stromversorgung entweder sehr zufrieden oder in höchstem Maß zufrieden. Das Preis-Leistungsverhältnis schätzen 34 Prozent der Befragten gut oder sehr gut ein. Weitere 43 Prozent beurteilen das Preis-Leistungsverhältnis als angemessen.

    „Derzeit gibt es rund 1.170 Anbieter im deutschen Strommarkt. Diese Angebotsvielfalt ist in der Europäischen Union einmalig“, sagte Hildegard Müller, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung.

    „Es wird häufig bei der Diskussion zum Kundenverhalten außer Acht gelassen, dass die deutschen Stromkunden seit Jahren äußerst zufrieden mit ihren Energieversorgern sind und eine starke Bindung zu diesen vor Ort haben. Es gibt nicht viele Branchen in Deutschland, die solch überzeugende Werte zur Kundenzufriedenheit vorweisen können“, so Müller.

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  4. 06.10.2013 um 09:47

    01.10.12013
    BDEW zur gasfachlichen Aussprachetagung 2013:
    Hohe Gas-Versorgungssicherheit auch im kommenden Winter

    BDEW: Sichere Gasversorgung beruht auf mehreren zentralen Säulen / Bei Energiewende Wärmemarkt und Mobilität stärker in den Fokus rücken

    Nürnberg, 01. Oktober 2013 – „Erdgas ist und bleibt ein sicherer Energieträger. Seit vielen Jahrzehnten haben wir in Deutschland eine sichere und leistungsfähige Gasversorgung. Auch für den kommenden Winter sind wir sehr gut gerüstet. Neben Erdgasspeichern stehen weitere wichtige und leistungsfähige Instrumente der Gasversorgung zur Verfügung“, sagte Anke Tuschek, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) heute zum Auftakt der gasfachlichen Aussprachetagung (gat) 2013 in Nürnberg.

    Deutschland beziehe Erdgas auch während der Wintermonate kontinuierlich aus zahlreichen unterschiedlichen Lieferländern wie Norwegen, Russland, Niederlande oder auch aus eigener deutscher Förderung. Zum Teil könnten solche Lieferungen im Rahmen bestehender Verträge im Bedarfsfall erhöht werden, so Tuschek. „An Erdgas herrscht derzeit auch aufgrund der stark zunehmenden Erdgasförderung in den USA kein Mangel auf den Energiemärkten. Erdgas kann kurzfristig an den europäischen Energie-Handelsplätzen beschafft und in Europa über das eng vermaschte europäische Gasnetz verteilt werden.“ Darüber hinaus verfügt Deutschland über eine leistungsfähige Transportinfrastruktur aus Ferngasleitungen und Gasverteilernetzen mit einer Gesamtlänge von 477.000 Kilometern. Deutschland verfügt zudem über die größten Gasspeicherkapazitäten in der Europäischen Union. Die Zahl der Erdgasspeicher in Deutschland hat sich von 48 Anlagen Anfang 2012 um drei Speicheranlagen auf mittlerweile 51 erhöht, das Speichervolumen, ist damit um elf Prozent gestiegen. Hinzu kommen so genannte unterbrechbare Transportverträge mit großen Verbrauchern: Gasnetzbetreiber haben mit Industrieunternehmen Vereinbarungen getroffen, die eine kurzfristige Unterbrechung der Erdgasbelieferung an diese Firmen ermöglichen.

    „Natürlich werden wir die weitere Entwicklung sorgfältig im Blick behalten. Die Gaswirtschaft analysiert mit Blick auf die Versorgungssicherheit kontinuierlich den sich derzeit stark verändernden nationalen und internationalen Gasmarkt sowie die Rahmenbedingungen, die die staatliche Gasnetz-Regulierung setzt und damit auch Aspekte der sicheren Erdgasversorgung beeinflusst“, führte Tuschek weiter aus. Durch den Bau zweier zusätzlicher Erdgas-Verbindungsleitungen in Nord-Süd-Richtung habe sich zudem die Durchleitungskapazität in den Süden Deutschlands leicht erhöht. Im Netzentwicklungsplan Gas hätten die Fernleitungsnetzbetreiber darüber hinaus die Erfahrungen aus dem Winter 2011/2012 berücksichtigt und entsprechende Infrastruktur-Maßnahmen eingeplant, deren Realisierung in den kommenden Jahren einen wichtigen Beitrag für eine weiterhin sichere Gasversorgung in Deutschland leisten werde. „Die Netz-Regulierung in Deutschland sollte bei solchen Infrastrukturprojekten nicht nur Effizienzsteigerungen sondern auch den wichtigen Aspekt der Versorgungssicherheit im Blick haben.“

    Tuschek forderte darüber hinaus, bei der Energiewende und den CO2-Einsparzielen den Wärmemarkt und die Potenziale des Energieträgers Erdgas beispielsweise auch im Bereich Mobilität stärker in den Fokus zu rücken. Im Wärmemarkt sollte eine Orientierung an der Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen, zum Beispiel über die CO2-Vermeidungskosten, erfolgen. „Erdgassystemlösungen bieten sichere und bezahlbare Techniken, die schon heute einen wesentlichen Beitrag zur sozialverträglichen Modernisierung im Heizungsbestand leisten.“ Um die CO2-Vermeidungs-potenziale im Wärmemarkt möglichst kosteneffizient erreichen zu können, müssten die Rahmenbedingungen technologieoffen und energieträgerneutral gestaltet werden, so Tuschek. „Gleichzeitig muss der Wärmemarkt endlich für Bio-Erdgas geöffnet werden. Dies gilt es insbesondere bei der anstehenden Novelle des Erneuerbaren-Energien-Wärmegesetzes umzusetzen.“ Das in den vergangenen Jahren zu beobachtende Stop-and-Go der Förderung über das Marktanreiz-programm sei das Gegenteil von Planungssicherheit. „Es gilt, die Förderprogramme zu verstetigen. Sinnvoll sind stetig, degressiv und diskriminierungsfrei gestaltete Förderprogramme zur Markteinführung von innovativen Systemen, Erneuerbaren Energien und zur energetischen Sanierung. Die Schaffung steuerlicher Anreize für einzelne energetische Maßnahmen sollte zudem endlich auf den Weg gebracht werden und nicht in den Mühlen der politischen Interessen zermahlen werden. Dadurch könnte zusätzliches Potenzial erschlossen werden“, so Tuschek.

    Die Potenziale innovativer Erdgasanwendungen im Wärmemarkt werden auch im neuen „Erdgas-Technik-Guide“ des BDEW mittels einer interaktiven 3D-Anwendung veranschaulicht. Der Technik-Guide ist hier abrufbar: https://www.bdew.de/flash/data/main.html

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  5. Stromer
    02.06.2013 um 11:45

    Energiesicherheit
    Deutschland entkam nur knapp dem Strom-Blackout
    31.05.2013 · Ein Bericht der Bundesnetzagentur an ihren politischen Beirat enthüllt, wie wackelig es mittlerweile um die Energiesicherheit bestellt ist. Ende März sei es nur mit starken Eingriffen in den Kraftwerksbetrieb gelungen, einen Blackout abzuwenden.

    FAZ
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/energiesicherheit-deutschland-entkam-nur-knapp-dem-strom-blackout-12203493.html

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  1. 20.05.2012 um 10:11

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