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WDVS for Green Buildings: Spechte und Algen

Thema 1: Spechte
„Seitdem künstliche Wärmedämmung an der Gebäudehülle zum Einsatz kommt, beschäftigen sich sogar gestandene Naturschützer des NABU und der Vogelwarte Frankfurt mit dem Phänomen der fliegenden Fassadenkiller. Auch der Verband der Berlin-Brandenburgischen Wohnungsunternehmen (BBU) hat eine Broschüre unter dem Titel „Wärmdämmverbundsysteme – Was tun bei Spechtangriffen?“ veröffentlicht.“

„Der Specht liebt das Geräusch, wenn er mit dem Schnabel auf Gegenstände hämmert, denn dahinter vermutet er schmackhafte Leckerbissen. Für Häuser mit Wärmedämm-Platten in Leichtbauweise ist das inzwischen bundesweit ein ernstes Problem – der Specht zerstört die künstliche Wärmedämmung!“

Fassadenkiller Specht!

Buntspechte sind possierliche Tiere, die man gern in der freien Natur beobachtet. Ganz anders, wenn sich diese Vögel an der Fassade des eigenen Hauses zu schaffen machen und dort faustgroße Löcher in Putz und Dämmung hacken. Seitdem künstliche Wärmedämmung an der Gebäudehülle zum Einsatz kommt, beschäftigen sich sogar gestandene Naturschützer des NABU und der Vogelwarte Frankfurt mit dem Phänomen der fliegenden Fassadenkiller. Auch der Verband der Berlin-Brandenburgischen Wohnungsunternehmen (BBU) hat unlängst eine Broschüre unter dem Titel „Wärmdämmverbundsysteme – Was tun bei Spechtangriffen?“ herausgebracht.

All dies sind Zeichen dafür, dass sich neben der ärgerlichen Veralgung jetzt neue Problemfelder bei Wärmedämmverbundsystemen auftun. Bauherren sollten sich deshalb im Klaren darüber sein, dass eines Tages der Buntspecht anklopfen und an der neuen oder sanierten Fassade enormen Schaden anrichten könnte. Neben der Futtersuche auf der rauen Fassade animiert die Vögel die hervorragende Resonanz auf ihr Klopfen – beispielsweise bei Styropor. Wie in der freien Natur steckt der Specht hiermit sein Revier ab. Dann allerdings mit Folgeschäden durch das Eindringen von Feuchtigkeit an der ohnehin kostspieligen Lösung mit begrenzter Nutzungsdauer. Experten der Wohnungswirtschaft äußern Skepsis an der Wirksamkeit von Abschreckungsmaßnahmen, die Ornithologen empfehlen, oder an spechtsicherem Dämmmmaterial überhaupt. Allein dickere Putze könnten helfen, würden aber Wärmedämmsysteme nur noch weiter verteuern.

Echte Alternative sind nur Massivwände aus Poroton-Ziegeln mit Perlitfüllung. Die High-Tech-Ziegel verfügen über eine sehr gute, allerdings innen liegende Wärmedämmung aus vulkanischem Gestein. Auch das auf den hart gebrannten Ton abgestimmte Außenputzsystem lässt dem Specht jede Lust am Klopfen vergehen. Die Besitzer von Häusern in massiver Ziegelbauweise aus Perlit gefüllten Steinen haben also mehrere Trumpfkarten im Ärmel: niedrige Energiekosten durch gut dämmende monolithische Außenwände und eine spechtsicherer Fassade während der gesamten Standzeit.

Aussender:
Deutsche Poroton GmbH
Juli 2010

Gegendarstellung:

„Schäden durch Spechtlöcher
Das Auftreten von Spechtlöchern an gedämmten Fassaden ist ein Randthema. Das zeigt auch eine Umfrage der Zeitschrift „Ausbau und Fassade“ bei Unternehmen des Stuckateurhandwerks aus dem Jahr 2010, in der die überwiegende Mehrheit der Stuckateure das Thema als irrelevant einstuft. Zudem treten Tierschäden nicht ausschließlich in der Dämmschicht von sanierten Häusern auf. So zerfressen Marder zum Beispiel auch Leitungen auf Dachböden und verunreinigen oder zerkratzen Fassaden.“

Quelle: dena bei baulinks.de oder bei ausbauundfassade.de

Kommentar BAUFÜSICK: So sicher sind sich die Fassaden-Profis denn doch nicht. Dass es ein „Randthema“ sei, wird erst mal ins Blaue hinein behauptet. Nebenher bemüht man sich, Informationen zu erhalten.

„Spechte sind nützliche Tiere. Doch wenn Sie an Fassaden klopfen und Löcher in ein WDVS schlagen, entsteht an einem wichtigen Bauteil ein großer Schaden. Haben Sie schon einmal diesen Fall gehabt? Wenn nicht, sind Sie darauf vorbereitet? Wir wollen es in der Leser-Umfrage wissen. Hier geht es zum Fragebogen“
Newsletter ausbau + fassade vom 30. März 2010

Wozu Umfragen, wenn man die Antwort doch schon kennt?

Andere Quellen:

„Wer klopft denn da? – Spechte als Fassadenhacker“
„Ratgeber zum Artenschutz an Gebäuden und in der Stadt“

20-seitige Broschüre, PDF
Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V, Kreisgruppe München
zuletzt bearbeitet: 09.03.2012

***

Thema 2: Algen
„Bei mehr als 75% der neuen oder energetisch modernisierten Gebäude treten Algen- und Pilzbesiedlungen auf . Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen, Nr. 240, Heft 2/10 Die Besiedlung von wärmegedämmten Fassaden durch Mikroorganismen ist nach wie vor ein großes Problem für lmmobilienbesitzser sowie die Hersteller und Anwender von Beschichtungssystemen und Schutzmitteln.“

„Aus diesem Grund hat die Arbeitsgemeinschft für zeitgemäßes Bauen e.V. zusammen mit der norddeutschen Wohnungswirtschaft das Forschundsprojekt ALMO-NORD (Algenmonitoring an energetisch sanierten  Wohngebäuden Norddeutschland) ins L eben gerufen. Eine wesentliche Erkenntnis des Projektes war, unter anderem, welche Bedeutung dem Thema „Speicherfähigkeit von Materialien“ zuzuweisen ist.“

Quelle: Poroton Broschüre, S. 52, 53

Gegendarstellung

„Algenbildung
Die Problematik der Algenbildung an gedämmten Fassaden ist vor allem eine optische Beeinträchtigung. Sie kann entstehen, wenn der Außenputz der Fassade im Vergleich zur Luft kalt ist und sich dort Feuchtigkeit niedersetzt.

Eine Algenbildung muss aber nicht von der Dämmung verursacht sein. Es gibt eine Reihe von äußeren Faktoren, die diese Entwicklung begünstigen, zum Beispiel dichter Pflanzenbewuchs in Fassadennähe, stark verschattete Bereiche der Fassade oder eine verstärkte Schlagregenbeanspruchung, vor allem auf der Nord- und Westfassade.

Die äußeren Einflüsse können durch eine sorgfältige Planung minimiert werden. Dabei spielen zum Beispiel ausreichende Dachüberstände eine wichtige Rolle. Zudem bietet der Zusatz von Bioziden (Algizide bzw. Fungizide) im Außenputz oder der Farbe Schutz. Auch der Einsatz mineralischer Putze ist möglich.“

Quelle: dena bei baulinks.de oder bei ausbauundfassade.de

Kommentar BAUFÜSICK: Bioziden (Algizide bzw. Fungizide) sind Pestizide. Das sind Giftstoffe, die die Umwelt verseuchen. Fachleute sprechen von 5.000 t von Fassaden gespülte Gifte jedes Jahr

Linktipps:

Eine Sammlung zum Thema: Algen an Fassaden

Im Blog BAUFÜSICK:

Ohne Chemie und Gift gegen Algen an Fassaden

Fungizide & Algizide = Pestizide = Biozide

Algen an Fassaden im Blog BAUFÜSICK

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  1. 10.04.2012 um 09:18

    es gibt auch noch anderes Getier, das sich in WDVS wohlfühlt… Mäuse sind auch nicht nur gelegentlich anzutreffende Bewohner

    Gefällt mir

  1. 25.02.2015 um 06:03
  2. 21.11.2012 um 13:49
  3. 05.11.2012 um 12:36
  4. 03.11.2012 um 10:54
  5. 06.07.2012 um 08:25
  6. 05.07.2012 um 08:05

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