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Fassadendämmung: Prüfung auf Brandgefahr (tapfere SPD)

 „Bei 80 Prozent des eingesetzten Dämmmaterials handelt es sich um Styropor. Laut den Untersuchungen und Realitätstests des Norddeutschen Rundfunks (NDR) handelt sich hierbei aber genau um das Material, das den Brandschutz nicht ausreichend gewährleisten kann. Allein der Verdacht, dass es hier zu einer potentiellen Gefährdung kommt, muss durch Experten geprüft und bewertet werden. Lösungen für den Brandschutz müssen gefunden werden. Wir fragen die Bundesregierung:

1. Sind der Bundesregierung Brandfälle bekannt, bei denen die Fassadendämmung die Brandgefahr erhöht hat?

2. Welche konkreten Ursachen könnten dafür verantwortlich sein?

3. Inwieweit sollten Brandschutzmaßnahmen für die Fassadendämmung aus Sicht der Bundesregierung gesetzlich vorgeschriebenen oder empfohlen werden?

4. Prüfen Bundesämter oder Bundesforschungsanstalten bzw. Materialprüfanstalten das Brandverhalten von Fassadendämmstoffen?

5. Wenn ja, mit welchem Ergebnis?

6. Inwieweit werden diese Ergebnisse veröffentlicht und den Nutzern, Herstel- lern und Bauverantwortlichen zur Verfügung gestellt?

7. Ist es rechtlich korrekt, dass Brandsicherheitstest im Rahmen des Zulassungsverfahrens zwar durchgeführt werden, jedoch von den Herstellern selbst gezahlt und daher nicht veröffentlicht werden?

8. Wenn ja, welche Maßnahmen könnten dies verhindern?

Plant die Bundesregierung hierzu eine Überarbeitung der Vorschriften?

9. Inwieweit plant die Bundesregierung, das Baurecht der Länder in Bezug auf den Brandschutz zu vereinheitlichen?

10. Welche Forschungsvorhaben will die Bundesregierung unterstützen, um Dämmung und Brandschutz zu tragbaren Kosten miteinander zu verbin- den?

11. Hält die Bundesregierung – insbesondere unter dem Eindruck des Reali- tätstest des NDR, dessen Ergebnisse in der Sendung „45 Min“ am Montag, dem 28. November 2011 bekannt gegeben wurden – die Einstufung von Styropor in die Kategorie „schwer entflammbar“ nach wie vor für richtig?

12. Welche Maßnahmen wird die Bundesregierung ergreifen, um über die Ent- flammbarkeit von Styropor genauere Auskunft zu bekommen?

13. Welche Maßnahmen ergreift die Bundesregierung, um der entstandenen Verunsicherung von Verbrauchern, Herstellern und Handwerk entgegenzu- wirken?

14. Wie ist die Brandgefahr bei ökologischen Dämmstoffen aus nachwachsen- den Rohstoffen einzuschätzen, und welche Einschränkungen für ihre Verwendung ergeben sich daraus?

15. Wie stellt sich die Brandgefahr bei der Verwendung von ökologischen Dämmstoffen bzw. von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen im Vergleich zur Brandgefahr von synthetischen Dämmstoffen aus Polysterol und Styropor, insbesondere vor dem Hintergrund neuerer Erkenntnisse zur Entflammbarkeit, dar?

16. Welche konkreten Dämmmaterialien können den Brandschutz nicht ausreichend gewährleisten?

17. Sollten Schutzmechanismen wie Brandsperren bei Einfamilienhäusern zukünftig gesetzlich vorgeschrieben werden?

18. Wird die Bundesregierung den Mittelansatz für die energetische Gebäudesanierung erhöhen, um zusätzliche Kosten für den Brandschutz zu finanzieren, um die klimapolitischen Ziele der Bundesregierung nicht zu gefährden?

19. Für welche Häuser sind Brandschutzmaßnahmen zwingend vorgeschrieben und für welche nicht?

20. Sieht die Bundesregierung hier Handlungsbedarf?

21. Welche zusätzlichen Kosten würden durch verbesserte Brandschutzmaß nahmen für Ein- und Mehrfamilienhäuser in etwa entstehen?

22. Sieht die Bundesregierung hier ein Hemmnis für das Voranbringen der energetischen Sanierung?“

Quelle:
Kleine Anfrage von Mitgliedern der SPD Fraktion
Dämmstoffprüfung auf Brandgefahr
Deutscher Bundestag
17. Wahlperiode
Drucksache 17/8197
14. 12. 2011

***

Wie geht es weiter? BAUFÜSICK hat für Sie das Orakel von Berlin gefragt. Das Orakel hat folgendes orakelt. Eine frei erfundene Geschichte.

Die Anfrage geht zum bunten Bauministerium, dort landet sie bei Herrn H. auf dem Tisch. Der ruft seine Kumpel an: den Herrn S. vom Verband, die Jungs vom Fraunhofer Institut für Bauphilosophie in Stuttgart, die Jungs im Forschungsinstitut für Würstl-Schutz in München. Dann wird eifrig wissenschaftlich Gesichertes  von den anerkannten unabhängigen Instituten zusammengetragen – und dann kommt die Entwarnung. Vom Hr. H., der als ausgewiesener Experte ohne Fehl und Tadel urteilt. Und Hr. R. hat keinen Grund, seinem Experten H. zu misstrauen. Wie werden die Ergebnisse in etwa aussehen?

Zu Frage 13: da dürfen Sie gespannt sein, was die Propaganda Maschinerie produziert. Neben den eigenen Sprachrohren der Industrie werden seitens der Bundesregierung diverse Kräfte mobilisiert, um den deutschen Michel einzulullen: dena, co2online, DIBt, UBA. Die Verbraucherzentralen werden auf den Zug aufspringen. Im Ergebnis: heile Welt. Und irgendwann wird wieder eine schwer entflammbare Fassade abfackeln.

Sehr schön formuliert: „Allein der Verdacht, dass es hier zu einer potentiellen Gefährdung kommt“ – siehe „brennende WDVS„.

***

Wie es weiter geht.

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  1. 10.02.2012 um 09:29

    Nein, es muss diese sein:

    „Im Bundestag notiert: Fassadendämmung

    Verkehr und Bau/Antwort – 24.01.2012

    Berlin: (hib/MIK) Die Bundesregierung hat keine Kenntnis von Brandfällen, bei denen die Fassadendämmung die Brandgefahr erhöht hat. Dies erklärt sie in ihrer Antwort (17/8285) auf eine Kleine Anfrage der SPD-Fraktion (17/8197).“

    Mehr dazu:
    https://baufuesick.wordpress.com/2012/02/10/fassadendammung-prufung-auf-brandgefahr-abgeschlossen/

    Quelle:
    http://dipbt.bundestag.de/extrakt/ba/WP17/410/41007.html

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  2. 10.02.2012 um 09:25

    Oder etwa die Nebelkerze vom DIBt?

    http://www.dibt.de/de/Data/Presseinfo_20111207.pdf

    „Das DIBt hatte dieses Brandereignis [der vom NDR zitierte Feuerwehreinsatz in Berlin im Jahr 2005] – obwohl es nicht direkt betroffen war – zum Anlass genommen im Frühjahr 2005 in seinem SVA „Brandverhalten von Baustoffen B1/B2″ über ggf. erforderliche Konsequenzen für das Zulassungsverfahren bei WDV-Systemen zu beraten. Im Ergebnis wurde von den Sachverständigen festgestellt, dass Zulassungsverfahren des DIBt nicht betroffen seien, die bisher zugelassenen WDV-Systeme seien hinreichend sicher.“

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  3. 10.02.2012 um 09:22

    Ja, wo isse denn?

    Sie meinen doch nicht etwa die Stellungnahme des Fachverabndes WDVS?

    „Fachverband Wärmedämm-Verbundsysteme
    Sicherheit im Brandfall
    In den Medien wurde in den vergangenen Wochen eine Reihe von Fragen zu Wärmedämm-Verbundsystemen (WDVS) an Fassaden aufgeworfen. Dabei wurden die Gebrauchstauglichkeit und die Wirtschaftlichkeit von WDVS zur Energieeinsparung in Frage gestellt.“

    „Jahrzehntelange Forschung, zahlreiche Brandversuche und Untersuchungen im Rahmen von Zulassungen des Deutschen Instituts für Baustofftechnik (DIBt) belegen, dass
    – bauaufsichtlich zugelassene WDVS unter Verwendung von flammgeschützem Polystyrol-Hartschaum im Brandfall an Fassaden bei anwendungsgerechter und zulassungskonformer Ausführung zusätzlicher Brandschutzmaßnahmen (dort wo erforderlich) zu keinen erhöhten Risiken führen,
    – die dargestellten Schadensfeuer in Berlin-Pankow 2005 bzw. Delmenhorst 2011 keinesfalls belegen, dass durch die dort eingesetzten WDVS ein erhöhtes Risiko entstand und
    – es sich bei dem in der MPA Braunschweig durchgeführten Brandversuch nur um einen zweckorientierten Demonstrationsversuch handelte, der weder normgerecht war, noch ein realistisches Szenario abbildete.“

    Getreu nach dem Motto: Was kümmern uns die Fassadenbrände im richtigen Leben – wir orientieren uns lieber an den DIN Normen, die wir selbst mitgestaltet haben?

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  4. 10.02.2012 um 08:52

    die Antwort ist doch schon da ….

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  1. 23.02.2014 um 13:25
  2. 16.11.2012 um 16:25
  3. 10.02.2012 um 09:57

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