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Altes neu entdecken: Strahlungsheizung

Fuß- und Wandheizungen sorgen durch Strahlungswärme für ein angenehmes Raumklima. Foto: BVF

Unter dem Titel „Angenehmes Raumklima: Heizen mit Strahlungswärme“ gibt immowelt.de dem erstaunten Leser eine sensationelle Neuigkeit weiter, die der BVF unters Volk streut.  Hier einige Beispiele aus der Rubrik „Danke, das hatten wir schon“: Links siehe unten.

Aber: macht nichts. Schauen wir mal, was der BVF dazu zu sagen hat: „Fußboden- und Wandheizungen heizen Räume mit Strahlungswärme und sind eine interessante Alternative zu herkömmlichen Konvektionsheizungen. Wie diese Geräte funktionieren und das Raumklima beeinflussen, erläutert das Immobilienportal immowelt.de.

Schon die alten Römer leiteten erwärmte Luft durch Hohlräume in Böden und Wänden und nutzten so die Strahlungswärme. Ganz ähnlich funktionieren die heutigen Wand- und Fußbodenheizungen. Wie durch Strahlungswärme Räume beheizt werden können, und wie sich das auf das Raumklima auswirkt, erklärt immowelt.de.

Wärme nach dem Prinzip der Sonne

Die Sonne ist der wohl bekannteste Lieferant von Strahlungswärme. Ihre Strahlen durchdringen die Erdatmosphäre und sobald sie auf Gegenstände treffen, entsteht Wärme, die von den Gegenständen gespeichert wird. Nach demselben Prinzip arbeiten Wand- und Fußbodenheizungen. Sie strahlen ihre Wärme ab und erwärmen nicht wie Konvektionsheizungen die Luft, sondern überwiegend die Gegenstände, auf die die Strahlung trifft. Das trägt nicht nur zu einem angenehmen Raumklima bei, sondern bedeutet durch die geringere Luftbewegung auch, dass nicht so viel feiner Staub und Bakterien mit der Luft zirkulieren. Vor allem für Allergiker ist das ein großer Vorteil.

Funktionsweise der Flächenheizungen

Flächenheizungen können als Warmwasser-Heizung mit Heizrohren oder als elektrische Heizung mit Flächenheizelementen betrieben werden. Manche Wandheizungen arbeiten auch mit Warmluft, die in den Wänden aufsteigt. Für den nachträglichen Einbau gut geeignet sind Sockelheizleisten, die den Bereich entlang des Sockels erwärmen. Die Luft, die in der Heizleiste erwärmt wird, steigt an der Wand auf und erhöht deren Oberflächentemperatur. Die Wand wiederum strahlt die Wärme ab, sodass die Wirkung mit einer Wandheizung vergleichbar ist.

Niedrigerer Energiebedarf für Wohlfühltemperatur

Wie wohl man sich in einem Raum fühlt, hängt nicht nur von der Raumtemperatur ab, sondern auch von der Temperatur der Wände. Sind diese kalt, empfindet man auch 21 Grad noch nicht als Wohlfühltemperatur. Bei warmen Wänden dagegen reicht schon eine niedrigere Raumtemperatur für ein behagliches Raumklima aus. Wandheizungen verbrauchen demnach weniger Energie, da für eine angenehm empfundene Raumtemperatur nicht so viel geheizt werden muss. Ein weiterer Energiespar-Effekt: Nach dem Lüften wird weniger Energie benötigt, um die vorherige Raumtemperatur wieder herzustellen, da die Wände warm bleiben.“

Pressedienst immowelt.de vom 01.12.2011
Hausbau/Ausbau & Renovieren

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Der FEWB e.V. empfiehlt: Strahlungswärme / Wärmestrahlung

Informationen im Blog

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  1. 02.07.2016 um 10:12

    „Fußboden- und Wandheizungen heizen Räume mit Strahlungswärme…“
    Eine Interessante Aussage welche doch einiges über Ursprung, Gesinnung oder zumindest aber über den Wissensstand des Verfassers vermuten lässt.

    Nach DIN 1264-5 beträgt die Wärmeleistung einer Fußbodenheizung 10,8 W/qm K. Bei einer Wandheizung sind es immerhin noch 8 W/qm K.

    Betrachtet man dagegen die Bolzmann Konstante so stellt man sehr schnell fest, dass physikalisch betrachtet die Fußbodenheizung mit rund 50% Konvektionsanteil (ca. 5,3 W/qm) an die Arbeit geht. Natürlich könnte sich der Verfasser auch die Mühe machen und eine CFX Simulation bemühen. (Muss ja nicht gleich Ansys sein) Sehr schnell stellt man nun fest, dass nicht nur die Sache mit der „Strahlungswärme“ so nicht stimmt. Zumindest nicht auf diesem Planeten und wenn man davon ausgeht das eine Strahlungsheizung per Definition ) „Wikipedia“ [„Eine Strahlungsheizung…ist eine Heizung, deren überwiegende Wärmeabgabe durch Wärmestrahlung erfolgt“] eben mit wenig oder geringer Konvektion verbunden ist. Dies mag bei einer Wandheizung in Abhängigkeit der Raumanordnung und Bestuhlung noch möglich sein. Für eine Fußbodenheizung gilt es ganz sicher nicht.

    Ergänzend sei vermerkt, dass neben der Wärmeabgabe noch wesentlicher die Raumerwärmung betrachtet werden muss. So kann ein IR-Strahler durchaus einen Punkt (z.B. den begrenzten Bereich einer Wand) erwärmen der dann seinerseits den Raum, konvektiv erwärmt. Demgegenüber Liesen sich alle Raumoberflächen mit Energie beaufschlagen welche durch Wärmeleitung die Oberflächen eines Raumes ÜBER Raum-Lufttemperatur erwärmen.

    Wir lernen: Nicht jede Flächenheizung bzw. nicht jeder Wärmestrahler ist eine Wärmestrahlungsheizung vielmehr kommt es auf Anordnung der Heizflächen, Raumgeometrie und Bestuhlung an.

    Wenigstens hat der Verfasser darauf verzichtet den heute fast schon üblichen Beisatz „… für Allergiker besonders geeignet“ zu verwenden.
    Dafür ein herzliches Dankeschön!

    Armin Bühler

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  2. 08.01.2015 um 17:03

    Wir haben gegen die Argumente von Hautechniker und Planer eine Deckenstrahlungheizung in einer Schreinerei in Südtirol im kalten Ahrntal eingebaut, nachträglich in einem Neubau, weil alle „Fachleute“ glauben, dass die Wärme nach oben steigt und man einen heißen Kof von der Deckenheizung bekäme. Der Schreiner wollte meinen Argumenten folgten, glaubte mir nicht so ganz. Wir haben deshelb unter die ungedämmte Rohdecke eine Alufolie gespannt und erst dann die Deckenheizung und die Rigipsdecke.
    Das obere Geschoß blieb vorerst unbeheizt. Bei gefühlten 0 °C außen haben wir die Heizung in Probe-Betrieb genommen. Es waren noch nicht einmal die Oberlichte über provisorischen Außentüren geschlossen! Innerhalb von 20 Minuten war die „gefühlte“ Werkstatttemperatur erreicht. Die Lufttemperatur betrug 14°C. In der bisherigen Werkstatt arbeitete man mit 18°C.
    Nach dem ersten Winter war er überzeugt und hat das nächste Geschoß auch mit der Deckenheizung ausgestattet.
    Seine Erfahrungen: es reichen 15°C statt der 18°C. Die Maschinenoberflächen „strahlen*“ keine Kälte mehr ab und das Arbeiten sei angenehmer.Die Staubbelastung sei drastisch gesungen und die Arbeiter fühlen sich sehr wohl.

    *Strahlung ist der Energieentzug der von warm nach kalt stattfindet. So „strahlen“ auch keine kalten Wände oder Verglasungen mehr, sondern sie reflektieren die Wärme und wirken wie Heizkörper.

    Es steigt auch nicht die Wärme nach oben sondern erwärmt6e Luft ist leichter und steigt nach oben. Dort kühlt sie ab und es kommt zu Zirklationen (und Staubaufwirbelungen).
    Bei der Deckenheizung für eine ganz geringe Kovektion zu einem warmen Luftpolster von wenigen CM unter der Decke, das auch noch dämmt. Bei der Fußbodenheizung ist ein socles Polster signifikant größer und dadurch bekommt man bei dieser heizung eher einen heißen Kopf. Jetzt würde ein Thermokeramischer Anstrich das ganze System noch optimieren.

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    • 10.01.2015 um 16:35

      Und was hält Sie davon ab, mit dem thermokeramischen Anstrich den Punkt aufs I zu setzen?

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      • 11.01.2015 um 13:28

        Die Investitionslust des Bauherren. in einem anderen Fall – bei Elektro – Strahlungsheizung hat die Hausbesitzerin den Schritt gemacht. Nach der ersten Winterperiode war sie sehr zufrieden. Ich werde noch einmal nachfragen, wie beim 2. Winter war.

        Im Moment plant mein Ex- Schwiegersohn die Sanierung seines Hauses und einen Anbau. Statt Fassadendämmung wird auch jeden Fall Thermokeramisch saniert. und im neuen Anbau kommt eine Klimadecke.

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  3. Sascha
    16.12.2011 um 10:17

    Herr Erich Müller,

    Strahlungsheizung funktioniert nicht nur mit Strom, auch mit Warmwasser.

    Wie man das Wasser warm bekommt, bleibt jedem selbst überlassen.

    Über Heizleisten (SanCal, Radia-Therm etc.) lassen sich die Außenwände erwärmen, welche die Wärmestrahlung in den Raum abgeben. Die Außenwände bleiben trocken und dämmen dadurch gut. Bei der Konvektionsheizung werden Raumecken schlecht erwärmt und es kann sich dort eine hohe relative Luftfeuchte bilden, bis hin zum Kondensatausfall und zur Schimmelbildung.
    Eine feuchte Wand dämmt auch schlecht und führt zu hohem Energieverlust. Sie Lüften kräftig um der Schimmelproblematik Herr zu werden und verlieren weiterhin Energie der aufgeheizten Luft.
    Der strahlungserwärmte Raum hat eine geringerer Raumlufttemperatur bei gleichem Wohlfühlfaktor. Hier geht beim Lüften nicht ganz so viel Energie verloren.

    Außerdem:
    Wärmestrahlung wird von Glasflächen reflektiert (Gewächshausprinzip). Die kühlere Raumluft sorgt für weniger Verluste am Fenster. Eine Fenstersanierung wird ggf. überflüssig bei der Umstellung von Konverktions- auf Strahlungsheizung.

    Auf gibt es Positives für die Gesundheit:
    Die Strahlungsheizung bewegt nicht so viel Raumluft und wirbelt dadurch keinen Staub auf. Gut für Allergiker. Weniger Staub senkt auch das Infektionsrisiko. Staub in den oberen Atemwegen des Menschen vergrößert die Oberfläche zum Verdunsten von Feuchtigkeit. Die Atemwege trocknen aus, der Mensch verlangt nach feuchterer Luft und befeuchtet zusätzlich die Raumluft mit Luftbefeuchtern, in welchen sich häufig Keime bilden. So wird keine Gesundheit gefördert.

    Übrigens:
    Alu- und Isoliermaterial hinter dem Heizkörper birgt auch die Gefahr von Schimmelbildung. Warme feuchte Luft, welche hinter das Isoliermaterial dringt verliert unter Umständen dort bei der Abkühlung an der Außenwand das mitgeführte Wasser.

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  4. Erich Müller
    04.12.2011 um 21:40

    Ich isoliere meine Heizkörper mit Alu + Isomaterial gegen die Außenwand, damit möglichst viel Wärme in den Innenraum abstrahlt.
    Und die von Ihnen mit sauteurem Strom betriebene Strahlungsheizung wird direkt in die Aussenwand eingebaut. Und das ohne Isolierung – die Wärme beheizt also den Vorgarten und nicht meinen Schmerbauch ???
    Was soll das -bin ich im falschen Film – oder was?

    Bitte machen Sie das mal richtig!

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  1. 04.12.2013 um 19:17

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