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Architekten in Europa: furchtlos in die Zukunft?

Kühn, genial, innovativ.

Die Furcht vor einer Auftragsflaute ist bei den Architekten in Spanien, Italien und den Niederlanden am größten. Der Renovierungssektor wird von britischen Architekten als die wichtigste Chance angesehen. Dies sind einige Ergebnisse des Q3-Berichts des europäischen Architektenbarometers, einer vierteljährlichen Studie unter 1.200 Architekten in Europa.

Architekten aus 6 europäischen Ländern haben alle ihre besonderen Erwartungen über die Chancen und Gefahren in den nächsten 12 Monaten. Wie die Chancen aussehen, hängt derzeit vor allem vom Einfluss der wirtschaftlichen Probleme in den verschiedenen Ländern ab.

In Spanien, Italien und den Niederlanden haben Architekten in der Krise besonders unter Auftragsschwund gelitten. In diesen Ländern geht auch weiterhin die Furcht vor einer Fortsetzung des Trends zu weniger Aufträgen um – niederländische (29%), spanische (54%) und italienische Planer (61%) erklärten Auftragsmangel zur allerbedrohlichsten Gefahr. Gleichzeitig haben Architekten in all diesen Ländern ihre eigene Sichtweise auf mögliche künftige Chancen. Die spanischen Architekten sind der Ansicht, dass sich in neuen Sektoren neue Möglichkeiten auftun könnten, während italienische Architekten nur dann Auftrieb im Bausektor erwarten, wenn die Regierung Impulse gibt.

Für 42% der französischen Architekten war die Krise gleichbedeutend mit weniger Aufträgen, doch für die Zukunft werden nur noch von knapp 30 Prozent Preiskämpfe auf dem Markt als stärkste Bedrohung gesehen. Ein ähnlich großer Anteil der Architekten kann überhaupt keine Chancen in den kommenden Monaten erkennen.

Bei zwei Dritteln der deutschen Architekten verursacht der Wirtschaftsrückgang keinerlei Folgen für das Unternehmen. Dies erklärt auch zum großen Teil, warum 38 Prozent der Architekten keine Bedrohung erkennen können und warum 28 Prozent in diesem Jahr keine neuen Möglichkeiten sehen.

Britische Architekten, die krisenbedingt unter weniger und zunehmend kleineren Aufträgen leiden, betrachten kleinere Aufträge auch in den kommenden Monaten als größte Bedrohung an (41%). Bei ihnen gelten Modernisierungsprojekte als die größte Chance (51%).

Diese und viele andere Ergebnisse und Entwicklungstrends zur Entwicklung des europäischen Baumarktes werden im europäischen Architektenbarometer aufgezeigt, einer internationalen Untersuchung unter 1.200 Architekten in Europa. Vier Mal im Jahr wird diese Studie von Arch-Vision in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, dem Vereinigten Königreich und den Niederlanden durchgeführt. Neben Indikatoren für Prognosen der europäischen Bauvolumen wird jedes Quartal ein Themenschwerpunkt behandelt (in Q3 2011 lag der Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit). Architekten können nicht nur als verlässliche Quelle für künftige Bauvolumen betrachtet werden, sondern ihnen kommt auch sonst eine zentrale Rolle zu, da sie großen Einfluss darauf haben, auf welche Weise gebaut wird und welche Baumaterialien dabei verwendet werden.

arch vision
17.11.2011

* * *

Bauprognose 2011: Bauindustrie erwartet 7 % Umsatzwachstum
Zahl der Beschäftigten soll um 2,5 % wachsen

„Die deutsche Baukonjunktur hat sich trotz europäischer Schuldenkrise und anhaltender Verunsicherung der Finanzmärkte günstiger entwickelt als noch im Frühjahr erwartet. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie hat sich deshalb entschlossen, seine Umsatzprognose auf nominal + 7 % (real + 5 %) anzuheben.“ Das teilte heute in Berlin der Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie Prof. Dipl.-Kfm. Thomas Bauer mit. Für den Bauarbeitsmarkt sei die lebhafte Baukonjunktur der vergangenen Monate eine gute Nachricht gewesen. Für das Gesamtjahr 2011 erwarte der Verband einen Anstieg der Zahl der Beschäftigten im Bauhauptgewerbe um 2,5 % auf 734.000.

Treiber der Baukonjunktur ist der Wohnungsbau: Der Rückgang der Arbeitslosigkeit, verbesserte Einkommenserwartungen der privaten Haushalte, ein relativ niedriges Zinsniveau, aber auch das wieder erwachte Interesse vieler Anleger am Wohneigentum habe insbesondere für Schwung im Wohnungsneubau gesorgt, ist Bauer überzeugt. Für das Gesamtjahr 2011 erwarte der Hauptverband einen Anstieg der Fertigstellungszahlen auf 170.000 Wohneinheiten (einschl. Umbauten 190.000 Wohneinheiten). Die Wohnungsbauumsätze werden – auch dank eines florierenden Sanierungsgeschäfts – voraussichtlich um nominal 12 % steigen.

Die wirtschaftliche Verfassung des Verarbeitenden Gewerbes habe sich entgegen den Unkenrufen der Konjunkturpessimisten bislang als robust erwiesen, stellte Bauer fest. Die Auslastung der Kapazitäten habe auch im 3. Quartal 2011 noch über dem langfristigen Auslastungsgrad von 84 % gelegen. Die Rahmenbedingungen für gewerbliche Erweiterungsinvestitionen und damit auch für Bauinvestitionen seien insoweit weiterhin günstig. Der Hauptverband erwarte deshalb für das Gesamtjahr 2011 einen Zuwachs der Umsätze im Wirtschaftsbau von nominal 9 %.

Auch der im Frühjahr befürchtete Einbruch der kommunalen Bauausgaben nach dem Auslaufen der Konjunkturprogramme sei bislang nicht eingetreten, erläuterte Bauer. Dank der unerwartet stark sprudelnden Gewerbesteuereinnahmen sei jetzt möglicherweise sogar mit einem Plus der kommunalen Bauausgaben von 1,4 % zu rechnen. Mit Blick auf die nachlassenden Bauausgaben des Bundes rechnet der Hauptverband jedoch nur mit einem Anstieg der Umsätze im Öffentlichen Bau von nominal etwa 1 %.

Trotzdem sei nicht zu übersehen, dass sich das Konjunkturklima in Deutschland allmählich abkühle, erklärte Bauer. Zwar sei noch lange nicht ausgemacht, dass der deutschen Wirtschaft eine neue Rezession bevorstehe; die weltwirtschaftlichen wie auch die finanzpolitischen Rahmenbedingungen hätten sich allerdings spürbar verschlechtert. Auch die Bauwirtschaft sei davon nicht unbeeindruckt geblieben: Die Unternehmen hätten zwar im September 2011 ihre Geschäftslage unverändert positiv bewertet; die Erwartungen bezüglich der weiteren baukonjunkturellen Entwicklung hätten sich jedoch deutlich eingetrübt. Langfristig blieben aber die Perspektiven für die deutsche Bauwirtschaft günstig, glaubt Bauer. Viele Jahre habe der Irrglaube geherrscht, dass Deutschland gebaut sei; dies erweise sich aber zunehmend als Irrtum.

06.10.2011
Hauptverband der Deutschen Bauindustrie

  1. 25.11.2011 um 18:23

    Hurra: aller Grund zu Optimismus
    Aufträge im Bauhauptgewerbe im September 2011: real + 0,7 % zum Vorjahr

    WIESBADEN – Im September 2011 sind die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe im Vergleich zum September 2010 preisbereinigt um 0,7 % gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, nahm dabei die Baunachfrage im Hochbau um 4,4 % zu, im Tiefbau dagegen um 2,9 % ab.

    Der Gesamtumsatz belief sich im September 2011 auf rund 8,9 Milliarden Euro und stieg damit gegenüber September 2010 um 3,4 %. Ende September 2011 waren in den Betrieben des Hoch- und Tiefbaus 733 000 Personen tätig; das waren etwa 5 600 Personen weniger als ein Jahr zuvor (- 0,8 %).

    In den ersten neun Monaten 2011 stiegen die Auftragseingänge des Bauhauptgewerbes preisbereinigt um 4,0 % gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der Gesamtumsatz des Bauhauptgewerbes betrug im Zeitraum Januar bis September 2011 64,0 Milliarden Euro und lag damit um 10,7 % über dem Niveau der ersten neun Monate 2010. Die durchschnittliche Zahl der tätigen Personen ist in diesem Zeitraum annähernd gleich geblieben.

    Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes
    Nr. 432 vom 23.11.2011

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