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NRW: weniger Eigentumsrechte für WDVS

NRW: 2,5 qm Verlust bei 10 m Grenzbebauung

Nachbarrechtsgesetz (NachbG NRW) vom 15. April 1969
§ 23a Wärmedämmung und Grenzständige Gebäude

(1) Der Eigentümer bzw. die Eigentümerin eines Grundstücks hat die Überbauung seines bzw. ihres Grundstücks aufgrund von Maßnahmen, die an bestehenden Gebäuden für Zwecke der Wärmedämmung vorgenommen werden, zu dulden, wenn diese über die Bauteileanforderungen in der Energieeinsparverordnung vom 24. Juli 2007 (BGBl. I S. 1519), geändert durch Verordnung vom 29. April 2009 (BGBl. I S. 954), in der jeweils geltenden Fassung nicht hinausgeht, eine vergleichbare Wärmedämmung auf andere Weise mit vertretbarem Aufwand nicht vorgenommen werden kann und die Überbauung die Benutzung des Grundstücks nicht oder nur unwesentlich beeinträchtigt. Eine wesentliche Beeinträchtigung ist insbesondere dann anzunehmen, wenn die Überbauung die Grenze zum Nachbargrundstück in der Tiefe um mehr als 0,25 m überschreitet. Die Duldungspflicht nach Satz 1 erstreckt sich auch auf die mit der Wärmedämmung zusammenhängenden notwendigen Änderungen von Bauteilen.

(2) Im Falle der Wärmedämmung ist der bzw. die duldungsverpflichtete Nachbar/in berechtigt, die Beseitigung der Wärmedämmung zu verlangen, wenn und soweit er bzw. sie selbst zulässigerweise an die Grenzwand anbauen will.

(3) Der bzw. die Begünstigte muss die Wärmedämmung in einem ordnungsgemäßen und funktionsgerechten Zustand erhalten. Er bzw. sie ist zur baulichen Unterhaltung der wärmegedämmten Grenzwand verpflichtet.

(4) Die §§ 21 Abs. 2 und 3, 23 Nr. 2. bis 4. und § 24 gelten entsprechend mit der Maßgabe, dass die Anzeige Art und Umfang der Baumaßnahme umfassen muss.

(5) Dem bzw. der Eigentümer/in des betroffenen Grundstücks ist ein angemessener Ausgleich in Geld zu leisten. Die Ausgleichszahlung darf die Höhe des Bodenrichtwertes nicht übersteigen. Sofern nichts anderes vereinbart wird gelten die §§ 912 Abs. 2, 913, 914 und 915 BGB entsprechend.

(6) Die Absätze 1 bis 5 gelten für die Nachbarwand gem. §§ 7, 8 entsprechend.

§ 23a eingefügt durch Artikel 1 des Gesetzes vom 24. Mai 2011(GV. NRW. S.272), in Kraft getreten am 4. Juni 2011.

* * *

Entscheidungshilfen der Bauaufsicht
Bauordnung Berlin – § 4 Bebauung der Grundstücke mit Gebäuden

§ 4 – Übergreifen einer nachträglichen Wärmedämmung auf das Nachbargrundstück

Bedarf es bei der nachträglichen Anbringung einer Wärmedämmung an der Grenzwand eines Gebäudes für das Übergreifen der Wärmedämmung auf das Nachbargrundstück einer Abweichungsentscheidung oder der Eintragung einer Baulast?

Nein.
Es bedarf weder der Erteilung einer Abweichung noch der Eintragung einer Baulast.
Die Einverständniserklärung des Nachbarn ist jedoch Voraussetzung.
Dieser Beitrag wurde als Nr. 278 des FAQ Bauaufsicht behandelt.

* * *

Nachträgliche Fassadendämmung und Nachbarrecht (PDF beim FEWB e.V.)

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  1. 09.02.2012 um 12:44

    Danke fürs aufmerksame Lesen und den Hinweis. Das Komma ist gesetzt.

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  2. Anonymous
    09.02.2012 um 12:18

    Hallo,

    ich würde mal in der Bildunterschrift ein Komma setzen.
    „NRW: 25 qm Verlust bei 10 m Grenzbebauung“; ja, da kann einem aber auch Angst und Bange werden. Zweieinhalb Quadratmeter klingt da schon harmloser.

    1 schönen Gruß

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