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Wohnungswirtschaft: DAS BAROMETER STEHT AUF STURM

Sturm - im Wasserglas?

Hohe Investitionsanforderungen, die Bedürfnisse einer alternden Gesellschaft, Altschulden und sinkende Haushaltszahlen sind die großen Herausforderungen der Wohnungswirtschaft im Land Brandenburg. „Dass Bundes- und Landespolitik ausgerechnet angesichts der rasch heranrollenden zweiten Leerstandswelle die Rahmenbedingungen für die Wohnungswirtschaft verschlechtern, kommt da zur Unzeit“, so Maren Kern, Vorstandsmitglied beim Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. (BBU).

Leerstandsentwicklung: Dunkle Schatten

Bei den 213 brandenburgischen BBU-Mitgliedsunternehmen mehren sich die Anzeichen dafür, dass die Erfolgsgeschichte Stadtumbau Ost ihrem baldigen Ende entgegenblicken könnte. Massive Verunsicherungen hinsichtlich des Fortgangs von Stadtumbau Ost-Programm und vor allem der Altschuldenhilfe führen dazu, dass die Abrissplanungen der Wohnungsunternehmen nur noch bei knapp einem Viertel des erwarteten Leerstandsanstiegs liegen. Kern: „Wir appellieren dringend an Minister Ramsauer: Setzen Sie sich endlich für Deutschlands Städte ein. Beenden Sie die verantwortungslose Kürzungspolitik bei der Städtebauförderung, sorgen Sie für eine vertretbare Anschlussregelung bei der Altschuldenfrage! Sonst kommt der Stadtumbau Ost geräuschvoll zum Stillstand.“

Hochrechnungen zum Leerstandsanstieg

Auf Grundlage von Abrissplanungen und Bevölkerungsentwicklung hat der BBU für ausgewählte brandenburgische Städte die Leerstandsquoten für 2016 hochgerechnet. Das Ergebnis: Auch in bislang erfolgreichen Stadtumbaustädten könnte die Quote in den nächsten fünf Jahren aufgrund der immer ungünstiger werdenden politischen Rahmenbedingungen um über ein Drittel anwachsen. Beim BBU wird für den weiteren Metropolenraum mit einem Anstieg auf 13,6 Prozent gerechnet. „In jahrelanger harter Arbeit mühsam errungene Erfolge werden hier von der Bundesregierung ohne jeden erkennbaren Nutzen zur Disposition gestellt. Das ist ein Schlag ins Gesicht der Wohnungsunternehmen, aber auch der Städte“, kritisierte Kern.

Dringender Lösungsbedarf für Altanschließerproblematik

Bei der Altanschließerproblematik könnten auf die Wohnungswirtschaft Nachforderungen in Höhe von bis zu 340 Millionen Euro zukommen. Mehr und mehr Wohnungsunternehmen erhalten jetzt Beitragsbescheide. „Die hohen Forderungen könnte einige Wohnungsunternehmen sogar in wirtschaftliche Bedrängnis bringen“, warnte Kern. Viele würden die Forderungen nur mit Krediten begleichen können. Um die höheren Kosten gegenfinanzieren zu können, könnten einige Wohnungsunternehmen vielleicht sogar zur Erhöhung ihrer Miete gezwungen sein. Der BBU fordert vom Landesgesetzgeber zum Erlass einer klaren, rechtssicheren Regelung.

Mieten und Investitionen moderat

Die Mieten bei den BBU-Mitgliedsunternehmen entwickelten sich auch 2010 wieder schwach. „Bei einem Anstieg der Warmmieten um nur 1, 2 Prozent kann man von stabile Mieten sprechen“, unterstrich Kern. Auf den ersten Blick erfreulich für den Mieter, behindern niedrige Mieten auf Dauer die Innovations- und Investitionskraft von Unternehmen. Das zeigt sich auch in den Zahlen der Investitionen der BBU-Mitgliedsunternehmen: Trotz einer Steigerung um elf Prozent betragen sie mit nur 371 Millionen Euro nur rund ein Drittel der Werte der 90er Jahre.

DIE THEMEN IM ÜBERBLICK

• Leerstandsentwicklung: Das Barometer steht auf Sturm
• Altschulden ungelöst
• Altanschließer: Die Gefahr aus dem Untergrund
• Investitionen und Mieten: Energiesparmusterland Brandenburg

BBU
19.05.2011

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