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Energetische Althaussanierung und Budget

Wolfgang van Dorsten

Energetische Althaussanierung und Budget.
Informationsflut Bewältigen.

Jeder der sich mit dem  Thema Althaussanierung oder Renovierung befasst, wird mit Informationen förmlich überschwemmt. Selbst Bauprofis ersticken quasi an der Menge von Informationen. So sind zum Beispiel über dreizehn verschiedene Wärmedämmverbundsysteme am Markt. Unterlagen über  verschiedene Heizsysteme und erneuerbare Energien für das Haus  füllen ganze Aktenordner. Neue Baustoffe, Bauelemente und eine Reihe von aktuellen bautechnischen und öffentlich- rechtlichen Vorschriften sind zu berücksichtigen.

Wissen komprimieren.

Es gilt diese Informationen quantitativ und qualitativ zu anwendbarem Wissen individuell für das jeweilige Bauvorhaben zu komprimieren. Ohne professionelle Unterstützung ist das vom einem Baulaien nicht zu schaffen.

Lohnt sich das Engagement?

Dann stellt sich natürlich die Kostenfrage einer geplanten Maßnahme.

Lohnt sich das , oder soll die nächste Generation aktiv werden ?

Ohne Zweifel sind alle Maßnahmen einer energetischen Gebäudesanierung grundsätzlich sinnvoll, aber meistens ist das Budget begrenzt. Auch das Alter bzw. der erhaltungswürdige Zustand der Bausubstanz spielt eine wichtige Rolle. Für manche marode Altbauten wäre ein konsequenter Abriss durchaus zu empfehlen, noch  bevor tausende Euro fehl investiert werden.

Das muss offen und  klar gesagt werden.

Gründliche Bestandsaufnahme und Gesamtkonzept erforderlich.

Eine gründliche Bestandsaufnahme der Bausubstanz durch den Fachmann ist vor Beginn jeder Sanierungsmaßnahme unbedingt erforderlich. Nur so ist gewährleistet dass  alle Problembereiche erkannt werden  und ein geschlossenes technisches Gesamtkonzept zur Sanierung sowie die nötigen aussagekräftigen Zahlen für die Kosten ermittelt werden können.

Alles auf einmal?

Wie dann bei begrenztem Budget einer beabsichtigten Vollsanierung die Modernisierungsreihenfolge aussehen soll, wird je nach Sicht oft diskutiert. Zuerst die Heizanlage und dann die Gebäudehülle oder umgekehrt ? Pauschal kann man da gar nichts sagen. Die beste Lösung zu finden bedarf immer einer individuellen Betrachtung, die direkt und maßgeschneidert  auf das jeweilige  Objekt passt.

Überwiegend ist die Investition in eine neue Heizanlage im Vergleich zu den

anderen Maßnahmen gering . Der Kesseltausch zusammen mit einer Solarthermieanlage bringt eine sofortige Ersparnis . Die Investitionskosten für eine Gebäudedämmung incl. Fensteraustausch , Gerüst, Verputz und Anstrich sind so hoch dass sie sich erst nach einer viel längeren Nutzungsdauer rechnen. Wenn ein Bestandsbau nach dem neuen EnEV – Standard gedämmt wird (nur dann Kfw- Fördergelder) muss auch gleichzeitig i.d.R. die Heizanlage erneuert werden um den Gesamt-Primärenergieverbrauch nach der Verordnung entsprechend zu senken .

Auf veränderte Situation nach energetischer Sanierung einstellen.

Jede energetische Sanierung verändert die bestehende Situation. Diese Veränderung hat Einfluss auf die Heizlast, die Raumtemperatur , Luftfeuchte

im Gebäude ,  neue Lüftungserfordernisse und das Wohnbehagen. Natürlich müssen auch die Bewohner ihr Lüftungsverhalten neu anpassen und sich z.B. streng an die Stoßlüftung halten. Negativ fällt auf, dass nach energetischen Sanierungen vermehrt  Schimmelpilzprobleme auftreten die vorher nicht vorhanden waren. Zurückzuführen ist das auf eine luftdichte Gebäudehülle incl. dichte Fenster und Außentüren und manchmal die leider immer noch häufig vorhandenen Wärmebrücken und falsches Lüften durch die Nutzer nach der Sanierung.

Rendite / Amortisation, oft Milchmädchenrechnung!

Die Anbieter von Heizanlagen , Fensterhersteller , Dämmstoffhersteller u.v.m. versprechen in ihren Werbeberechnungen viel.

Während eine Amortisationsberechnung für einen Brennwertkessel neuer Bauart gegenüber einem „Normalkessel“ rel. genaue Ergebnisse liefern kann ,ist das bei Werbeberechnungen für z. B. Dämmsysteme am Haus gar nicht exakt möglich. Hier wird oft ein Quadratmeter alt mit einem Quadratmeter gedämmt verglichen , oder ein Musterhaus (als Neubau) bei Amortisationsberechnungen zugrunde gelegt . Das passt  auf vergleichbare Häuser , aber mit Sicherheit nicht auf das zu sanierende Althaus des Interessenten. Finger weg von solchen Milchmädchenberechnungen!!

Energetische Sanierung, der Glaube hilft.

* (dena = Deutsche Energieagentur)

Kosten und Nutzen vergleichen

Grafik © wvd-bauberatung.

Was tun bei begrenztem Budget?

Ein Althaus ist kein Neubau! Wer Neubaumaßstäbe bei der Kostenermittlung  ansetzt rechnet falsch.

Immer kommt zum Beispiel „Unvorhergesehes“ beim Althaus dazu.

Zunächst sind natürlich die notwendigen Sanierungsmaßnahmen aus der Bestandsprüfung , über vorhandene  Mängel und Schäden und  deren Beseitigung , als Basis für den Kostenkatalog  der  Einzelmaßnahmen ,vom Baufachmann  zu ermitteln. Danach folgen die Einzelkosten für Wärmedämmung, neue Fenster, und Heizanlage .  Mit +/- 10% lassen sich diese Kosten vom Fachmann genau ermitteln. Jetzt kann eine Entscheidung gefällt werden. Entweder Vollsanierung oder Teilsanierung.

Bemerkenswert ist aber die Tatsache, dass sich die monatlichen Kosten

für eine Vollsanierung, wegen der dabei besonders langfristig  niedrigen Zinssätze aus dem KfW- Förderprogramm , unterhalb der monatlichen Kosten für die rein energetische Sanierung der Gebäudehülle bewegen können.

Vollsanierung auf lange Sicht kompromisslos.

Aus Sicht der wvd-Bauberatung , Jettingen, hat die Vollsanierung, also Gebäudehülle plus Heizanlage ,das Potenzial die Gesamtkosten langfristig zu senken und das trotz deutlich  höherer Anfangsinvestition. Für bezahlbare Energiekosten ist die Vollsanierung auf lange Sicht gesehen  kompromisslos.

[Kommentar BAUFÜSICK:
Einspruch. Das kann man so pauschal nicht sagen. Oft handelt es sich bei den so genannten Vollsanierungen um sehr unwirtschaftliche Maßnahmen! Das Blog ist voll von abschreckenden Beispielen, z.B. hier oder hier oder hier . Das Internet ist voll von abschreckenden Beispielen, z.B. hier oder hier.
]

Vor Beginn immer professionelle neutrale  Beratung einholen.

Wer in Altbausanierung investieren will ist gut beraten, wenn er vor Beginn der

Maßnahme professionelle neutrale Baufachleute mit nachgewiesener Kompetenz für´s Bauen im Bestand mit seinen Interessen beauftragt. Wenn jemand meint hier muss ich sparen , dann spart er mit Sicherheit an der falschen Stelle.  Denn „Wer billig plant, baut teuer“ !

Man kann sich wenden an:

  • Professionelle Bauberater mit nachgewiesener Althauserfahrung.
  • Bausachverständige.
  • Fachingeniere für Bauphysik,
  • Architekten mit nachgewiesener Althauskompetenz.
  • Zertifizierte , zugelassene ,(Bafa/Dena)- Gebäude-Energieberater,
  • Fachingenieure für Gebäudetechnik

Wolfgangvan Dorsten, Bauphysiker
Sachverständiger für Mängel und Schäden
an Gebäuden u. Gebäudeinstandsetzung
wvd- Bauberatung, 71131 Jettingen.
http://www.wvd-bauberatung.de

  1. 02.05.2011 um 22:00

    Lieber Wolfgang Haegele,
    zwei links, zwei rechts, eine fallen lassen !!
    So wird gestrickt!
    Wer billig plant baut teuer!
    Deshalb stricken viele noch an der
    zukünftigen Zwangsversteigerung ihres Häusle,
    übrigens ohne es jetzt schon zu wissen.
    Ich hoffe Du kennst die Maschen-respice finem!
    Wolfgang van Dorsten, der Bauphysikopa aus dem Schwarzwald

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  2. 01.05.2011 um 19:26

    quidquid agis, prudenter agas et respice finem! Für die Nichtlateiner: Was immer Du tust, tue es gut und achte auf das Ende! Oder anderst formuliert: Billig ist teurer als richtig! Oder ganz einfach: Da muss eine alte Frau lange darum stricken!

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