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Planen mit Baunutzungskosten

Wolfgangvan Dorsten
Baukosten, Baunutzungskosten, Baufolgekosten, Bauplanung, Bauökonomie.
Planen im Hochbau.mit Baunutzungskosten

Wer ein Auto kauft achtet nicht nur auf den Kaufpreis sondern auch auf Spritverbrauch, Ersatzteilkosten , Reparaturanfälligkeit , laufende Kosten usw.  Kurz gesagt ,die Folgekosten eines Autos sind wesentlich mit entscheidend für den Kauf. Völlig anders verhalten sich jedoch die meisten wenn es um hohe Investitionen für ein Bauvorhaben geht.

In der allgemeinen Diskussion über Kosteneinsparung am Bau hört man dann an erster Stelle „ energieeffizient Bauen“ neben Einsparungen bei der Größe des Objektes , den Haustypen, bzw. der vorgesehenen Bautechnik. Häufig fällt beim Wohnhausbau die Entscheidung für konkurrenzlos billige Fertighäuser vom Fließband. Kaum Jemand denkt aber an die Folgekosten seines geplanten Projektes. Allenfalls professionelle Investoren interessiert das Thema, nicht jedoch den Häuslebauer.

Schon bei der Planung an später denken.

Planen mit Baunutzungskosten beinhaltet das Planen von Gebäuden unter Beachtung der Baukosten aber vor allem  auch der Folgekosten.

Wenn das Bewusstsein von Bauherren und Planern nicht nur auf als das Einhalten von Baukostenobergrenzen focussiert ist, sondern schon bei der Planung die gesamte Lebensdauer eines Gebäudes berücksichtigt wird, dann wäre in der Praxis schon ein wichtiger Schritt zur langfristigen Kosteneinsparung getan, die die anfängliche Ersparnisse  bei weitem übertreffen können.

Eine gute Planung berücksichtigt auch die Bau-Folgekosten.

Die Planung darf also nicht nur allein nach der Höhe der zu erwartenden Baukosten beurteilt werden. Das gilt immer dann wo ein Mehr an Ausgaben für das Gebäude sich in niedrigere Baunutzungskosten niederschlägt und somit auf längere Sicht erhebliche Einsparungen in Form von niedrigeren Folgekosten erzielt werden sollen. Die Höhe für diesen einmaligen Mehraufwand bei werden mehr als nur kompensiert.

Kostenarten, Erläuterungen und Abgrenzung.

Die DIN 18960 „Baunutzungskosten“ ergänzt die DIN 276 „Kosten im Hochbau“ in der Weise, dass sich die Wirtschaftlichkeitsüberlegungen auf die gesamte Lebensdauer von Gebäuden und Gebäudeteilen beziehen !

Baunutzungskosten sind alle bei Gebäuden , den dazu gehörigen baulichen Anlagen und am Grundstück unmittelbar entstehenden , regelmäßig oder unregelmäßig wiederkehrenden Kosten, vom Beginn der Nutzbarkeit ,bis zur Beseitigung des Gebäudes .Dagegen beziehen sich die Baukosten nur auf die Erstellung eines Gebäudes.

Die Baunutzungskosten  werden vereinfacht wie folgt gegliedert:

  1. Kapitalkosten / Finanzierung (mit Fremd- und Eigenmitteln)
  2. Verwaltungs und Betreuungskosten ( Objektmanagementkosten)
  3. Die Betriebskosten
  4. Die Bauunterhaltungskosten und Instandsetzungskosten.

 Kennwerte , Norm, Instandhaltngsplanung.

Zur Ermittlung der Nutzungskosten sind Kennwerte erforderlich die die eindeutig erläutert sein müssen. Auf dem Gebiet besteht jedoch noch ein erheblicher Nachholbedarf. Mit der neuen DIN 18960 / 2008, Nutzungskosten im Hochbau, ist eine Grundlage gegeben um über den Lebenszyklus einer baulichen Anlage die zu unterschiedlichen Zeiten anfallenden Kosten abzubilden. Insofern kommt z.B.der Instandhaltungsplanung eine erhebliche Bedeutung zu .

Zusammenfassung:

In der Werbung für Immobilienangebote  hört man von den Anbietern so gut wie nichts von Baunutzungskosten. Oft wird auch der Begriff Baunutzungskosten mit Nachhaltigkeit verwechselt. Es ist zu hoffen , dass das in den letzten Jahren erheblich stärker gewordene Interesse an Kostenersparnissen beim Bauen sich nicht nur auf die üblichen Parolen wie „ Energieeinsparung“ beschränkt, sondern auch die Nutzungskosten einer baulichen Anlage bei der differenzierten Betrachtung zu ermitteln sind. Bei Erhebungen sind deshalb die Baunutzungskosten von anderen Kosten klar erkennbar abzugrenzen.

Nur so erfährt der private  Bauherr oder gewerbliche Investor was Ihn die geplante Baumaßnahme über lange Zeit wirklich kostet und welche Einsparung er tatsächlich langfristig erzielen kann.

Der Bauherr kann sich für exakte Berechnungen einen spezialisierten Bauökonomen engagieren (meist Großobjekte) , der die Dinge gründlichst untersucht. Es gibt aber auch vereinzelt Architekten , für die Planen mit Baunutzungskosten kein Fremdwort ist und die in der Lage sind solche Berechnungen durchzuführen.

Quelle:

Auszug aus „Innovatives Bauen“, Band II OZ. 7.4.1 – 7.4.3 . Autor/Verfasser und Herausgeber Wolfgangvan Dorsten, Bauberatung 71131 Jettingen.

Wolfgangvan Dorsten, Bauphysiker.
Sachverständiger für Mängel und Schäden
an Gebäuden u. Gebäudeinstandsetzung.
Mediator im Bauwesen, Mediator im Bauandwerk.
Lettenstraße 13
71131 Jettingen
Tel. 07452 7081
E-Mail: wolfgang.van@t-online.de
Internet: http://www.wvd-bauberatung.de

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